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Zweistündiges Portraitkonzert im Bayerischen Rundfunk anlässlich des 75. Geburtstages des in Veitshöchheim lebenden und noch immer aktiven Komponisten Prof. Toni Völker

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

 

Am 13. 09.2023 feiert der Veitshöchheimer Komponist und Hochschullehrer Prof. Toni Völker seinen 75.ten Geburtstag. Deshalb widmet ihm der Bayerische Rundfunk in der Nacht vom 12. auf den 13. September von 00:10 - 2:00 Uhr auf Bayern II im ‚Concerto bavarese' ein Konzert mit einer kleinen Auswahl seiner Werke.

Lehrer Toni Völkers, der nach seinem Studium an der Musikhochschule Würzburg in Karlsruhe weiterstudierte, waren in Würzburg zuerst Prof. Dr. Klaus-Hinrich Stahmer und dann Prof. Bertold Hummel. Aus diesem Grund wird die Sendung mit je einem Werk von Klaus-Hinrich Stahmer und Bertold Hummel schließen.

Toni Völker als ca. 16– 17-Jähriger mit seiner ersten eigenen Beatband „INCROWD“ (Toni ist der zweite von links mit der Zigarette im Mund)

An der Hochschule für Musik Karlsruhe, an der Toni Völker nach seinem Aufbau- und Meisterklassenstudium als Lehrkraft übernommen wurde, studierte er bei dem von ihm hoch geschätzten Kompositionsprofessor und Hochschulrektor Prof. Eugen Werner Velte. Velte war Enkelschüler von Arnold Schönberg, dem Gründer der sog. "2. Wiener-Schule'", und später auch Lehrer von Wolfgang Rihm, der seit den 90-er Jahren bis in die Gegenwart als weltweit führender Komponist der Gegenwart gilt und jahrzehntelang Kollege von Völker an der Karlsruher Hochschule war.

Insofern ist Völkers künstlerische Arbeit durch diesen Kreis stark von den expressiven Gedanken Schönbergs und dessen Schülern Alban Berg und Anton Webern geprägt.  

Eine ganze Reihe seiner vielen Schüler machte Karriere, darunter der Opernkomponist Alois Bröder, von dem auch im Mainfranken-Theater ein Werk aufgeführt wurde und im österreichischen Linz eine große Oper inszeniert wird; auch sein Freund und Schüler Prof. Dr. Michael Harenberg war zwischenzeitlich Kompositionslehrer und Studienleiter an der Hochschule der Künste Bern. Der Medienkünstler Nikolaus Heyduck und Hong-Yun Seo, der eine ganze Reihe der ersten europäischen Kompositionspreise gewann, sowie Prof. Laurent Albrecht Breuninger, Violine und Prof. Christopher Brandt, Gitarre, waren neben den vielen, hier nicht aufführbaren Preisträgern deutscher und internationaler Kompositionswettbewerbe Schüler Toni Völkers.

Neben anderen Kompositionsarbeiten Völkers wie dem "Toni-Völker-Klavierwettbewerb" 2011 des PIANO-PODIUMS-KARLSRUHE und umfangreichen Portraitkompositionen prominenter Persönlichkeiten für das Rüsselsheimer Theater arbeitete er auch mit dem ihm freundschaftlich verbundenen koreanischen Komponisten Isang Yun in zwei Rundfunkportraits und einem einwöchigen Workshop in Zusammenarbeit mit der Stadt Pforzheim und dem SDR zusammen. Isang Yun war emeritierter Professor in Berlin und zugleich Präsident der in der ganzen Welt verstreuten Exilkoreaner mit Sitz in New York.

Prof. Toni Völker unterrichtete dann von 1983 - 2018 an der Hochschule für Musik Karlsruhe (Foto zeigt ihn beim Unterrichten). 1984 wurde er zusätzlich als Kompositionslehrer und Seminarleiter an die Darmstädter ‚Akademie für Tonkunst' berufen.  Auch leitete er 30 Jahre lang die INTERNATIONALEN TAGE FÜR NEUE MUSIK DARMSTADT. Für seine langjährige pädagogische und künstlerische Tätigkeit wurde er 2013 mit der Verdienstplakette der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgezeichnet.

Verbunden mit Veitshöchheim ist der seit 32 Jahren hier wohnende Toni Völker nicht nur durch seine Ehefrau Dorothea, die langjährige Leiterin der Sing- und Musikschule Veitshöchheim war, sondern auch durch die von ihm komponierte "Phantastische Märchenoper Klein Zach", die er als Auftragswerk der Gemeinde Veitshöchheim für die ‚Bayerische Kammeroper Veitshöchheim' in Zusammenarbeit mit der Sing- und Musikschule schrieb. 1999 war dann die erfolgreiche Uraufführung in Veitshöchheim im Haus der Begegnung (Foto Dieter Gürz); die Freilichtbühne Röttingen übernahm dann weitere zwei Aufführungen der Oper.

Toni Völker schrieb bislang Orchester- und Kammermusik, Solostücke sowie Bühnenwerke, Oratorien und andere Chorkompositionen. Viele seiner Werke sind verlegt, auf CDs erschienen und von verschiedenen Rundfunkanstalten produziert und aufgenommen worden. 

Das Concerto bavarese präsentiert ein Panorama seines Schaffens - vom "Traumgesang" (für Violoncello solo) über die Ensemblestücke "Continuamente" und "...entgrenzt..." für Sextett, die bei der Rundfunkproduktion von Dorothea Völker dirigierten Paraphrasen über Schumanns "Kinderszenen", bis hin zum Auftragswerk des Badischees Staatstheaters Karlsruhe, dem Konzert für Schlagzeug und Kammerorchester "Integral".

Am 23. November 2023 werden Völkers "Sirenengesänge I, II, III" für Konzertgitarre solo von Christopher Brandt, dem Gitarrenprofessor an der Frankfurter Musikhochschule und ehemaligen Kompositionsstudenten von ihm, im ‚Wolfgang-Rihm-Forum" der Karlsruher Musikhochschule als Zyklus aufgeführt.

In der näheren und weiteren Zukunft will er noch einige, zum Teil schon vor Jahren in Auftrag gegebene Kompositionsaufträge fertigstellen, auf deren Aufführung der in Veitshöchheim lebende Komponist sich jetzt bereits freut.

Hier noch ein Uralt-Pressefoto aus der Fränkischen Landeszeitung, das von einem Festival stammt, wo Völker im Alter von 20 Jahren als Rocksänger der damals sehr bekannten Band „The Sharks“ zu sehen ist. Die Band machte bei Polydor Platten.  Normalerweise war Toni dort Solosänger und Keyboarder; hier nur mit Mikro in der Hand.

Völker: "So fing alles an!!!"

Die RocknRoll-Band "Sharks" besteht noch heute. Sie ist seit 60 Jahren  Gunzenhausens Kultband (siehe nachstehener Link).

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