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Ergänzt um Livemusik in der NUK - Welle der Hilfsbereitschaft in Veitshöchheim für rund 300 Asylsuchende in der Kasernen-Notunterkunft - U.a. gemeinsames Häkeln - 140 Bürger engagieren sich in vier Arbeitskreisen

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Dicht umringt sind die gemeindliche Kulturreferentin Dr. Martina Edelmann  (re.) und die Veitshöchheimer Dolmetscherin Hayet Jaziri (2.v.l.) von Flüchtlingsfrauen, als Edelmann neue Wolle in die Notunterkunft bringt.
Dicht umringt sind die gemeindliche Kulturreferentin Dr. Martina Edelmann  (re.) und die Veitshöchheimer Dolmetscherin Hayet Jaziri (2.v.l.) von Flüchtlingsfrauen, als Edelmann neue Wolle in die Notunterkunft bringt.

Dicht umringt sind die gemeindliche Kulturreferentin Dr. Martina Edelmann (re.) und die Veitshöchheimer Dolmetscherin Hayet Jaziri (2.v.l.) von Flüchtlingsfrauen, als Edelmann neue Wolle in die Notunterkunft bringt.

Die Veitshöchheimerinnen Anita Ruhwedel (erstes Foto)  und Gerdi Möller häkeln und stricken voller Begeisterung mit Flüchtlingsfrauen.
Die Veitshöchheimerinnen Anita Ruhwedel (erstes Foto)  und Gerdi Möller häkeln und stricken voller Begeisterung mit Flüchtlingsfrauen.

Die Veitshöchheimerinnen Anita Ruhwedel (erstes Foto) und Gerdi Möller häkeln und stricken voller Begeisterung mit Flüchtlingsfrauen.

Bericht von der Handarbeitsgruppe

"Die leuchtenden, dankbaren Augen der Frauen und sogar ein junger Mann, die häkelten und strickten werden wir alle nie vergessen!" erzählt zutiefst beeindruckt die Veitshöchheimerin Anita Ruhwedel von ihrem ersten Besuch in der Notunterkunft Kaserne (NUK) am 11. November. Begonnen hatte es damit, dass die Hobbykünstlerin Kleidung in der “Rewe“-Sammelstelle abgab und dabei zwei Säcke mit Wolle sah. Sofort war sie Feuer und Flamme, als ihr die gemeindliche Flüchtlings-Koordinatorin Dr. Martina Edelmann vorschlug, für und mit den Flüchtlingen warme Mützen und Stirnbänder zu häkeln.

Über Nacht konnte sie Gerdi Möller, Rita Wunderlich und Sigrid Then gewinnen, mit Wolle, Strick- und Häkelnadeln in die NUK zu gehen. Es dauerte nicht lange, da waren die Wolle und die gespendeten Häkel- und Stricknadeln verteilt. Jede der Frauen probierte, was ging oder was nicht ging. Besonders begehrt waren Häkelnadeln zum Mützenhäkeln.

Ruhwedel: "Wir beschlossen, einen Abend pro Woche zu kommen, wenn wir Wolle und Häkelnadeln gespendet bekommen." Sie habe das in ihrem Freundeskreis verbreitet und spontan Wolle, Strick-und Häkelnadeln bekommen und sogar eine größere Einzelspende zum Kauf von dicker Wolle, die grade jetzt im Winter sehr begehrt sei.

Es habe sich gezeigt, so Ruhwedel, dass die interessierten Frauen sehr begabt und so dankbar sind, dass sie ihnen auch Wolle mitgeben, um in der Zeit bis zum nächsten Treffen sich sinnvoll beschäftigen zu können. Inzwischen hätten einige auch begonnen, Stulpen zu häkeln.

Die Verständigung habe anfangs so einigermaßen geklappt mit dem Zeigen von Mustermützen, Bildern, Vorlagen in Häkelschrift, Learning by doing und Englisch, das einige können.

Die aus Tunesien stammende Hayet Jaziri (in Lederjacke) hat keinerlei Sprachprobleme mit den arabisch sprechenden Flüchtlingen. Sie wohnt schon seit 34 Jahren in Veitshöchheim. Im Ort bekannt ist sie durch ihre vielen Teilnahmen auf Hobbykunstmärkten durch ihren handgefertigten Schmuck mit Perlen.
Die aus Tunesien stammende Hayet Jaziri (in Lederjacke) hat keinerlei Sprachprobleme mit den arabisch sprechenden Flüchtlingen. Sie wohnt schon seit 34 Jahren in Veitshöchheim. Im Ort bekannt ist sie durch ihre vielen Teilnahmen auf Hobbykunstmärkten durch ihren handgefertigten Schmuck mit Perlen.
Die aus Tunesien stammende Hayet Jaziri (in Lederjacke) hat keinerlei Sprachprobleme mit den arabisch sprechenden Flüchtlingen. Sie wohnt schon seit 34 Jahren in Veitshöchheim. Im Ort bekannt ist sie durch ihre vielen Teilnahmen auf Hobbykunstmärkten durch ihren handgefertigten Schmuck mit Perlen.

Die aus Tunesien stammende Hayet Jaziri (in Lederjacke) hat keinerlei Sprachprobleme mit den arabisch sprechenden Flüchtlingen. Sie wohnt schon seit 34 Jahren in Veitshöchheim. Im Ort bekannt ist sie durch ihre vielen Teilnahmen auf Hobbykunstmärkten durch ihren handgefertigten Schmuck mit Perlen.

Ein totaler Gewinn für die Häkelrunde war, als Anita Ruhwedel die aus Tunesien stammende Hayet Jaziri zum Mitmachen animieren konnte, denn die lebenslustige Häkelkünstlerin spricht arabisch. Es gesellten sich zuletzt noch Britt Schmidt, Christine Fischer und Alexandra Hartmann zu der Handarbeitsgruppe, so dass Ruhwedel zuletzt mit insgesamt zehn Frauen in der NUK war.

Auch eine blinde Asylsuchende ist im Häkelkreis dabei (Einzelfoto).
Auch eine blinde Asylsuchende ist im Häkelkreis dabei (Einzelfoto).
Auch eine blinde Asylsuchende ist im Häkelkreis dabei (Einzelfoto).
Auch eine blinde Asylsuchende ist im Häkelkreis dabei (Einzelfoto).
Auch eine blinde Asylsuchende ist im Häkelkreis dabei (Einzelfoto).
Auch eine blinde Asylsuchende ist im Häkelkreis dabei (Einzelfoto).

Auch eine blinde Asylsuchende ist im Häkelkreis dabei (Einzelfoto).

Es hat sich gezeigt, dass die Frauen entspannter handarbeiten, wenn ihre Kinder betreut werden. Anita Ruhwedel konnte dafür Doris Lutz, Annette Tiller und deren Mutter Rita Kaupert gewinnen.
Es hat sich gezeigt, dass die Frauen entspannter handarbeiten, wenn ihre Kinder betreut werden. Anita Ruhwedel konnte dafür Doris Lutz, Annette Tiller und deren Mutter Rita Kaupert gewinnen.
Es hat sich gezeigt, dass die Frauen entspannter handarbeiten, wenn ihre Kinder betreut werden. Anita Ruhwedel konnte dafür Doris Lutz, Annette Tiller und deren Mutter Rita Kaupert gewinnen.
Es hat sich gezeigt, dass die Frauen entspannter handarbeiten, wenn ihre Kinder betreut werden. Anita Ruhwedel konnte dafür Doris Lutz, Annette Tiller und deren Mutter Rita Kaupert gewinnen.

Es hat sich gezeigt, dass die Frauen entspannter handarbeiten, wenn ihre Kinder betreut werden. Anita Ruhwedel konnte dafür Doris Lutz, Annette Tiller und deren Mutter Rita Kaupert gewinnen.

Sprachunterricht

Laut Ulrich Birkhold, Ansprechpartner des Arbeitskreises Sprache, läuft es inzwischen recht gut beim Sprachunterricht, wenn auch nicht kalkulierbar.

So werde regelmäßig montags bis mittwochs in den Räumen der Kuratie und donnerstags und freitags in der Turngemeinde jeweils von 14.00 bis 16.00 Uhr Unterricht angeboten. Nach seinen Angaben kommen zwischen 15 und 30 Schüler mit sehr unterschiedlichem Kenntnisstand von Analphabeten bis gut englisch Sprechenden.

Dank einer großen " Lehrer"-Zahl (insgesamt sind zurzeit an die 30 im Einsatz) könnten kleine Gruppen gebildet werden. Die Fluktuation sei jedoch sehr groß.

Die Schüler seien aber mit großem Eifer dabei. Kinder kämen leider nicht so viele. Sie werden separat betreut. Das liege wohl an der Entfernung und den schlechten Wegverhältnissen. Wünschenswert wären Räumlichkeiten vor Ort.

Am Montag beginne ein von der Bundesagentur für Arbeit geförderter und vom Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte durchgeführter Deutschkurs über 320 Stunden in acht Wochen. Die 75 zur Verfügung stehenden Plätze waren, so Birkhold, in kürzester Zeit ausgebucht.

Einzelschicksale

Erst neu von Schweinfurt nach hier verlegt wurde die 14jährige Afghanin Hamideh. Sie flüchtete vor fünf Monaten mit Mutter und Schwester aus Kundus über den Iran und die Türkei, per Schlauchboot über Samos nach Griechenland und kam vor drei Monaten über die Balkanroute in Deutschland an. Voller Stolz zeigt Hamideh auf ihrem Tablet Fotos von den einzelnen Stationen ihrer gefährlichen Flucht, die sie unbeschadet und offenbar ohne Trauma überstanden hat. Sie ist eifrig dabei, deutsch zu lernen.

Gefährlich verlief auch für die Syrerin Samara die Flucht nach Deutschland. Sie setzte Anfang August über die Türkei kommend mit ihrer Schwester, ihren Mann und ihre Kinder in Damaskus zurücklassend, mit einem sechs Meter langen Plastik-Schlauchboot, zusammengepfercht mit 60 anderen Flüchtlingen, auf die Insel Samos über. Über Griechenland gelangte sie dann auf der Balkanroute nach Deutschland, wo sie zunächst vier Wochen in Schweinfurt und schon seit acht Wochen in der Veitshöchheimer NUK auf ihre Asylbearbeitung wartet. In Syrien war sie als Grundschul-Lehrerin tätig, sie würde hier in Deutschland gerne eine Arbeit als Köchin annehmen.

Organisatorisches

Zwei Monate ist es nun her, dass die Regierung von Unterfranken in der Veitshöchheimer Kaserne zwei auf Würzburger Gemarkung liegende beheizbare Hallen als Notunterkunft für Flüchtinge einrichtete. Der auf Würzburger Gemarkung liegende Hallenbereich wurde durch einen Zaun vom übrigen Kasernenbereich abgetrennt.

Zurzeit sind 292 Asylsuchende in der Balthasar-Neumann-Kaserne untergebracht. Davon sind 235 aus Syrien, 43 aus Afghanistan, zehn aus der Ukraine, drei Staatenlose und ein Iraker. Anwesend sind 70 Frauen und 222 Männer, darunter 58 Kinder bis 14 Jahre.

Die für insgesamt 500 Asylsuchende Platz bietende Notunterkunft steht ausschließlich unter Verantwortung der Regierung von Unterfranken. Mit der Verwaltung hat die Regierung den reaktivierten Beamten Helmuth Gerbig beauftragt, ehrenamtlich Vorsitzender des VdK-Kreisverbandes Würzburg.

Obwohl weder die Gemeinde Veitshöchheim noch die Stadt Würzburg zuständig sind, bot die Gemeinde Veitshöchheim im Sinne einer guten Nachbarschaft und einer sozialen Verantwortung ihre Hilfe an.

Bürgermeister Jürgen Götz übertrug Dr. Martina Edelmann vom gemeindlichen Kulturamt die Koordination von Hilfsangeboten und der inzwischen schon 140 ehrenamtlichen Helfer, die sich aufgrund eines Aufrufes der Gemeinde meldeten. Sie sind in vier Arbeitsgruppen aktiv. Unterstützung leisten auch Bundeswehr, Pfarrgemeinden , Turngemeinde, Feuerwehr, Schulen, Nachbarschaftshilfe, Gymnasium und das BFW.

Folgende Helferkreise freuen sich auch immer über neue Mitglieder:

  • Helferkreis Fahrdienst (Ansprechpartnerin Ingrid Schinagl)
  • Helferkreis Sprache (Ansprechpartner Ulrich Birkhold)
  • Helferkreis Sachspenden (Ansprechpartnerin Annette Dux)
  • Helferkreis Freizeit/Kinder (Ansprechpartnerin Jumane Abdulwahied)

Die Ansprechpartner sind erreichbar per E-Mail: wirhelfen@veitshoechheim.de

Regierungsbeauftragter Helmuth Gerbig zeigte sich auf Nachfrage begeistert von der exzellenten Hilfsbereitschaft und den Aktivitäten der Veitshöchheimer. Er sei dankbar für jede Hilfe und Unterstützung und sei ständig bestrebt, die Wohnbedingungen für die Asylsuchenden zu verbessern.

So gebe es in der Zeit von 8 bis 13 Uhr ein Frühstücksbuffet, wo sich jeder bedienen könne. Für das Abendessen ab 17 Uhr durch den Caterer prüfe er derzeit, ob er drei in der Unterkunft anwesende syrische Köche einsetzen könne, um die Essen für die orientalischen Gäste schmackhafter zu machen. Selber kochen, wie von vielen gewünscht, sei aufgrund der großen Anzahl der Flüchtlinge leider nicht machbar.

Aber die Bundeswehr habe vor, einen Grillplatz im Außenbereich zu bauen, so dass die Asylsuchenden bei entsprechender Witterung selber ihre bevorzugten Grillgerichte zubereiten können.

Weihnachtsfeier für Kinder in der NUK - ein besonderes Erlebnis!

Viele ehrenamtlichen Helfer kamen mit Lebkuchen, Plätzchen und vor allem mit Päckchen für Jungs und Mädchen verschiedener Altersstufen. Zuerst wurde gezaubert mit dem Zauberer Zappalot (Christian Perleth), danach zeigten die jungen Artisten vom Jugendcircus FIAMMA ihre akrobatischen Übungen. Danach ging es ans Päckchenverteilen - nicht einfach, weil man auf einmal nur noch hochgereckte Hände sah. Zum Päckchen gab es dann noch einen Kulturbeutel, in dem Zahnbürste, Zahnpasta und eine Zahnputzuhr verpackt waren. Hoffentlich wird es von allen auch dementsprechend genutzt...! Danke an die Regierung von Unterfranken, die für jedes Kind einen Geldbetrag zur verfügung stellte, um diese Kulturtaschen samt Inhalt zu kaufen.

Alle, die bei der Feier dabei waren, so auch der Bürgermeister von Veitshöchheim oder Vertreter der Regierung von Unterfranken, erlebten einen fröhlichen, ausgelassenen Nachmittag.

Quelle: Bericht auf "Veitshöchheim hilft"

Auch das Gymnasium hilft - Adventsfest für Flüchtlinge am 18.Dezember

Rund 100 Flüchtlingskinder und ihre Eltern aus der NUK werden in der Schule empfangen zu einem weihnachtlichen Buffet und verschiedenen Workshop-Angeboten. Wie die Schulleitung ankündigt, wird es ein großes Gemeinschaftsprojekt von Lehrkräften, AK Schule ohne Rassismus, SMV und Elternbeirat.

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