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Architekt Jochen Spieß ist seit dem 1. Oktober Veitshöchheimer Klimaschutzmanager

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

VorstellungSpie-Jochen.jpg 

Eines der ersten Projekte, die der Veitshöchheimer Klimaschutzmanager Jochen Spieß (re.) auf den Weg bringen soll, ist laut Bürgermeisteer Rainer Kinzkofer (li.) die energetische Sanierung der 1956 erbauten Turnhalle der Vitusschule.

Genau vor einem Jahr hatte das beauftragte Karlstädter Büro Haase dem Gemeinderat in einer Sondersitzung den  integrierten kommunalen Klimaschutzkonzept (Energieleitplan) vorgestellt, vom Bundesumweltministerium (BMU) in Berlin mit einem Zuschuss von 57.000 Euro gefördert.

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Zur beratenden Begleitung bei der Umsetzung des Konzeptes, mit dem die Gemeinde in der Region eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnimmt, sahen es die Planer für notwendig an, einen Klimaschutzmanager einzustellen. Nach den Richtlinien des BMU werden die dadurch verursachten Kosten drei Jahre lang bis zu 65 Prozent gefördert und  für das erste angefangene Projekt bis zu 100 000 Euro gewährt.

BMU_Office_Farbe_de_WBZ.jpg Link auf www.bmu-klimaschutzinitative.de  

Ein Jahr dauerte es, bis nun endlich am 27. September 2012 der Projektträger Jülich im Auftrag des BMU für den Klimaschutzmanager  einen Zuschuss über 115.000 Euro bewilligte. Bereits  im März hatte die Gemeinde diese Stelle ausgeschrieben und im Juli den Diplom-Ingenieur (FH) Jochen Spieß unter 49 Bewerbern ausgewählt. Unmittelbar nach Eintreffen des Bewilligungsbescheides konnte nun der Arbeitsvertrag unterzeichnet und Jochen Spieß nun am 1. Oktober seine zunächst auf drei Jahre befristete Tätigkeit als Klimaschutzmanager aufnehmen. Er ist als Stabsstelle direkt dem Bürgermeister unterstellt, um so seine hervorgehobene, ämterübergreifende Aufgabenstellung intern und extern zu dokumentieren.

 


Vorstellung Klimaschutzmanager

Der 38jährige gebürtige Saarbrücker steckt voll in der Materie, denn er hatte nach seiner Anstellung Büro Haase im März 2008 das Veitshöchheimer Klimaschutzkonzept zusammen mit seinem damaligen Kollegen Holger Keß ausgearbeitet und sich im Juni 2011 als Architekt und Energieberater selbstständig gemacht.

Während seiner mehr als dreijährigen Tätigkeit im Architektur-Büro Haase und durch diverse Fortbildungen in den Bereichen Energieeffizienz, Bauphysik und Gebäudesimulation konnte Computer-Spezialist Spieß  sein im Studium erworbenes Wissen in diesen Gebieten vertiefen. So begleitete er bereits zahlreiche energetische Sanierungs-Bauprojekte, unter anderem in Veitshöchheim  den Kindergarten Menschenskinder und den Ratskeller,  zahlreiche Schulen im Landkreis Nürnberger Land, in Memmelsdorf, Giebelstadt, Fischbachau, Schweinfurt und Kiel, erstellte energetische Berechnungen für das Rathaus Aschaffenburg, das Pfarrzentrum Maria Hilf in Schweinfurt und die Kirchen in Ratekau und Gräfendorf.

Als Veitshöchheimer Klimaschutzmanager der Gemeinde verfolgt er das Ziel, den Weg für das langfristige Ziel einer CO2-neutralen Gemeinde zu bereiten. Spieß: "Gerade die Möglichkeit, eine breite Masse der Bevölkerung anzusprechen, für das Thema Energieeinsparung zu sensibilisieren und zu entsprechenden Maßnahmen zu motivieren, stellt für mich eine spannende Herausforderung dar."

 


Vorstellung Klimaschutzkonzept der Bevölkerung

 

So vereinbarte Spieß bereits mit Bürgermeister Rainer Kinzkofer, der Bevölkerung

das Veitshöchheimer Klimaschutzkonzept   (Energieleitplan) und seine geplante Vorgehensweise am

Dienstag, 6. November 2012 , 19 Uhr in den Mainfrankensälen

vorzustellen.

Geplant ist auch eine entsprechende Internetpräsenz zu entwickeln, die fortwährend den Prozess des Klimaschutzmanagement
dokumentiert und begleitet.


Inhalt des Energieleitplans

 Der Veitshöchheimer Energieleitplan bezweckt, die Einsparpotentiale für öffentliche und private Gebäude aufzuzeigen, umsetzbare Maßnahmen zur Energieeinsparung und regenerative Energieerzeugung zu entwickeln. Für Energieeinsparungen gibt es nach diesem Gutachten vielfältige Möglichkeiten im Gebäudebereich. Die zweite Möglichkeit ist der Einsatz regenerativer Energien wie Solarstrom und als dritte Möglichkeit besteht die Steigerung der Energieeffizienz durch  neue Techniken mit höheren Wirkungsgraden. Ein großes Einsparungspotenzial sehen die Gutachter auch bei der Straßenbeleuchtung, die fast 34 Prozent des gemeindlichen Stromverbrauchs ausmacht. Als alternative Energieträger bieten sich vor allem Photovoltaik und Solarthermie an.

Untersucht wurde im Energieleitplan die gesamte Gemeinde, alle Wohn- und Gewerbequartiere, heruntergebrochen auf Einzelgebäude, Straßenbeleuchtung, Verkehr bis hin zur Grundsatzfrage, welche alternativen Energieträger in Veitshöchheim vorstellbar sind. Bei der Bestandsaufnahme der gemeindeeigenen, privaten und gewerblichen Gebäude wurde festgestellt, dass die Wohnquartiere einen sehr niedrigen Sanierungsstand haben. Würden diese Gebäude besser wärmegedämmt, dann könnten bereits 60 Prozent der Energie gespart werden.

Als Teilkonzept wurden weiter  zehn gemeindliche Liegenschaften (Vitusschule, Turnhalle Vitusschule, Bahnhof, Feuerwehrhaus, Jüdisches Museum, Bauhof, Rathaus, Klärwerkgebäude, Sportzentrum, Eichendorffschule) extra untersucht. Hier wurde für jedes Gebäude eine Energieberechnung gemacht und festgestellt ,wie der Dämmzustand und das Einsparpotential ist .Der Sanierung der gemeindlichen Liegenschaften kommt laut Bürgermeister  eine wichtige Vorbildfunktion zu.

 


Förderung eines Anschluss-Vorhabens

 

Vitusturnhalle 2 Vitusturnhalle-1.jpg

Als erstes soll deshalb die energetische Sanierung der 1956 im Altort errichteten Kleinsporthalle der Vitusschule mit einer Nettogeschossfläche von 440 Quadratmeter als überschaubares  Projekt in Angriff genommen werden.

Für diese ausgewählte Klimaschutzmaßnahme, die mit Kosten von 342.000 Euro netto veranschlagt ist, kann die Gemeinde nach Kinzkofers Worten mit einem Zuschuss des BMU von maximal 100.000 Euro rechnen.

Aufgrund der freien Lage und des großen Fensteranteils ist der Wärmeverbrauch der Halle sehr hoch. Die Planer empfehlen aufgrund des schlechten energetischen Standards, die gesamte Hülle der Turnhalle energetisch zu verbessern durch Dämmung der Außenwände und des Daches sowie Ersetzen der Fenster durch dreifach verglaste oder nanogel-gefüllte Fenster. Neben der Hüllfläche müsste auch die Technik erneuert werden mit Einbau einer neuen Lüftungsanlage. Weiter schlagen die Energieplaner vor, das Satteldach der Halle für eine Photovoltaik-Anlage zu nutzen.


Aufgaben Klimaschutzmanager

 lt. Zuwendungsantrag

 

Aufbau Liegenschaftsmanagement   Unterstützung bei Strukturierung des Liegenschaftsmanagement, Auswahl Software
    Erfassen der Gebäudedaten, Einpflegen, Analysieren, Veröffentlichen
    Unterstützung Hochbau bei Ausschreibung bzw. Bauhof bei Maßnahmenvorbereitung
Evaluierung   Einführung CO2-Bilanzierungs-Instrument/software, Schulung, Dateneinpflege
    Fortschreiben Maßnahmenkatalog / Einführung evaluierbarer Indikatoren
    Kontinuierliches Monitoring CO2-Bilanzierung

Aufbau Umweltmanagement

(Einführung EMAS)

  Initiierung und Betreuung Umweltprüfung gemeindeeigener Einrichtungen (Aspektanalyse, Bewertung Auswirkungen, Abgleich mit umweltrelevanten Vorschriften), Organisation  regelmäßigener interner Workshops, "Motivator des Prozesses"
    Formulierung Umweltprogramm / Definition Etappen / Meilensteine, Formulierung  konkrete Maßnahmen
    Umsetzungskonzept: Definition Aufgaben-Zuständigkeiten, Erstellung Evaluierungs-, Dokumentations- und Informationssystem,
    Durchführung - Kontrolle:  Agieren als Mentor / Koordinator, kontinuierliche interne Umwelt-Betriebsprüfung
    Erstellen der Umwelterklärung
Förderung regenerative Energiestruktur + Modelle mit Bürger-Energieanlagen   Identifikation entsprechender Projekte mit Ressorts, Akquise von Kooperationspartnern Finanzwirtschaft (Sparkasse Mainfranken, VR-Bank) bzw.  Energieversorgung (Die Energie)
    Abstimmung Projektmodalitäten mit Partnern, Einbindung Ressorts,  Auflage  Projekte, öffentliche Präsentation und Bewerbung, Berichte im Gemeinderat
    Projektbegleitung (im Rahmen der konkreten gemeindlichen Maßnahmen)
Klimaschutzmaßnahmen im gemeindlichen Gebäude- und Infrastrukturbereich Turnhalle Vitusschule Organisation Umsetzung und Begleitung im Rahmen  energetische Projektsteuerung
  Eichendorffschule Organisation Umsetzung und Begleitung im Rahmen  energetische Projektsteuerung, Erstellen  Finanzierungsmodalitäten zur Initiierung des Projektes, Begleitung Baudurchführung im 1.BA
 
Straßenbeleuchtung Mitwirkung bei Analyse der Bestandsanlagen, Begleitung bei Planung, Ausschreibung und Finanzierung der Modernisierungsmaßnahmen
  Kläranlage Ergebnisberatung Energieanalyse, Mitwirkung bei  Ausschreibung Umsetzungsmaßnahmen
  Wasser-Abwasser Einbindung in Tiefbaumaßnahmen, um Möglichkeiten der  Trinkwasser- / Abwasserentwärmung zu prüfen
  Beleuchtung Bahnhof u. jüdisches Museum Organisation Umsetzung und Begleitung im Rahmen  energetische Projektsteuerung
  weitere Liegenschaften Konkretisierung mittelfristige Umsetzungsszenarios
  Energiestruktur Aktualisierung des Konzeptes, Organisation der Umsetzung und Begleitung im Rahmen einer energetischen Projektsteuerung
    Machbarkeit Biomasse: Initiierung interkommunale Zusammenarbeit
    PV-Dachanlagen: Initiierung im Rahmen  Bürgergeldanlagen und Öffentlichkeitsarbeit
  Verkehr
  • Entwicklung Rad- und Fußwegenetz mit Einführungsstrategie für e-bikes
  • Entwicklung Citybuskonzept als Grundlage für anstehende Konzessionsverhandlungen, u.U. mit Einsatz externer Experten
  • Unterstützen lokaler Akteure zur Einführung von Carsharing
Energiestandards + Förderprogramme   Formulierung Energie- und Klimaschutzleitlinien für  Bauleitplanung sowie Fortschreiben Energiestandards für Sanierungen
  Baugebiet "Sandäcker"
Aufstellen konkreter Forderungskatalog für Baugebiet  sowie Integration in beauftragte Bauleitplanung, Teilnahme an Abstimmungsgesprächen beauftragte externe Planer; (Zielsetzung Passiv- bis Nullenergie-Quartier)
  Förderprogramme Ausarbeitung Klimaschutzförderprogramm / Nachhaltigkeitsprogramm, das bestehende Förderprogramme integriert / ggf. ablöst; Abstimmung mit einzelnen Ressorts, ehrenamtlichen Gruppierungen sowie ggf. mit  Sponsoren
Klimaschutzwettbewerb / gemeindlicher Klimaschutzpreis / Klimaschutzsiegel   Ausarbeitung gemeindlicher Klimaschutzwettbewerb mit Preis und Siegel für prämierte Projekte / Objekte;  Abstimmung mit einzelnen Ressorts, ehrenamtliche Gruppierungen sowie ggf. mit  Sponsoren
Etablierung gemeindliche Erstberatung zu Energieeinsparung und Energieeffizienz   Konzeptentwicklung quartiersweise Beratung, Auswahl externer Energieberater
    Durchführung quartiersweise Aktionen
    Begleitung / Durchführung gemeindliche Klimaschutzberatung einschl. Vor-/ Nachbereitung
Öffentlichkeitsarbeit Umweltpädagogische Projekte Ausarbeitung und Durchführung umweltpädagogische Projekte für Mittelschule / Gymnasium sowie Kindergärten / Grundschule
  Kontinuierliche Medien-Öffentlichkeitsarbeit  Laufende Beiträge in VH-Aktuell, Homepage etc.
  Veitshöchheimer Energieforum Fortführung Veitshöchheimer Energieforums (Auftaktveranstaltung 22.06.2012): Organisation, Referentenauswahl, Ausstellungsorganisation, eigener Beitrag, usw.; Veranstaltungen 2013 und 2014
Einbindung örtlicher Akteure und Netzwerkbildung   Teilnahme an örtlichen Agenda 21 Sitzungen, Gewerbeverein, Bund Naturschutz usw.
    Teilnahme an überörtlichen Veranstaltungen: z.B. Landkreis Agenda, Abstimmung mit anderen Klimaschutzbeauftragten / Referenten usw.
    Teilnahme an Kongressen, überregionalen Veranstaltungen zum Thema Klimaschutz
Einbindung lokale Klimaschutz-aktivitäten in reg./überregionale, nat. u. europ. Projekte, Kampagnen, Wettbewerbe   Zusammenstellung Projektbedingungen, Bewerbungen, Betreuung Projekt


 

Erklärungen/Erläuterungen:

  • Einführung eines CO2 Bilanzierungs-Instrumentes
    (z.B. Ecoregion smart) durch den Klimaschutzmanager,um ein Monitoring der Maßnahmen in den Sektoren private Haushalte, Gewerbe/Industrie, kommunale Liegenschaften / kommunale Infrastruktur und Verkehr zu ermöglichen. Der Maßnahmenkatalog wird Indikatoren gestützt adaptiert, so dass hier ebenfalls eine jährliche Erfolgsbilanzierung möglich wird. Dieses Monitoring ist durch den Klimaschutzmanager zu entwickeln. Das vorgenommene, lokale klimapolitische Arbeitsprogramm kann so jährlich evaluiert werden. Die Ergebnisse werden im Klimaschutzbericht zusammengefasst. Dieser enthält darüber hinaus die geplanten Maßnahmen und deren prognostizierte Wirkung. Die Klimaschutzberichte werden öffentlich, z.B. über die Homepage der Gemeinde kommuniziert.
  • Aufbau eines Umweltmanagements (Einführung von EMAS): Der Klimaschutzmanager führt ein Umweltmanagement mit Begleitung eines externen Auditors ein; hierin würde das vorgenannte Liegenschaftsmanagement und auch Evaluierung der Klimaschutzmaßnahmen integriert; Prüfung der Vorgänge bis hin der politischen Beschlüsse auf direkte und indirekte Umwelt- /bzw. Klimaschutzauswirkungen durch ein zu erarbeitendes Indikatoren System; die Bewertungssystematik wird in den Verwaltungsabläufen verankert, so dass hier eine selbstverständliche Umsetzung, eine Umweltpolitik durch sämtliche Mitarbeiter etabliert wird; Bildung von Umweltteams (Klimaschutzteams); Formulierung eines Umweltprogramms, hausinterne Multiplikation erfolgt durch den Klimaschutzmanager; Veröffentlichung der Ergebnisse in Umwelterklärungen. 
  • Förderung einer regenerativen Energiestruktur mit Bürger-Energieanlagen (Solarfonds, Bürgersolardächern usw.): Zielsetzung ist die erhebliche Ausweitung der regenerativen Energieerzeugung, die Energieeinsparung der kommunalen Gebäude und die Etablierung von regenerativ betriebenen Nahwärmenetzen; Machbarkeitsstudie Biomasse, mit Ausarbeiten der Möglichkeiten, inwieweit auf dem Gemeindegebiet Biomasse verstärkt angebaut / genutzt werden kann sowie Möglichkeiten der überörtlichen Kooperation mit wald- und feldreichen Nachbargemeinden; Bürgerenergieanlagen / Bürgerfonds als Form der Bürgerbeteiligung verteilen zum einen die Investitionskosten, ermöglichen zum anderen aber risikoarme Teilhabe am Gewinn. Aufgrund der breit gefächerten regionalen Akteurs-Struktur bei der Nutzung regenerativer Energien wird ein deutlicher Mehrwert vor Ort geschaffen. Über diesen Weg lassen sich private Finanzmittel mobilisieren, um die Klimaschutzanstrengungen auf breiter Basis voranzubringen. Diese klimaschutzgebundene Geldanlageform mit ansprechenden Zinsen z.B. in Kooperation mit dem örtlichen Energieversorger oder einer örtlichen Bank wird durch den Klimaschutzmanager entwickelt.
  • Klimaschutzmaßnahmen im Gebäude- und Infrastrukturbereich: Die kommunalen energetischen Maßnahmen im Gebäude- und Infrastrukturbereich werden entsprechend des Klimaschutzkonzeptes bzw. des Liegenschaftskonzeptes koordiniert und begleitet. Grundlegend sind die angestrebten Energiestandards zu definieren, deren Umsetzung zu überwachen und vor allem wieder die Ergebnisse zu evaluieren. Einzelmaßnahmen der Liegenschaften sind dem entsprechenden Konzept zu entnehmen. Die Gemeinde wird ihre Vorbildfunktion durch das eigene Handeln belegen und so auch anderen lokalen Akteuren zum Bezugsmaßstab werden.
    Die durch die örtliche Agenda 21 initiierten
    Vorschläge einer klimaschützenden innerörtlichen Mobilität (City-Bus Struktur, Förderung Fahrrad-(E-)Mobilität sollen als entsprechende Konzepte vertieft werden. In Kooperation mit der Nahverkehrsplanung Würzburg-Mainfranken sind die gewünschten örtlichen Strukturen abzugleichen und Umsetzungswege zu entwickeln. Private Kooperationspartner sollen durch den Klimaschutzmanager eingebunden werden (z.B. Entwicklung Carsharing, Pedelec-Verleih usw.)
  • Energiestandards und Förderprogramme: Der Klimaschutzmanager entwirft Energiestandards für die Sanierung und den Neubau der eigener Liegenschaften. Daraus abgeleitet werden Energie- und Klimaschutzleitlinien für die Bauleitplanung formuliert. Für die städtebauliche Entwicklung ist ein entsprechender Zielkatalog zu formulieren, der den Maximen einer CO2 neutralen Siedlungsentwicklung entspricht. Für den Sanierungsbereich werden sich die Standards an die Passivbauweise anlehnen, im Neubaubereich wird der Passivhausstandard empfohlen. Da das größte CO2-Einsparpotential im privaten Wohnungsbau zufinden ist, sollen vor allem für deren Sanierung entsprechende modulare Klimaschutzförderprogramme entwickelt und umgesetzt werden. Bereits bestehende Förderprogrammen Denkmalschutz und Umweltschutz sind als Nachhaltigkeitsaspekte zu integrieren.
  • Klimaschutzwettbewerb / gemeindlicher Klimaschutzpreis / Klimaschutzsiegel: Als Anreiz für die Bürgerschaft als auch für Unternehmen und Institutionen wird ein jährlicher Preis für innovative Maßnahmen und Aktionen zur CO2-Minderung verliehen. Wesentlich werden unterschiedliche Kategorien dieses Wettbewerbes sein, die sowohl vorbildliche Gesamtmaßnahmen (z.B.Gebäudesanierung), aber auch Einzelmaßnahmen sowie kluge, nicht investive Aktionen umfassen.  Der Klimaschutzmanager entwickelt diesen Wettbewerb und etabliert ihn durch öffentliche, jährliche Preisverleihungen im Rahmen einer gemeindlichen Veranstaltung. Die Preisträger erhalten als Leuchtturmprojekte ein gemeindliches einheitliches Klimaschutzsiegel, das z.B. an den Gebäuden angebracht werden kann. Ziel muss sein, dass Gewerbe / Industrie und Institutionen diese Auszeichnung auch in Ihre Außendarstellung aufnehmen / als eigenes Werbeargument verstehen.
  • Etablierung einer gemeindlichen Erstberatung zu Energieeinsparung und Energieeffizienz:  Die bereits bestehende externe Energieberatung für den privaten Wohnungsbau soll durch den Klimaschutzmanager in eine öffentlichkeitswirksame Beratungskampagne überführt werden. Im Vorfeld sollen örtliche Handwerksbetriebe für die Klimaschutzziele gewonnen und in die Beratungsaktion einbezogen werden. Dieser „Energiespar-Check“ könnte vor Ort in ausgewählten Quartieren stattfinden und umfasst parallel natürlich auch eine Fördermittelberatung. Der Klimaschutzmanager organisiert und begleitet diese Aktion.
  • Kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit:  Öffentlichkeitsarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg des Klimaschutzmanagements, um eine CO2-Einsparung außerhalb der gemeindeeigenen Liegenschaften zu initiieren. In der Bürgerschaft muss ein Bewußtsein für den Klimaschutz vor Ort geschaffen werden. Global denken, lokal handeln! Ansatzpunkt wird eine kontinuierliche multimediale Informationspolitik des Klimaschutzmanagers sein, beginnend mit dem Thema Energiesparen und damit Kostensparen, über gering investive bzw. sich schnell amortisierende Maßnahmen wird das allgemeine Interesse geweckt. Dies kann als Energiesparkampagne z.B. über Informationskolumnen des Klimaschutzmanagers in der Ortszeitung („Energiespartips, 'der Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde rät') beginnen, aber zunehmend weitere örtliche Akteure und Institutionen erfassen und diese als Multiplikatoren vernetzen. Klimaschutz muss als prägender und sich lohnender Gemeinschaftsgedanken in der Bürgerschaft verankert werden. Der Prozess wird konkret mit wiederkehrenden Veranstaltungen gefestigt: workshops, Aktionstage bis hin zu den Klimaschutztagen mit Vorträgen, Ausstellungen, an denen z.B. auch der Klimaschutzpreis der Gemeinde überreicht wird. Die Klimaschutztage werden im örtlichen Tagungszentrum der Mainfrankensäle bzw. in Veitshöchheim als fester, überregionale Termin verankert. Die themenbezogenen Veranstaltungen beziehen örtliche Bildungsträger, die Agenda 21 sowie örtliche Vereine ein. Die externen Akteure werden in der den Klimaschutz betreffenden Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Besonders Aufmerksamkeit gilt umweltpädagogischen Projekte in Zusammenarbeit mit den örtlichen Bildungsträgern (Kindergärten, Mittelschule, Gymnasium).
  • Einbindung örtlicher Akteure und Netzwerkbildung: Ohne Kooperation bleibt der Klimaschutzmanager ein Einzelkämpfer ohne schnelle Erfolgsaussichten. Nach Bestandsaufnahme und Kennenlernen der vorhandenen lokalen und überörtlichen, für das Thema sinnhaften Strukturen müssen diese durch den Klimaschutzmanager aktiviert, gepflegt und erweitert werden. Entscheidend wird die Akquirierung von Kooperationspartnern und vor allem auch ehrenamtlicher Akteure sein, um eine breitgefächerte personelle, ggf. d. Sponsoring auch eine finanzielle Unterstützung zu schaffen. Die erfolgreiche Teilnahme am Entente Florale Wettbewerb zeigte bereits, welche Potentiale in Veitshöchheim freigesetzt werden können. Um die örtlichen Gruppierungen zu synchronisieren, ist eineTeilnahme / ein Mitwirken des Klimaschutzmanagers z.B. bei entsprechenden Agenda 21-, Gewerbevereins- oder BN-Sitzungen nötig.
    Der Klimaschutzmanager vertritt darüber hinaus die gemeindlichen Interessen auf entsprechenden
    Veranstaltungen sowie in politischen Gremien und weiteren, überörtlichen Verwaltungsebenen.
  • Einbindung der lokalen Klimaschutzaktivitäten in regionale und überregionale, nationale und europäische Projekte , Kampagnen, Wettbewerbe: Der Klimaschutzmanager sondiert die möglichen regionalen und überregionalen Projekte und Kampagnen und prüft deren Integration in die örtlichen Klimaschutzaktivitäten (z.B. Teilnahme an RES champions league, Kindermeilen, Konvent der Bürgermeister). Eine Teilnahme am European energy award wird im Rahmen der EMAS-Einführung geprüft. Dieses Qualitätsmanagement ermöglicht eine prozessorientierte kommunale Klimaschutzpolitik, zum anderen fördert das Programm eine 'europäische' Vernetzung mit regelmäßigen Zugang zu klimaschützenden Erfahrungen und Wissen.
    Die verschiedene Projekte werden vorbereitet und dann begleitend umgesetzt. Die Beteiligung an
    überregionalen Projekte schafft neue Anregungen, macht aber auch die eigenen Aktivitäten als wichtiges Element der globalen Bemühungen um den Klimaschutz kommunizierbar.
    Klimaschutz als politische und gesellschaftliche Aufgabe muss sukzessive sowohl in der Verwaltung, aber
    vor allem in der Bürgerschaft etabliert werden. Dieser vielschichtige Prozess umfasst zahlreiche Aufgabenstellungen und Tätigkeitsfelder, die einen zentralen Projektmanager erfordern. Dieser Manager wird die vorgestellten Themen kontinuierlich in den nächsten drei Jahren als Vollzeitkraft anstossen,begleiten und damit auch etablieren.
    Die mögliche CO2-Einsparung kann durch die Tätigkeit des Klimaschutzmanagers mit schätzungsweise
    0,5 % der Gesamteinsparung jährlich abgeschätzt werden (ca. 275 t CO2 pro Jahr), da in der Initialphase die Multiplikationseffekte sich erst entfalten müssen sowie entsprechende investive Maßnahmen umgesetzt werden müssen. 

 

 

 

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