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Neuer Veitshöchheimer Verein „Aktion.Wüstenwald e.V.“ möchte Wüsten begrünen - Renate Herold: „Der Garten der Wüste könnte einer der wichtigsten sein, den die Menschheit je gepflanzt hat.

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

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Renate Herold und Thomas Lüftl knüpften in den Vereinigten Arabischen Emirate Kontakte mit einheimischen Projekt-Managern und gewannen diese für ihre Idee der Wassergewinnung durch CO2-freie Meerwasserentsalzung zur Wiederbegrünung von Wüsten und Trockengebieten

von Dieter Gürz

"Über Klima redet man nicht, Klima macht man!“  Dies ist einer der Leitsätze des in Veitshöchheim neu gegründeten Vereins „Aktion.Wüstenwald e.V.“ mit Sitz in Veitshöchheim.

Unter dem Slogan „Wir machen Sonne zu Wasser!“ widmen die verantwortlichen Vereinsgründer, die Veitshöchheimerin Renate Herold und der Niederbayer Thomas Lüftl ihr Engagement den Folgen der Klimaveränderung und der Notwendigkeit zum Grundwasserschutz, der Wassergewinnung durch CO2-freie Meerwasserentsalzung und der Wiederbegrünung von Wüsten und Trockengebieten.

In der Wüste einen Baum zu pflanzen, davon träumte Renate Herold schon in ihrer Kindheit. Die Alleinerziehende eines 14 jährigen Sohnes war beruflich lange Zeit mit einer Kosmetikpraxis in Veitshöchheim selbständig tätig, ehe sie sich nun vor drei Jahren in der Versicherungs- und Immobilienbranche eine neue Herausforderung suchte. In Thomas Lüftl aus Passau traf sie nun vor etwa zwei Jahren auf einen Mann, der sich schon längere Zeit konkreter mit Thema „Wüstenbewaldung“ beschäftigte. Sie hatten nun fortan reichlich Diskussionsstoff bis schließlich in beiden der Entschluss reifte , etwas Sinnvolles für die Nachwelt zu tun, das Ganze auch in die Tat umzusetzen und den gemeinnützigen Verein „Aktion.Wüstenwald“ zu gründen.

Sie erklärten dies fortan zu ihrem besonderen Anliegen,, haben Freunde begeistert, eine Vereins-Satzung formuliert, Vorprüfungen bei Behörden überstanden, Informationsabende veranstaltet, Kraftwerksmodelle entwickelt, Universitäten und Professoren bemüht, Ingenieure mit ihrem Übermut zur Verzweiflung gebracht, schließlich den Abend der Vereinsgründung organisiert und protokolliert, bis endlich im Mai die Eintragung im Vereinsregister erfolgen konnte.

Die zehn Gründungs-Mitglieder kommen aus ganz Deutschland von Hamburg bis Passau. Der zum ersten Vorsitzenden gewählte Thomas Lüftl ist Projektleiter im Messebau und war beruflich viel auch in den arabischen Staaten unterwegs, insbesondere auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort konnte er konkrete Kontakte zu einem in der Branche tätigen Projektmanager in Abu Dhabi knüpfen, der sofort von dem Anliegen des gemeinnützigen Vereins begeistert gewesen sei und seine Unterstützung zugesichert habe.

Wenn wie zu erwarten alsbald Erdölfelder in den arabischen Wüstengebieten versiegen, solle künftig nicht mehr Öl von den Fördergebieten zu den Exporthäfen, sondern Meerwasser bis tief in die trockensten Gebiete der Welt gepumpt und mittels solar betriebener Entsalzungsanlagen Wüsten wieder begrünt und so nach 5000 Jahren renaturiert werden.

Mit den arabischen Projektmanagern hoffen Vereinsvorsitzender Lüftl und seine Stellvertreterin Herold als erstes ein Pilotprojekt zu realisieren, in dem die Energietechnik auf die Meerwasserentsalzung abgestimmt, nach Lösungen für den Nachtbetrieb gesucht und geklärt wird, welche Bodenvorbereitung ideal ist, welche Pflanzentypen geeignet sind und durch eine vernünftige Mischung aus Bewaldung und landwirtschaftlicher Nutzfläche die enormen Investitionskosten zu rechtfertigen sind.

Auch eine geeignete Versuchsfläche hat Lüftl schon erkundet. Es ist das direkt am Gebirge liegende Ras Al Khaimah. Dort liege der noch vorhandene Grundwasserspiegel bei 15 Meter und würde die dort vorhandene Schotterwüste die befürchtete Wiederversalzung begrünter Flächen minimieren.

Der Verein wolle aber nicht selbst die Forschungstätigkeit von Instituten der Solar- und Windenergie betreiben, sondern die industriell schon gefertigte Technik heraussuchen, die bei beim Wüstenbegrünungsobjekt die höchste Wirkung erziele. Dazu zähle auch die Verzahnung dieser Technik mit den Anforderungen der Pipelinestruktur, der Meerwasserentsalzung wie der Bewässerung.

Derartige Modellprojekte sollen die Grundlage liefern, wie und zu welchen Kosten der Ausbau vorhandener Onshore-Anlagen betrieben werden könne, wie ein Wüstengarten konfiguriert sein müsse, damit die einheimische Bevölkerung ihn betreuen und damit auch ihren Lebensunterhalt verdienen können. Der neugegründete Verein sieht dies als lösbare Aufgabe an und ist der festen Überzeugung: „Der Garten der Wüste könnte einer der wichtigsten sein, den die Menschheit je gepflanzt hat.“ Deshalb wollen Lüftl und Herold ihn auch auf einer internationalen Gartenschau wie der IGS-2013 in Hamburg präsentieren und zeigen, wie er konfiguriert sein muss. Die Bewerbung dafür habe der Verein bereits abgeschickt.

Herold stellt abschließend fest: „Unser neuer Verein kann beileibe kein Weltenretter sein.“ Er könne aber Wege öffnen, um der Ausbreitung der Wüsten zu begegnen und die Wiederbegrünung von Trockengebieten naturwissenschaftlich-technisch wie logistisch zu meistern.

Wichtig sei auch die pädagogische und schulische Wissenserweiterung zu diesem Komplex einschließlich der technischen Möglichkeiten zu deren Bekämpfung wie die Wassergewinnung durch CO2-freie Meerwasserentsalzung zur Wiederbegrünung von Wüsten und Trockengebieten.

Unmittelbar unterstützen will der Verein deshalb auch die Durchführung von Vorträgen über umweltfreundliche Energiegewinnung an Schulen und in der Erwachsenenbildung.

 

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