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Modellhaftes Drei-Millionen-Euro-Projekt im Veitshöchheimer BFW zur Integration langzeit-arbeitsloser Blinder und Sehbehinderter ins Arbeitsleben gestartet

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

 Aus ganz Deutschland angereist waren an Aschermittwoch zum Start des Projektes AKTILA-BS im federführenden BFW Würzburg in Veitshöcheim  v.l.n.r. Monika Weigand (Telecoach und Projektleiterin, BFW Würzburg), André Kunning (BFW Halle/Saale), Niels Reith (Geschäftsführer BFW-Bundesverband, Berlin), Andrea Bartsch und Thorsten Letsche (Nikolauspflege Stiftung BISS, Stuttgart), Gregor Olszewski (BFW-Rehabilitand und Best-Practise-Beispiel), Paul Lehrieder (MdB), Christoph Wutz (Geschäftsführer BFW Würzburg), Kerstin Kölzner (Geschäftsführerin BFW Halle/Saale), Willy Willeke (Direktor Deutsche Rentenversicherung Nordbayern, Würzburg), Susanne Beckenkamp (BFW Düren), Klaus Winger (Geschäftsführer DVBS, Marburg), Arsen Abajyan (Amtsrat, Bundesministerium Arbeit und Soziales - BMAS, Bonn), Ute Mölter (Leiterin Reha-Beratungszentrum Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. - blista, Marburg), Dr. Heinz-Willi Bach (Vorstandsmitglied DVBS, Marburg), Jörn Sommer (Bereichsleiter des Instituts InterVal GmbH, Berlin, das das Projekt wissenschaftlich begleitet) .

Aus ganz Deutschland angereist waren an Aschermittwoch zum Start des Projektes AKTILA-BS im federführenden BFW Würzburg in Veitshöcheim v.l.n.r. Monika Weigand (Telecoach und Projektleiterin, BFW Würzburg), André Kunning (BFW Halle/Saale), Niels Reith (Geschäftsführer BFW-Bundesverband, Berlin), Andrea Bartsch und Thorsten Letsche (Nikolauspflege Stiftung BISS, Stuttgart), Gregor Olszewski (BFW-Rehabilitand und Best-Practise-Beispiel), Paul Lehrieder (MdB), Christoph Wutz (Geschäftsführer BFW Würzburg), Kerstin Kölzner (Geschäftsführerin BFW Halle/Saale), Willy Willeke (Direktor Deutsche Rentenversicherung Nordbayern, Würzburg), Susanne Beckenkamp (BFW Düren), Klaus Winger (Geschäftsführer DVBS, Marburg), Arsen Abajyan (Amtsrat, Bundesministerium Arbeit und Soziales - BMAS, Bonn), Ute Mölter (Leiterin Reha-Beratungszentrum Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. - blista, Marburg), Dr. Heinz-Willi Bach (Vorstandsmitglied DVBS, Marburg), Jörn Sommer (Bereichsleiter des Instituts InterVal GmbH, Berlin, das das Projekt wissenschaftlich begleitet) .

Christoph Wutz Rede"Gemeinsam feiern wir heute am 1. März den Start des  Projektes Aktila-BS, mit dem wir einen hoffentlich wichtigen Beitrag leisten werden zur Aktivierung und Integration langzeitarbeitsloser und sehbehinderter Menschen." Mit diesen Worten begrüßte Geschäftsführer Christoph Wutz vom BFW Würzburg in Veitshöchheim die aus ganz Deutschland als Förderer oder Unterstützer, Mitinitiatior oder Partner des Vorhabens angereisten Gäste. AKTILA-BS  ist die Abkürzung für Aktivierung und Integration langzeit-arbeitsloser Blinder und Sehbehinderter.

Besonders freute sich Wutz auch über das Kommen von MdB Paul Lehrieder, der dadurch in beeindruckender Weise zeige, wie wichtig die Arbeit und das Ziel des Projektes sei.

Als Kooperationspartner begrüßte Wutz weiter neben den Projekt-Teilnehmern auf dem Start-Foto  von der Agentur für Arbeit  Peter Müller aus Würzburg Peter Haas von  der Regionaldirektion Nürnberg, vom Jobcenter des Landkreises Würzburg Thomas Huppmann und Manfred Kothe, die Leiterin der IFD Integrationsfachdienst Würzburg GmbH Eva Klässer und aus Köln vom Integrationsamt des Landschaftsverbandes Rhein Michael Henkel.
 

Modellhaftes Drei-Millionen-Euro-Projekt im Veitshöchheimer BFW zur Integration langzeit-arbeitsloser Blinder  und Sehbehinderter ins Arbeitsleben gestartet

Der Geschäftsführer des BFW Würzburg, dem die Federführung des Projektes AKTILA-BS übertragen wurde, dankte allen Gästen, dass sie sich mit seinem Haus gemeinsam auf den Weg machen, dieses vom BMAS mit drei Millionen Euro geförderte Vorhaben in den nächsten drei Jahren zu stemmen. Bis zuletzt sei er noch "auf Kohle gesessen", denn erst ein Tag vor dem Projektstart sei aus Bonn die Bewilligung eingegangen.

Wie Wutz erläuterte, hat es sich AKTILA-BS zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, warum trotz einer in der Gesamtschau hervorragenden Wirtschaftslage in Deutschland und einer nun seit über Jahre hinweg sich gut entwickelnden Beschäftigungssituation, die Arbeitslosigkeit bei schwerbehinderten Menschen zumindest nicht im gleichen Maße rückgängig ist wie sonst im Arbeitsmarkt und speziell im zu untersuchenden Segment blinder bzw. sehbehinderter arbeitsloser Menschen bestenfalls stagniert.

Das Projekt soll Antwort auf die Frage finden, woran das liegt, etwa an deren Ausbildung und Qualifikation sowie ihrer Motivation oder an den Angeboten der Leistungsträger.

 

Arsen AbajyanDas Wort ergriff auch Amtsrat Arsen Abajyan aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Bonn. Er hatte statistische Zahlen mitgebracht, die nach seinen Worten Mut machen. So hätten 2014 an die 1.014.000 Schwerbehinderte eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt, das seien 42 Prozent mehr als 2002. Die Beschäftigungsquote sei so im gleichen Zeitraum von 3,8 auf 4,7 Prozent gestiegen, die Zahl der Betriebe, die keinen Schwerbehinderten beschäftigen, von 58.000 auf 39.000 im Jahr 2014 gesunken. Gleichwohl bestehe noch erhebliches Verbesserungspotential.

Nach den Worten von Abajyan sei es erschreckend, dass 40 Prozent der Kleinstunternehmer noch nichts von beruflicher Reha gehört haben.

Das Vorhaben AKTILA-BS stufte er nicht zuletzt durch das breite Netzwerk als ein überaus gutes und begrüßenswertes Projekt ganz im Sinne des neuen Bundesteilhabegesetzes ein. In der Erwartung, neue Impulse und Instrumentarien zur Integration blinder und sehbehinderter Langzeitarbeitsloser zu bekommen, habe so auch der BMAS-Beirat einstimmig seine Zusage zur Förderung erteilt.

Projektleiterin Monika WeigandMonika Weigand Vortrrag stellte dann das Projekt konkreter vor. Sie nannte als erstes Teilziel des Projektes eine IST-Analyse der Vermittlungshemmnisse mit offener, kreativer und individueller Datenerhebung und -auswertung in allen Zielgruppen wie Betroffene, Vermittlungsstellen und Arbeitgeber. 

Zweites Teilziel sei dann in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern und dem Projektbeirat  die Erstellung eines Leitfadens zur Durchführung von Aktivierungsmaßnahmen.

Als Ergebnis des Projektes haben sich die Beteiligten unter anderem die die erfolgreiche Integration von etwa 40 blinden/sehbehinderten Menschen in den Arbeitsmarkt gesetzt.

(Weigands-Projekt-Präsentation der Arbeitsfolien untenstehend)

Gregor OlszewskiAls Best-Practise-Beispiel hatte Weigand Gregor Olszewski eingeladen, der von 2001 bis vor zwei Wochen Langzeitarbeitsloser war. Dieser schilderte in einem kurzen Interview mit BFW-Marketing-Fachfrau Irene Girschner  seine Erfahrungen aus der Sicht eines Betroffenen.

Wie er sagte, kann er Auto fahren, hat aber große Sehprobleme beispielsweise am Bildschirmmonitor, weil er alles doppelt sieht. Deshalb und weil psychische Probleme hinzukamen verlor der in Schwanheim bei Frankfurt wohnhafte 41jährige seinen Job als gelernter Altenpfleger und war deshalb lange Zeit nicht vermittelbar und ohne Selbstvertrauen. Er verbrachte seine Zeit damit, in dem er bei der Bahnhofsmission u.a. alleinreisende Kinder zu den Zügen begleitete.  Der Rentenversicherungsträger riet ihm schließlich 2011 zur Umschulung. Nach Stationen in den BFWs in Saarbrücken und Frankfurt fragte er schließlich 2013 aufgrund seiner Augenprobleme durch eigenes Engagement im BFW in Veitshöchheim nach. Nach zweiwöchigem Assessment lernte er in der Grundreha die Blindenschrift und während seiner Umschulung auch Englisch.
 

Olszweski im Interview mit GirschnerFreudestrahlend und mit neuem Selbstbewusstsein ausgestattet, konnte Olszewski nun bei der Aktila-Projektstart-Feier im BFW verkünden, dass er vor 14 Tagen aufgrund seiner Bewerbung im November 2016 die Zusage für eine berufliche Anstellung als Bodensteward bei der Lufthansa im Frankfurter Flughafen bekam, nur wenige Kilometer von seinem Wohnort entfernt.

Am 6. März 2017 sei nun sein erster Arbeitstag. Zugutegekommen sei ihm während seiner Zeit im BFW Würzburg neben der Motivation und dem Selbstbewusstsein, die er hier gelernt habe, besonders das Bewerbungstraining und das Englisch-Zertifikat, denn ohne dieses hätte er seinen neuen Job in Frankfurt als Begleiter von Reisenden nicht bekommen.

Projektpräsentation von Monika Weigand:

 

 

Modellhaftes Drei-Millionen-Euro-Projekt im Veitshöchheimer BFW zur Integration langzeit-arbeitsloser Blinder  und Sehbehinderter ins Arbeitsleben gestartet
Modellhaftes Drei-Millionen-Euro-Projekt im Veitshöchheimer BFW zur Integration langzeit-arbeitsloser Blinder  und Sehbehinderter ins Arbeitsleben gestartet
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