Monday, 27. february 2012 1 27 /02 /Feb. /2012 12:20

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In eine magische, mittelalterliche Welt, die „Fasanthiola“ heißt, entführte 80 Minuten lang die  Veitshöchheimer Autorin Ursula Dittmer bei ihrer Lesung die fast atemlos ihrem Vortrag lauschenden Zuhörer im vollbesetzten großen Raum der Galerie Zeitweise. Die derzeit hier noch bis 4. März rundum an allen Wänden prangenden  künstlerischen Frauengestalten  bildeten für ihre Autorenlesung den passenden Rahmen. Denn Dittmer erweckte aus allen vier bisher erschienenen Bänden ihres Fasanthiola-Zyklus mit der Müllerin Hedda, der Äbtissin Irmelin  und der Schamanin Alicea starke Frauengestalten nicht nur mit ihren schriftstellerischen, sondern auch mit ihren ausgezeichneten schauspielerischen Fähigkeiten zum Leben, schlüpfte beim Vorlesen eindrucksvoll in deren Rollen, mal einfühlsam, mal aggressiv, auch singend und schreiend.

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Voller Begeisterung war so auch die Gemeinderats-Kulturreferentin Ilse Feser, dass Dittmer mit ihrer Lesung die Ausstellung "Frauensache(N)" bereicherte. Sie hat nämlich einen besonderen Bezug zu der nun wieder in Veitshöchheim wohnenden Autorin, die sie seit 33 Jahren kennt und die als ehemalige Kindergartenleiterin mit ihr als damalige AWO-Vorsitzende  gemeinsam den Kindergarten  im Schenkenfeld erbaut hatte.

1987 machte dann sich dann die Sozialpädagogin selbständig und betreibt seit 1994 einen Theaterladen in Lengfeld. Sie arbeitete unter anderem als freie Fortbildungsreferentin und gründete ein Fortbildungsinstitut, in dem sie auch Erzähl- und Theaterkurse anbietet.

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Seit ihrer Schulzeit schreibt die 58jährige in  ihrer Freizeit  Gedichte, Kurzgeschichten, Theaterstücke und  seit 20 Jahren auch über die magische Welt von Fasanthiola. Im Februar 2009 brachte sie darüber mit "Keine Zeit für Drachen" den ersten und im Dezember 2011 mit "Aliceas Lied" den vierten und bislang letzten der Zyklus-Bände, die sie selbst über den Dienstleistungsverlag  Books on Demand vermarktet.

 

 Held der in der Ich-Form erstellten Geschichte ist der musikalisch hochbegabte Würzburger  Biologiestudent, Alexander Breskow, in Fasanthiola Xander genannt.  Der eigentlich logisch denkende und eigenbrötlerisch wirkende  Protagonist wird nach der Lektüre eines magischen Traum-Buches am Luckner-Weiher in seiner Heimatstadt in ein urwaldähnliches Zauberreich mit intelligenten Drachen versetzt und reift dort im Zentrum von Intrigen und Feindseligkeiten vom neurotischen Misanthropen zu einem Menschen, der in der Rolle des Geweissagten Ok 'na Thun  Fasanthiola vor  dem Untergang bewahren soll.

 

Den Fokus legte die Autorin bei der Lesung in der Galerie Zweitweise sehr gerne aber auch auf die bei ihr vorkommenden starken Frauengestalten, von denen sie, wie auch von den anderen Akteuren sehr liebevoll erzählte.

  • So kommt darin zu Beginn im Spiegelbild des Buches auch Alexanders Mutter Eva Breskow als starke Frau vor,  die ihrem Sohn Geschehenes begreiflich macht und was man tut, auch zu Ende  denken müsse, wie etwa den Tod eines Fisches, wenn man die Angelrute auswirft.
  • Naturerlebnisse auf ihren Urlaubsreisen spiegelten sich in Dittmers Erzählungen wieder, wie etwa eine zauberhafte Schlucht an einem See auf Kreta, wo Xander im Tal  der Retha von der jungen Nonne Majoran aus der Gefangenschaft befreit wurde und im zerstörten unterirdischen Kloster vor der Äbtissin Irmelin kapitulierte und unfreiwillig mit dieser willensstarken Priesterin der Göttin Retha den Morgengruß anstimmte.
  • Breiten Raum nahm dann in Dittmers Erzählung  aus ihrem dritten Band die erfolgreiche Olivenöl-Müllerin Hedda ein. Bei ihr hatte Xander im Exil gelebt.  Zwanzig Jahre später traf er sie  in einer Taverne wieder, wo sie völlig verarmt und gedemütigt ihr Leben fristete.   Hasserfüllt  macht sie Xander für alle schrecklichen Dinge verantwortlich wie die Zerstörung ihrer Mühle und die Ermordung aller Freunde, bis es ihm gelingt, bei den Bewohnern Heddas Ansehen wieder herzustellen.
  • Die vierte Geschichte führte die Zuhörer im vierten Band in die brütende Hitze der Vulkane und der voller Magie knisternden, unwirtlichen Höhlenwelt der Drachen von Palpa Adronis. Hier gerät  Xander,  durch die Magie seiner Musik mächtig geworden, in den Bann von Alicea, einer einst sehr mächtigen Schamanin und nun alten Frau mit langen weißen Haaren,  die ihn seit seiner Kindheit auch bei seinen Rhönabenteuern begleitet hatte. Die im Feuer tanzende  Alte suchte mit ihren Lakaien wie Xander nach den sieben Traumbüchern. Sie offenbarte im Feuerschein dem tobenden Xander, dass er ihr "Zuchtergebnis" sei, bis dieser schließlich in den züngelnden Flammen seinen Frieden fand.. 

Die Veitshöchheimerin offenbarte eine in jeder Hinsicht phantastische Welt, in der die Zuhörer tief eintauchen und nach und nach psychologisch einfühlsam vielschichtige Charaktere in all ihren Facetten kennenlernen konnten. Bis in die kleinsten Details ersteht diese Welt vor den Zuhörern, ist jede Szene liebevoll gestaltet und enthält spannende Momente. Jeden Menschen, jeden Drachen, jedes Haus, jeden Wald, jeden Berg, jede Kammer, jede Höhle, einfach alles, ob schön oder hässlich, ob gut oder böse, kann man dank Dittmers Fabulierkunst plastisch vor sich sehen.

Wie die Autorin sagte, war es ein Experiment, Frauengestalten aus ihren vier Bücher raus zu ziehen und die verschiedenen Sichtweisen zu offenbaren. Mit ihren Ausschnitten aus ihrem Fasanthiola-Zyklus zeigte sie, wie spannend und unterhaltsam Fantasy nicht nur bei Harry Potter, sondern auch aus deutscher Feder sein kann.

Bislang noch als No-Name-Autorin geltend, freute sich Ursula Dittmer, nun immer öfter zu Lesungen eingeladen zu werden. So äußerte sie sich denn auch mit gesunden Optimismus: "Ich denke, ich werde meinen Weg machen mit meinen Büchern." Dies ist keine Frage, wenn es ihr bei Lesungen wie nun in ihrem Heimatort gelingt, die Zuhörer mit den von ihr erfundenen Fantasy-Welten, in denen magische Dinge passieren und Drachen leben, mit ausdrucksstark gezeichneten Bildern in ihren Bann zu ziehen. Sie kündigte bereits weitere Romangeschichten an, sobald sie mit der Herausgabe des fünften Bandes zu Weihnachten den Fasanthiola-Zyklus zum Abschluss gebracht hat.

 

 

 

 

 

 

 

veröffentlicht in: Kultur Gemischtes - Community: Lebens- und liebenswertes Veitshöchheim - von Dieter Gürz
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