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Neuausrichtung: BBW-Markushof im Veitshöchheimer Ortsteil Gadheim soll vorrangig Psychisch Behinderte aufnehmen

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

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Das Berufsbildungswerk (BBW) der Caritas-Don Bosco gGmbH in Würzburg muss von derzeit 140 Stellen 40 abbauen.

Dies geht aus einem Bericht der Mainpost vom 5.12.2011 hervor.

Wie dem Bericht zu entnehmen ist,  hat sich die Ausbildung für Jugendliche mit speziellem Förderbedarf im Bereich Lernen zur Förderung von Jugendlichen mit psychischen Problemen aus dem Bereich der Jugendhilfe erweitert.

Der Markushof in Gadheim steht deshalb vor einer Neuausrichtung. Er soll deshalb laut Pressebericht vorrangig Psychisch-Behinderte aufnehmen. Dort sei alles vorbereitet für  Leute, die sich in den Berufen Bürokommunikation, Informatik-Kaufmann und Fachinformatiker ausbilden lassen wollen.

Der Grund: Immer weniger lernbehinderte Jugendliche werden von der Arbeitsagentur für Arbeit vermittelt. Zu Spitzenzeiten machten am BBW am Hauptsitz Schottenanger in Würzburg und in der Zweigstelle Markushof  400 junge Menschen eine unterstützte Ausbildung, derzeit sind es 210 mit  steiler Tendenz nach unten.

 

In Veitshöchheim ist man gespannt, wie sich diese angekündigte Neuausrichtung des Markushofes auswirkt.

 

Hier ein kleiner Rückblick:

markushof  markushof10 markushof7

Für Veitshöchheim war es ein Glücksfall, als 1988 der bischöfliche Finanzdirektor Adolf Bauer dem „Universellen Leben“ zuvorkam und im Ortsteil Gadheim den „Schönbachhof“ erwerben konnte. Die Diözese ließ damals Schweinestallungen, Scheune und Geräteschuppen abreißen lassen und stellte das 10.000 Quadratmeter große Areal dem Berufsbildungswerk Würzburg (BBW) für Jugendfördernde Maßnahmen im Erbbaurecht zur Verfügung.

1992 konnten hier bereits eine Ausbildungshalle für die Werker im Garten- und Landschaftsbau sowie die Gewächshäuser für die Werker im Zierpflanzenbau genutzt werden. Der Schönbachhof wurde in Markushof umbenannt.

Markushof Hotel 3Sterne markushof3

1999 folgte der Übungs-Hotelanbau mit Küche. 2003 konnte das Richtfest zum dritten Bauabschnitt gefeiert werden; die alten Gebäude längs der Hauptstraße wurden abgerissen und ein Gebäude mit Wohn- und Gruppenräumen quer zur Straße entstand. 2004 war der Wintergarten-Anbau am Tagungshaus „Haus Franken“ fertig.

Der Markushof hat sich seitdem für Geschäftsleute, öffentliche Einrichtungen und kirchliche Gruppen zu einem beliebten Tagungsort entwickelt. Der Markushof verfügt über neun Seminarräume und 60 Betten. Er ist in der Lage, bis zu 340 Gäste zu bewirten. Seit gut einem Jahr firmiert das Ausbildungshotel gar als "Dreisterne-Hotel. Hier  bildeten zuletzt zwölf Ausbilder 40 Beiköche, neun Fachkräfte im Gastgewerbe, neun Hotelfachkräfte und 26 hauswirtschaftliche Helfer aus, mit dem Ziel die die jungen Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt einzugliedern und sie persönlich, sozial und gesellschaftlich zu integrieren.

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Als letztes Überbleibsel des ehemaligen Schönbachhofes wurde dann 2007 der Längsbau an der Kreisstraße abgebrochen und an seiner Stelle ein Neubau für die Ausbildung von Bäckereifachkräften erstellt. Er wurde Anfang Mai 2008 durch Bischof Hofmann eingeweiht.  Hier eröffnete im Erdgeschoss neben der Bäckerei-Produktionsstätte auch ein kleiner Laden mit Bistro-Cafe.

Entstanden sind so in vier Bauabschnitten mit modernster Technik versehene Einrichtungen, in denen Jugendliche als Werker im Zierpflanzen-, Garten- und Landschaftsbau, als Hochbaufacharbeiter, als Beikoch, hauswirtschaftstechnische Helfer sowie als Fachkraft im Hotel-, Gaststätten- und Bäckereigewerbe ausgebildet und höchst praxisnah auf den Start ins Berufsleben vorbereitet werden.

DorfplatzBepflanzungGadheimMarkushof

Mit im dritten Ausbildungsjahr stehenden Lehrlingen des Berufsfeldes „Werker im Zierpflanzen-, Garten- und Landschaftsbau“ betreut das BBW seit 2009 den neugestalteten Dorfplatz in Gadheim und führte seitdem alljährlich eine kostenlose Pflanzaktion durch.

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Der gastronomische Bereich des Markushofes ist auch für Gadheim und für Veitshöchheimer Gruppen ein Segen. Seit über zehn Jahren haben hier die etwa 70 Bewohner des Ortsteils erstmals einen kommunikativen Treffpunkt und auch einen Ort zum Abhalten von Familien-Feiern.

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