Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog

Technikschüler der LWG planen als Seminararbeit die Neugestaltung des Veitshöchheimer Rathaushofes

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

BesichtigigungLWG-Kinzkofer.jpg

Einen vom Verschönerungsverein im Juli 2008 im Rahmen der Aktion „Veitshöchheim blüht auf“ eingebrachten Vorschlag zur Umgestaltung des Rathausinnenhofes griffen nun die Lehrkräfte Dr. Philipp Schönfeld und Andreas Schulte von der Staatlichen Technikerschule für Agrarwirtschaft Veitshöchheim, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, Klasse TL 2 auf.

Ihren in zwölf Gruppen eingeteilten Studierenden stellten sie die Übungs-Aufgabe, für die optische Aufwertung des Rathausinnenhofes mit seinen angrenzenden Platzflächen pro Gruppe einen Gestaltungs- und Pflanzplan zu erstellen.

BesichtigigungLWG-Kinzkofer.1jpg.jpg  BesichtigigungLWG-Kinzkofer2.jpg

Erfreut über diese Aktivität zeigte sich bei der ersten Ortseinsicht denn  auch Veitshöchheims Bürgermeister Rainer Kinzkofer mit den Worten: "Wir sind gespannt auf Ihre kreativen, hoffentlich auch finanzierbaren Vorschläge, die den Erwin-Vornberger-Platz optisch aufwerten und ihn für Nutzungen flexibler macht."

ausbauplan1986.jpg

Foto: Ausbauplan 1986 

rathaushofBlickKirche.jpg Rathausinnenhof 01 Rathausinnenhof 01a

Die letzte Umgestaltung erfolgte laut Bürgermeister 1988. Damals wurde vor allem er der vorhandene Brunnen durch Sprudler in der Fläche ersetzt und mit Sitzgruppen um die Sprudler in der Mitte des Platzes ausgestattet. Die daran anschließend erhöht angelegte Rasenfläche wirke zwar einladend und beruhigend, schränke aber die Nutzung vor allem bei den Wein- und Bierfesten der Vereine, beim Weihnachtsmarkt, der Maibaumaufstellung und der letzten Fuhre oder auch bei musikalischen Veranstaltungen ein.

„Es ist uns aufgefallen, dass der Rathausinnenhof in der Gestaltung zu wünschen übrig lässt und die praktische Nutzung nicht optimal ist.“ So hatte seinerzeit auch der Verschönerungsverein seinen Antrag begründet. Infolge dessen hatte denn auch die SPD-Fraktion zum nächsten Haushalt den Antrag gestellt, für die Umgestaltung des Erwin-Vornberger-Platzes Haushaltsmittel in entsprechender Höhe einzustellen, um mit der Maßnahme die Attraktivität und Nutzbarkeit des Platzes für Veranstaltungen zu verbessern.

Der Bürgermeister verwies bei der Ortseinsicht auf den geschichtlichen Hintergrund des Platzes hin. Die Baulichkeiten rund um den Platz dienten früher als Nebengebäude dem Schloss und ab 1902 war hier bis Ende der 60er Jahre die Bayerische Landesanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau mit Internat und Küchentrakt zu Hause. Heute sind hier neben Rathaus, Ratskeller, Arztpraxen im Mittelbau die Frühförderstelle untergebracht.

Rathausinnenhof 02Durchgang Ratskeller Hofgarten RatskellerAu-enbestuhlungsplan.jpg

Neben dem Erhalt der Bäume sollen die Studenten bei ihren planerischen Überlegungen auch die Sommerbestuhlung des Ratskellers und den Zugang zum Hofgarten am Ratskeller vorbei beachten.

Rathausinnenhof kirchplatzKirchstraße4Schulhof Rathausinnenhof kirchplatzKirchstraße1 Rathausinnenhof kirchplatzKirchstraße2 Rathausinnenhof kirchplatzKirchstraße3

Da sich in jüngster Zeit der Agenda21-Arbeitskreis dafür einsetzte, die Planung auch auf den Kirchplatz auszudehnen und die Kirchstraße am Wochenende für den Durchgangsverkehr zu sperren, stellte das Ortsoberhaupt den Studierenden anheim, sich als Diskussionsgrundlage auch darüber Gedanken zu machen, auch inwieweit durch gestalterische Maßnahmen die Verbesserung der Verkehrssicherheit des Eingangsbereichs zur Vitusschule beeinflussbar ist. Bus- und Anliegerverkehr müssten allerdings auch weiterhin möglich sein. Tangiert sei bei allen Planungen das Amt für Denkmalpflege und die Schlossverwaltung.

rathaushofBlickKirche Rathausinnenhof Ehrenmalplatz1 Rathausinnenhof Ehrenmalplatz2 Rathausinnenhof Ehrenmalplatz3

Die planerischen Überlegungen der Studierenden können aber auch den Ehrenmalplatz östlich der Vituskirche mit einbeziehen, da dessen Mauern zum Rathausinnenhof hin nicht historisch seien. Eine optische Aufweitung wäre hier laut Bürgermeister sicherlich von Vorteil, es sollte aber bei den jährlich einmal stattfindenden Gedenkveranstaltungen eine gewisse Geschlossenheit gegeben sein.

Vereinbart wurde schließlich, dass die Studenten ihre Arbeiten am Dienstag 06. März um 17:30 Uhr im Sitzungssaal vor dem Gemeinderat präsentieren. Alle Arbeiten sollen danach auch durch einen Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 Es obliegt dann dem Gemeinderat, einen Entwurf zu favorisieren.

Inwieweit die laut Bürgermeister wünschenswerte, sinnvolle und wegen der Plattenschäden auch notwendige Umsetzung einer Entwurfs-Planung auch machbar sei, hänge nicht zuletzt von der Finanzierbarkeit ab. Zu mindestens könne der favorisierte Entwurf als gedankliches Zukunftsprojekt dienen.

 

 

Projektbeschreibung Entwurf/ Pflanzplanung Rathausplatz Veitshöchheim 

Aufgabenstellung: Umgestaltung des Rathaushofes 

  • Der Rathausinnenhof in Veitshöchheim soll mit seinen angrenzenden Platzflächen zur Kirche und zur Kirchstraße umgestaltet werden. Die Kirchstraße soll entsprechend dem Vorschlag des Agenda 212-Arbeitskreises zukünftig ggf. am Wochenende in der Ortsmitte für den Durchgangsverkehr gesperrt werden (versenkbare Poller), so dass hier auch eine Ausweitung des Platzes denkbar wäre.
  • Dabei sind funktionale Gegebenheiten wie Eingänge, Feuerwehrzufahrt, Außenbestuhlung ebenso zu berücksichtigen wie die multifunktionale Nutzung (z.B. Weihnachtsmarkt, etc….) bzw. Verkehrsleitung (Kirchstraße)
  • Möglichkeiten, die im Vorfeld kommuniziert wurden: Niveauanhebung des ganzen Geländes, ggf. Versetzen/ Schleifen der Mauer zum Ehrenmal seitlich der Kirche, Anbindung des Innenhofes an umgebende Flächen z.B. durch Verwendung gleichen Materials.

Bei den gestalterischen Überlegungen zu beachten:

  • die bedeutsamen Gebäude von Rathaus und Kirche (Barock- Epoche) 
  • das bestehende Maibaumfundament ist in die Neuplanung zu integrieren
  • der Brunnenschacht des vorhandenen Brunnens soll erhalten bleiben
  • die drei vorhandenen Bäume (2 Catalpa bignonioides, 1 Tilia sp.) möglichst integrieren
  • der derzeitige Belag muss nicht wiederverwendet werden. Die Betonplatten haben sich im Laufe der Jahre ungleichmäßig gesetzt, so dass z.Z. erhebliche Stolpergefahr besteht
  • Leitungen/ Kanalisation parallel zum Rathaus muss bestehen bleiben
  • Feuerwehrzufahrt und die Befahrbarkeit mit LKW berücksichtigen
  • mindestens 3 (von 5 bestehenden) Fahnenmasten müssen in der Nähe des Rathauses eingeplant werden
  • Bestuhlung des Ratskellers (80 Sitzplätze) ist einzuplanen, dabei ist ein mind. 3 m breiter Durchgang zum Hofgarten freizuhalten
  • Versorgungselemente für den Platz möglichst unterirdisch einplanen (z.B. Senkhydranten)
  • ruhigen Bereich für vorhandene Gedenkstätte einplanen

Vorgaben zum Planentwurf:

Auswahl eines Vorentwurfs von jeder Gruppe und Erarbeiten eines kolorierten Entwurfsplan im M 1:100mit ausführlichen Angaben zu:

  • Funktionen einer Fläche
  • geplanten Materialien und Elementen
  • evtl. erforderlichen Absperrungen/Geländern/Pollern/Masten
  • bestehenden bzw. zu erhaltenden Elementen
  • allen wichtigen Höhen (!) und Gefälle bzgl. Entwässerung
  • Bäume und andere Gehölze mit deutscher und botanischer Bezeichnung anzugeben
  • Entwässerungseinrichtungen
  • Beleuchtung
  • Entsorgung (Mülleimer)

Erläuterung:

  • Kurz und prägnant das Thema des Entwurf und Herstellung eines Bezusg zur gestalterischen Umsetzung.
  • Zeichnen pro Gruppenmitglied einer Perspektive oder einen “Entwurfsschnitt“ in geeignetem Maßstab und mit Kolorierung

Pflanzplan (Herr Dr. Schönfeld)

  • Auf der Grundlage des Entwurfs pro Gruppenmitglied ein Pflanzplan im M 1:50 unter Beachtung der Lebensbereiche und des Entwurfsthemas zu erstellen.
  • Erläuterung und begründen der Pflanzenauswahl und der Pflanzplanung, bezogen auf die Gestaltungsabsichten des Entwurfs.
  • Fertigen einer Pflanzenbestellliste

Präsentation vor Gemeinderat

Dienstag 06. März 2012, 17:30 Uhr im Sitzungssaal

  • Verarbeiten der Pläne und Bilder zu einer Powerpoint-Präsentation
  • Aufhängen der  Entwurfspläne
  • Präsentationszeit sollte ca. 6 Minuten pro Entwurf nicht überschreiten.
  • Jedes Gruppenmitglied soll einen Teil der Präsentation übernehmen
  • Erläuterung der Entwurfsprinzipien und Gestaltungsabsichten
  • Dabei den (kolorierten) Entwurfsplan und ggf. Ausschnitte aus dem Entwurfsplan verwenden, um besondere Details deutlich zu machen
  • verwenden von Perspektiven/ Schnitte und Fotos (anderer Gestaltungen), die den Charakter des Entwurfs deutlich machen.
  • Grundzüge und Charakter der Bepflanzung können (als Bildbeispiel) mit einzelnen Leitarten herausgearbeitet werden

Öffentliche Ausstellung

Alle Arbeiten sollen dann auch durch einen Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Es obliegt dann dem Gemeinderat, einen Entwurf zu favorisieren.

Inwieweit eine wünschenswerte, sinnvolle und wegen der Plattenschäden auch notwendige Umsetzung einer Entwurfs-Planung auch machbar ist, hängt laut Bürgerrmeister nicht zuletzt von der Finanzierbarkeit ab. Zumindestens diene der favorisierte Entwurf als gedankliches Schubladenprojekt.

 

 

 

Kommentiere diesen Post