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Kultur Bücherei

Tuesday, 14. may 2013 2 14 /05 /Mai /2013 12:36

BuechereiZwergenstuebli1.jpg

Seit 25 Jahren gibt es im Veitshöchheimer Altort eine Krabbelgruppe, die sich seit einigen Jahren „Zwergenstüble“ nennt. Einmal wöchentlich treffen sich immer dienstags um 10.00 Uhr für gut eine Stunde junge, nicht berufstätige Mütter  mit ihren Kleinen zwischen einem halben Jahr und drei Jahren zum Singen, Spielen, Geburtstag und Feste feiern sowie zum Erfahrungsaustausch.

Bis vor  gut einem Jahr diente das Haus der Begegnung (HdB) an der Vituskirche als Treffpunkt. Dann fand die derzeit von Natalie Durhack (2.v.r.) federführend betreute Gruppe zwangsläufig  in der Bücherei im Bahnhof ein neues Domizil, da sämtliche Räume des HdB während der Bauphase des Kindergartenneubaus in Beschlag genommen wurden.

Den bis zu zehn Müttern, die regelmäßig zu den Treffen kommen, gefällt es samt ihren Kleinen im kuscheligen Ambiente der Kinderbücherei und deren tollen Ausstattung so gut, dass sie dort auch weiterhin bleiben wollen. Als Dankeschön für das Entgegenkommen der Gemeindebücherei übergab nun  Ansprechpartnerin Natalie Durhack (Tel. 9701503) nun einen Scheck über 250 Euro. Mit diesem Geld schafften Büchereileiterin Elisabeth Birkhold (hinten rechts) und ihre Mitarbeiterin Yvonne Weickert (hinten links) neue Spiele und Bilderbücher aus extra dicker Pappe für die kleinen Besucher an, die sie nun im Bild den Müttern vorstellten.

Der Büchereileiterin kommt es sehr gelegen, dass das "Zwergenstüble" auch weiterhin in ihrem Haus residiert, konnte sie doch inzwischen zahlreiche Mütter als Bücherei-Nutzerinnen gewinnen, die vorher überhaupt keinen Bezug zu dieser gemeindlichen Kultureinrichtung hatten. Sie konnte feststellen, dass diese bevorzugt Bilderbücher und Kinderlieder-Cds ausleihen.

veröffentlicht in: Kultur Bücherei - Community: Lebens- und liebenswertes Veitshöchheim - von Dieter Gürz
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Sunday, 12. may 2013 7 12 /05 /Mai /2013 17:09

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Gruppenbild mit den "Vorlesern" v.l. sitzend Michael Birk, Peter Schäfer, Günther Stadtmüller, Marlene Goßmann, Rainer Kinzkofer, Ute Schnapp, Marion Reuther und stehend Werner Götz, Albert Greiner, Karen Heußner, Olga Kämmer, Albrecht Vornberger, Homaira Mansury und die Büchereileiterin Elisabeth Birkhold, die mit ihren einführenden Worten die schrecklichen Geschehnisse vor 80 Jahren in Erinnerung rief.

Mit der Lesung "Verbrannte Worte" im Lesecafé der Bücherei im Bahnhof wurde auch in Veitshöchheim an die Bücherverbrennung vor 80 Jahren erinnert. Kurz nach der  „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten kam es im März 1933  im Zuge einer „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu einer organisierten und systematisch vorbereiteten Verfolgung jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller, deren Höhepunkt die am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und in 21 anderen deutschen Universitätsstädten groß inszenierten öffentlichen Bücherverbrennungen darstellten, bei denen zehntausende Werke verfemter Autoren von "deutscher Intelligenz" wie Studenten, Professoren und NS-Organen ins Feuer geworfen wurden. Die Scheiterhaufen waren ein weiteres Fanal auf dem Weg in die totalitäre Diktatur und den Holocaust.

Mitveranstalter der Lesung der Bücherei waren das Kulturamt der Gemeinde und der vor kurzem im Ort gegründete Arbeitnehmer-Bildungsverein. 

LesungVerbrannteBuecher-09-Karen-Heu-ner1.jpg LesungVerbrannteBuecher-09-Karen-Heu-ner.jpg

Die gemeindliche Kulturreferentin Karen Heußner führte durch das Programm und las selbst Gedichte des Lyrikers Joachim Ringelnatz (1883-1934)  "Fand meinen einen Handschuh wieder" und "Vergehe Zeit" und am Ende der beeindruckenden Veranstaltung das Gedicht "Ihr Zuschauenden" von Nelly Sachs (1891-1970). Die Besonderheit an letzteremGedicht ist, dass Nelly Sachs die Schreckenstaten der Nationalsozialisten thematisiert hat, ohne dabei auf konkrete Vorwürfe zu setzen. Faszinierend ist mit welcher hochemotionalen, herben, aber dennoch zarten Sprache sie über das Grauen von damals spricht und es ihr lyrisch als Opfer gelingt, sich in die Täter hinein zu versetzen.

LesungVerbrannteBuecher-06-Homaira-Mansury-2.jpg LesungVerbrannteBuecher-06-Homaira-Mansury-3.jpg LesungVerbrannteBuecher-06-Homaira-Mansury-4.jpg

Homaira Mansury, Dozentin an der Akademie Frankenwarte Würzburg, las von Leonhard Frank (1882-1961) einen Auszug aus "Gespräch im Kriege" und "Der Mensch ist gut". Frank zählt zu den bedeutendsten sozialkritischen und pazifistischen Erzähler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Werke sind geprägt von seiner politischen Vorstellung eines solidarischen und humanen Zusammenlebens der Menschen. Auch seine Bücher fielen in Deutschland der Bücherverbrennung im Mai 1933 zum Opfer. 1934 wurde ihm nicht zuletzt wegen der Unterzeichnung des Saaraufrufs deutscher Intellektueller die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

LesungVerbrannteBuecher-08-Michael-Birk-0.jpg LesungVerbrannteBuecher-08-Michael-Birk-1.jpg LesungVerbrannteBuecher-08-Michael-Birk-2.jpg

Dritter Bürgermeister Michael Birk interpretierte von Heinrich Heine (1797-1856) die Gedichte "Die schlesischen Weber" und "Nachgedanken". 

Weiter lasen vor:

LesungVerbrannteBuecher-11-Guenther-Stadtmueller.jpg Günther Stadtmüller (pensionierter Mittelschul-Lehrer und Spiritus Rector von "Frei & Frank"

Erich Kästner (1899-1974)

Kästner wurde mehrmals von der Gestapo vernommen und aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Seine Werke wurden bei der Bücherverbrennung als „wider den deutschen Geist“ verbrannt, was er selbst aus nächster Nähe beobachtete. Er emigrierte jedoch nicht mit der Begründung: „Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen. Mich läßt die Heimat nicht fort. Ich bin wie ein Baum, der – in Deutschland gewachsen – wenn’s sein muss, in Deutschland verdorrt.“

 

"Frau Großhenning schreibt an ihren Sohn"

 

 

 

Albert Greiner

(zweiter Vorstand des Arbeitnehmer-Bildungsvereins)

"Briefe an den Weihnachtsmann" und "Die Entwicklung der Menschheit"
  Rainer Kinzkofer (Bürgermeister) Rede vor dem PEN-Club 1958
LesungVerbrannteBuecher-13-Peter-Schaefer.jpg Peter Schäfer (jangjähriger Vorstand der deutsch-französischen Gesellschaft Würzburg)

Mascha Kaléko (1907-1975)

Über die deutschsprachige Dichterin mit jüdischen Wurzeln schrieb der Philosoph Martin Heidegger: „Ihr Stenogrammheft zeigt, dass sie alles weiß, was Sterblichen zu wissen gegeben ist.“ Das erfolgreich verkaufte Werk erschien im Januar 1933 und fiel bereits im Mai den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen zum Opfer.

"An meinen Schutzengel"

"Sozusagen grundlos vergnügt"

"Lächeln, Atmen, Schreiten"

LesungVerbrannteBuecher-12-Marlene-Go-mann-2.jpg Marlene Goßmann (Gemeinderätin)

Berthold Brecht (1898-1956)

Einflussreicher deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Seine Werke werden weltweit aufgeführt. Ab 1930 begannen die Nationalsozialisten, Brechts Aufführungen vehement zu stören. Zu Beginn des Jahres 1933 wurde eine Aufführung durch die Polizei unterbrochen und die Veranstalter wegen Hochverrats angeklagt. Am 28. Februar – einen Tag nach dem Reichstagsbrand – verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete ins Ausland. Brecht stand im April 1933 auf der von Wolfgang Herrmann verfassten „Schwarzen Liste“; deshalb wurden seine Bücher am 10. Mai 1933 von den Nationalsozialisten verbrannt und am Tag darauf seine gesamten Werke verboten. Brecht wurde 1935 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

"Kinderhymne"

"Fragen eines lesenden Arbeiters"

  Albrecht Vornberger (Gründer Arbeiter-Bildungsverein Veitshöchheim) "Die Bücherverbrennung"
Oskar Maria Graf (1894-1981) "Verbrennt mich"
LesungVerbrannteBuecher-10-Ute-Schnapp.jpg   Ute Schnapp (Gemeinderätin)

Heinrich Mann (1871-1950)

 

 

Er verließ Deutschland 1933 kurz vor dem Reichstagsbrand im Februar und emigrierte. Am 14. Februar 1933 schlossen ihn die Nationalsozialisten aus der Akademie der Künste aus und im August 1933 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt; Mann stand auf der Ersten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs von 1933.

 

Auszug aus dem Roman "Professor Unrat oder das Ende eines Tyrannen"

 

Hier übte Mann in pointierten, zuweilen belustigenden Formulierungen scharfe Kritik an den politischen und sittlichen Verhältnissen im Wilhelminischen Deutschland, an der Servilität des deutschen Bürgertums und an der sozialen Ungerechtigkeit dieser Zeit.

Olga Kämmer (Realschullehrerin)

Walter Mehring (1896-1981)

deutsch-jüdischer Schriftsteller und einer der bedeutendsten satirischen Autoren der Weimarer Republik - Sein Theaterstück Der Kaufmann von Berlin (1929), eine Persiflage auf die Inflationsgewinnler, uraufgeführt an der Berliner Volksbühne, provozierte einen Skandal, die SA demonstrierte vor dem Theater; Joseph Goebbels verfasste im Angriff einen ganzseitigen Hetzartikel gegen ihn mit der Überschrift An den Galgen. Viele seiner Bücher landeten während der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Scheiterhaufen. Mehring entging nur knapp seiner Verhaftung durch die SA, emigrierte, wurde 1939 in Frankreich interniert und konnte 1941 durch seine Flucht aus dem Lager St. Cyprien der Auslieferung entgehen.

"Begrüßung Hitlers auf literarischem Gebiet"
Werner Götz (Gemeinderat)

Kurt Tucholsky (1890-1935)

Angesichts seiner kompromisslosen Haltung gegenüber den Nationalsozialisten fand der schon 1930 nach Schweden ausgewanderte Tucholsky seinen Namen auf der Ersten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs von 1933 wieder, wurden seine Werke nach 1933 verboten.

Glosse "Die brennende Lampe"
Marion Reuther (Rektorin Volksschule Margetshöchheim)

Else Lasker-Schüler (1869-1945)

Die bedeutende deutsch-jüdische Dichterin emigrierte am 19. April 1933, nach tätlichen Angriffen und angesichts der Bedrohung ihres Lebens, nach Zürich, erhielt dort jedoch Arbeitsverbot. 1938 wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt und ab 1939 lebte sie in Palästina.

Gedichte "Abel", "Morituri" und "Weltende"

 

 

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Wednesday, 28. november 2012 3 28 /11 /Nov. /2012 17:18

Lesung Joachim van Linde 04 Lesung Joachim van Linde 03 Lesung Joachim van Linde 01 Lesung Joachim van Linde 02 Lesung Joachim van Linde 07

Der Abenteurer und Eisenbahnliebhaber Joachim (Jo) van der Linde war mit der „kleinsten Reisebuchhandlung“ der Welt in der Bücherei im Bahnhof zu Gast. Der Autor reiste in drei Jahren, drei Monaten und drei Tagen um den Globus und nutzte fast ausschließlich den Zug und nie ein Flugzeug, um vorwärts zu kommen. Er kam dabei durch 48 Länder in allen Kontinenten und legte 188.000 Kilometer zurück, davon 90.000 mit der Eisenbahn.

Im Lescafé der Bücherei schilderte er zunächst, wie auf den Fotos zu sehen, visuell den Reiseverlauf mit Start am Inselbahnhof in Lindau am Bodensee über Asien, Australien, Süd- und Nordamerika und Afrika wieder zurück.

Was er dabei weitab von verklärender Eisenbahnromantik für einmalige und nicht alltägliche Erlebnisse hatte, wie er Menschen, Mentalitäten und fremde Länder auf eine ganz besondere Art kennenlernte, hielt er in seinem Buch „Einsteigen, bitte!“ – Mit Eisenbahn und Frachtschiff um die Welt" fest. In 20 Geschichten hat er darin seine Weltreise auf 275 Seiten verpackt und mit vielen Fotos dokumentiert.

Daraus vermittelte der 58jährige mit Leseproben dem staunenden, leider aber nur spärlichem Publikum besonders originelle Episoden wie im Dschungel von Südindien, als Kiebitz auf der Diesellok im australischen Outback oder bei der Piratenwache auf einem Frachtschiff in der Straße von Malakka. Sein Buch ist sicherlich nicht nur für Eisenbahn-Fans eine faszinierende Lektüre.

Der heute in Teilzeit bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Berlin Beschäftigte bestieg den „Ferrocarril Chihuahua al Pacifico“ vom nordmexikanischen Hochland durch eine bis zu 1800 Meter tiefe Kupferschlucht zum Meer, den Toros-Express von Istanbul an die syrische Grenze, den „Tren a las Nubes“ in Argentinien und den Intercity von Dhaka nach Chittagong in Bangladesch. Wo es keine Zugverbindungen gab, nutzte er Frachtschiffe und Busse. Die meiste Zeit war er allein unterwegs, ein Jahr lang begleitete ihn seine Lebensgefährtin. 25 US-Dollar am Tag hatte er zur Verfügung.

Durch Gelegenheitsjobs, wie beispielsweise als illegaler Kirschenpflücker bei Vancouver in Kanada, besserte er sich seine Reisekasse auf.

Trotz aller Strapazen und der Gefahr, die immer mitreiste, ließ sich der Globetrotter,  inspiriert durch das Buch „Jupiters Fahrt – Mit dem Motorrad um die Welt“ des britischen Autors Ted Simon nicht von der Realisierung seines Traumes abhalten.

In Mozambique wurde er sogar als verdächtiger Industriespion verhaftet, weil er Fotos von Bahnanlagen und Zügen schoss.

Beim Reisen habe er gelernt, so erzählt er, dass Zeit das Wichtigste im Leben ist.

Im zweiten Teil seines Vortrags machte er seine Reise auch optisch sichtbar mit einer audiovisuellen Show „ In 20 Minuten ohne Flugzeug um die Welt“.

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Friday, 23. november 2012 5 23 /11 /Nov. /2012 20:43

PuremaltRenneisen.jpg

Moderner Klang und Morgenstern

„Koan Geist hob i net“ – dieser Satz, von Walter Renneisen aus Christian Morgensterns „Gockel“ rezitiert, war so ziemlich das einzige, was an diesem Nachmittag nicht stimmte. Denn außer Geist bestimmten Witz, Humor, Niveau und Können das Auftreten des Pure Malt Trio mit dem Schauspieler  im voll besetzten Lesecafé der Veitshöchheimer Bücherei im Bahnhof.

„…wenn der Hecht den Nebel küsst“ lautete das Programm mit Texten von Christian Morgenstern, gekonnt kombiniert mit modernen Kompositionen.

Pure Malt – das sind Gisela Anneser, Hildrun Wunsch und Dieter Leppich. Seit 1994 spielen sie zusammen, in dieser Besetzung ausschließlich Musik des 20.und 21. Jahrhunderts. Das Blockflötentrio überraschte sein Publikum mit immer wieder neuen Klängen, Harmonien und Rhythmen. Zum exzellenten Können kam spürbarer Spaß an der Musik und am Programm. Der Funke sprang schnell auf die Zuhörer über, die staunten,  wenn eine Subbass-Flöte einem satt geslappten Kontrabass täuschend ähnlich ertönte.

Hinreißend ließ Walter Renneisen Christian Morgensterns hintergründige Texte  lebendig werden, arbeitete Ironien heraus und ließ dem Humor freien Lauf so wie  beim „Gespräch einer Hausschnecke mit sich selbst“.

Nach zwei vergnüglichen Stunden auf hohem Niveau belohnten die Zuhörer die vier Protagonisten mit stürmischem Applaus.

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Saturday, 17. november 2012 6 17 /11 /Nov. /2012 18:54

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Das Sams, die berühmteste Romanfigur des Kinderbuchautors Paul Maar ließ bei dessen Lesung in der Veitshöchheimer Bücherei im Bahnhof,  wie weltweit in allen Kinderzimmern, auch die Herzen von 80 Grundschülern höher schlagen.  Der 74jährige Bamberger ist einer der erfolgreichsten Kinder- und Jugendschriftsteller deutscher Sprache, Autor über 50 und zum Teil in mehr als 30 Sprachen übersetzte und auch schon verfillmter  Kinder- und Jugendbücher, Funkerzählungen, Kindertheaterstücke und Illustrator. Er hat auch schon mehr als 30 Drehbücher für Kinder-Fernsehsendungen geschrieben, so auch  für "Die Sendung mit der Maus" oder für einige hr-Produktionen mit der Augsburger Puppenkiste.

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Dass Maars vielmillionenfach verlegte Bücher auch bei den hiesigen Dritt- und Viertklässlern hoch im Kurs stehen, zeigte sich schon am Eingang zum Lesecafé. Viele hatten ein Buch des Autors  mitgebracht, um es von ihm signieren zu lassen. Besonders freute sich auch Büchereileiterin Elisabeth Birkhold den berühmten Schriftsteller begrüßen zu können, denn dieser war schon 1982 und 1983 ihr Gast, damals noch in der Bücherei im Rathaus.

Nicht unbeteiligt an dessen Gastspiel war die Klasse 4d mit ihrer Lehrerin Patricia Hoffmann-Velte. Damals noch als Zweitklässler malten und dichteten die Kinder im Kunstunterricht in einem Projekt, in dessen Mittelpunkt  das  Buch „Jaguar und Neinguar“ von Paul Maar stand, in dem es um Gutenachtgedichte, Rätsel- und Schüttelverse, Zweizeiler und Auszählverse sowie einen bunten Strauß frecher Samsgedichte geht. Die Schüler hatten ihre Zeichnungen und Gedichte alle an den Schriftsteller geschickt, mit ihm einen Briefwechsel geführt und im Vorjahr in Bamberg die Drehorte der Sams-Verfilmungen aufgesucht. Nun hatte er sein Versprechen eingelöst, auch einmal zu ihnen zu einer Lesung nach hier zu kommen.

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Bevor er seine Vorlesung begann, stellte er sich zunächst einmal malend vor: Erst mit einer Maus, dann mit einem Elefanten, mit einem Igel und einem Nashorn. Nach ein paar Strichen lässt er die Kinder jeweils raten, welches Tier das wohl sein soll. "Ich bin Schriftsteller und Illustrator, das bedeutet, ich male die Bilder im Buch selbst", sagt er. Die Schüler kommen ihm schnell auf die Schliche und formulieren am Ende aus den Anfangsbuchstaben der Tiere den Satz: "Mein Name ist Paul Maar."

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Seine bekanntesten Werke sind zweifellos die Geschichten vom Sams, einem hintergründig-frechen 2002 hatte er für die erste Sams-Verfilmung den Deutschen Filmpreis in Gold (Wert  250.000 Euro) für den besten Kinder- und Jugendfilm errrungen.

Für

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er die Geschichte von Familie Taschenbier und dem Sams erzählt, das eines Tages einfach weg ist. Zu seinem eigenen Entsetzen muss es nach 15 Jahren, 15 Tagen und 15 Minuten wieder in die Samswelt zurück. Denn sonst würde der Mensch, bei dem es lebt, selbst ein Sams werden, und die ersten Anzeichen dazu lassen sich bei Herrn Taschenbier nicht mehr leugnen.  Im finalen Buch fressen sich Taschenbier und das Sams in einer Schokoladenfabrik durch die Sorten mit Nuss und Mandel und Taschenbier landet im Gefängnis. Zum Glück besitzt er die Samsfähigkeit, sich etwas wünschen zu dürfen. Und so beamt er sich, als es im Knast zu gefährlich wird, in die Freiheit. 

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Der hochgewachsene Mann mit dem grauen Haar, dem man aber sein Alter nicht ansieht, strahlte eine natürliche Autorität aus.

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Kein einziges Mal mahnt der für sein Gesamtwerk mit dem Bundesverdienstkreuz, dem  Bayerischen Verdienstorden und der Medaille "Pro Meritis"  ausgezeichnete Schriftsteller die zuweilen lebhaft werdenden Kinder zur Ordnung. Sie beruhigen sich wie von selbst, weil er sie von der ersten Sekunde an unterhält. Sie überraschen ihn zugleich immer wieder, weil vielen von ihnen seine Figuren und Szenen bereits bestens vertraut sind.

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Friday, 16. november 2012 5 16 /11 /Nov. /2012 09:42

VorlesenKinzkofer-2.jpg VorlesenKinzkofer-1.jpg

Ganz in seinem Element als früherer Pauker aber auch als Opa war Veitshöchheims Bürgermeister Rainer Kinzkofer, als er in der Bücherei im Bahnhof anlässlich des neunten bundesweiten Vorlesetages sieben Kindern aus dem STARKE KINDERhaus der AWO, darunter auch seine Enkelin Mia,  den besonderen Zauber der Geschichten des Autors Fredrik Vahle aus dem Leben einer Schildkröte näher brachte. Manchmal purzelt diese kleine naseweise Schildkröte mit dem lustigen Namen "Fischbrötchen" aus ihrem Aquarium und macht sich auf die Suche nach vielen verrückten und bunten Abenteuern. Sie lernt dabei viele andere Tiere kennen und lernt eine Menge über das Leben und die Welt.

Bild7.jpgSo brachte das Ortsoberhaupt die gebannt lauschenden Kinder, aber auch die mit gekommenen Erzieherinnen, zum Nachdenken und zum Lachen,  als das kecke "Fischbrötchen" zurück im Aquarium  ihrer Mitbewohnerin Emma von ihrem Ausflug in den Kuhstall erzählt:  "Kühe sind ganz große Tiere, die Kleiderhaken und schwarze Pinsel am Kopf, einen großen Handschuh zwischen den Beinen und einen roten Waschlappen im Maul und außerdem einen Strick am Hintern und einen schwarzweißen Bettvorleger um den Bauch gewickelt haben."

Kinzkofer liebt besonders Vahles Geschichten, die knapp, witzig und ausdrucksstark geprägt sind durch seine unbändige Lust am Fabulieren und Philosophieren. Darin bringt der Autor  vieles, auch kompliziertes, scheinbar so einfach auf den Punkt, dass es Leser  jeden Alters unmittelbar erreicht und mitreißt.

„Lesen ist die beste Investition in die Zukunft unserer Kinder, denn wer liest, versteht die Welt besser“ erklärt der Bürgermeister. Deshalb habe er als gelernter Pädagoge gerne bei dieser Aktion der Stiftung Lesen und DIE ZEIT mit gemacht, die Kindern und Erwachsenen das Vorlesen und Erzählen wieder populärer machen und die Lesefreude wecken soll. Eine Studie der Initiatoren der Vorleseaktion zeige, dass Kinder, denen vorgelesen wird, leichter Sprachkompetenz entwickeln und später öfter selbst zum Buch greifen. Vorlesen vermittle Basiskompetenzen, die für das spätere Leben entscheidend sein können.

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Tuesday, 25. september 2012 2 25 /09 /Sept. /2012 22:21

Lesung-1.jpg Lesung-3.jpg

Am 14. April 1912 versank die Titanic, das damals größte Passagierschiff der Welt nach dem Zusammenstoß mit einem Eisberg in den Fluten des Nordatlantik, etwa 600 km vor der US-amerikanischen Küste. Es kamen mehr als 1500 Menschen ums Leben. Gut 100 Jahre später nimmt die Jugendsachbuchautorin Maja Nielsen alle sechsten Klassen der Veitshöchheimer Mittelschule nochmals mit auf die spannende Reise des legendärsten Schiffs aller Zeiten.

Gebannt lauschen die Zwölfjährigen, was ihnen im Lesecafé der Bücherei im Bahnhof die in der Nähe von Frankfurt lebende Schriftstellerin und ehemalige Schauspielerin aus ihrem Buch "Titanic - Entdeckung auf dem Meeresgrund"  fesselnd und informativ erzählt, Bilder zeigt und Passagen aus ihrem dazu erschienenen Hörbuch einspielt. Dabei bezog sich die Autorin nicht nur auf allseits bekannte Fakten, sondern auf ihre eigenen umfangreichen Recherchen in Bibliotheken und auf Interviews mit unmittelbar Beteiligten.

Breiten Raum nahm so auch ihre Schilderung über das regelrechte Wettrennen von Forschern, Schatzsuchern und Abenteurern aus der ganzen Welt nach dem Fund des Titanic-Wracks ein, das erst am 1. September 1985 gefunden wurde. Jeder wollte der Erste sein, vor allem weil man sich wichtige Informationen über den Hergang der Katastrophe erhoffte und wertvolle Schätze an Bord des versunkenen Schiffs vermutete. Mit dem Meeresforscher Jean-Lois Michel hatte sie darüber ein Interview geführt. So konnte Nielsen anschaulich dessen technische Erfindungen erläutern, die schließlich zum Aufspüren der Titanic führten.

Es war sehr zur Freude von Büchereileiterin Elisabeth Birkhold eine rundum gelungene Veranstaltung.

 

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Tuesday, 25. september 2012 2 25 /09 /Sept. /2012 09:57

Abschlussfeier „Lesezauber“ – eine Zaubershow mit Jan Gerken  

Preisverleihung2.jpg 

Zum Abschluss des diesjährigen Sommerferienleseclubs gab es in der gemeindlichen Bücherei im Bahnhof eine zünftige  Abschlussparty.

Zaubershow-Jan-Gerken-1.jpg  Zaubershow-Jan-Gerken-2.jpg

Büchereileiterin Elisabeth Birhold hatte dazu den  Zauberer und Entertainer  Jan Gerke eingeladen. Dieser zog die Kinder in seinen Bann und sorgte für reichlich Stimmung, als er das „Eintrittsgeld“ den Kindern hinter den Ohren hervorzauberte, Bälle verschwinden ließ oder Gedanken las. Er bezog dabei die Kinder mit ein, indem er immer wieder ein Kind auf die Bühne holte.

Ansprache-Buergermeister2.jpg Ansprache-Buergermeister1.jpg

Bei der Begrüßung führte Bürgermeister Rainer Kinzkofer aus, dass seine Bücherei heuer bereits zum vierten Mal zu den bayernweit 122  Bibliotheken gehörte, die sich an diesem Leseförderprojekt und attraktiven Ferienprogramm der Bayerischen Staatsbibliothek für Schüler der fünften bis achten Klassen mit dem Ziel beteiligte, durch ein besonderes Angebot Kinder und Jugendliche gerade in der Ferienzeit zum Lesen zu animieren, den Lesespaß und letztlich auch die Lesekompetenz zu steigern.

Im Gegensatz zu den Vorjahren verfolgte die Büchereileiterin dabei ein neues Konzept.  Sie band nämlich die örtlichen Schulen nicht so eng wie bisher mit ein. Um den Freiwilligkeitscharakter der Ferienaktion zu betonen,  verzichtete sie auf eine Auftakt-Veranstaltung und auch das Abschlussfest ging nun an einem Samstag und nicht während der Unterrichtszeit über die Bühne.

Dies hatte allerdings zur Folge, dass die Beteiligung gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte zurückging. Waren es im Vorjahr noch 168 Kinder, so ließen sich heuer nur noch 49  Schülerinnen und 27 Schüler animieren, an der Aktion teilzunehmen, die zum Ziel hatte, den Lesespaß und letztlich auch die Lesekompetenz zu steigern.

Die Kinder kamen aus den örtlichen Schulen (Gymnasium und Mittelschule) und zwölf Schulen in Würzburg und Umgebung. Das Gymnasium Veitshöchheim war mit 36 Teilnehmern wie in den Vorjahren Spitzenreiter.

Trotz der Halbierung der Teilnehmerzahl war es für das Büchereiteam eine gelungene und erfolgreiche Aktion, die laut Birkhold viel positive Resonanz hervorrief.

  Zaubershow-Jan-Gerken-3.jpg

Zur Belohnung wurden nun die 54 Schülerinnen und Schüler,  die sich drei Bücher und mehr ausgeliehen hatten, zur zünftigen Abschlussparty in das Lesecafé der  Bücherei  eingeladen und mit einer Urkunde und einem Buch ausgezeichnet.

Als ausgesprochene „Leseratten“ entpuppten sich Julia Martin 25, Felix Escher 21, Miriam Disse 20,   Katharina Schmitt 19 ,  Anna Minnemann 18 ,  Clara Roth 17,  Sophie Minnemann 16,  Jan Wiesner 16   und Malte Reinhard 15. Bürgermeister Kinzkofer zollte diesen neun „Bücherwürmern“ seine Anerkennung und übergab ihnen persönlich  je zwei  Bücher und den ersten Drei noch einen Gutschein von Eis Stephan.

Am meisten gelesen wurden die Bücher  Kinney, Jeff: Gregs Tagebuch - Keine Panik! (18), Riordan, Rick: Letzte Göttin (17) und Vogel, Maja: Die drei !!! – Brandgefährlich (16).

Ansprache Buergermeister  Preistraeger.jpg

Der mit Spannung erwartete Höhepunkt der Abschlussparty war das Ziehen der fünf Hauptpreise aus den 570 abgegebenen Bücher-Bewertungskarten durch "Glücksfee" Yvonne Weickert , die Bürgermeister Kinzkofer den sichtlich erfreuten Gewinnern überreichte.

Es gewannen:

1. Preis - ein IPod touch: Melanie Öchsner

2. Preis - ein Schönes-Wochenende-Ticket Julie Lehner

3. Preis -  ein Bayernticket Julia Martin

4. Preis -  eine Saisonkarte für das Geisberg-Bad Jakob Lehner

5. Preis - zwei Eintrittskarten für den Erlebnispark Schloss Thurn: Anne Häussner

Sponsoren dieser Preise waren Sparkasse Mainfranken, cbj cbt Verlage, Arena-Verlag und DB Regio Unterfranken.

Elisabeth Birkhold verabschiedete die Clubmitglieder mit dem Wunsch, dass sie auch weiterhin lesen und natürlich, dass sie sich nächstes Jahr wieder an „Lesen was geht“ beteiligen.

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