Overblog Alle Blogs Top-Blogs Reisen & Veranstaltungen
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Rückschau Theater am Hofgarten: Turbulente Komödie begeistert 600 Besucher

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Als sich im historischen Kauppert-Hof in Gadheim der Vorhang für die sechs Aufführungen hob, war einmal mehr zu spüren, warum sich das Freilichttheater des Theater am Hofgarten längst zu einer festen Größe im Veitshöchheimer Kulturkalender entwickelt hat. In der stimmungsvollen Hofatmosphäre, begleitet von fränkischer Gastlichkeit, begeisterte die Komödie „Kaviar trifft Currywurst“ von Winnie Abel das Publikum mit viel Situationskomik, überraschenden Wendungen und pointierten Dialogen.

Im Mittelpunkt steht die finanziell angeschlagene Wirtin Erna Wutschke, die ihre heruntergewirtschaftete Dorfkneipe kurzerhand in ein vermeintliches Sternerestaurant verwandelt, um ihren wohlhabenden Cousin als Investor zu gewinnen. Mit viel Witz, skurrilen Einfällen und immer neuen Verwicklungen entwickelt sich daraus eine temporeiche Komödie, in der Situationskomik und überraschende Wendungen für beste Unterhaltung sorgen. Am Ende zeigt sich, dass Ehrlichkeit, Herzlichkeit und eine gute Currywurst mehr wert sind als jede Fassade.


Spielfreude und starke schauspielerische Leistungen

Das zwölfköpfige Ensemble überzeugte mit großer Spielfreude und einem harmonischen Zusammenspiel. Anina Hornung trug als Wirtin Erna Wutschke das Stück mit viel Natürlichkeit und Charme. Marco Amrehn verkörperte den wohlhabenden Prinz Harry von Anhalt mit feiner Arroganz und Selbstironie, während Claudia Schädel als dessen Begleiterin Heike „Puppe“ für zahlreiche komische Momente sorgte. Sebastian Schubert überzeugte als intrigierender Restaurantbesitzer Wolfgang Schuster und zugleich in seiner Doppelrolle als französischer Gourmetkoch.

Cornelia Lyding setzte als gefürchtete Restaurantkritikerin Ludmilla von der Steppke den dramaturgischen Höhepunkt des dritten Aktes.

Großen Anteil am Erfolg hatten auch die Stammgäste: Udo Backmund spielte den gutmütigen Gerd „Blümchen“ Blume, Sonja Binde die lebensfrohe Sandy Stutzke, Marina Bertignoll die etwas begriffsstutzige Mandy, Jürgen Eißner den bierliebenden Heini und Manuel Seemann den chronisch klammen Uwe.

Robert Röhm gab den selbstgefälligen Bürgermeister Dieter Döge, während Sabine Werner als dessen modebewusste Ehefrau Annabell das Ensemble komplettierte. Mehrfach honorierte das Publikum die überzeugenden schauspielerischen Leistungen mit Szenenapplaus und stehenden Ovationen.


Sechs ausverkaufte Vorstellungen

Nach Abschluss der sechsten und letzten Aufführung zog der Vorsitzende des Theatervereins und Mit-Regisseur Bernd Schäfer eine rundum positive Bilanz. Insgesamt verfolgten über 600 Besucher die sechs Vorstellungen – alle Aufführungen waren restlos ausverkauft. Die Kartennachfrage sei sogar so groß gewesen, dass zahlreichen Interessenten abgesagt werden musste.

„Dieser überwältigende Zuspruch zeigt uns, welchen Stellenwert unser Freilichttheater inzwischen genießt“, freute sich Schäfer. Möglich geworden sei dieser Erfolg vor allem durch den Einsatz vieler Ehrenamtlicher. Rund 40 Akteure und Helfer seien bei jeder einzelnen Aufführung vor, auf und hinter der Bühne im Einsatz gewesen – vom Schauspielensemble über Bühnenbau, Maske und Technik bis hin zur Bewirtung.


Lob für Technik und Bewirtung

Ein besonderes Lob sprach Schäfer Benjamin Leberfinger aus, der erstmals die Verantwortung für Licht- und Tontechnik übernommen hatte. Mit seinem professionellen Einsatz habe er die technische Umsetzung der Aufführungen auf ein neues Niveau gehoben.

Auch kulinarisch war das Freilichttheater ein voller Erfolg. Marc Bertignol und sein Team servierten während der sechs Aufführungen insgesamt mehr als 600 Essen und trugen damit wesentlich zum Gelingen der Veranstaltungsreihe bei.


Standing Ovations als schönster Lohn

Der größte Lohn für alle Mitwirkenden sei die Begeisterung des Publikums gewesen. Mehrfach erhoben sich die Zuschauer am Ende der Vorstellungen zu Standing Ovations und würdigten damit die glänzenden Leistungen des gesamten Ensembles. Darüber hinaus habe der Theaterverein viel Lob für die Stückauswahl erhalten. Besonders erfreulich sei gewesen, dass mit „Kaviar trifft Currywurst“ wieder ein klassischer Dreiakter auf die Freilichtbühne gebracht wurde – eine Entscheidung, die beim Publikum auf durchweg positive Resonanz stieß.

Mit dieser rundum gelungenen Freilichtsaison hat der Theater am Hofgarten einmal mehr bewiesen, dass ehrenamtliches Engagement, große Spielfreude und gelebter Gemeinschaftssinn die Grundlage für unvergessliche Theaterabende sind.

Fotos Dieter Gürz von Premierenvorstellung

Kommentiere diesen Post