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„Es lebe der Sport“ – Mit 82 noch einmal antreten: Manfred Roßner kandidiert für die UWG auf Listenplatz 14

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

„Es lebe der Sport. Er ist gesund und macht uns hart. Er gibt uns Kraft, er gibt uns Schwung.“ Die Zeile aus einem Hit von Reinhard Fendrich aus dem Jahr 1982 ist für Manfred Roßner mehr als ein Liedtext – sie ist Lebensmaxime. Der in Münchberg aufgewachsene Elektroingenieur, seit Anfang der 80er Jahre in Veitshöchheim zuhause, hat in seinem 80. Lebensjahr zum 50. Mal das Sportabzeichen in Gold abgelegt.

Wenn am 8. März 2026 in Veitshöchheim der neue Gemeinderat gewählt wird, steht auf der Liste der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) ein Name, der seit Jahrzehnten mit Sport, Ehrenamt und Kommunalpolitik verbunden ist: Manfred Roßner. Mit 82 Jahren (Geburtstag am 20. Februar) ist der Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik der mit Abstand älteste Bewerber auf allen vier Kandidatenlisten; auf der UWG-Liste kandidiert er auf Platz 14.

Derzeit stellt die UWG drei der insgesamt 20 Gemeinderäte. Dass ein Listenplatz im hinteren Feld den Einzug ins Gremium erschwert, ist Roßner bewusst. Dennoch tritt er nicht als Lückenfüller an, sondern aus Überzeugung – mit dem erklärten Ziel, seine Erfahrung einzubringen. Aufgeben war nie seine Sache.


Verwurzelt in Sport und Gemeinde

Seine sportlichen Wurzeln liegen im Turnverein seiner Heimatstadt Münchberg. Dort lernte er das Turnen von der Pike auf, erzielte Erfolge im Mehrkampf und erhielt beim CVJM prägende Werte wie Fairness, Disziplin und Gemeinschaftssinn. Während seiner vierjährigen Dienstzeit als Zeitsoldat bei der Luftwaffe in Roth nahm er 1968 am Deutschen Turnfest in Berlin teil und absolvierte an der Sportschule der Bundeswehr in Sonthofen den Übungsleiter- und Prüferschein.

1978 zog die Familie ins Eigenheim in der Stauffenbergstraße. Über das Kinderturnen fanden die Roßners zur TG Veitshöchheim, in der er bis heute ein prägender Aktivposten ist. Seit über 50 Jahren engagiert er sich dort, war Übungsleiter, gründete 1985 offiziell die Leichtathletik-Abteilung und leitete sie bis 1992. Noch heute ist er Kassenwart und Delegierter.

1990 war er Mitbegründer des LAZ Kreis Würzburg. Neben der Leichtathletik rief er 1983 die gemischte Freitags-Volleyballgruppe der TGV ins Leben, deren Training er bis heute leitet. 

Seit 56 Jahren ist Roßner zudem als Prüfer für das DOSB-Sportabzeichen im Einsatz. Bei der jüngsten Verleihung im Bacchuskeller durch Bürgermeister Jürgen Götz sprach er von einer „Gnade“, trotz eines Krankenhausaufenthalts sein 50. Goldabzeichen geschafft zu haben. Gemeinsam mit seiner Familie kommt er auf 123 Gold-Abzeichen. Sein Appell: täglich eine Stunde Bewegung und bewusste Ernährung. Selbst trainiert er regelmäßig bei Kieser in Würzburg. Für sein jahrzehntelanges Engagement erhielt er die Bayerische Ehrenamtskarte in Gold.


Die Freisportanlage als Herzensprojekt

Ein zentrales Anliegen begleitet ihn seit mehr als 40 Jahren: die Freisportanlage am Schulzentrum. Bereits 1985 verfasste Roßner einen offenen Brief an den damaligen Bürgermeister Erich Steppert und sammelte über 200 Unterschriften für den Bau. In der Planungsphase stand er später dem von Bürgermeister Rainer Kinzkofer initiierten Sportlerstammtisch beratend zur Seite.

Die 1990 eröffnete Anlage mit Tribüne, Kraftraum und moderner Ausstattung entstand wesentlich nach seinen fachlichen Vorstellungen.  Die Anlage sei ein Beispiel dafür, was durch vorausschauende Entscheidungen und bürgerschaftliches Engagement entstehen könne – „eine grüne Oase mitten im Ort“.

Nun wirbt er für eine Weiterentwicklung: Auf der Berme hinter der Tribüne soll ein rund 650 Meter langer Therapiepfad entstehen – mit Rindenmulchbelag, klarer Laufrichtung und Handläufen für Menschen mit Geh- oder Sehbeeinträchtigung. Gedacht ist er als niedrigschwelliges Bewegungsangebot für Jung und Alt. Realisiert werden könnte das Projekt als Gemeinschaftsaktion von Schulen, Vereinen, Feuerwehr und Bauhof – spendenbasiert und ehrenamtlich getragen.


Beruf und Bürgersinn

Nach seiner Gesellenprüfung im Rundfunk- und Fernsehtechniker-Handwerk studierte Roßner Elektrotechnik. Vier Jahre war er Zeitsoldat bei der Luftwaffe, anschließend arbeitete er bei der Deutsche Bahn AG unter anderem als Netzdisponent sowie als Planungs- und Prüfingenieur.

1986 war er Mitgründer der UWG Veitshöchheim und ist heute deren zweiter Vorsitzender.

In Bürgerversammlungen meldet er sich regelmäßig zu Wort, zuletzt mit dem Vorschlag, die Grünphase an der Ampel im Schenkenfeld für Busse zu verlängern. Auch im Vereinsalltag bringt er sich ein – vom Verbesserungsvorschlag gegen Blendwirkung neuer LED-Leuchten bis zur ganz praktischen Reparaturarbeit. „Nicht motzen, sondern machen“, lautet sein Credo.

Privat hat er sein Eigenheim mit Photovoltaik, Stromspeicher, Wallbox und Wärmepumpe ausgestattet und lebt seit 2025 nach eigenen Angaben erdgasfrei. Klimaschutz und Kostenbewusstsein schließen sich für ihn nicht aus.


„Fit in die Zukunft“

Unter dem Motto „Veitshöchheim fit in die Zukunft“ wirbt Roßner um Vertrauen. Er setzt auf praktikable Regeln, weniger Bürokratie, optimierte Verkehrsabläufe – etwa an der WÜ 3 – und eine bürgernahe Verwaltung. Entscheidungen müssten verständlich, wirtschaftlich sinnvoll und zukunftsfähig sein.

Ob es für den Einzug in den Gemeinderat reicht, entscheiden die Wähler am 8. März. Für Manfred Roßner steht unabhängig vom Wahlausgang fest: „Es lebe der Sport“ – und das Engagement für die Gemeinschaft, das kein Alter kennt.

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