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Brigitte und Georg Schmidt feierten im Veitshöchheimer Caritas-Heim Sankt Hedwig Diamantene Hochzeit

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Brigitte und Georg Schmidt feierten im Veitshöchheimer Caritas-Heim Sankt Hedwig Diamantene HochzeitBrigitte und Georg Schmidt feierten im Veitshöchheimer Caritas-Heim Sankt Hedwig Diamantene Hochzeit

Das Schachspielen ist die Lieblingsbeschäftigung für den 94jährigen Georg Schmidt im Veitshöchheimer Caritas-Altenheim Sankt, das seit drei Jahren aus pflegerischen Gründen sein Zuhause wurde. Er kann es kaum erwarten, dass ein Betreuer zweimal in der Woche zum Spielen kommt. Geistig noch fit, auch wenn ihm das Sprechen sichtlich Schwierigkeiten bereitet, hatte er im Altenheim das Schapfkopf-Kartenspiel erlernt und ist hier nun bei den monatlichen Spielrunden präsent. Heute freute er sich sehr über den Besuch von Bürgermeister Jürgen Götz, der gekommen war, um ihm und seiner 12 Jahre jüngeren Ehefrau Brigitte zur Feier der Diamantenen Hochzeit die Glückwünsche und einen Präsentkorb der Gemeinde zu überbringen.

"Heiratet eine viel jüngere Frau, dann werdet ihr im Alter gepflegt" diesen Rat für alle jungen Männer zog der Jubilar auf die Frage des Bürgermeisters nach dem Fazit seiner 60 Ehejahre. "Dann habe ich ja alles richtig gemacht" konnte dieser daraufhin entgegnen, denn auch seine Ehefrau ist genau so viele Jahre jünger.

Während Georg hier im Umkreis in Üttingen seine Kindheit und Jugend verbrachte, musste Brigitte als Zwölfjährige kriegsbedingt aus ihrer Heimat in Ostpreußen fliehen. Sie kam nach Gemünden am Main und absolvierte in Karlstadt eine Ausbildung als Fotografin. Bis zur Geburt ihres ersten von drei Kindern Ende 1955 arbeitete sie dann als Fotolaborantin bei der Firma Götz in Würzburg.

Beide dem neuapostolischen Glauben angehörend, hatte sich das Paar bei einer kirchlichen Feier in Würzburg kennen und lieben gelernt. Hauptberuflich 26 Jahre bis zu seiner Pensionierung 1980 als kaufmännischer Angestellter in einer Großstoffhandlung arbeitend, versah Georg nebenbei 25 Jahre lang bis zu seinem 80. Geburtstag das Priesteramt bei der Neuapostolischen Kirche in Würzburg, mit der sie auch im hohen Alter noch sehr verbunden sind. So waren letzte Woche zur Vorfeier des Ehejubiläums 26 Kirchen-Chormitglieder für ein Ständchen ins Altenheim gekommen. Dem Chor gehörten beide Eheleute über 40 Jahre an.

Während der Kriegszeit diente Georg nachrichtendienstlich in einer Sondereinheit hauptsächlich in Frankreich, wo er auch zwei Jahre lang bis 1947 in Kriegsgefangenschaft geriet.

Die Gesundheit meinte es dann nicht so gut, denn 1967 reagierte er nach einer Penicillin-Behandlung allergisch, wurde durch Thromben sein Immunsystem kaputt, musste sich 30 Jahre lang einer Cortison-Behandlung unterziehen und wachte zum Glück nach fünf lebensbedrohenden Einlieferungen im bewusstlosen Zustand in die Poliklinik wieder auf.

Seit ihrer Heirat im Jahr 1955 wohnte das Ehepaar in Würzburg in der Leiplstraße am Hauptfriedhof. Erst vor drei Jahren wurden sie notgedrungen getrennt. Doch jeden Tag ruft der Georg seine Brigitte an und diese besucht ihn im Altenheim jede Woche immer dienstags.

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