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Weltgebetstag in der Veitshöchheimer Christuskirche: Blick nach Nigeria und starke Stimmen der Hoffnung

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Sehr gut besucht war am Freitagabend der Weltgebetstag in der evangelischen Christuskirche. Frauen aus dem ökumenischen Team der Dürrbachtal, Güntersleben, Thüngersheim und Veitshöchheim gestalteten den Gottesdienst, der unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last.“ stand.

Die Liturgie wurde in diesem Jahr von christlichen Frauen aus Nigeria vorbereitet und rückte die Lebensrealität von Frauen in dem westafrikanischen Land in den Mittelpunkt.

Die Regie des Abends lag bei Andrea Huber

Musik mit Chor und neu gegründeter Kirchencombo

Für die musikalische Gestaltung sorgte der Chor „Mit Herz und Stimme“ unter der Leitung von Bernhard von der Goltz. Unterstützt wurde er von einer eigens gegründeten Kirchencombo mit Pfarrer Johannes Riedel am Keyboard, Hennry Wirth an der Percussion, Rainer Schwander an Querflöte und Saxophon sowie Bernhard von der Goltz am Bass.

Mit viel Engagement wurden die teilweise aus Nigeria stammenden Lieder mehrstimmig umgesetzt. Auch Männerstimmen waren bewusst integriert – eine musikalische Idee des musikalischen Leiters, die bei den Besuchern großen Anklang fand.

 Weltweite ökumenische Bewegung

Zur Eröffnung erinnerte Andrea Huber daran, dass der Weltgebetstag jedes Jahr am ersten Freitag im März gefeiert wird.

Am 6. März begehen Frauen in über 150 Ländern den Weltgebetstag. Unter dem diesjährigen Motto ‚Kommt! Bringt eure Last.‘ machen sie in unzähligen Gottesdiensten auf die Lebenssituation von Mädchen und Frauen weltweit aufmerksam“, sagte sie. Gleichzeitig würden Spenden für Projekte der internationalen Weltgebetstagsorganisation gesammelt.

Weiter betonte Huber die verbindende Kraft dieser Bewegung:
„Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich Frauen für ein Leben in Frieden, Gerechtigkeit und Würde. Wir hören heute die Stimmen aus Nigeria, lassen uns von ihrer Stärke inspirieren und bringen auch unsere eigenen Lasten vor Gott.“

Nigeria – vielfältig und voller Kontraste

Im Mittelpunkt des diesjährigen Weltgebetstags stand Nigeria. Sprecherin Uta Deitert (Dürrbachtal)  stellte das Land näher vor.

Mit über 230 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist es das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Mehr als 250 Ethnien und über 500 Sprachen prägen seine kulturelle Vielfalt.

Gleichzeitig ist das Land von starken Gegensätzen geprägt: Nigeria ist reich an Bodenschätzen und wirtschaftlich bedeutend, doch viele Menschen leben in Armut. Gewalt, Korruption und gesellschaftliche Spannungen belasten den Alltag vieler Familien – besonders von Frauen.

Die Liturgie griff diese Realität auf. Gebete, Lieder und bewegende Lebensgeschichten erzählten vom Mut alleinerziehender Mütter, von der Stärke gemeinschaftlicher Unterstützung und vom Glauben, der selbst in schwierigen Lebenssituationen Hoffnung gibt.

Einladung Jesu im Matthäusevangelium

„Kommt! Bringt eure Last“. Das Motto der Weltgebetstags-Liturgie 2026 erinnert an die Einladung Jesu im Matthäusevangelium. Das Bildmotiv dazu hat die nigerianische Künstlerin Gift Amarachi Ottah geschaffen. Wie Sprecherin Rosemarie Horlemann (Dürrbachtal) in ihrer Bildbetrachtung erläuterte, sind auf dem Bild drei Frauen der größten Ethnien Igbo, Haussa und Yoruba zu sehen. Im Hintergrund tragen Frauen Lasten auf dem Kopf, wie es in Nigeria üblich ist. Aber es gibt für die nigerianischen Frauen auch unsichtbare Lasten wie Armut und Gewalt, auf die der Weltgebetstag aufmerksam macht.

Berührende Lebensgeschichten aus Nigeria

Drei szenisch dargestellte Geschichten machten die Herausforderungen vieler Frauen greifbar.

Die Geschichte von Beatrice, einer Witwe, schilderte die gesellschaftliche Ausgrenzung und wirtschaftliche Not nach dem Tod ihres Mannes. Zugleich wurde deutlich, welche Kraft aus Solidarität entstehen kann, wenn Frauen sich gegenseitig unterstützen (vorgetragen von Gertrud Gerhard - Veitshöchheim).

 

Ein weiteres Beispiel war die Geschichte von Jato und ihrer Tochter Amina aus dem Nordosten Nigerias. Sie machte auf die Angst vor religiöser Gewalt und Entführungen durch Terrorgruppen aufmerksam – und zeigte gleichzeitig, wie sehr Vertrauen, Gebet und familiärer Zusammenhalt den Menschen Halt geben können (vorgetragenvon Stefanie Held - Veitshöchheim).

 

 

Auch die Geschichte von Blessing aus Lagos thematisierte Armut und Perspektivlosigkeit, aber ebenso den Mut, trotz Rückschlägen neue Wege zu gehen (vorgetragen von Anja Flammersberger - Veitshöchheim).

Sprecherin Reinhilde Bauer (Thüngersheim)  fasste die Botschaft der Texte zusammen:
Hoffnung schenkt vielen Menschen in dieser existenzbedrohenden Situation ihr Glaube. Diese Hoffnung teilen christliche Frauen aus Nigeria mit uns.


Einladung zu Solidarität und Hoffnung

Die zentrale Botschaft des Abends griff Andrea Huber nochmals auf:
Die Einladung Jesu – ‚Kommt zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid‘ – ist auch heute aktuell. Der Weltgebetstag lädt uns ein, Lasten miteinander zu teilen und Hoffnung weiterzugeben.

Die Kollekte des Abends kam einem Projekt der Weltgebetstagsorganisation zugute, das während des Gottesdienstes vorgestellt wurde. Andrea Huber: Wir erhielten durch den Spendenaufruf großzügige Spenden von den Besuchern, sodass wir eine Rekordsumme von  910 Euro für das Projekt der Weltgebetstagsorganisation spenden können."

Beim anschließenden Beisammensein mit Speisen nach dem von Angelika Kräml erstellten Nigeria- Rezeptbuch im Gemeinderaum klang der Abend in gemeinschaftlicher Atmosphäre aus – ganz im Sinne des weltweiten Gedankens des Weltgebetstags: Verbunden im Glauben und in der Hoffnung auf eine gerechtere Welt.

Der größte Teil der ca. 100 Besucher hatten die Einladung angenommen.

Text und Fotos Dieter Gürz - die letzten beiden B.v.d.Goltz

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