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Chronik 50 Jahre Eichendorff-Volksschule Veitshöchheim - Eine turbulente Schul-Entwicklung

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Quelle: Veitshöchheim-Chronik von Thomas Struchholz (abfotografiert mit dem Handy)

Quelle: Veitshöchheim-Chronik von Thomas Struchholz (abfotografiert mit dem Handy)

Sechs Klassenzimmer, drei Fachräume (Schulküche, Raum für Physik/Chemie, Werkraum), Sekretariat und Lehrerzimmer, Hausmeisterwohnung, Turnhalle und Lehrschwimmbecken umfasste der neue Gebäudekomplex an der Günterslebener Straße, der nach den Weihnachtsferien am 8. Januar 1965 durch Klassen der Jahrgangsstufen eins bis vier, sieben und acht bezogen wurde. Es war der erste Bauabschnitt der Eichendorff-Volksschule, dem noch im Laufe der Jahrzehnte drei weitere folgen sollten. Anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Eichendorffschule hatte nun die achte Klasse im Fach Wirtschaft Materialien zur Schulgeschichte gesammelt und diese nun beim Schulfest in einem großen Wand-Brief an den Fensterscheiben der Eingangshalle den Gästen präsentiert.

Ausführlich die Schulentwicklung dargestellt hat auf der Homepage der Mittelschule der 89jährige Erwin Oppl, ein Zeitzeuge aus nächster Nähe, der seit 1959 an der Schule bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1988 lehrte.

Wie seiner Chronik zu entnehmen ist, begann bereits Ende der fünfziger Jahre die Gemeinde Veitshöchheim mit der Gartensiedlung rasch zu wachsen. Das Schulhaus, die 1911 mit neun Klassenzimmern erbaute Vitusschule konnte zwölf Klassen nicht mehr fassen. Zwei Klassen wurden in das alte Rathaus ausgelagert. Ein neues Schulhaus wurde notwendig. Bürgermeister Michael Köbler kaufte dafür, zusammen mit dem Landkreis Würzburg, das Gelände zwischen der Günterslebener Straße und der Gartensiedlung.

1960 wurde Erwin Vornberger Bürgermeister. Er schrieb einen Architekturwettbewerb für den Neubau eines Schulhauses an der Günterslebener Straße aus. Für damalige Verhältnisse wurde ein riesiges Projekt angepackt, denn neben dem Schulgebäude sollte auch noch eine Turnhalle und eine Schwimmhalle entstehen. Den Wettbewerb gewann Architekt Heid aus Fürth, er erhielt auch den Planungsauftrag. 1963 konnte der Bau beginnen: Sechs Klassenzimmer, drei Fachräume (Schulküche, Raum für Physik/Chemie, Werkraum) Sekretariat und Lehrerzimmer, Hausmeisterwohnung, Turnhalle und Lehrschwimmbecken. Termin für die Fertigstellung war der 31. Dezember 1964. Nach den Weihnachtsferien zogen am 8. Januar 1965 sechs Klassen aus der Vitusschule in die Eichendorffschule: Klassen 1 - 4, vorwiegend mit Schülern aus der Gartensiedlung, 7/8 Knaben und 7/8 Mädchen.

2. BA

2. BA

Die Gemeinde Veitshöchheim wuchs weiter sehr rasch, vor allem die Gartensiedlung, und damit auch die Schülerzahl. Der Neubau war eigentlich schon beim Bezug zu klein. Der zweite Bauabschnitt musste geplant werden: 3 Klassenzimmer, Lehrerzimmer und Physikraum im Erdgeschoss, 4 Klassenzimmer im 1. Untergeschoss, 1 Handarbeitsraum und 1 großer Mehrzweckraum im 2. Untergeschoss. Der zweite Bauabschnitt wurde zu Beginn des Schuljahres 1969/70 bezugsfertig.

Und 1969 kam die Schulreform mit der Einführung der 9. Klasse. Außerdem sollten die Schüler der 7., 8. und 9. Klassen aus Thüngersheim, Güntersleben, Unterdürrbach und Oberdürrbach die nun gegründete Verbandsschule Veitshöchheim besuchen. Da der 2. Bauabschnitt 1969 noch nicht fertig war, konnten zunächst nur zwei 9. Klassen aus den Verbandsgemeinden nach Veitshöchheim. Erst zu Beginn des Schuljahres 1970/71 kamen auch die Schüler der 7. und 8. Klassen nach Veitshöchheim.

Und das neue Schulhaus war wieder zu klein. Die Schülerzahl der Verbandsschule (noch Grund- und Hauptschule wuchs Anfang der 70er Jahre auf über 900. Die Grundschule bezog den 1. Bauabschnitt, die Hauptschule den 2. Bauabschnitt, die Vitusschule war voll ausgelastet, eine 5. und eine 6. Klasse blieb in der Vitusschule, eine 6. Klasse wurde noch im alten Rathaus untergebracht. Also musste ein 3. Bauabschnitt geplant werden. Dieser 3. Bauabschnitt sollte die Hauptschule werden. Denn die Entwicklung des Schulwesens blieb nicht stehen und so kam 1973 die Trennung der bisherigen "Volksschule" in die neuen Grund- und Hauptschulen.

Dies bewirkte ein erneutes Umdenken und Umplanen der Raumkapazitäten und dank der neuen Gebietsreform wurden 1975 Ober- und Unterdürrbach wieder aus dem Schulverband der Hauptschule ausgegliedert.

Der Schulverband Veitshöchheim und der Landkreis Würzburg planten 1974: Der Schulverband die Hauptschule, der Landkreis eine Realschule, einen gemeinsamen Bau zwischen den beiden Schulen mit den Fachräumen für beide Schulen. Der Bauauftrag für den Rohbau war bereits fertig an eine Nürnberger Baufirma vergeben.

Da starb im Jahr 1974 Bürgermeister Vornberger, die Gemeinde Veitshöchheim war fast ein halbes Jahr ohne Ortsoberhaupt, und die Regierung von Unterfranken verwarf nun die Planung für Veitshöchheim. Der Landkreis vergab die Realschule an die Gemeinde Höchberg.

Der 3. Bauabschnitt war jetzt für die Grundschule vorgesehen, die Hauptschule sollte im 1. und 2. Bauabschnitt verbleiben, die Vitusschule sollte als Grundschule für den Altort weiter genutzt werden. Der 3. Bauabschnitt sah vor: 8 Klassenräume für die Grundschule, Schulleiter- und Lehrerzimmer, gemeinsam für Grundschule und Hauptschule die Aula und eine Lehrerbücherei, im Erdgeschoss sollte die Hauptschule einen Werkraum, einen Mehrzweckraum und einen Musikraum erhalten.

1978 feierte man die Einweihung der neuen Grundschule als dritten Bauabschitt. Damit kommte man nun den Schulbetrieb bis heute gut organisieren. Schließlich kündigten sich rückläufige Schülerzahlen der geburtenschwachen Jahrgänge an, sodass das Raumprogramm für die Grundschule ausreichend bemessen schien.

Und es stellte sich schon bald heraus, dass der 3. Bauabschnitt zu knapp bemessen war: Die Grundschule brauchte zuerst den Musikraum, dann die Lehrerbücherei und schließlich noch den Mehrzweckraum als Klassenzimmer.

Als Verbandsschule wird die Hauptschule von Schüler(inn)en aus Veitshöchheim, Thüngersheim und Güntersleben besucht. Mit dem Schuljahr 2000/01 wurde an der Mittelschule auch der M-Zweig eingeführt. So kann nicht nur der Qualifizierende Hauptschulabschluss erworben werden, sondern von Schüler(inn)en des M-Zweiges auch die Mittlere Reife. Wegen dieser Möglichkeit besuchen nun auch Schüler(inn)en aus Leinach, Margetshöchheim und Zell die Schule.

4. Bauabschnitt 2003/2004

Chronik 50 Jahre Eichendorff-Volksschule Veitshöchheim - Eine turbulente Schul-Entwicklung

Die weiterhin über die Jahre latent verbleibende Raumnot für die Hauptschule löste sich endlich, als im Februar 2004 ein 2,6 Millionen teurer Erweiterungsbau als vierter und bis dato letzter Bauabschnitt und die nicht geringen Umbauten im Bestand eingeweiht wurden. Der farblich gut gegliederte Erweiterungsbau wurde nach den Plänen des Architekten Götz architektonisch gelungen zwischen Bauabschnitt I und Bauabschnitt II eingefügt.

Im Erweiterungsbau entstanden auf einer Nutzfläche von 1472 Quadratmeter hochmoderne Fachräume für Werken, Hauswirtschaft, Musik, Textilarbeiten und Zeichnen, zwei Klassenräume, Räume für eine Ganztagsbetreuung, Rektorat und Verwaltung, ein Förderraum und auch ein neues Lehrerzimmer.

Angeboten wurde im neuen Haus ab Dezember 2004 auch eine Ganztagsbetreuung. Es war damals ein glücklicher Umstand, dass das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ der Bundesregierung gerade in die Planungsphase fiel. So konnte die Gemeinde schnell reagieren und aus diesem Topf zu den auf die Ganztagsbetreuung entfallenden Kosten von rund 600.000 Euro die neunzigprozentige Förderung bekommen.

Permanenter Wandel

Mitte September 2010 wurde die Hauptschule im Schulverbund mit der Margetshöchheimer Hauptschule umfirmiert mit dem Gütesiegel „Mittelschule“.

Im Januar 2013 hat der Gemeinderat als Maßnahme des Energieleitplanes einstimmig grünes Licht für die auf 2,2 Millionen Euro veranschlagte Sanierung des im Jahr 1969 errichteten zweiten Bauabschnittes der Eichendorffschule inklusive der energetischen Optimierung der Heizzentrale des Schulzentrums erteilt. Um an staatliche Fördergelder zu kommen, muss jedoch vor einer Realisierung das Raumprogramm für die gesamte Schule überplant und mit der Regierung von Unterfranken abgestimmt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der nachschulische Bedarf an Plätzen bei der Schulkind-Betreuung immer mehr steigt und auch die Ganztagsbetreuung ausgeweitet werden soll. Es werden deshalb derzeit neue Überlegungen zur Raumverteilung angestellt.

Chronik 50 Jahre Eichendorff-Volksschule Veitshöchheim - Eine turbulente Schul-Entwicklung

Schülerentwicklung (entnommen aus Jahreschronik 2014 der Gemeinde):

Erstmals geht im laufenden Schuljahr die Kurve der Schülerentwicklung wieder nach oben. Die Schülerzahl steigt sowohl an der Grundschule (+ 14), als auch an der Mittelschule (+ 23) an, was bei der Mittelschule zu einer Klasse mehr führt.

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