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Schweigen, Anwälte, geschlossene Türen – das Aus der Büttnerstuben in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

 Was im Juli 2023 als vielversprechende Partnerschaft zwischen den Gastronomen Michael und Pia Schloßareck und Bürgermeister Jürgen Götz für die Gemeinde Veitshöchheim begann, ist bereits Geschichte. Ende Mai schloss das Restaurant „Büttnerstuben“ in den Mainfrankensälen seine Türen – auf der Homepage steht nur noch der Hinweis: „Liebe Gäste, ab sofort nur noch Catering und Veranstaltungen außer Haus.“

Erstmals öffentlich wurde die Schließung in einem Bericht der Main-Post vom 13. August 2025, der titelte: „Die Büttnerstuben in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen sind zu: Das Tischtuch scheint zerschnitten.“ Darin hieß es, es gebe Streit zwischen der Gemeinde als Verpächterin und der Familie Schloßareck als Pächter – man spreche nur noch über Anwälte miteinander und gebe sich zugeknöpft (siehe beigefügter Link).

Fragen zur Schließung beantworten beide Seiten bis heute nur knapp – und nur über Anwälte. Bürgermeister Jürgen Götz bestätigt lediglich: „Die Familie Schloßareck ist nicht mehr Pächter des Lokals. Dazu möchte ich derzeit nichts weiter sagen.“ Für Veranstaltungen in den Mainfrankensälen sei jedoch weiterhin gesorgt: „Externe Caterer bewirten die Gäste – nur die Schloßarecks nicht mehr.“

Auch Michael Schloßareck gibt sich laut Mainpost verschlossen: „Da können und dürfen wir im Moment nichts dazu sagen, da unterhalten sich derzeit die Anwälte.“ Sein Rat: Wer Genaueres wissen wolle, könne den Anwalt fragen – doch auch dort heißt es: „Es gibt im Moment keinen Redebedarf.“

Dritte Pächter seit 2015 – und wieder ein Ende

Die Büttnerstuben waren seit 2023 der dritte Name für das Restaurant in den vor 44 Jahren eröffneten Mainfrankensälen. Von 1981 bis zur Sanierung 2013/14 hieß es „Frankenstuben“. Nach der Wiedereröffnung im Januar 2015 präsentierte sich das Lokal unter dem Namen „Kaskade“ – in Anlehnung an die im Krieg zerstörte Kaskade im Hofgarten – hell, modern und großzügig gestaltet.

In den ersten 31 Jahren hatten drei Pächter den Betrieb geführt: Emil Vogelsang (1981–1994), Georg Obert (1994–2008) und Henrik Speelmann (2008–2013). Nach der Sanierung folgten Peter Schubert (2015–2020) und Oliver Amin (2020–2023). Die Schloßarecks, die zuvor 14 Jahre lang in Würzburg-Heidingsfeld ein Restaurant gleichen Namens betrieben, brachten im Juli 2023 die „Büttnerstuben“ nach Veitshöchheim – nun ist auch dieses Kapitel beendet. Die Schilder sind bereits demontiert.

Wie es weitergeht, ist offen
Bürgermeister Götz, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender und Gesellschaftervertreter der Mainfrankensäle GmbH, will vorerst keine Ausschreibung für eine neue Verpachtung starten. „Der Aufsichtsrat und die GmbH werden sich in nächster Zeit konzeptionell mit verschiedenen Optionen hinsichtlich der künftigen Nutzung des Restaurants beschäftigen“, so Götz – auch im Hinblick auf die geplante Neugestaltung der „Urbanen Lände“.

Die Gastronomie bei Veranstaltungen sei aber auch in dieser Zeit, wie bisher auch schon immer wieder geschehen, über externe Caterer abgedeckt.  

Ein teures Schmuckstück mit unruhiger Geschichte
Die Mainfrankensäle wurden 1981 eröffnet und 2013–2015 für 13,5 Millionen Euro kernsaniert und erweitert. Die Vermarktung übernimmt seit 2014 die eigens gegründete Mainfrankensäle GmbH, deren alleinige Gesellschafterin die Gemeinde ist. Dem Aufsichtsrat gehören neben Bürgermeister Götz Vertreter aller Fraktionen an.
Nicht nur bei den Pächtern, auch in der Leitung der Mainfrankensäle gab es häufige Wechsel. Seit der Wiedereröffnung 2015 ist Julia Moutschka bereits die sechste Geschäftsführerin. Sie übernahm im Juli 2024 und stellte ein komplett neues Serviceteam ein. Ihre Vorgänger waren: Kirsten Stang (2014–2016), kommissarisch Erich Müller (2016/17), Heidrun Stegner (2017–2019), Thomas Reuß (2020, tödlich verunglückt nach wenigen Wochen), erneut Erich Müller interimsmäßig, und schließlich Claudia Köhler (2020–2024).

Fotos Dieter Gürz

Kommentiere diesen Post
M
Es war wohl nur eine Frage der Zeit bis die Büttnerstube schließen musste. Wer nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet hat darf sich über ausbleibende Gäste nicht wundern. Dazu im Juni noch Betriebsurlaub zu machen war kein glücklicher Schachzug. Auch das Konzept wirkte nie wirklich durchdacht. Bratwurst und Schnitzel sind eben nicht mehr so gefragt wie vor zehn Jahren. Schade aber man muss mit der Zeit gehen wenn man langfristig bestehen will.
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M
Ich denke, es ist schwer da unten eine Gaststätte zu führen. Du musst in wenigen Monaten soviel zusammen zu bekommen, das es auch für den Rest des Jahres langt; im Winter kommen keine Touris. Und dann legen die Schiffe auch noch ein paar Hundert Meter weiter oben an, die Reisebusse halten zwar fast vor der Türe, aber erstmal durch den Ort streifen bevor es zum Essen geht; und dann nochmal zurück laufen .... Und Sterne-Essen funktioniert hier bestimmt net bei uns in Veitshöchheim. Und wenn bei Veranstaltungen man den Caterer noch aussuchen kann - da wird es schwer; egal mit oder ohne Biergarten.
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G
Kann natürlich nicht für andere sprechen. Aber Symphatie ist ein nicht zu unterschätzender Aspekte in der Gastro. Und manch einem eilt der Ruf auch vorraus.
B
Vielleicht wurde auf den Brückenschoppen am Höchheimer Steg spekuliert und vielleicht hat Herr Götz und Co. ein wenig zu viel versprochen ...