Die Veitshöchheimerin Sibylle Brandt und ihr Hund Remo: Ein starkes Team auf vier Pfoten
Der Landkreis Würzburg bewirbt sich derzeit um den Titel „Assistenzhundfreundliche Kommune“. Die Inklusionsbeauftragte Fabienne Erk (von links), der Behindertenbeauftragte Ernst Joßberger, die Veitshöchheimerin Sibylle Brandt als Betroffene und Landrat Thomas Eberth werben für mehr Akzeptanz der vierbeinigen Helfer.
Foto: Christian Schuster
Seit fünf Jahren ist der schokoladenbraune Labrador Remo für Sibylle Brandt weit mehr als nur ein treuer Begleiter: Der ausgebildete Assistenzhund ist das „zweite Augenpaar“ der 65-jährigen Veitshöchheimerin, die durch eine Netzhauterkrankung nahezu erblindet ist. „Dieser Hund ist mein Lebensretter“, sagt Brandt voller Überzeugung. Denn Remo zeigt nicht nur Bordsteine, Ampeln oder Zebrastreifen an, sondern hilft auch im Supermarkt, findet Treppen und führt sie sicher durch den Straßenverkehr.
Assistenzhunde wie Remo ermöglichen Menschen mit Einschränkungen ein selbstbestimmteres Leben. Dennoch stoßen sie und ihre Halter im Alltag immer wieder auf Vorurteile – auch Sibylle Brandt kennt das: „Ich wurde im Zug beschimpft, Taxifahrer lehnten die Mitnahme ab, Arztpraxen verweigerten mir den Zutritt“, erzählt sie. Dabei garantiert das seit 2021 geltende Assistenzhundegesetz den freien Zugang zu öffentlich zugänglichen Einrichtungen – auch dort, wo Hunde normalerweise verboten sind.
Um das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu schärfen, beteiligt sich der Landkreis Würzburg an der bundesweiten Kampagne „Assistenzhund willkommen“. Die Aktion wird vom Verein Pfotenpiloten in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie Aktion Mensch getragen. Ziel ist es, für mehr gesellschaftliche Akzeptanz dieser tierischen Helfer zu sorgen.
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An den Eingängen des Landratsamts in der Würzburger Zeppelinstraße hängen inzwischen blaue Plaketten mit der Aufschrift „Assistenzhunde willkommen“. Auch Informationsplakate klären über die Rechte von Assistenzhund-Halterinnen und -Haltern auf. „Der Landkreis Würzburg ist geprägt von Vielfalt“, betont Landrat Thomas Eberth. „Dazu gehört auch, Menschen mit Einschränkungen die uneingeschränkte Teilhabe zu ermöglichen – mit und dank ihrer Assistenzhunde.“
Inklusionsbeauftragte Fabienne Erk weiß: Viele Menschen reagieren aus Unsicherheit oder Angst. „Genau diese Vorbehalte wollen wir abbauen – mit Information und sichtbaren Zeichen der Offenheit“, so Erk. Gemeinsam mit Ernst Joßberger, dem Behindertenbeauftragten des Landkreises, setzt sie sich für ein besseres Miteinander ein. Der Landkreis bewirbt sich deshalb derzeit offiziell um den Titel „assistenzhundfreundliche Kommune“.
Sibylle Brandt engagiert sich derweil weiter mit dem VdK, der Arbeitsgemeinschaft „Selbst Aktiv“ und dem Verein Pfotenpiloten für mehr Aufklärung. Denn trotz Fortschritten in der Gesetzgebung fehlt es ihrer Meinung nach noch an praktischer Umsetzung und gelebter Inklusion. „Es geht nicht nur um mich – es geht um alle, die auf so einen Hund angewiesen sind“, sagt sie. Remo blickt sie dabei liebevoll an. Für ihn ist es Alltag, seiner Partnerin den Weg zu zeigen. Und für sie ist klar: Ohne ihn wäre vieles nicht mehr möglich.
Weitere Informationen zur Aktion „Assistenzhund willkommen“ gibt es unter
www.pfotenpiloten.de
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https://www.veitshoechheim-blog.de/2021/05/assistenzhundefreundliche-gemeinde.html
Die Gemeinde Veitshöchheim ist dem Landratsamt Würzburg schon vier Jahre voraus, wie dieser Bericht auf Veitshöchheim News offenbart