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Trinationales Partnerschaftstreffen in Veitshöchheim zum Thema „Kultur vor Ort“

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Freibad02
von Dieter Gürz

Naturfreundehaus01

Zum ersten Mal fand in Veitshöchheim vom 2.bis 5.Juni ein trinationales Treffen mit den Partnergemeinden Pont-l’Eveque (Frankreich) und Rotava (Tschechien) statt (im Bild oben im Freibad). Dazu gesellte sich zeitweise auch noch eine private Reisegruppe aus Veitshöchheims sächsischer Partnerstadt Geithain (im Bild darunter zusammen mit den tschechischen Gästen beim Grillabend im Naturfreundehaus).

Wie Bürgermeister Rainer Kinzkofer beim Empfang im Rathaussaal  feststellte, ergab sich zum ersten Mal die Möglichkeit, die jüngste Partnerschaft Veitshöchheims mit der tschechischen Stadt Rotava (Rothau) aktiv in Veitshöchheims bereits länger bestehende Partnerschaftsbeziehungen einzubinden. Kinzkofer: „Alle Partnergemeinden verbindet das Bemühen um eine aktive Rolle im Hinblick auf gegenseitiges Verstehen und Zugehen im Rahmen einer europäischen Dimension.“

Die gemeindliche Kulturreferentin Dr. Martina Edelmann und die französische Partnerschaftsbeauftragte Christel Teroerde hatten dazu unter dem Thema „Kultur vor Ort“ ein umfangreiches, durch das EU-Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ (EACEA), gefördertes Programm erstellt. Dies erfolgte auch vor dem Hintergrund, dass die Stadt Rotava gegenüber den beiden Partnern Veitshöchheim und Pont l’Evêque größere strukturelle Unterschiede aufweist.

Naturfreundehaus03  Naturfreundehaus07   Naturfreundehaus06

Die 30 französischen Freunde genossen nach der zwölfstündigen Anreise am Donnerstagabend einen ruhigen Abend in den Gastfamilien. Die zehnköpfige tschechische Gruppe aus Rotava (Rothau) mit Bürgermeister Jan Sliva an der Spitze trafen sich zum Grillabend im Naturfreundehaus mit den 15 hier nächtigenden Gästen aus dem 60 Einwohner zählenden Ortsteil Troisdorf der sächsischen Partnergemeinde Geithain.

Naturfreundehaus05

Zweiter Bürgermeister Oswald Bamberger spielte den Grillmeister und bedient gerade die Geithainer Partnerschaftsbeauftragte Gaby Sporbert. Die Kulturreferentin Martina Edelmann hatte zudem ein köstliches Salatbuffet selbst zubereitet und aufgebaut. 

00RathausVorstellungRotava  00RathausVorstellungFrankreich

Der Freitagmorgen diente zunächst im Rathaus-Sitzungssaal dem gegenseitigen Kennenlernen. So wurden Veitshöchheim, Pont-l’Evêque und Rotava Orte durch Filme und Präsentationen vorgestellt, immer mit Übersetzung in Tschechisch und Französisch.

 

GeschenkRotava

Beim Austausch von Gast-Geschenken gab es Spezialitäten aus der Normandie und Rotavas Bürgermeister Jan Sliva überreichte der gastgebenden Gemeinde einen 22 Millionen Jahre alten Steinholzblock aus dem Erzgebirge.

TeroerdePruvost

Besonders geehrt wurde durch die Partnerschaftsbeauftragte Christel Teroerde der Président du Comité de Jumelage von Pont-l’Eveque, Monsieur Gérard Pruvost und nach zehnjähriger erfolgreicher Tätigkeit verabschiedet. Glücklicherweise bleibt er dem Comité als Ehrenvorsitzender erhalten. Als seinen Nachfolger stellte er Monsieur Philipp Carré vor.

synagoge  Kneipptreten Freibad

Die Informationen zu Veitshöchheim wurden durch die Besichtigung ausgewählter Ziele unter dem Aspekt „Kultur vor Ort“ ergänzt und vertieft. So besuchte die Franzosen und Tschechen das Jüdische Kulturmuseum, die Kneipp-Anlage, das Geisbergbad, den Markushof des Don-Bosco-Werks in Gadheim, den neu angelegten Weg der Jahresbäume und die Räumlichkeiten der Eichendorffschule und des Sportzentrums. Während der Besichtigungen ergaben sich immer wieder Gespräche über vergleichbare Einrichtungen in Rotava und Pont l’Eveque.

SingenMFS

Ein gemeinsames Abendessen zusammen mit den Gastfamilien in den Mainfrankensäle rundete den ersten Tag ab. Dazu gab es von den drei Teilnehmergruppen einstudierte landestypische Gesangseinlagen.

Bamberg

Die Delegationen aus Pont l’Evêque und Rotava besichtigten am Samstag das UNESCO Welterbe Bamberg. Die Führungen in deutscher, französischer und tschechischer Sprache brachten die Sehenswürdigkeiten des größten vollständig erhaltenen Altstadtensembles Europas näher.

BahnfahrtRotava

Die Reise nach Bamberg wurde unterstützt durch die DB Regio Unterfranken, die Freifahrtscheine für die Reiseteilnehmer zur Verfügung stellte. Nach diesem erlebnisreichen Tag erfolgte für die Franzosen ein von allen gewünschter Austausch in den Gastfamilien.

 ProzessionTschechen   01vituskirche    01Hofgarten

Am Sonntagmorgen war dann Treffpunkt in der St.Vitus Kirche zum Bilhildisfest. Mit der Fahne aus Pont-l’Evêque und Rotava nahm man an der Prozession durch den Hofgarten teil und konnte so auch dieses Veitshöchheimer Juwel bewundern.

01PruvostJakobusSliva    03Weißwurstessen

Auf dem Bilhildisfest gab es nochmal Gespräche mit Veitshöchheimern und deutsche Spezialitäten zur Stärkung vor der Heimreise.

 NauschSlivaPfarrerBorawski

Karl Nausch von der Ortsgruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft (links, im Gespräch mit Rotavas Bürgermeister Jan Sliva und Ortspfarrer Robert Borawski) war immer dabei und tauschte sich rege aus mit Gästen aus Rotava, seinem früheren Heimatort Rothau.

02FruehstueckEdelmann 

Vorzüglich bewirtete z.B. die gemeindliche Kulturreferentin Martina Edelmann die bei ihr untergebrachten tschechischen Gäste.

Als Fazit stellte Bürgermeister Kinzkofer am Ende fest: „Das viertägige Treffen hat vielfältige Möglichkeiten für einen aktiven Partnerschaftsprozess eröffnet.“ Ein gegenseitiges Kennenlernen konnte in vielen kleinen Facetten stattfinden. Es waren nach seinen Worten viele kleine Mosaiksteine, die beim nächsten Treffen durch neue ergänzt werden sollen. So seien weitere Treffen geplant, auch mit weniger umfangreichen Programmen, dafür aber konkreten Ansätzen, über die bei dem jetzigen Treffen in Veitshöchheim gesprochen wurde.

Vereinbart wurden beispielsweise ein Treffen und ein Austausch von Kindergärtnerinnen ebenso von Lehrlingen in Betrieben. Beschlossene Sache ist auch das Erstellen eines Kochbuchs mit typischen Rezepten und in allen Sprachen der Veitshöchheimer Partnergemeinden. Auch sollen Ortsinformationen in den verschiedenen Sprachen erstellt werden und in den Gemeinden ausgelegt werden. Sammeln will man auch historische Fotografien in den jeweiligen Orten und zu einer Präsentation zusammenstellen. Auch privat kam einiges in Bewegung. So entschloss sich der Franzose Pruvost spontan dazu, eine Kur im tschechischen Karlsbad zu machen. Auch mit banalen Dingen will man sich aushelfen. So war den Besuchern aus Rotava nicht bekannt, dass es Zecken-Zangen gibt.

 

 

 

 

 

 

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