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Veitshöchheimer Nachbarschaftshilfe - starke Resonanz, tolle Helfer

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Nachbarschaftshilfe2011.jpg

Foto vom Helfertreffen am 8. Oktober in der Kuratie

Veitshöchheimer Nachbarschaftshilfe hat sich bewährt- Helfer trafen sich zum Erfahrungsaustausch

„Geschenkte Zeit ist das Kostbarste, was Menschen einander geben können.“ Diese Weisheit des aus Gaukönigshofen stammenden Mariannhiller Missionars Adalbert Ludwig Balling ist auch Leitschnur für das vor drei Jahren gestartete Projekt „Zeitbörse – Helfen und Geholfen werden“ des Arbeitskreises „Nachbarschaftshilfe“ im Bündnis für Familie Veitshöchheim.

Um über Entwicklungen und Schwerpunkte seit dem letzten Treffen vor zwei Jahren zu berichten, hatten das Organisationsteam zum informativen und geselligen Helfertreffen ins Kuratie-Pfarrheim zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Durch ihr Kommen bezeugten auch Bürgermeister Rainer Kinzkofer sowie die beiden Ortspfarrer Robert Borawski und Silke Wolfrum ihren Respekt und ihre Anerkennung und Hochachtung für die Tätigkeit des Arbeitskreises mit einem festen Stamm von zehn Leuten.

Mit den Worten „Sie sind vorbildlich, weil Sie andere begeistern können“ dankte das Ortsoberhaupt dem Organisationsteam für die ehrenamtliche Arbeit. Diesem gehören an als allgemeine Ansprechpartner Andrea Huber als Vertreterin des Frauenbundes und des Pfarrgemeinderates, Ute Schnapp, die als Gemeinderätin für den Jugend- und Familienbereich verantwortlich zeichnet und, Klaus Rostek, der als Familienpfleger beim Landkreis beschäftigt ist. Daneben bestehen auch spezielle Angebote der Nachbarschaftshilfe. So kümmern sich die Menschenskinder- Erzieherin Sieglinde Penz um die Babysitterbörse, Maria Engert um die Förderung von Grundschülern, Elsbeth Hirn um den Besuchsdienst im Altenheim und Christine Lazarus deckt Hospiz- und Sozialeinrichtungen ab.

Wer Hilfe benötigt oder seine Hilfe anbieten möchte, kann soll sich zunächst aber einmal an die Rathausangestellte Katharina Eder wenden, die alle Anfragen im Bürgerbüro der Gemeinde koordiniert und an das Organisationsteam weitergibt.

Nach Eders Recherchen lagen die Schwerpunkte der Nachbarschaftshilfe lagen bisher auf Besuche bei Menschen zu Hause und im Altenheim zum Vorlesen, Unterhalten und Gesellschaft leisten, Hilfe bei Einkäufen, Behördengängen und Anträgen, Fahrten zu Ärzten, Hundespaziergänge und Begleitung bei Spaziergängen und Hilfen im Haushalt wie beispielsweise kleine Reparaturen.

Neu am Anlaufen ist der Einkaufsservice durch den örtlichen Einkaufsmarkt REWE Roth OHG. Dieser bietet für alle, die auf Grund einer besonderen Situation nicht in der Lage sind ihren Einkauf selbst zu tätigen, einen besonderen Service an. Diese Personen können an jedem Dienstag von zehn bis zwölf Uhr telefonisch ihre Bestellung mit einem Mindestbestellwert von 20 Euro abgeben und bekommen gegen einen Unkostenbeitrag von 2,50 Euro ihre Ware am Mittwoch ab 17 Uhr Tag nach Hause geliefert. Die Bezahlung erfolgt vor Ort und bei Anlieferung der Ware.

Sowohl der Bürgermeister als auch der katholische Pfarrer Robert Borawski gaben als weitere Anregung, im Rahmen der Nachbarschaftshilfe in Veitshöchheim eine Hospiz-Ortsgruppe zu gründen.

Aus überörtlicher Sicht berichtete Klaus Korbmann von der Gemeindecaritas ausführlich über Erfahrungswerte, Chancen und Fallstricke der Nachbarschaftshilfe. Der Theologe und Sozialpädagoge ist im Diözesanverband Würzburg seit zehn Jahren für den Aufbau und die Beratung und Unterstützung ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe-Gruppen als Serviceleistungen der Pfarrgemeinden zuständig.

Korbmann sprach von einer guten Entwicklung, wenn wie in Veitshöchheim auch die Kommune mit im Boot sei, da dadurch die Hemmschwelle für Hilfesuchende geringer sei. Nach seiner Erfahrung seien sehr viele Menschen bereit, sich für andere einzusetzen, allerdings müssten es für sie sinnvolle Tätigkeitsfelder sein und sie müssten auch selbst bestimmen können, wann, wie und wie lang ihre Einsätze sind. Dazu gehörten aber nicht regelmäßige Putzdienste und Gartenarbeiten oder pflegerische Tätigkeiten. Die Helfer seien haftpflicht- und unfallversichert und zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Die evangelische Pfarrerin Silke Wolfrum brachte ihre Freude zum Ausdruck, dass man in Veitshöchheim aufeinander schaut und Menschen bereit sind, sich einzubringen für andere, ihre Zeit, ihre Gaben und ihr Talent. Die Nachbarschaftshilfe biete Menschen die Chance, ihre Fertigkeiten in vielfältigster Weise einzusetzen.

Klaus Rostek verdeutlichte, dass im Vordergrund der Nachbarschaftshilfe die menschliche Anteilnahme und der Aufbau von regelmäßigen Beziehungen mit vereinsamten Menschen stehen. Die Nachbarschaftshilfe setze nur dort ein, was die professionelle Hilfe von Pflegekräften oder Therapeuten nicht abdecken kann. Da die älteren Leute aber nicht von sich aus tätig würden, müssten neben den Bürgern im Umfeld auch die Profis wie die Sozialstation und Hausärzte auf die Dienste der Nachbarschaftshilfe aufmerksam machen.

 

 

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