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Veitshöchheimer Gemeinderat stellte am 25.10. Weichen für Modernisierung der Mainfrankensäle

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

BuehnerechtserhaeltSheddach

Die Bühnenerhöhung mit Kosten von 280.000 Euro ist nun beschlossene Sache, ebenso wie die energetische Sanierung und der Umbau des bestehenden Gebäudes.

Geplanter Baubeginn: 11. Februar 2013 - Geschätzte Kosten: 9 Mio. Euro

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Der geplante Erweiterungsbau mit Seminarräumen und Foyer-Erweiterung (Westansicht zum Main hin) wurde jedoch wegen der notwendigen hohen Darlehensaufnahme von 7,5 Mio. Euro bei Gesamtkosten von 12,9 Mio. Euro auf spätere Jahre verschoben. Er soll jedoch nach dem Beschluss des Gemeinderates wie schon in der Entwurfsplanung (Leistungsphase 3) auch Bestandteil der in Auftrag gegebenen Genehmigungsplanung (Leistungsphase 4) sein.

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In der ausführlichen Diskussion und Darlegung der Standpunkte der Fraktionen bestand gestern abend in der Gemeinderatssitzung großteils Übereinstimmung, dass die nach jahrelangem Ringen vom Gemeinderat am 7. Juni 2011 einstimmig in Auftrag gegebene und nun vorgelegte Entwurfsplanung mit Kosten von 12,9 Mill. Euro sinnvoll und zukunftsorientiert ist.

Unterschiedliche Auffassungen traten jedoch zu den von den Planern aufgezeigten möglichen Einsparungen und zur Frage auf, ob die Gemeinde sich laut Finanzierungsplan mit schätzungsweise bis zu 7,0 Mio. Euro Darlehen (davon 2,5 Mio. Euro zinsgünstige Kfw-Darlehen), verschulden soll oder es sinnvoller ist, die Maßnahme in zwei zeitlich deutlich getrennten Bauabschnitten zu realisieren.

EG.jpg UG-Kopie-1.jpg

Der Gemeinderat stimmte wie folgt ab:

1. Der in der Entwurfsplanung vorgesehenen Bühnenerhöhung mit Kosten von 280.000 € wird zugestimmt.

Abstimmung: 21 Jastimmen, 3 Neinstimmen

2. Restaurant mit Küchenbereich und Cateringraum sind entsprechend der Entwurfsplanung beizubehalten.

Abstimmung: 16 Jastimmen, 8 Neinstimmen

3. Die Genehmigungsplanung (Leistungsphase 4) wird auf der Grundlage der Entwurfsplanung vom 30.9.2011 in Auftrag gegeben.

Abstimmung: 22 Jastimmen, 2 Neinstimmen

4. Der Beschlussvorschlag, die gesamte Baumaßnahme mit Fertigstellung bis Ende 2014 in Angriff zu nehmen findet keine Mehrheit.

Abstimmung: 10 Jastimmen, 14 Neinstimmen

5. Aus Finanzierungsgründen und wegen der Probleme des mit dem derzeitigen Pächter bis Ende 2018 bestehenden Pachtvertrages wird beschlossen, zunächst in einem ersten Bauabschnitt nur die energetische Sanierung und den Umbau des Bestandsgebäudes entsprechend der Entwurfsplanung mit den von den Planern vorgeschlagenen Baubeginn 11.2.2013 so zu realisieren, dass die Erweiterung (Anbau Seminartrakt mit Vergrößerung Foyer) im zweiten Bauabschnitt in späteren Jahren möglich ist.

Abstimmung: 16 Jastimmen, 8 Neinstimmen

 

 

 

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Marc Zenner 12/06/2011 08:40

Die mit breiter Mehrheit beschlossene Sanierung- und Erweiterung der Mainfrankensäle in zwei Bauabschnitte zu unterteilen ist wirtschaftlicher Wahnsinn! Alle Beteiligten Fachleute kritisieren die
Entscheidung scharf.

Bereits jetzt hat die Gemeinde im Verhältnis zu den 2009 ermittelten Baukosten mit erheblichen Kostensteigerungen zu kämpfen. Verschiebt man den zweiten auabschnitt, also die Erweiterung um die
dringend benötigten Seminarräume um mehrere Jahre, wird das Gesamtvolumen von € 12,9 Mio. Euro nicht zu halten sein. Geradezu fahrlässig ist, dass man mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit einen Zuschuss von € 700.000,00 verliert und zusätzlich € 750.000,00 Rückbaukosten aufwenden muss. Bisher nicht beziffert sind die zusätzlichen Planungs- und Durchführungskosten.
Im Ergebnis werden also weit höhere Kosten verursacht.

Wer heute sagt, er will die Bauabschnittslösung, weil er keine Schulden verantworten will, der hat nicht nachgedacht. Denn Tatsache ist, dass auch für eine Bauabschnittslösung beim ersten
Bauabschnitt ein Kredit aufgenommen werden muss. Angesichts von Zinsen auf Rekordtief leuchtet deshalb nicht ein, warum nicht schlussendlich auch noch der Restbetrag finanziert und in einem Zug
saniert wird. Zwar handelt es sich in jedem Fall um Schulden – jedoch nicht für den Konsum sondern für eine Investition auf 30 Jahre gesehen. Jeder private Häuslebauer geht so vor.

Die Finanzierung ist nach Aussage des Kämmerers übrigens machbar – entgegen den Behauptungen des Bürgermeisters in der Sitzung. Richtigerweise wird der Investitionsspielraum der Gemeinde
eingeschränkt. Zukünftig wäre bei den Gemeinderäten also etwas mehr Mut gefragt, wenn zu unnötigen Luxusinvestitionen auch einmal "nein" gesagt werden muss!

Noch schwerer wiegt, dass bei einer Investition von € 9 Mio. im ersten Bauabschnitt keine wirkliche Attraktivitätssteigerung der Mainfrankensäle erreicht wird. Einfach gesagt: Der Veranstalter und
der Bürger sehen trotz erheblicher Kosten kaum eine Veränderung. Gerade die örtliche Wirtschaft ist jedoch daran interessiert, dass in den Mainfrankensälen weiter Premiumveranstaltungen
stattfinden. Nur so kann das positive Image Veitshöchheims, zu dem die Mainfrankensäle als Aushängeschild entscheidend beitragen, erhalten werden. Der Mehrwert moderner Mainfrankensäle mit
Seminarräumen für Veitshöchheim und seine Bürger lässt sich nicht in Euro beziffern, ist aber letztlich unbezahlbar.

Angesichts des Abstimmungschaos und des wohl rechtswidrigen letzten Beschlusses wird der Gemeinderat über die Frage der Bauabschnitte nochmals zu befinden haben.