In den vorzeitigen wohlverdienten Ruhestand geht Jutta Rülander ab Mai nach zwölf Jahren Leitung des Horts an der Eichendorffschule. Die Führung des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt, bei dem die 62jährige seit Juli 2001 angestellt ist, bereitete ihr zum Stabwechsel in der Schulaula im Kreise des AWO-Mitarbeiter-Teams, der Hortkinder nebst ihren Familien und einiger Ehrengäste nach vielen Wochen der Vorbereitung eine unvergessliche Abschiedsfeier.
Jutta Rülander "Immer ganz nah dran"
Geschäftsführerin Brigitte Will: "Sie war immer ganz nah dran an den Kindern und ihren Familien, hatte ein offenes Ohr für ihre Anliegen und ihre Sorgen. Sie hat sich ganz intensiv und erziehungspartnerschaftlich eingesetzt für Familien, die alleinerziehend oder in schwierigen Situationen waren."
Alle im Team habe sie herausgefordert, die Potentiale jedes Einzelnen aber auch gefördert, um gemeinschaftlich Hortarbeit mit Teamgeist und Verantwortung zu meistern.
Die Emsländerin brachte nach den Worten der AWO-Vorsitzenden Ingrid Schinagl (re.) neben Hausaufgabenbetreuung, Elterngesprächen, Teamsitzungen und dem ganz normalen Hortalltag auch mit dergleichen Leidenschaft ihr praktisches Talent ein, wenn es darum ging, Wände zu bemalen, zu putzen oder zu kochen. Zugute gekommen seien ihr dabei ihr Knowhow und ihre frühere jahrzehntelange Erfahrung in Kinderbetreuungseinrichtungen.
Sie sei auch immer in der Lage gewesen, Neues auszuprobieren und sich kreativ auf Veränderungen einzulassen. Durch ihr Engagement habe sie dafür gesorgt, dass der Hort einen hervorragenden Ruf im Ort habe, wie dies auch der Bürgermeister und die Grundschul-Leitung in ihren Wortbeiträgen heraus stellten.
Die über einstündige, sehr kreative Abschiedsfeier dokumentierte, welch tiefe Spuren die Sozialpädagogin im Hort, bei den Familien, im Team, vor allem aber bei unzähligen Kindern hinterlässt.
Laudatio Bürgermeister Rainer Kinzkofer
"Sie strahlt so eine Natürlichkeit, Kreativität und Aktivität aus, so dass ich immer sehr stolz war, eine solch sympathische Person für die Arbeit an unseren Kindern hier zu haben" stellte Bürgermeister Rainer Kinzkofer in seiner Laudatio heraus. Veitshöchheim habe schon 1991 mit der Einrichtung eines Schulhortes eine Vorreiterrolle im Landkreis eingenommen, der schon ein Jahr darauf auf zwei Gruppen erweitert wurde. Im Jahr 2000 habe die Gemeinde dann für 1,1 Millionen Euro durch Umbau des aufgelassenen Lehrschwimmbeckens unter der Turnhalle die heutigen Horträume geschaffen, die zur Zeit 70 Kinder besuchen. Der Bürgermeister dankte der scheidenden Hortleiterin für ihre vorbildliche, partnerschaftliche Arbeit im Team und ihr tolles Engagement zum Wohl der Kinder. Wie sie ihr sechs bis zwölf Jahre altes Klientel seit 2001 betreut und durch Vermittlung von Werten, Erziehung zur Selbstständigkeit und Sozialverhalten auf das Leben vorbereitet habe, verdiene allerhöchste Anerkennung.
Kinzkofer: "Da die Beanspruchung durch Kinder schon sehr erheblich ist, kann ich es nachvollziehen, dass die Jutta vorzeitig mit 62 Jahren in Pension geht, um nun verstärkt ihren Hobbys wie Reisen, der Schauspielerei und als Autorin nachgehen zu können." Den Abschied versüßte der Bürgermeister ihr mit einem Jahres-Abo für das Mainfrankentheater.
Beiträge von Hortkindern
Fleißig geübt hatten auch zahlreiche Hortkinder, um der Hortleiterin gesanglich und mit Gedichten nahezubringen, was sie beim Abschied der Hortleiterin empfinden. "Wir werden Dich vermissen und immer an Dich denken" sang so die eigens zur Abschiedsfeier gegründete Hortband unter großem Beifall, die für Jutta das Lied "Du bist" kreiert hatte.
Vier Mädels beschrieben in ihrem selbst in Text und Melodie geschriebenen Lied "Als ich in den Hort kam, warst Du schon da, es war so wunderbar!", was sie ihrer Jutta alles zu verdanken haben. So übergaben der Luis und der Leon ein "Glas voller Liebe", wie sie es in ihrem dazu verfassten Abschieds-Gedicht nannten.
Dankesworte des AWO-Mitarbeiter-Teams
Ihre Mitarbeiterinnen übergaben ihr zur Erinnerung an ihr segensreiches Wirken im Hort ein mit viel Liebe zusammengestelltes Album mit den wichtigsten Highlights. Nicht nur die Kinder, so war zu hören sondern auch das Mitarbeiterteam konnte sich unter ihr entfalten. Sie drehten mit Kindern auch ein Video-Zusammenschnitt mit dem Titel "Jutta - Der Film", der noch einmal dokumentiert, mit wieviel Wärme, guten Ideen, Liebe und Herz Jutta Rülander den Hortalltag, die Hausaufgabenbetreuung, die Elterngespräche, das Mittagessen und die verschiedenen Feste im Jahresablauf gestaltete und bereicherte.
Auch die sonstigen AWO-Einrichtungen wie das Kinderhaus in der Steinstraße und im schulischen Bereich der Vitusschulhort, die Mittags- und Ganztagsbetreuung sowie die Jugendsozialarbeit lobten Rülanders partnerschaftliche Zusammenarbeit und übergaben originelle Abschiedsgeschenke.
Würdigung der Zusammenarbeit mit der Grundschule
Grundschul-Konrektor Hans Winzlmair überraschte die Hortleiterin mit einem besonders originellen Abschiedsbeitrag, so dass diese nur noch sagen konnte "Mir fehlen die Worte". Auf das gemeinsame Interessensgebiet der Archäologie in der Freizeit anspielend, überreichte ihr der kommissarische Grundschulleiter einen "steinzeitlichen" Schminkkoffer, den er gleich ausprobierte und die Wangen Rülanders mit Eisenoxid einfärbte, das sich beim Reiben eines Hämatits (Bluteisenstein) bildet. Zusammen mit seiner Kollegin Karin Rügamer am Keyboard spielte er ihr dann auch noch mit seiner Panflöte zum Abschied ein Ständchen mit dem Song "El Condor Pasa".
Zuvor hatte Winzlmair, seit über 30 Jahren an der Grundschule tätig, das verdienstvolle Wirken Rülanders und die stets komplikationslose Zusammenarbeit mit Schulleitung und Lehrkräften gewürdigt. Anfangs habe er noch die "armen" Kinder bedauert, die nach dem anstrengenden Unterricht den Weg in den Hort antreten mussten. Diese Meinung habe er aber schnell wieder revidiert, nach dem er gesehen habe, mit welchem Stolz und welcher Freude die Schüler an den Tagen der Offenen Tür "ihren" Hort präsentiert hätten. Dabei habe er gemerkt, wie wohl und bestens aufgehoben die Kinder sich hier fühlen.
Begrüßung der Nachfolgerin Verena Schmidt
Zugleich hießen AWO-Geschäftsführerin Brigitte Will und AWO-Vorsitzende Ingrid Schinagl ihre Nachfolgerin herzlich willkommen mit den Worten "Möge Dein Wirken wachsen, blühen und Früchte tragen". Die Sozialpädagogin ist zur Sicherstellung eines harmonischen Übergangs bereits seit September als stellvertretende Leiterin im Hort. Wie Schmidt sagte, sei ihr der Einstieg im Hort vom Mitarbeiterteam sehr leicht gemacht worden. Sie freue sich riesig auf die Zusammenarbeit in allen Bereichen der vielschichtigen AWO-Kinderbetreuung, die neben dem Kinderhaus in der Steinstraße im schulischen Bereich neben den beiden Horten auch Mittags- und Ganztagsbetreuung sowie die Jugendsozialarbeit umfasst.
"Ihr seid tolle Kinder. Ich war sehr oft den Tränen nah und bin noch immer sehr aufgeregt über das, was Ihr mir zum Abschied alles Schöne und Wunderbare mit Worten, Gedichten, Liedern und Aufmerksamkeiten angetan habt" sagte Jutta zunächst zu ihren kleinen Gästen.
All das was sie gehört und geschenkt bekommen habe, erfülle ihr Herz und gehe mit ihr auf die Reise in ihr neues, anderes Leben. Sie verneige sich in tiefem Dank und Freude über die wunderbaren Aufmerksamkeiten und Worte und bedankte sich bei allen, die sie die ganzen Jahre über in dem Bewusstsein begleiteten und unterstützten, dass es immer um das Wohl der Kinder geht. Auch wenn ihr der Abschied schwer falle, erfülle sie es mit Freude, dass die Hortleitung nun in gute Hände komme. Sie sei sich sicher, dass ihre Nachfolgerin Verena Schmidt diese Aufgabe mit Dynamik, großem Verantwortungsbewusstsein und Hingabe erfülle und es sie auszeichne, eine hervorragende und kompetente Leitung zu sein. Rülander war es ein Anliegen auch dem AWO-Vorstand und der Geschäftsführung für die vertrauensvolle, aktive Unterstützung zu danken, ebenso der Schulleitung für die kooperative und effektive Zusammenarbeit, damit die Kinder gestärkt und zuversichtlich in die Zukunft gehen können.
Sie dankte auch dem Eltern für ihr Vertrauen, dass der Hort den Kindern das gibt, was sie brauchen, nämlich Liebe, Unterstützung, Förderung und Bildung.
In ihre Dankesworte bezog die scheidende Hortleiterin auch den Bürgermeister ein, der um die Bedürfnisse und Interessen der Kinder
wisse, ihre Rechte achte und aufgeschlossen und aktiv für ein gutes Startkapital sorge.
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