Kabelbrand legte am Freitag Kühlanlagen im Main-Center Veitshöchheim lahm – 17 Kubikmeter Lebensmittel mussten entsorgt werden
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Foto Fabian Wolf
Ein Kabelbrand im Maschinenraum hat am Freitag, 10. Juli, gegen 12 Uhr den Geschäftsbetrieb im Main-Center von Andrea Mehlig abrupt unterbrochen. Nachdem ein Mitarbeiter Rauch bemerkt hatte, wurde sofort der Monteur der Kältefirma verständigt. Doch zu diesem Zeitpunkt war es bereits zu spät: Die zentrale Kühlanlage fiel komplett aus.
„Um 12 Uhr ist die Anlage komplett ausgefallen“, schildert Inhaberin Andrea Mehlig im Gespräch mit den Veitshöchheim News. Während der Kältetechniker bereits eine Stunde später vor Ort war, konnten die Folgen nicht mehr verhindert werden.
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Nach bisherigen Erkenntnissen hatte sich in der elektrischen Anlage eine Klemme gelöst. Dadurch kamen zwei Starkstromkabelteile miteinander in Kontakt und lösten den Brand aus. Betroffen war das zentrale Steuerkabel der gesamten Kühlanlagensteuerung. Links ist das erneuerte Kabel zu sehen.
Die genaue Ursache wird derzeit von einem Sachverständigen untersucht. Gottseidank
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Mit vereinten Kräften versuchten die Mitarbeiter zunächst, die empfindlichsten Waren zu retten. Fleisch- und Fisch und Tiefkühlprodukte konnten rechtzeitig in externe Kühl- und Tiefkühllager umgelagert werden.
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Nicht mehr zu retten war jedoch der gesamte Bereich der Kühlwand entlang der rechten südlichen Ladenwand. Betroffen waren unter anderem Milchprodukte, Joghurt, Käse, SB-Wurst. Nachdem die vorgeschriebenen Lagertemperaturen überschritten worden waren, durften diese Lebensmittel aus lebensmittelrechtlichen Gründen nicht mehr verkauft werden.
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„Vieles wäre eigentlich noch verzehrfähig gewesen. Aber sobald die vorgeschriebenen Temperaturen überschritten sind, dürfen wir die Ware nicht mehr in den Verkehr bringen“, sagt Mehlig.
Bevor die Ware entsorgt werden durfte, musste zunächst eine vollständige Inventur erfolgen. Jeder Artikel wurde erfasst und dokumentiert. Erst anschließend konnte die Entsorgung organisiert werden.
Da kurzfristig kein geeigneter Container verfügbar war, wurden die Lebensmittel zunächst am Samstag und Sonntag in Wannen und Behältern aus den Kühlregalen geräumt und zwischengelagert. Erst am Montag stand ein Container bereit.
Insgesamt mussten 17 Kubikmeter Lebensmittel entsorgt werden. Der Warenwert beläuft sich laut Inventur auf rund 40.000 Euro. Ob die Versicherung den gesamten Schaden übernimmt, ist derzeit noch offen.
Zum eigentlichen Warenverlust kommen erhebliche weitere Kosten durch den Arbeitsaufwand und den Umsatzausfall.
Der Kabelbrand löste für das gesamte Team einen Kraftakt aus. Nach Angaben der Inhaberin waren zeitweise 20 bis 30 Personen mit Ausräumen, Umlagern, Reinigen und anschließendem Wiederauffüllen beschäftigt.
Nicht nur die eigenen Mitarbeiter halfen mit großem Einsatz. Unterstützung kam auch von Mitarbeitern der Firma Mehlig & Heller sowie von der benachbarten Firma Wolf, die beim schnellen Umlagern der Ware halfen.
Bereits am Sonntag wurde mit den Vorbereitungen für die Wiederbestückung begonnen. Am Montag starteten die Mitarbeiter schon gegen 4.30 Uhr morgens, um die Regale wieder zu füllen. Noch am selben Tag konnte das Sortiment weitgehend wieder angeboten werden.
Während des Ausfalls standen den Kunden ab Freitagnachmittag und auch am Samstag große Teile des Frischesortiments nicht mehr zur Verfügung. Das sorgte für unterschiedliche Reaktionen.
„Viele hatten großes Verständnis für unsere Situation. Andere konnten nicht nachvollziehen, warum wir nichts mehr verkaufen durften“, berichtet Mehlig.
Das Gesundheitsamt kontrollierte bereits am Montag den Vorfall und die ordnungsgemäße Handhabung der betroffenen Lebensmittel.
Für Andrea Mehlig war der Vorfall auch emotional belastend.
„Ich habe am Freitagabend erst einmal geheult. Es war schlimm, diese ganzen Lebensmittel wegwerfen zu müssen“, sagt sie.
Besonders bedanken möchte sie sich bei ihrem Team, das über das gesamte Wochenende zusätzliche Arbeitsstunden leistete, sowie bei allen Helfern aus den benachbarten Betrieben.
Ihr Dank gilt ebenso den zahlreichen Kunden, die in dieser außergewöhnlichen Situation Geduld zeigten und Verständnis für die notwendigen Maßnahmen aufbrachten. Bereits seit Montag präsentiert sich das Main-Center wieder mit vollständig gefüllten Regalen und normalem Geschäftsbetrieb.
Bei aller Belastung sieht Andrea Mehlig auch einen entscheidenden Glücksfall: Der Kabelbrand ereignete sich während der Geschäftszeit. So wurde die Rauchentwicklung bereits wenige Minuten nach ihrem Beginn von einem Mitarbeiter entdeckt und sofort reagiert.
"In der Nacht hätte das viel fatalere Folgen haben können“, sagt die Inhaberin. Zwar war der wirtschaftliche Schaden durch den Ausfall der Kühlanlagen beträchtlich, doch gemessen an den möglichen Folgen eines unentdeckten Kabelbrandes blieb das Main-Center von einem noch größeren Unglück verschont.
Text und Fotos (außer Brandfoto) Dieter Gürz