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5. Veitshöchheimer Sommerkonzert: Gragnani Trio verzauberte mit Stücken von Rossini bis Piazolla

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Gragnani Trio 02 

Traumhafte kammermusikalische Leckerbissen mit Raritäten des 18. und 19. Jahrhunderts servierte das Gragnani Trio den 50 begeisterten Zuhörern  75 Minuten lang beim fünften diesjährigen Sommerkonzert der Gemeinde. Der Bogen des sehr abwechslungsreichen Konzertprogramms spannte sich außerdem  zu virtuoser spanischer bis hin zu südamerikanischer Musik aus neuerer Zeit . Es war wie geschaffen für die tolle Akustik der barocken Vituskirche, in der statt im Synagogenhof das Konzert witterungsbedingt über die Bühne ging.

Egal ob im Trio oder im  wechselnden Duospiel,  stets begeisterten die drei mit internationalen Preisen ausgezeichneten Solisten Thomas Richter (Querflöte), Anna Balzer-Tarnawska (Violine) und Karin Scholz (Gitarre) durch exzellente Virtuosität, traumhaftes wie klangsinnliches Zusammenspiel und Interpretationen voller Poesie und geschliffener Eleganz. Die ausgewählten Stücke stellten zugleich auch eindrucksvoll die Tauglichkeit der Gitarre als kammermusikalisches Instrument unter Beweis.

Gragnani Trio 03

So erntete das unter anderem im Hessischen Staatstheaterorchester in Wiesbaden engagierte Trio bereits zu Beginn für die jubilierende Ouvertüre der Oper "Der Barbier von Sevilla" des italienischen Klangvirtuosen Gioacchino Rossini stürmischen Applaus.

Gragnani Trio Duo Balzer Scholz Gragnani Trio Duo Balzer Scholz1 Gragnani Trio Duo Balzer Scholz2

Etwas ruhiger ging es dann zu, als anschließend  Scholz und Balzer-Tarnawska voller Hingabe die Centone di Sonate für Gitarre und Geige von Nicoló Paganini erklingen ließen.

Gragnani Trio Scholz 2

Als Kontrast dazu glänzte Karin Scholz solistisch, die höchst virtuos die melancholische Gitarrenmusik des Spaniers Fernando Sor und dessen Variationen op.9 über „Das klinget so herrlich“ aus Mozart’s Zauberflöte interpretierte.     

Neben Originalliteratur faszinierten die Gragnanis die Gäste natürlich auch mit ihrer in der Fachpresse hochgelobten Welt-Ersteinspielung auf CD der Trios von Joseph Kreutzer (1790-1840), dem Konzertmeister und Kapellmeister des Düsseldorfer Tonhalle-Orchesters.  In zweijähriger Recherchearbeit hatten sie in den Bibliotheken von Graz, Rotterdam und Washington Kreutzers in den bürgerlichen Salons der damaligen Zeit gespielte Hausmusik zusammengetragen. Aus diesem für die Kammermusik mit Gitarre wichtigen Tondokument spielte das Ensemble die drei stimmungsvollen Sätze Allegro, Dante und Rondo. Die Gitarristin belebte die Stücke mit differenzierter Anschlagstechnik und einem warmen nuancenreichen Klang. Neben dem Flötisten profilierte sich auch die Geigerin durch ihren schönen Ton.

Ganz andere Töne offenbarte die für das Ballett prädestinierte und vom Flamenco inspirierte Musik des andalusischen Komponisten Manuel de Falla (1876-1946). Zunächst war dessen fast schwermütige Romance del Pescado und dann die temperamentvolle und mitreißende Danza No.1 aus der Oper "La vida breve" zu hören.

Gragnani Trio DuoRichter Scholz

Im Duett von Querflöte und Gitarre glänzten Richter und Scholz mit drei flotten Volkstänzen des ungarischen Komponisten Béla Bartók (1881-1945).

Als krönenden Abschluss servierte das Trio in exzellenter Weise und in vollendeter Harmonie die modernen, mit neuen Rhythmen versehenen Stücke Fuga y misterio und Chiquilin de Bachin sowie das traumhafte  Libertango des  argentinischen Tangokönigs Astor Piazzolla (1921-1992).

Das stürmisch applaudierende Publikum entließ das Ensemble nicht ohne  Zugabe. Es spielte noch einen  "Tango Vals" als argentinische Antwort auf den Wiener Walzer.

 

Das Trio:   

 Gragnani Trio Balzer 1 Gragnani Trio Balzer 2 Gragnani Trio Balzer 3 

Anna Tarnawska (Violine) ist Stimmführerin der ersten Violinen im Hessischen Staatstheaterorchester Wiesbaden.

Gragnani Trio Richter

Thomas Richter (Querflöte) spielt ebenfalls im Hessischen Staatstheaterorchester Wiesbaden und ist seit 1993 Dozent am Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz. Darüber hinaus ist er seit 1997 ständiges Mitglied im Orchester der Bayreuther Festspiele.

Gragnani Trio Scholz 1

Karin Scholz (Gitarre) konzertiert in ganz Europa, Japan und dem mittleren Osten. Als ständige Aushilfe spielte sie am Staatstheater Stuttgart, beim Radiosymphonieorchester Stuttgart, sowie am Staatstheater Wiesbaden.

Alle drei sind in weiteren Kammermusikgruppen Mitglied.

 

Nächstes Sommer-Konzert mit Jazz4Fun am 2. September, 18.00 Uhr im Synagogenhof

mit Mike Herbert (Saxophone), Stefan Hetzel (Piano), Georg Kolb (E-Bass) und Jörg Meister (Schlagzeug)

© Dieter Gürz

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