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Schlechtes Wetter am Fronleichnams-Feiertag: Pfarrer hält Gottesdienst nicht im Hofgarten, sondern in der Vituskirche

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

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Bilder von der Fronleichnamsprozession 2010

In Bayern ist morgen Feiertag. In den katholischen Gemeinden wird das Hochfest des Leibes und Blutes Christi (Fronleichnam)  traditionell mit Gottesdiensten unter freiem Himmel und farbenprächtigen Prozessionen (Festzüge zu geschmückten Altären) gefeiert. 

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Traditionsgemäß beginnen in Veitshöchheim  für die Pfarrgemeinde Santk Vitus die Feierlichkeiten an diesem Tag mit einer Messfeier im Hofgarten-Rondell (Foto 2010).

Wegen des voraussichtlich schlechten Wetters verlegte nun Pfarrer Robert Borawski kurzerhand den um 8.30 Uhr terminierten  Gottesdienst  in die Vituskirche.

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Der Pfarrer will dann anhand der Wetterlage kurzfristig entscheiden, ob im Anschluss an den Gottesdienst  die  Fronleichnams-Prozession mit den Fahnenabordnungen der Vereine und den Trägern der Figuren der Ortsheiligen Vitus und Bilhildis im Altort stattfindet.

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Auf alle Fälle wird der Festzug nicht, wie sonst nach dem Gottesdienst im Hofgarten über den südlichen Ausgang üblich, zum Seniorenheim St. Hedwig führen (im Bild Station 2010).


Fronleichnamsprozessionen mit langer Tradition (Quelle: BR)

Mit Prozessionen feiern die Katholiken den Fronleichnamstag. Dabei wird die "in Fleisch und Blut Jesu" verwandelte Hostie in einer Monstranz feierlich unter Gesang und Gebet durch die Straßen getragen. An vier Stationen ("Altären") wird Halt gemacht, das Evangelium verlesen, eine Fürbitte gesprochen und der Segen gespendet.

Das katholische Hochfest Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten erinnert an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Der vor etwa 750 Jahren entstandene Name bedeutet "Leib des Herrn". Im Mittelpunkt steht die Eucharistie, die Umwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Das Fronleichnamsfest geht auf eine Vision der Nonne Juliane von Lüttich im Jahr 1209 zurück, die den Mond als Symbol für das Kirchenjahr mit einem dunklen Fleck sah. Papst Urban IV. machte es 1264 zum allgemeinen Kirchenfest. Fron bedeutet Herr - daran erinnert auch die von den Bauern früher zu leistende Fronarbeit, und Leichnam hieß entgegen der heutigen Bedeutung jahrhundertelang nicht toter, sondern umgekehrt: lebendiger Leib. 1264 schrieb Papst Urban dieses Fest für die ganze abendländische Kirche vor.

Der Feiertag wurde im Hinblick auf das am Donnerstag vor Ostern eingesetzte Abendmahl auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten gelegt. In Deutschland wurde die erste Sakramentsprozession 1274 in Kölner Urkunden erwähnt. Die Bischöfe ließen vielerorts prachtvolle Monstranzen für das Allerheiligste und Traghimmel aus Brokat fertigen und die Straßen mit Birkenzweigen schmücken.

Fester Bestandteil der Umzüge war lange Zeit der Aufmarsch der Universitätsprofessoren, der Ratsherren, der Handwerkszünfte und Bruderschaften mit Fahnen und biblischen Figurengruppen. In München folgte der Prozession sogar der König mit dem Hofstaat. In den Urkunden wird jedoch auch über Störungen der Feierlichkeiten geklagt. 1740 wurde Brauern und Wirten in München ausdrücklich "das Setzen von Gästen" während der Prozession verboten. Die Quellen halten auch fest, dass es manche Teilnehmer die nicht den ganzen Weg mitgehen wollten zum "altbayerischen Trunke" gezogen hatte - zum traditionellen Maibock-Bier.

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