Kultur Theater/Kabarett

Monday, 31. march 2014 1 31 /03 /März /2014 18:00

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Link auf Fotoalbum - Bühne 1 - in Näglers Haus

Link auf Fotoalbum - Bühne 2 - in Montevideo 

Link auf Fotoalbum - Bühne 3 - wieder in Näglers Haus

Anspruchsvolle und leichte Unterhaltung mit intelligentem, wortwitzigem Humor, so ganz nach dem Geschmack des Publikums, bot die Theatergruppe der Staatlichen Fach- und Technikerschule bei den beiden ersten Aufführungen ihrer neuen Inszenierung „Das Haus in Montevideo“ von Curt Goetz. Mehr als 360 begeisterte Zuschauer sahen unter der Regie von Günther Stadtmüller ein sehr aufwändiges Theaterstück.

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Diese bekamen auch mit, mit welcher Leichtigkeit die Darsteller selbst das höchst dekorative Bühnenbild verwandelten, das im ersten und vierten Akt in das Haus des Professors und im zweiten und dritten Akt nach Montevideo (Foto) versetzte. 

Nach  "Dreigroschenoper" und "Einer flog über das Kuckucksnest" in den beiden  Vorjahren ist es Regisseur Günther Stadtmüller und seiner Theatergruppe auch bei seiner 22. Inszenierung erneut gelungen, ein Theaterstück mit einer tiefsinnigen und hintergründigen menschlichen Aussage hervorragend zu interpretieren. Trotz nahezu dreistündiger Spieldauer und vieler langer, jedoch sehr pointenreicher Dialoge kam nie Langeweile auf. Die schauspielerischen Leistungen der Laienkünstler strapazierten vielmehr ständig die Lachmuskeln der Zuschauer.

Für Stadtmüller war es bereits zum zweiten Mal, dass er diese aufwändige Komödie inszenierte. Gegen Ende des Jahres 1985 war er  beim ein Jahr zuvor von ihm mitgegründeten Theater am Hofgarten sogar selbst in die Hauptrolle des scheinheiligen Professors Traugott Nägler geschlüpft.

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In dem Studierenden Karl-Josef Höfer fand Stadtmüller nun einen Akteur, dem diese Rolle des Professors, der strengste Prinzipien hat, was Moral, Pflichterfüllung und Disziplin angeht.

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Das bekommen nicht nur seine Schüler, sondern auch seine liebenswerte Gattin (Judith Luck) und seine zwölf Kinder zu spüren. Das Ehepaar Nägler verkörpert die klassische Konstellation: Er verkörpert den unumstrittenen Patriarchen, der selbst noch den Pastor (Angela Rudolf)  in Latein und Liturgie belehrt und die Kinder beim Essen Schulwissen exerzieren lässt. Sie dagegen übt subtil die eigentliche Regentschaft aus, damit  alles läuft.

Judith Lucks souveränes Empfinden für Pointe und Ausdruck und Karl-Josef Höfers Tempogefühl, Körpersprache und furiose Gestik tragen die Geschichte um den Moralapostel Traugott, der einst seine Schwester Josefine wegen ihres unehelichen Kindes verstieß. 

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Die mit 17 Jahren Gefallene brachte es fern der Heimat in Südamerika als Gesangs-Künstlerin zu Ruhm und Vermögen.

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Nach ihrem Tod bringt ihr Testament, in dem sie ihre Nichte Atlanta (Nicole Kiesel) als Erbin bestimmt, die unerschütterlichen Prinzipien des Patriarchen arg ins Wanken. Die Erbschaft gibt es nämlich nur, wenn sich in seiner Familie ein solches Drama wiederholt. Damit zwingt sie ihren Bruder in den Konflikt zwischen Tugend und Moneten.

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Bis zum Ende ihres 17. Lebensjahres muss die Tochter Atlanta Mutter eines unehelichen Kindes werden, um das Vermögen antreten zu können. Die Einwilligung hat dafür der ehrenwerte Vater zu geben. Jener wittert hinter diesem letzten Willen eine süße Rache seiner Schwester. Für ihn stellt sich die Frage: "Lieber reich und gesund als arm und ehrlich.“

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Doch am Ende gerät auch Näglers Ehe in ein neues Licht, stellt sich seine auf einem Schiff erfolgte Trauung als nichtig heraus, weil das Schiff um 27 Zentimeter nicht den amerikanischen Normen entsprach. So wurden alle seine Kinder unehelich geboren.

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Doch diese ihn zunächst zu Boden schmetternde Nachricht hat auch ihr Gutes, kann er nun doch, von aller Tugend befreit, die Millionenerbschaft seiner Schwester antreten.

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Bei dieser durch den gleichnamigen Film mit Heinz Rühmann bekannten Komödie  waren in weiteren Rollen zu sehen Kevin Welsch als Atlantas schüchterner Verlobter,  Agnes Rickauer als fesches Dienstmädchen, Philipp Degelmann als Bürgermeister sowie in weiteren Nebenrollen Bianca Ostertag, Carolyn Englert, Sophia und Franziska Hecht und Philipp Degelmann.

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Für viel Leben auf der Bühne sorgten daneben im ersten Akt Veitshöchheimer Kinder als Atlantas jüngere, adrett gekleidete Geschwister:   Lysander und Amelie Kraus,  Peter Hecht, Antonia Müsing,  Nina Engelking, Julia Eichelsbacher,  Jona Günther, Felix Schraut und Mia Hammer.  

Zum sehr guten Gesamteindruck trugen auch die beiden aufwendig von Johannes Stach malerisch gestalteten Bühnenbilder und unter der Leitung von Maria Anna Stadtmüller die tollen Kostüme, Maskaraden und Frisuren bei.



Weitere Termine:  Aula der Schule, An der Steige 15. Veitshöchheim

Mittwoch, 02.04., Freitag 04.04., Samstag 05.04. Dienstag, 08.04. jeweils 20.00 Uhr, Sonntag, 06.04. 17.00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Platzreservierung: 9801-114 (werktags 8.00 Uhr - 16.00 Uhr) wird empfohlen.

veröffentlicht in: Kultur Theater/Kabarett - Community: Lebens- und liebenswertes Veitshöchheim - von Dieter Gürz
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Wednesday, 5. march 2014 3 05 /03 /März /2014 13:03

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Einen Glücksgriff tat auch heuer wieder die U.W.G. Veitshöchheim e.V. bei der 10. Auflage ihres Kabarettabends am Faschingsdienstag-Abend   im stilvollen Ambiente des Bacchuskellers mit der Verpflichtung des renommierten oberbayerischen Kabarettisten und Spaßmachers Michi Marchner. Mit seinem Soloprogramm "Die Besten sterben jung" und sechs originellen Instrumentenzugaben zog der 2012 mit dem Giesinger Kleinkunstpreis und dem Ostbayerischen Kabarettpreis ausgezeichnete Unterhaltungsprofi  die 90 Besucher zweieinhalb Stunden lang in seinen Bann.

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Über die von den 90 Gästen sehr positiv aufgenommene Veranstaltung freuen sich am Ende  v.r. UWG-Bürgermeisterkandidat Winfried Knötgen, Michi Marchner mit Sohn Luca und UWG-Vorsitzender Arno Greiner

Der sich auf seiner Homepage als Dichter, Denker und Wortverrenker charakterisierende Künstler stand, sein Improvisationstalent und seine Schlagfertigkeit nutzend, von Beginn an bis zum Ende im Dialog mit den vollauf begeisterten Zuhörern. Mit viel Herz und Leib und Seele, Wortwitz und Wortspielen, geistreichen, querdenkerischen Texten, tollen Pointen, schrägen Gesängen und seinem lausbubenhaftem Charme brachte der Comedian dank seiner Schauspieler-, Stimmen-Imitator und Clown-Qualitäten das Veitshöchheimer Publikum ein ums andere Mal zum Lachen und zum Mitsingen.  

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Michi Marchner verzauberte sein Publikum mit geistreichen, querdenkerischen Texten sowie musikalischen Einlagen auf Gitarre, Keyboard und sonstigen Unikaten. "Er ist Multi-Instrumentalist, Ganzkörperkabarettist, Sänger, Erzähler, Romantiker, Exzentriker und Barde, seine Themen sind Liebe, Freude, Tod und Irrsinn, Tiefe, Leidenschaft, Spaß und Entgleisung, die er mit stets charmanter Direktheit zelebriert." Diese in Presseartikeln beschriebenen Eigenschaften offenbarte er auch im Bacchuskeller.

In seinem Lied "Aller Anfang ist schwer" verweist er etwa auf das Fass, bei dem erst nur Schaum und kaum Bier kommt.

Doch sogleich springt der Funke über, als er den Zuhörern schmeichelt, dass sie durch ihr Hiersein einen alten Mann sehr glücklich machen, der zum erstenmal in Franken spielt. Sogleich sorgte er für großes Gelächter: "Schöne Menschen, nein, sind keine hier." 

Kaum hier angekommen, habe er sogleich die Schlappsäu im Pfarrhaus erlebt und des Pfarrers altes fränkisches Rezept "Chili con Carne" genießen können.

Für Meichner gibt es aber keine Franken und keine Bayern, sondern nur Deppen oder anständige Leute. Als sich das Publikum als die Elite Bayerns vorstellte, sang er frozzelnd und hintersinnig sein Lied über Zifern (bayrischer Ausdruck für meist blonde Zicken). Seine Gäste derbleckte er als "Midlife-Greise", die ihm an den Lippen kleben, weil sie nicht mehr so gut hören. 

Mitreißend, amüsant und temporeich erheiterte er fortlaufend mit der Beschreibung alltäglicher Situationen, vor allem beklagte er, dass er mit seiner längst begonnenen Vergreisung die hoch technisierte Welt von heute nicht mehr verstehe.

Sein Handy habe so einen höheren Intelligenzquotienten als er. Man könne mit ihm von der Strandbar einen Weltkonzern leiten, falls man einen solchen und ein Netz habe. Der Kabarettist ist bereits froh, wenn er damit telefonieren könne. So müsse er seinen Schatz bitten, für ihn die Telefonnummer zu wählen, da er fast ständig sein Ohr fotografiere.  Meichner: "Früher kam so das Telefon einfach aus der Wand raus und wenn einer versucht hätte damit zu fotografieren - den hätten’s wegg’sperrt."
Heute müsse er den Rasen des Nachbarn mähen, damit der zwölfjährige Nachbarsjunge ihm die neusten Updates auf seinem Computer installiere. All seine Lebenserfahrung "google" dieser in nur zehn Minuten.

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Temporeich und energiegeladen philosophierte er sich durch sein Bühnenprogramm „Die Besten sterben jung“.

So bespöttelte er mit dem Blues-Lied "Alle tod, alle hie, alle im Nirvana" den 27er Club der Flower-Power-Zeit mit einer Reihe bekannter Rock- und Bluesmusiker mit einem "J" im Namen, namentlich Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison, die im Alter von 27 Jahren starben. Später gab es noch Neuzugänge wie Kurt Cobain im Jahr 1994  und Amy Winehouse im Juli 2011.

Bevor er aber verzweifle, halte er sich an die Worte seiner Großmutter: "Junge, lass dich nicht unterkriegen. Urnen sind auch nur arrogante Aschenbecher." Marchner verkündete als seine Devise: "Live hard, die young – nicht mit mir! Ich bin noch da!"  So nimmt er die Bayern als Naturvolk auf die Schippe, amüsiert sich über die Nackerten an der Isar, die 360 Bedeutungen des "hou hou" der Oberpfälzer und über die Namensgebung der Allianz-Arena und dass die Münchner alles fressen, was nur 1,99 kostet.

Seine Lieder triefen vor tiefschwarzem Humor, so auch beim makabren Spott-Gesang-Gstanzl „Es hängt ein Pferdeapfel (und andere Innereien) an der Wand, nur schwer zu verdaun“, mal auf wienerisch, mal im American-Slang, mal wie Freddy Quinn oder als Jodelgesang. 

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Voll einschlug noch vor der Pause das von allen laut stark mitgesummte Lied "El Condor Pasa", auf Band zunächst aufgenommen und dann von einer Abguss-Saug-Pumpe vom Flohmarkt als Zweitinstrument begleitet. 

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Genauso brachte er zu diesem Song eine zur peruanischen Panflöte umgebaute WC-Saugglocke sehr zur Erheiterung des Publikums zum Klingen.


Nach der Pause nahm er zunächst seine Wohnsitzgemeinde, die sparsamen Schwaben in Schongau auf die Schippe und plauderte aus dem Nähkästchen, dass er seit Weihnachten alleinerziehender Vater und seitdem seine Freiheit dahin sei.

Sein Fett ab bekam sein Schwager, der als Steinmetz lauter namenslose Grabsteine vor seiner Tür stehen habe.

In seinem Lied "Es kann so flott sein, dann kannst du tod sein" riet er "Schenk dir deshalb lieber einen Rotwein ein".

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Zwischen Depression und Größenwahn angesiedelt hat Marchner sein Schlusslied "Am Ende wird alles gu ut", bei dem er alle zum esoterischen "Mit-Chanten" aus der Hüfte heraus unter Einsatz der Beckenmuskulatur ("Da unten sitzt die Lebensenergie - Es löst sich was"  animieren konnte.

Danach widmete er seinem Erzeuger  das Lied "Mein Vater ist ein Griller, Schafkopfspieler, Geranien-Säer ..." der ihn, den König der Schwabinger Hinterhöfe aufs Land in ein Reihenmittelhaus am Ende jeder sozialen Leiter verschleppt habe, nur um seinen Grill ein Stück Rasen zu haben. So philosophiert der Künstler in seinem nächsten Lied, die Zufahrt zur Autobahn vor Augen, über sein Fernweh a la Wolfgang Ambros bis er über Olpe und die Rheinländer, die gar nicht wissen, dass sie Preiss'n sind, zum Schluss kommt: "Zuhause ist es doch ganz schön".

Ein wichtiges Thema ist für den Wortakrobaten auch die Liebe, die er als Überfunktion der Schläfenlappen deklarierte. An 80 Prozent der Trennungen sind nach seiner Meinung die saisonal und zyklisch nach dem Bauernkalender handelnden Frauen schuld. Ein Mann mit Bierbauch sei ihnen am liebsten, denn dann gehe er nicht fremd.

Ganz von Herzen geschrieben, widmete er einem seit 25 Jahren zusammen lebenden Paar im Publikum ein ganz besonders positives Liebeslied.

Werbung machte Marchner für Facebook: "Auch wenn wir nun auseinandergehen, bleiben wir doch Freunde". Früher sei das nicht denkbar gewesen. Auch könne man nun keine Geburtstage mehr vergessen. Dass man auch nach dem Tod noch digital fortleben kann, dafür sorge nun der Online Friedhof von Stayalive (www.stayalive.de).

Als Zugabe hatte der Entertainer dann noch nach seinen Worten "blöde Instrumente" mit einem sehr lustigen Programm dazu mitgebracht.

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So schmetterte ein Mann aus dem Publikum zum Spiel der Stabmixer-Geige "O sole mio."

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Marchners Faszination für das Auto entsprang die Kühlerschlauch-Orgel (Restbestände nach Marderbiss). 

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Für eine Scrab-Werkstoff-Orchester-Show zum Lied "Mein kleiner grüner Kaktus" diente ihm ein Staubsauger.

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Auch mit einem Akku-Schrauber mit Drehteller musizierte das Multitalent

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und begleitet von einer Fahrradpumpe stimmte er als letzte Zugabe mit den Gästen den "Schneewalzer" an.

veröffentlicht in: Kultur Theater/Kabarett - Community: Lebens- und liebenswertes Veitshöchheim - von Dieter Gürz
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Tuesday, 10. december 2013 2 10 /12 /Dez. /2013 17:40

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Dr. Blagay Apostolov ist ein Phänomen (Foto von seinem 70. Geburtstag im Jahr 2010).

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"Ich habe vor, 100 Jahre alt zu werden und zu arbeiten." So kündigt nämlich der gebürtige Bulgare heute in der Mainpost- Schweinfurter Tagblatt von heute an, seine 30jährige Tätigkeit als Intendant der Bayerischen Kammeroper Veitshöchheim nun unter der Bezeichnung die Bayerische Kammeroper Radio Opera fortzuführen. Derzeit arbeite er bereits an einer Koproduktion für eine Inszenierung in Zürich.

Aus dem Artikel kann man herauslesen, dass Apostolov offenbar  im Unfrieden von der Gemeinde Veitshöchheim geschieden ist. Wörtlich heißt es, dass Apostolov 2012 die Reißleine zog: „Entweder der Etat erhöht sich drastisch, oder ich trete aus“, habe er zum damaligen Rechtsträger der Kammeroper, der Gemeinde Veitshöchheim gesagt. Der Etat erhöhte sich nicht. Apostolov machte mit dem Radio weiter, aber hörte mit den Inszenierungen auf. „Ich hätte mein Haus verkaufen müssen, um den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können“, sagt er heute. „Das macht niemand. Ich auch nicht.“


Über diese brüskierenden Worte ("Reißleine gezogen") und dass Apostolov den Wunsch hatte, weiter zu machen, sind alle im Veitshöchheimer Rathaus mehr als überrascht und die,  die mit ihm über Jahrzehnte hinweg zusammengearbeitet  haben, über solche Aussagen auch sehr enttäuscht. Es treffe auch keinesfalls zu, dass Zuschusse gekürzt und die Gemeinde den Intendanten quasi im Regen stehen ließ.

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"Nach 30 Jahren ist es Zeit zu sagen, es reicht" hatte nämlich Apostolov von sich bei der letzten Veranstaltung des Mozartsommers 2012 Ende Juli des Vorjahres noch verlauten lassen, dass er sich aus Altersgründen zurück zieht.  

So ließ denn auch Bürgermeister Rainer Kinzkofer bei Apostolovs Verabschiedung damals verlauten:   

 "Es erfüllt mich mit Wehmut, wenn er nun nach 30 Jahren die Bühne auf eigenen Wunsch verlässt."

Apostolovs rührende Abschiedsworte klangen damals auch noch anders: "Herzlichen Dank für das große Herz der Gemeinde Veitshöchheim. Sie hat ein Beispiel gegeben, wie man es schafft, mit Liebe, mit Fleiß."

Apostolovs besonderer Dank galt damals Rainer Kinzkofer, der ihn 26 Jahre lang als Veitshöchheims erster Bürgermeister ausgehalten habe. Ohne ihn wäre vieles nicht möglich gewesen. In nur drei Tagen hätten seine Bauhofmitarbeiter in den letzten sieben Jahren die Orangerie in einen Theatersaal verwandelt mit dem eindrucksvollen barocken Goldpavillon als Bühnenbild. Die Gemeinde ließ sogar einen Fluchtweg einbauen.

Der Mozartsommer in der Orangerie war dank Apostolov zu einem Erfolgshit geworden.

09 30 Jahre KammeroperDiese Folie präsentierte der Bürgermeister bei der Bürgerversammlung 2012 und beim Neujahrsempfang der Gemeinde 2013 - Auch hier ist von Altersgründen die Rede.   

Siehe auch Link auf Artikel:  30jährige Ära der Bayerischen Kammeroper Veitshöchheim ging mit Mozartsommer 2012 zu Ende

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hatte heuer erst auf ausdrücklichen Vorschlag der Gemeinde Veitshöchheim den Kammeroperintendanten Dr. Blagoy Apostolov mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

  Link auf Artikel über diese Verleihung vom 3.7.2013

Anlässlich dieser Verleihung hatte der Theater-Enthusiast noch gepostet: "Das ist eine kollektive Auszeichnung, denn ohne Veitshöchheim wäre sie nicht möglich gewesen." Der Orden gebühre deshalb auch Veitshöchheim und das sollte gebührend gefeiert werden. Über viele Jahre habe man gemeinsame Leistungen erbracht und viele hätten hier ein Teilchen zu diesem Orden beigetragen. Wie Apostolov nach der Preisverleihung sagte, hoffe er, dass sich die Wege nicht trennen und weitere Formen der Zusammenarbeit mit  Veitshöchheim gefunden werden können. Er verfüge nun über mehr freie Zeit zu recherchieren und habe vor,  ein Buch zu schreiben über die Geschichte der Opernregie.

 

Die Aussagen Apostolovs in der Veröffentlichung im Schweinfurter Tagblatt sind deshalb in Veitshöchheim nicht nachvollziehbar.

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Sunday, 10. march 2013 7 10 /03 /März /2013 15:00

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„Das ist ja nicht zu glauben, was die für einen Stoff beherrschen mussten. Das war ganz große Klasse“ sagte eine Besucherin am Ende der zweieinhalbstündigen Premiere begeistert zu ihrem Mann.

 Link auf Dia-Show 

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Dem tollen Applaus der 180 Premierengäste nach zu schließen, gelang Regisseur Günther Stadtmüller mit der anspruchsvollen  Auswahl von Bert Brecht's "Dreigroschenoper"  auch heuer wieder ein großer Wurf.

Sich am Beispiel großer Bühnen orientierend, so wie in den 20 Jahren zuvor, scheute sich der pensionierte Mittelschul-Lehrer auch heuer nicht  vor der großen Herausforderung, mit seinen hauptsächlich aus Studierenden der Technikerschule der LWG bestehenden Theatergruppe eines der meist gespielten Stücke in der Theatergeschichte zu inszenieren.

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Wie bereits im Vorjahr in "Einer flog über das Kuckucksnest"  erwies es sich für Stadtmüller als Glücksgriff den mit Body-Figur und Macho-Gehabe ausgestatteten Manuel Seemann einzusetzen. Dieser war von ihm seinerzeit in der Mittelschule für das Theaterspiel entdeckt, begeistert und entsprechend gefördert worden. Und so habe er ihn immer wieder gefragt, wann er bei ihm mal wieder mitspielen kann und darf. Stadtmüller: "Natürlich war mir klar, dass Manuel ein absoluter Mackie-Messer-Typ." In der Hauptrolle des noblen Gangsterbosses blühte Manuel förmlich auf. Im eleganten weißen Anzug und mit Hut und Stock ausgestattet, brachte er mit seinem flotten Auftreten und seinen forschen Reden so richtig Leben auf die Bühne. Kein Wunder, dass ihm nicht nur Londons Huren auch noch im Gefängnis nachstellten.

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Sehr zum Leidwesen von Jonathan Peachum (Karl-Josef Höfer) ist darunter neben Lucy (Natalie Sußner), der Tochter des Polizeichefs nämlich auch seine eigene Tochter Polly (Babette Menz).

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Der Geschäftsmann, der einen äußerst florierenden Handel mit der Ausstattung von Bettlern betreibt, gerät in Rage, als er erfährt, dass seine Tochter in einem alten Schuppen den seine Kreise störenden Gangsterboss geheiratet hat.

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Der frischgebackene Ehemann besucht wieder einmal die Huren von Turnbridge. Eine von ihnen, Jenny, liefert ihn prompt ans Messer.

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Als der Gangster durch seine Beziehungen zum Polizeichef Brown (Ralf Röschard) wieder freikommt, mobilisiert Geschäftemacher Peachum schließlich die Bettlermassen, organisiert eine Demonstration des Elends und droht, den Krönungszug zu stören, falls der korrupte Polizeichef Tiger-Brown sich weigern sollte, Mackie Messer zu verhaften, der seine störte.

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Das Stück endet schließlich mit dem Gang des Gangsterbosses zum Galgen.


Bertolt Brechts stellte in seinem Stück die dunkle, kriminelle Seite der großstädtischen Welt dar. Auf der einen Seite erscheint der Bettlerkönig Peachum als Musterbeispiel des Geschäftemachers, für den Not und Armut nichts anderes sind als Mittel zum Zweck; auf der anderen Seite entpuppt sich der skrupellose Verbrecher Mackie Messer als Prototyp so genannter bürgerlicher Solidität. Trotz ihrer Ansiedlung im viktorianischen England kritisiert die "Dreigroschenoper" mit Satire und Spott Bürgermoral und Kapitalismus der Weimarer Zeit und ist in vielen seiner Aussagen auch heute noch absolut am Puls der Zeit.


Für Abwechslung sorgt die Kurt Weills Musik mit Elementen des Jazz, der Unterhaltungsmusik sowie Kirchen- und Opernmelodien. Die eingestreuten Balladen wie das "Lied der Seeräuber-Jenny " oder die "Moritat von Mecky Messer ", gehören noch heute zu den bekannten, mit der der "Dreigroschenoper" assoziierten Melodien.

Zum Gelingen des Stückes tragen die tolle Kostümierung und hervorragende Maskerade der Schauspieler durch Maria Anna Stadtmüller ebenso bei, wie die an die Handlungsorte Peachums Laden, in einem alten Schuppen, in einem Bordell, im Gefängnis und auf der Straße angepassten Bühnenbilder, für die Johannes Stach mit seinem Ensemble und für die Technik Andreas Oehland und Christian Fromkorth verantwortlich zeichnen.

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Weitere Mitwirkende auf der Bühne: Barbara Stach, Birgit Strzedulla, Karin Oppmann, Irina Marschallek, Maximilian Bauer, Philipp Deglmann, Kevin Welsch, Alfons Britzl, Nils Gravemeier und Stefan Füßer

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Weitere Termine:  Aula der Schule, An der Steige 15. Veitshöchheim Dienstag, 12.03., Samstag 16.03., So. 17.03. 17.00 Uhr, Dienstag, 19.03. jeweils 20.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Platzreservierung: 9801-114 (werktags 8.00 Uhr - 16.00 Uhr) wird empfohlen.

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Wednesday, 13. february 2013 3 13 /02 /Feb. /2013 21:00

TheaterLWG2013Probe.jpgDie diesjährige LWG-Theatergruppe

Zum 21. Mal betreten heuer  Studierende der der Staatlichen Fach- und Technikerschule die Bretter, die angeblich die Welt bedeuten. Wie in all den Jahren bisher orientiert sich Regisseur Günther Stadtmüller wieder am Beispiel großer Bühnen.

Tauchten bisher als Autoren so bekannte Namen auf wie Nestroy, Moliere, Dürrenmatt, Woody Allan, Gogol oder Kishon, um nur einige zu nennen, so verspricht auch die diesjährige Produktion der Theatergruppe der Landesanstalt großes Theater:

Auch in diesem Jahr hat sich der pensionierte Mittelschul-Lehrer nicht vor einer echten Herausforderung gescheut: Auf dem Programm steht mit der am 31. August 1928 im Berliner Theater am Schiffbauerdamm uraufgeführten Dreigroschenoper von Bertold Brecht eines der meist gespielten Stücke in der Theatergeschichte.

Jonathan Peachum betreibt einen äußerst florierenden Handel mit der Ausstattung von Bettlern. Das Geschäft mit den „Ärmsten der Armen“ läuft sehr gut. Doch dann erfährt er, daß seine Tochter Polly heimlich den Gangsterboss Mackie Messer geheiratet hat. Peachum tobt. Die einzige Lösung: Man muß Mackie an den Galgen bringen. Trotz Pollys Warnung verläßt der frischgebackene Ehemann die Stadt nicht, sondern besucht wieder einmal die Huren von Turnbridge. Eine von ihnen, Jenny, liefert ihn prompt ans Messer. Peachum mobilisiert die Bettlermassen, organisiert eine Demonstration des Elends und droht, den Krönungszug zu stören, falls der korrupte Polizeichef Tiger-Brown sich weigern sollte, Mackie Messer zu verhaften, der Peachums Kreise störte. Mackies Hinrichtung scheint unabwendbar, bis ein „reitender Bote“ der Königin erscheint und seine Freilassung sowie seine Erhebung in den Adelsstand verfügt.

Bertolt Brechts stellt die dunkle, kriminelle Seite der großstädtischen Welt dar. Auf der einen Seite erscheint der Bettlerkönig Peachum als Musterbeispiel des Geschäftemachers, für den Not und Armut nichts anderes sind als Mittel zum Zweck; auf der anderen Seite entpuppt sich der skrupellose Verbrecher Mackie Messer als Prototyp so genannter bürgerlicher Solidität. Trotz ihrer Ansiedlung im viktoranischen England kritisiert die "Dreigroschenoper" mit Satire und Spott die bürgerlich-kapitalistische Welt der Weimarer Republik.

Das Geschehen auf der Bühne soll die Zuschauer nicht in eine illusionäre Welt hineinziehen, sondern sie vielmehr zur kritischen Reflexion über die gesellschaftlichen Zustände anregen. Brecht kritisiert mit seiner Dreigroschenoper Bürgermoral und Kapitalismus und ist in vielen seiner Aussagen auch heute noch absolut am Puls der Zeit.

Die Musik Kurt Weills enthält Elemente des Jazz, der Unterhaltungsmusik sowie Kirchen- und Opernmelodien. Vor allem die eingestreuten Balladen wie das "Lied der Seeräuber-Jenny " oder die "Morität von Mecky Messer ", die den sofortigen Triumph des Stücks sicherstellten, gehören noch heute bekannten und sofort in der "Dreigroschenoper" assoziierten Melodien.

Brecht lässt am Anfang verkünden: Diese Oper sollte so billig sein, dass Bettler sie sich leisten könnten.

Die Theatergruppe geht noch einen Schritt weiter: Der Eintritt ist frei.

Premiere: Samstag, 09.03.2013, 20.00 Uhr, Aula der Schule, An der Steige 15. Veitshöchheim

Weitere Termine: So. 10.03. 17.00 Uhr, So. 17.03. 17.00 Uhr, Dienstag, 12.03., Samstag 16.03., Dienstag, 19.03. jeweils 20.00 Uhr

Platzreservierung: 9801-114 (werktags 8.00 Uhr - 16.00 Uhr) wird empfohlen.

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Wednesday, 13. february 2013 3 13 /02 /Feb. /2013 12:28

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Zu einem Kabarett der Extraklasse mit Holger Paetz hatte der U.W.G.-Ortsverein Veitshöchheim in den Bacchuskeller eingeladen. Vor zwei Jahren hatte der "notorische Grantler"  bereits an gleicher Stelle mit  dem Programm „Gott hatte Zeit genug“sein Publikum fasziniert.

LINK auf DIASHOW

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Bei der neunten Auflage eines Kabarett-Abends der Unabhängigen Wähler-Gemeinschaft am Faschingsdienstag begeistert  der valentinesk und asketisch anmutende Schlaks, Jahrgang 1952, die 60 Gäste mit seinem neuen Soloprogramm "Ganz fest loslassen", mit dem er nach der Premiere im Aschaffenburger Hofgarten nun schon seit elf Monaten durch die Lande tingelt.

In "Ganz fest loslassen" begibt sich Paetz in die Rolle eines Aussteigers, der aus dem Zug geflogen, in einem kalten Bahnhof über den Sinn des Lebens brütet.  Auch er sieht sich als eine Art Aussteiger, der 1977 nach München zog und dann aber sehr erfolgreich den Weg der Kleinkunst einschlug. Von 1999 bis 2009 war er einer der Hauptautoren des Singspiels beim Starkbieranstich am Nockherberg und trat zugleich als Darsteller des FDP-Politikers Guido Westerwelle in Erscheinung. Der Profinörgler war Gast in Kabarett-Sendungen wie den Mitternachtsspitzen, Ottis Schlachthof und dem Scheibenwischer, wo er zusammen mit Dieter Hildebrandt auftrat.

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Auch in Veitshöchheim bestach der Verbalakrobat n seinem höchst unterhaltsam und dramaturgisch gut aufgebautem Programm mit einem Nonstop-Feuerwerk an Worten, einzigartiger, sich ständig veränderter Mimik, spöttisch herabgezogenen Mundwinkeln, toller Gestik, wildrudernden Armen und seinem köstlich trockenen und schwarzen Humor.  

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Der auch "Buster Keaton des Wortes" genannte Kabarett-Literat lockerte sein zweistündiges Programm über Politisches und Alltägliches,  häufig mit tänzerischen Einlagen und viel Action auf der Bühne  auf. Es war ein gelungener Mix aus Comedy, Roadmovie, Stepptanz und Bahnhofsatmosphäre. Er baute auch Aktuelles ein wie Papstrücktritt,  Schavan-Plagiats-Affäre oder Pferdefleisch-Skandal.

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Der gebürtige Münchener war im mainfränkischen Aschaffenburg aufgewachsen. Nach einigen Semestern wilden Studierens an der Uni Würzburg hatte er  andere Pläne, verfasste Lieder und Texte und gewann auch prompt den Liedermacherpreis des Hessischen Rundfunks. Seine Leidenschaft für die Musik und seine musikalischen Fähigkeiten an der Gitarre sind auch heute noch feste Größen in seinen Bühnenprogrammen. So griff er auch im Bacchuskeller mehrmals zur Gitarre und glossierte mit seinen Liedern  anzüglich das Einkaufen im Supermarkt, den deutschen Sommer oder die Landtagswahl-Spitzenkandidaten Seehofer und Ude. 

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Seine Zuhörer riss mit skurrilen Wortspielen und auch als Stimmenimitator mit, brachte sie mit spitzen Pointen und Gags ständig zum Lachen. Genussvoll und rhetorisch brillant zelebrierte er Absurditäten in Politik und privatem Alltag wie etwa die Halloween-Auswüchse, veräppelte als Bayer den Bayern, setzte ironisch und zugleich amüsant Seitenhiebe auf Auswüchse der deutschen Sprache, auf sprachliche Ungereimtheiten  und sinnlose Worthülsen, wie sie meisten Leute achtlos praktizieren, gab Stilblüten, Wortspielereien und Anglizismen zum Besten. 

Ein Dorn im Auge sind ihm die Fernsehlieblinge Günther Jauch und der "wamberte Scharlatan" Alfons Schuhbeck. Glanznummer im zweiten Teil: Seine satirische Tirade über "Apple" Steve Jobs, dessen digitaler "Fummeltafel" ipad und der drängenden Menschheitsfrage, ob wir das iphone als Telefon mit Streicheleinheiten wirklich brauchen. Paetz hatte hier auch Sprüche auf Lager: "Ich krieg nun permanent Spam in die Hose"  oder "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit".

 

Der Profinörgler Paetz machte am Ende auch Werbung in eigener Sache und lud das Publikum ein, ihn im Münchner Valentin-Museum zu besuchen, in dem er seit September 2009  jeden letzten Sonntag im Monat  im Rahmen einer Matinee um 11.01 Uhr einen satirisch-politischen Monatsrückblick unter dem Titel "So schön war's noch selten!" gibt. Dieser Monatsrückblick findet auch an jedem Abend des letzten Sonntags im Monat im Nürnberger Burgtheater statt.

veröffentlicht in: Kultur Theater/Kabarett - Community: Lebens- und liebenswertes Veitshöchheim - von Dieter Gürz
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Monday, 28. january 2013 1 28 /01 /Jan. /2013 08:10

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Nach 22 Jahren Bühnenpräsenz mit mehr als 13 Programmen löste heuer das Veitshöchheimer Kabarett „FREI & FRANK“ mit seinem neuen fernsehreifen Programm „KEINE AHNUNG“ in der Aula der Eichendorff-Grundschule wieder eine Welle der Begeisterung aus. Günther Stadtmüller (Bildmitte), Wolfgang Walter und  Heike Mix liefen zusammen mit Pianist Markus Rummel zur Hochform auf und boten Kabarett vom Feinsten. Vor allem nach der Pause präsentierten sich die Kabarettisten bei der Welturaufführung "Ein farbenblinder Scheich sieht rot" in  fernsehreifer Galaform.

 Link auf Diashow


Es fanden fünf zusätzliche Vorstellungen am 18., 19. und 20. sowie am 26. und 27. Januar 2013 statt.

Nach Ende Veröffentlichung der ausführliche Fassung


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Der inzwischen pensionierte Mittelschullehrer Günther Stadtmüller, der Spiritus Rektor des Quartetts, setzt nachwievor auf  Altbewährtes bei Figuren und den ständig wechselnden Rollenspielen,  auf aktuelle Texte, ins Ohr gehende Songs und feine Wortspiele im fränkischen Dialekt, alles aus eigener Feder. Gesellschaftskritische Mono- und Dialoge, tolle Situationskomik, ständige Verwandlungen und tolle Maskeraden sowie laufend die Lachmuskeln reizende Kalauer lassen nie Langeweile aufkommen.

So wie bei der dritten Vorstellung am Sonntagabend konnte man nach über zweieinhalb Stunden attraktiver, erquicklicher und labender Unterhaltung aus dem nicht enden wollenden Applaus schließen, dass "Frei & Frank" mit "KEINE AHNUNG" wieder einmal voll den Geschmack seiner großen Fangemeinde getroffen hat.

Kein Wunder, dass nicht zuletzt durch die Vorschusslorbeeren der letzten Jahre alle fünf Vorstellungen vor dem Jahreswechsel mit insgesamt 900  Besuchern ebenso schnell ausverkauft waren, wie die sechs weiteren Termine danach. Stadtmüller kündigte deshalb an, am dritten Januarwochenende drei zusätzliche Vorstellungen zu bestreiten, um die Nachfrage nach bisher über 2.500 Karten befriedigen zu können.


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Mit der Melodie "An Tagen wie diesen" und "In dieser Nacht der Nächte, die uns so viel verspricht"  zogen die Gladiatoren des feinen aber kleinen Vorstadtkabaretts in die Manege ein.

Auf die Frage, was spielen wir, sangen alle: "Ich hab keine Ahnung, wir alle haben keine Ahnung, ihr habt keine Ahnung."


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"Was Frauen lieben und wie man bei ihnen ankommt", darüber klärte der Wolfgang den Günter auf.

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Keinesfalls erbaut war jedoch Heike über den Kosenamen "Du süßer Elefant", als sie damit der Günter bedachte, Wolfgangs praktikable Frauenbetörungstipps beim Bezirzen umsetzend, dazu noch mit der Anmerkung "Ich kann doch bei der Heike nicht die Verkleinerungsform nehmen".


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In die Paraderolle schlüpfte Wolfgang Walter als Schüler mit seinen bei der Hausaufgabenhilfe bei der Erklärung der Begriffe "Investment, Aktienfonds, Dow Jones und Dax" sichtlich überforderten Eltern: "Wozu brauchst du das denn überhaupt in deinem Alter?" schimpfte Vater Günter auf die faulen Lehrer, die den Kindern nichts beibringen.


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Nach dem Grundsatz "Wer alt werden will, muss früh damit anfangen" schilderte der seit einem Jahr pensionierte Mittelschullehrer Günter Stadtmüller in unnachahmlicher Manier seine Erlebnisse während seines bisherigen Pensionärs-Daseins. Es herrsche zu Hause nun die  "Wir-Form", die nun sein holdes Weib stets pflege, wenn es um die Hausarbeit, Reparaturen oder die Einkäufe geht. "Bei uns kann mer am Bodä essa, mer findet immer was" so sein Resümee. Gestern habe er gestreikt und mal nix gemacht. Auf den Einwand "Du hast scho gestern  nix gemacht" hieß des Rentners Antwort "Da bin i ja net fertig gworda". Im übrigen sei er aber nach Bücherlektüre dermaßen gut drauf, dass er überlegen müsse, erst  Bungee Jumping, dann Freestyle Climbing, dann mit dem Fahrrad in die Pampa nei oder umgekehrt. Wenn eine "Hecke" unterwegs offen habe, dann schmecken der Bacchus und der Silvaner und zu Hause warte auf ihn ja noch eine Domina.


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Das Greisenalter stand auch an der Bushaltestelle der Linie 19 imMittelpunkt, an der sich Waltraud und  Hildegard, beide weit über 80, ein Stelldichein geben auf der Fahrt "nei in die Stadt, um die Stadtluft zu schnuppern" und tauschen sich aus über Leberkäsweck, Stricken und Seniorentanz. Hinzu kommt der Otmar, der zum Arzt wegen der  Organspende will, über deren Sinn und Zweck und welches Organ wohl am besten zu spenden sei, das Trio dann viel zu diskutieren hat. So gibt es den Vorschlag, die Haut nur an Ortsansässige zu spenden, nach dem Motto "Unser Ort soll schöner werden".

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 Dazu sang das Trio: "Wenn man einmal älter wird und ist nicht total verwirrt, tut man überlegen, Spenden bringt wohl Segen....also nichts wie hin zum Spenden" oder anderenfalls "Return to Spender, das war wohl nix, in Deiner Leber, der Alkoholmix. ist viel zu heftig, die Konzentration kann man nicht brauchen, für Transplantation."


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Altbewährt ist auch Wolfgang Walters zynischer Monolog als Hausmeister, dieses Mal über die Folgen der in Deutschland drohenden großen Ahnungslosigkeit infolge Fachkräftemangels in Apotheke, Telekomladen, bei der Heizungsinstallation, beim Flugzeug-Landeanflug oder bei der Herztransplantation, die auch vor Vorstadtkabaretts nicht Halt mache. So könne es auch passieren, dass ein Hausmeister in der Rolle eines Kabarettisten solo auf der Bühne steht und plötzlich mittendrin den Faden verliert und dann mal, wie er, weg muss, um nach der Heizung schauen.


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Auch das Lokalkolorit kommt nicht zu kurz. So ist bei Frei & Frank auch eine Rats-Sitzung obligatorisch, bei der dieses Mal die wichtige Abstimmung über die 825seitige Veitshöchheim-Chronik von Thomas Struchholz zur Debatte stand. "Es is a Sünd und a Schand" so leitete Stadtmüller ein. Da schreibe einer im Ort, was so alles hier passiert ist und dann sei das Stück unverkäuflich. Jetzt gehe es darum, ob man für den Kauf von 2000 Stück sei. Dazu wurde, für was man sie alles brauchen könne. "So ein Riesendrum, wenn es aus Versehen auf den Fuß fällt, hat man chronische Schmerzen" meinte Wolfgang Walter. In Gottes Namen plädierte Stadtmüllers Fraktion dann aber für den Kauf, denn sonst müsse der arme Struchholz das Streichholz unter die Chronik halten, wenn er auf ihr sitzen bleibt.


Pause


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"Wir Franka sind zwar ein bißchen trocken, aber ein ganz besonderer Schlag im Gegensatz zu den Bayern, den aufgeblasenen Kampfgockeln, die uns immer so von oben runter behandeln, als wären wir auf der Fettblase daher geschwommen und hätten nichts zu bieten" so bilanzierten die Kabarettisten Stadtmüller und Walter gleich nach der Pause in ihrer Fränkischen Nabelschau. Nach ihrer Glosse hatte man hier aber schon vor 1200 Jahren einen Fränkischen Tatort, als die Gajana den Kilian um die Ecke brachte oder später im Ochsenfurter Gau der Geyer und der Götz unterwegs waren. Selbstkritisch verwiesen sie auf hiesige soziale Brennpunkte, etwa die fränkische Frau, die mit ihrem Monsterbusen versucht habe, ihren Liebhaber zu erdrosseln  und auf Jäger, die Treiber mit Wildsäuen verwechseln.

Das Schöne am Franken sei seine Bereitschaft und sein ständiges Bemühen, so dozierte das Duo, sich insgesamt nach oben zu entwickeln. Der Franke habe halt die tief schürfende Intelligenz, gepaart mit dem Menschenverstand. Damit gehe er quasi ans Überlegen ran, bevor er nachdenke. Das ganze brauche aber Zeit zum Reifen wie beim guten Wein oder beim Zeller Bock.

Stadtmüller: "Ich bin so froh, dass ich ein Franke sein darf und kein Bayer sein muss." Wenn er früh die Mainpost aufschlage, im Hintergrund Charivari höre, dann fühle er:  "Hier bin ich daheim."

Hier in Veitsbach werde man von Kultur regelrecht überrollt. Und dazu habe man einen Bürgermeister, was der sich so am Tag abrackere, sei phänomenal, von der Präsenz im Geisbergbad zum Geburtstag, von der Fußpflege-Eröffnung auf den Friedhof und dann zum Empfang Prominenter. Da immer auch andere erfahren sollen, was im Ort los ist, brauche man sich nicht zu wundern, dass Veitshöchheim so dasteht. 


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"Auch ich werd älter" meinte die temperamentvolle Heike Mix als belebendes Element des Quartetts. Wenn man die 40 überschritten habe, überlege man, was man alles erreicht habe. Sie sterbe vor Langeweile. Mix: "Dabei hatte ich so schöne Träume wie als Freibeuterin auf allen Weltmeeren unterwegs zu sein."  Nun fahre sie mit dem 19er Bus zum Kabarett nach Veitsbach, statt barfuß durch Indien zu gehen.

Sie sei jetzt in dem Alter, eine Affäre mit heimlichen Treffen und knisternder Erotik zu haben. Bei dem Gedanken werde sie schon ganz kribbelig. Humorvoll glossierte die Kabarettistin ihren Ausflug in die Online-Dating-Börse und wie sie aufgebrezelt zur ersten Verabredung an der Autobahnraststätte mit einem rosa Luftballon erschien. Doch zu ihrem Schrecken war der Internet-Verehrer der 17jährige schmalbrüstige Jüngling von nebenan.

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Mit dem Song "In der Internet-Single-Börse sind sie alle reich und schön, da ist man höchstens 39, sie haben tausend geile Hobbies, sind alle sportlich und machen auf Diät, doch die Blase platzt beim ersten Date ..." gab sie ihre Erfahrungen auch gesanglich weiter.  


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Markus Rummel, der „schwäbelnde“ Mann am Klavier sorgte dann für eine tolle Stimmung in der Aula, als ihm mit dem humorvollen Song "I'm so happy" beim "Blind Date" der Gaul durchging. Später klatschten alle begeistert mit bei seinem schwungvollen schwäbischen Hosenladen-Bugy "Mama ist in Urlaub, der Papa geht in den Puff, doch leider kriegt der Arme seinen Hosenladen nicht uff, yeah, yeah". Stürmischer Applaus!

Da der Musiker selbst nicht mehr so richtig sehen kann, bleibe ihm als Neu-Würzburger viel erspart wie etwa der Neubau auf der Steinburg nebst Aussichtsplattform. In Stuttgart habe man viel bessere Lösungen, da würden die Bauten, die keiner wolle, einfach unter die Erde kommen. Groß war seine Verwunderung übe die "blinden" Griechen, die plötzlich wieder sehen konnten


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Theatralisch rezitierte Günter Stadtmüller: "Es gibt im Leben tieftraurige Momente, wo man sich nach dem Sinn des Lebens fragt, wo man nahezu in Depressionen stürzt. Ein solcher Moment war im letzten Jahr gegeben, als es plötzlich hieß, nach 30 Jahren erfolgreicher Tätigkeit bei der Kammeroper Veitshöchheim hieß: Ein kulturelles Herzstück der Gemeinde schließt ihre Pforten, in der Welt geachtet, auf europäischen Bühnen erfolgreich gefeiert, im Ort mehr links liegen gelassen, hörte sie auf zu existieren und ein Aufschrei des Entsetzens ging durch das Land, durch die Region."

Frei & Frank sei der Meinung gewesen, dass man das nicht zulassen kann.   Deshalb habe man zu Papier und Bleistift und zu den Stimmbändern gegriffen, um diese Tradition fort zu setzen und dazu eine eigene Oper konzipiert. So erlebte das Publikum die Welturaufführung "Ein farbenblinder Scheich sieht rot".

 

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"Ich bin so unglücklich" klagt der Scheich von Abu Simpel, befallen von einer tiefen Traurigkeit. Er hat zwar Kohle, ein Konto in der Schweiz und ein Harem voller Weiber, doch es fehlt im oft der Reiz und fühlt sich innerlich so leer. 

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Ständig muss er sich neue Wünsche ausdenken. Der Diener soll ihn auf gute Gedanken bringen. Endlich möchte er wieder einmal lachen. Immer muss er peitschen, wenn es ihm schlecht geht  (nicht enden wollendes Gelächter).

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Er herrschte seinen Diener an, seine Gehirnsparlampe zum Glühen zu bringen. Der stimmte an: "Sultan, wenn Du mich schlägst, dann muss ich immer weinen."

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Da fiel dem Diener ein: "Mein lieber Scheich, das ham wir gleich. Ich habs gesehn und fand es sehr schön und du wirst gleich besser drauf sein. Sie war wunderbar, wie ich vorher nie eine sah. Du wirst lachen, ha ha ha."  Es war eine Sendung aus einem fernen Land, wo alle Menschen ungläubig, aber glücklich sind und singen und tanzen und feiern, die "Fastnacht in Franken" des Bayerischen Fernsehens aus dem kleinen Ort Veitshöchheim, einem Mekka des Frohsinns, gegenüber von Marokko liegend.  Alle Menschen möchten einmal im Leben dorthin eine Pilgerreise, eine Hadsch zur Fastnacht machen.

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Der Scheich verkündet: "Eine großartige Idee. Hört zu, ich kauf noch heute Nacht die Fasenacht in Franken. Du fliegst noch heut zum Präsidenten und fragst was kost. Und ab die Post. Fahr ins Goldene Land. Setz dies bloß nicht in den Sand. Die Fasenacht in Franken ist heut mein Pläsir. Geld spielt keine Rolle, ich kaufe alles. Mustafa hol meinen Teppich, das schau ich mir persönlich an. Mach dich vom Acker, Teppich flieg."

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Zurück in Veitsbach laufen bei den Fasenachtern die Vorbereitungen für den Empfang des Scheichs auf Hochtouren, in Erwartung auf die Zig-Millionen-Euro des Scheichs, um  aus den Mainfrankensälen eine Firlefanz-Arena zu machen. Da werde auch der Seehofer glotzen. Im Museum wollen sie dann alle Sendungen von Anfang an tagtäglich nachspielen lassen. Dafür brauche man das Pulver.

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Sie machen sich Gedanken, wie man den Sultan begrüßen soll. Nun ist er tatsächlich da und ohne seine Frau. "Salem aleikum, sie dürfen schon mal reinkum. Und haben sie auch Geld im Sack, dann sind sie auf zack" reimt der Fastnachtspräsident und überreicht als Begrüßungsgeschenk die Ortschronik. 

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Vorbereitet haben sie den Song: "Grüßt euch Gott alle miteinander."  Der Scheich entgegnet: "Wenn mir Fasching gefällt, spielt Bakschisch keine Rolle".  Aber erst müsse man aber ihn zum Lachen bringen.

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So präsentierten ihm die Franken bekannte Fasenachter, das Lied von der Fleischereifachverkäuferin des Dreggsaggs Michel Müller,  dann die Feuerwehrkapelln aus der Oberpfalz, wo aus der Uniform trieft Schmalz und schließlich die Waltraud aus Fürth, die es schließlich schafft, den Sultan  in einen Lachkrampf zu versetzen.

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Für 50 Millionen Euro ist schließlich der Handel perfekt. Der Fastnachtspräsident: "In punkto Frohsinn und Humor, da macht uns schnell so keiner was vor. Unser Frohsinn der stimmt an, natürlich auch den Muselmann." So eine Gaudi passe auch runter nach Saudi. Nicht möglich sei aber die Bitte, der Scheich sitze vorne in der Mitte. Dort sitze Rainer und sonst keiner.  Der Sultan entrüstet: " Wisst ihr was, ihr könnt mich mal, die Verhandlung war ne Qual. Ich verlass jetzt radikal augenblicklich diesen Saal. Nein, nein, was seid ihr Franken stur, und dabei behauptet ihr, ihr seid ne Frohnatur."

Die Karnevalisten: "Ja, ja, ja, die Fasenacht bleibt da. Und wir sagen Gottseidank. Danke auch Allah."


Nach nicht enden wollendem rhythmischen Klatschen und Pfiffen gibt es noch eine Zugabe der Greisentruppe:

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"Da läuft doch unser Bürgermeister. Der is auch ganz schö alt geworden" so das Trio. Man habe gehört, dass er jetzt ehrenamtlich weiter machen will. "Jetzt kost es uns nix mehr, nur noch Nerven." Mix: "Aber wäre es nicht an der Zeit, dass er aufhört. Wenn ich seine Frau wär, ich tät ihm ordentlich Bescheid sag." Stadtmüller: "Die werd froh sein, wenn er es noch länger macht." Fragen: Und die anderen Parteien, sagen die da nix? Haben wir andere Parteien, des hab ich gar net gewüsst. Und die CSU sagt selber, dass er weiter machen soll." Stadtmüller: "Wenn des so weiter geht, macht der so lang, bis die den aus dem Rathaus raustrage und direkt im Rathaushof ein Rainer-Standbild draus mache."

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Abschieds-Song: "Nachts in Veitshöchheim, um die Mitternachtsstund, du guckst noch was los ist, doch es bellt nur ein Hund. Nachts in Veitshöchheim, gespenstische Ruh, denn die Kneipe hat zu, der Gehsteig ist hochgeklappt. Doch manchmal ists anders, dem Himmel sei Dank, da spielt eine Truppe, die heißt Frei & Frank und die sagt Servus."

veröffentlicht in: Kultur Theater/Kabarett - Community: Lebens- und liebenswertes Veitshöchheim - von Dieter Gürz
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Friday, 11. january 2013 5 11 /01 /Jan. /2013 11:31

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Aufgrund der großen Nachfrage terminierte das Veitshöchheimer Kabarett Frei & Frank  bereits  drei zusätzliche Vorstellungen des neuen Programms „Keine Ahnung“ am 18.,19.,20. Januar jeweils 20.00 Uhr

in der Aula der Eichendorffschule Veitshöchheim

Da auch diese bereits ausverkauft sind, gibt es nun letztmals noch zwei Vorstellungen am 26. und 27. Januar, jeweils um 20 Uhr.

Damit sind es nun an die 3000 Besucher, die das neue Programm von Frei  Frank sehen wollten.

 

Vorverkauf Falken-Apotheke Kirchstr.36, Tel.91540

 

 Link auf Mainpost-Artikel (pdf.Datei)

 

Link auf Bericht Veitshöchheim News

 

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