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"Der Hund, Helfer und Begleiter" - Eine Begegnung mit Such- und Blindenführhunden beim Frühlingsfest der Naturfreunde in Veitshöchheim

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Naturfreunde Blindenhundvorfuehrung1  Naturfreunde Blindenhund Effendi 01 Naturfreunde Blindenhund Effendi 02     

Viel Wissenswertes über den Hund als Helfer und Begleiter des Menschen und dem richtigen Umgang mit Vierbeinern, vor allem mit Blindenführhunden, konnten am Sonntagnachmittag die Besucher des Frühlingsfestes des Vereins "Naturfreunde Würzburg e.V." rund um das Veitshöchheimer Naturfreundehauses erfahren.

Link auf Mainpostartikel vom 11.5.2012

Begegnung mit Blindenführhunden

Wie Frühlingsfest-Organisator Sigi Hofmann bei der Begrüßung sagte, begegne man besonders in Veitshöchheim durch das hier ansässige Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte sehr häufig Blindenführhunden. Die meisten Bewohner seien jedoch höchst unsicher, wie sie sich gegenüber Blinden und ihren vierbeinigen Begleitern verhalten sollen. Dies bestätigten auch die Fragen von Besuchern.

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Aus dem "Nähkästchen" plauderte über ihre dazu gemachten Erfahrungen mit ihrer "Sony" die ortsansässige Blinde Sybille Brandt. Immer wieder komme es vor, dass Passanten ihre Labrador-Führ-Hündin streicheln oder füttern,  ansprechen oder locken wollen. Dies sei jedoch quasi eine Todsünde, wenn Blindenführhunde „im Dienst“ seien, also ihr weißes Führgeschirr erkennbar tragen, das ein offizielles Verkehrszeichen ist, das alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Rücksicht verpflichtet. Viele würden nicht bedenken, dass ein Blindenführhund ein biologisches Hilfsmittel ist, dem Blinde ihr Leben anvertrauen und auf den sie sich hundertprozentig verlassen müssen. Solange er arbeitet, also im Gestell ist, sollte man ihn nicht wie einem gewöhnlichen Hund gegenüber treten. Brandt appellierte deshalb auch an alle gewöhnlichen Hundehalter, ihre Lieblinge in Sichtweite eines Führhundgespanns an die Leine zu nehmen und dieses zügig in einem gewissen Abstand zu umgehen. Dass ein Blindenführhund sein "Herrchen" sicher um Hindernisse auch im Wald herumführt, konnten einige Besucher selbst erfahren, die durch eine Schwarzbrille nichts sehend, von Sony geführt wurden.  

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Naturfreund Hofmann konnte mit Jan Gutsmiedl (auf Foto rechts mit seinem Blindenhund "Effendi")  von der Blindenführhundschule Bayerwald in Waldkirchen zu dem einen Experten gewinnen, der als Rehabilitationslehrer für Blinde und Sehbehinderte auch berufsmäßig Bescheid weiß über die in seiner "Bayerwald-Schule" nahezu ausschließlich aus eigener Zucht ausgebildeten Blindenführhunde.

Wie Gutsmiedl ausführte, der im Alter von elf Jahren seinen ersten eigenen Begleithund ausbildete, haben etwa  ein bis zwei Prozent der rund 170.000 Blinden in Deutschland einen Führhund. Gut ausgebildete Führhunde würden ihren Haltern ein hohes Maß an individueller Mobilität, Sicherheit und Unabhängigkeit ermöglichen und dadurch einen entscheidenden Faktor für die gesellschaftliche Teilhabe blinder Menschen darstellen. Als Funktionshunde genießen sie nach seinen Worten einen hohen Stellenwert mit besonderen Rechten. So dürften sie nicht in Geschäften, Restaurants, Parkanlagen, Krankenhäuser oder auch in Kirchen ausgeschlossen werden und anstelle der sonst üblichen Gefährdungshaftung des Hundehalters würden sie nur für Verschulden haften.

Blindenführhunde, so Gutsmiedl werden in seiner Bayerwald-Schule nach etwa 350 Ausbildungsstunden vermittelt.  An die dreiwöchige Einschulung des "neuen" Herrchen in Waldkirchen würden dann am Heimatort des neuen Führhundhalters unter Anleitung des Ausbilders die bereits erlernten Fähigkeiten des blinden Hundehalters auf das alltägliche Umfeld übertragen und die für die Zukunft relevanten Wege, insbesondere auch Anbindungen an den öffentlichen Personennahverkehr erarbeitet. Die Ausbildungskosten von 20.000 bis zu 40.000 Euro würden die Krankenkassen tragen. 

Begegnung mit Suchhunden 

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Einen zweiten Schwerpunkt beim Frühlingsfest bildete die Suchhundevorführung des im April 2007 gegründeten Vereins Maintrailer-Mainfranken e.V. mit Sitz in Würzburg. Der von Trainer und Vorstand Peter Büttner (Foto links) geführte Verein ist mit mittlerweile zwei Dutzend Mitgliedern einer der größten reinen Mantrailvereine Deutschlands. Mantrailing bedeutet wörtlich "Mensch auf der Spur folgen", das heißt der Hund sucht nach einer bestimmten Person. Wie Büttner ausführte, der 

einst das Mantrailen bei Ulla Massen am Bodensee lernte, produziere jeder Mensch einen individuellen Geruch, vergleichbar mit einem Fingerabdruck. Die Hundenase  könne noch nach mehreren Tagen diesen Geruch wahrnehmen.

Naturfreunde Suchhundvorfuehrung

Dass dies funktioniert, demonstrierte im Bild der Magyar Vizsla "Apollo" von Janet, der an einem Pullover eines zuvor in einer Spielplatzröhre versteckten Jungen schnupperte dessen Geruchsstoff schnupperte und dann anhand der Duftspur des Jungen diesen, an der langen Leine geführt, auch aufspüren konnte. Büttner verdeutlichte jedoch, dass diese Aufgabe mit sehr großer Anstrengung verbunden sei und und dafür selbständig arbeitende und nicht zu sehr unter geordnete Jagdhunde am besten geeignet seien.

Naturfreundehaus

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