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von Dieter Gürz
Hier die Berichte der Main-Post über die Bürgerinformationen in beiden Gemeinden:
Mainpost vom 1.4.2011 über Anhörung in Veitshöchheim
Lösung mit zwei Pylonen favorisiert (siehe Foto oben)
Mainsteg: Alles läuft auf einen Kompromiss zu
(hig) Es ist nicht mehr viel Luft nach oben: Mareike Bodsch, Leiterin des Wasserstraßen-Neubauamtes (WNA) in Aschaffenburg, machte bei der Bürgeranhörung in
Veitshöchheim unmissverständlich deutlich, das sich beide Gemeinden bezüglich eines endgültigen Standortes für einen neuen Mainsteg endlich einigen, beziehungsweise „durchringen“ müssten. Weitere
Planungen zu Wunschvarianten werde es nicht mehr geben: „Es ist Feierabend“, verkündete Mareike Bodsch energisch.
Ähnlich hatte sie sich am Vortag bei der gleichen Veranstaltung in Margetshöchheim geäußert (siehe nebenstehenden Beitrag). Dort waren ebenso wie in
Veitshöchheim rund 200 Bürger gekommen.
„Kein schlechter Kompromiss“
Bürgermeister Rainer Kinzkofer machte zum wiederholten Male deutlich, dass ein neuer Steg nur gemeinsam verwirklicht werden könne, obwohl der Standort
Sportplatz/Mainfrankensäle weder für die eine noch für die andere Gemeinde ideal sei – für Mareike Bodsch jedoch „kein schlechter Kompromiss“.
Das mochte Rudi Hepf und seinen Mitstreitern von der Bürgerinitiative, die sich dafür eingesetzt hatten, den neuen Mainsteg an seinem jetzigen Standort zu bauen,
nicht so recht schmecken. Der Kompromiss an den Mainfrankensälen gehe „gegen die Bürger von Veitshöchheim“, kritisierte er. Über 1000 Unterschriften seien gesammelt worden „und wir hätten nochmal
1000 gebracht“, wetterte er. „Freude haben die Veitshöchheimer an dieser Lösung nicht“. Die Initiatoren hatten ihr Bürgerbegehren wegen zwei Formfehlern zurückgezogen, die das Landratsamt moniert
hatte.
Vereinfachte Rechnung
Bezüglich der Finanzierung scheint sich die Beteiligung beider Gemeinden in Grenzen zu halten. 50 Prozent zahlt der Bund, teilte Mareike Bodsch mit. „Ganz vage
und vereinfacht“ rechnete Bürgermeister Kinzkofer weiter, dass bei der Zwei-Pylonen-Lösung für 4,4 Millionen Euro dann die Hälfte für die beiden Kommunen übrig bliebe. Nach dem
Gemeindeverkehrswegefinanzierungsgesetz (GVFG) könnte mit Zuschüssen von mindestens 50, höchstwahrscheinlich sogar mit 70 Prozent gerechnet werden. Demnach blieben für jede Gemeinde etwa 500 000
Euro.
Eine Tendenzabstimmung ergab in Veitshöchheim eine eindeutige Mehrheit für die Zwei-Pylonen-Lösung. Dies scheint sich auch in Margetshöchheim
durchzusetzen.
Beide Gemeinderatsgremien entscheiden am Dienstag (12. April) darüber. Eine Woche vorher, am 4.April diskutieren sie noch einmal gemeinsam.
Mainpost vom 1.4.2011 über Anhörung in Margetshöchheim:
Mit Kompromiss auf die Zielgerade
Gut besuchte Bürgerversammlung zum Mainsteg in Margetshöchheim
Endspurt beim geplanten Mainsteg zwischen Margetshöchheim und Veitshöchheim: Das Ende der Diskussion naht, die beiden Gemeinden wollen ihre letzte Chance nutzen,
um die Standortfrage zu klären. Vieles deutet darauf hin, dass dies bis Mitte April geschehen könnte. Mehr Zeit bleibt den Verantwortlichen auch nicht.
Denn das Wasserstraßenneubauamt (WNA) in Aschaffenburg hat unmissverständlich klar gemacht, dass es keine Fristverlängerung mehr geben wird. Das war bei der
letzten Großveranstaltung vor der Entscheidung zu spüren – das Interesse war groß. „So voll war es bei Bürgerversammlungen noch nie“, sagte ein Margetshöchheimer, der auch häufig bei
Gemeinderatssitzungen anzutreffen ist. Über 200 Bürger kamen am Dienstagabend in die Margarethenhalle.
Darüber freute sich Bürgermeister Waldemar Brohm. Es zeige, wie wichtig das Thema für die Gemeinde sei. Was die Zahl der Abstimmungen und des
Informationsaustausches angeht nimmt das Projekt eine Sonderstellung ein, betonte auch WNA-Leiterin Mareike Bodsch. Nichtsdestotrotz hat sich bei ihr der Eindruck gefestigt, dass „wir es trotzdem
nicht zu 100 Prozent erreicht haben, dass die Bürger umfangreich und ausreichend informiert sind.“ Sie war deshalb froh, dass so viele Margetshöchheimer gekommen waren. Gemeinsam mit ihren
Mitarbeitern und einem Vertreter des Architektenbüros stellte sie drei Varianten vor.
Zu Beginn der fast zweistündigen Veranstaltung gab Brohm eine kurze Chronologie der seit 2002 andauernden Diskussion. Der Mainsteg sei das meist diskutierte
Bauvorhaben in der Geschichte Margetshöchheims. „Es ist ein weiter Weg. Letztendlich haben beide Gemeinderäte eingesehen, dass jeder mit Kompromissen leben muss“, sagte er. Eine Alternative wäre
ein Abriss ohne Neubau.
Tatsächlich hatte das WNA unverblümt gedroht, das Verfahren zum ersatzlosen Abriss des alten Stegs anlaufen zu lassen, falls jetzt keine tragfähige Lösung
gefunden werden sollte.
Am Standort zwischen den Mainfrankensälen in Veitshöchheim und dem Sportplatz in Margetshöchheim seien die Planer auf die Wünsche nach einer filigranen und
leichten Brücke mit Rampen eingegangen, so die WNA-Chefin. Auf Wasserpfeiler wurde verzichtet. Vorgestellt wurden eine Hängebrücke mit einem Pylon (3,8 Millionen Euro Nettobaukosten), eine Brücke
mit zwei Pylonen (3,2 Millionen Euro Nettobaukosten) und eine Schrägseilbrücke mit einem Pylon (4,6 Millionen Euro Nettobaukosten).
Für manche Bürger sind die vorgestellten Varianten ein „Gräuel“. So wollte einer wissen, ob die Gemeinde bereits mit Grundstückseigentümern gesprochen habe, um
den Abgang ein bisschen schöner zu gestalten und ihn in Richtung Altort zu führen. Bürgermeister Brohm versicherte, dass dies alles zu gegebener Zeit geklärt werde.
Dass der Steg auch im Uferbereich mindestens 6,40 Meter hoch sein soll, halten einige im Publikum für unsinnig. WNA-Leiterin Bodsch entgegnete, dass dies der
neue Standard sei, den man akzeptieren müsse. An die Adresse derjenigen, die immer noch mit der Kompromisslösung hadern, sagte sie: „Es lässt sich leicht sagen – ich will keinen Steg –, wenn man
ihn nicht täglich oder ein bis zwei Mal in der Woche nutzen muss.“ Dafür enterte sie Applaus aus dem Publikum. Ein Mann sagte: „Ich bin froh und positiv überrascht, dass es nun eine machbare und
bezahlbare Lösung gibt.“
Laut Brohm werden voraussichtlich 85 Prozent des Stegs durch die öffentliche Hand finanziert, die restlichen 15 Prozent müssten beide Gemeinden
aufbringen.
Zum Schluss gab es aber auch noch mal scharfe Kritik: Die Gemeinderäte mussten sich anhören, dass die Veranstaltung nur eine Alibi-Funktion habe, da sich der
Gemeinderat bereits festgelegt habe. Diesen Vorwurf wies Brohm entschieden zurück. Das sei kein Schauspiel, der Gemeinderat habe lediglich eine Priorisierung vorgenommen. „Es gibt aber keinen
Beschluss hinsichtlich einer Variante. Um gegenläufige Beschlüsse zu vermeiden, wird sich deswegen der Gemeinderat am Montag, 4. April mit den Kollegen aus Veitshöchheim
zusammensetzen.“
Von MP-Mitarbeiter Gideon Zoryiku
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