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Nach einem Jahrzehnt am 17. Juli in Veitshöchheim wieder große Typisierungsaktion für Uni-Netzwerk Hoffnung

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

typisierungprofessorboeck
von Dieter Gürz

Professor Dr. Markus Böck und Bürgermeister Rainier Kinzkofer rufen auf, sich am 17. Juli registrieren zu lassen oder für eine Typisierung zu spenden

„Potentielle Stammzellspender werden dringend gesucht“ sagt Professor Dr. med. Markus Böck, Direktor des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Universitätsklinikum Würzburg.

Deshalb freut er sich ganz besonders zusammen mit Bürgermeister Rainer Kinzkofer als Schirmherrn, dass nun in Veitshöchheim am Sonntag, 17. Juli 2011 zwischen elf und 17 Uhr in der Eichendorff-Mittel-Schule, Günterslebener Straße 41, wieder eine große Typisierungsaktion, genau ein Jahrzehnt nach der beispielhaften Hilfsaktion örtlicher Fußball-Fanclubs, an gleicher Stelle stattfindet. Wie schon vor zehn Jahren betreut Andreas Münch aus Rimpar vom Verein „Hilfe für Anja e.V.“ die Typisierungs-Aktion.

Großes Sport- und Spielfest 

Eingebunden ist sie in das große Sport- und Spielfest „Veitshöchheim bewegt sich“ nebst Seifenkistenrennen gleich nebenan auf und in der Nähe der Freisportanlage. Hier ist das „Netzwerk Hoffnung“ der Uni Würzburg und der Verein „Hilfe für Anja“ mit einem Infostand am Eingang zu den Umkleiden der Dreifachturnhalle vertreten. Hier kann sich ein jeder Bürger sowohl vor einer Blutentnahme zur Typisierung in den Räumen der Eichendorff-Mittelschule informieren als auch für die Typisierung spenden.

Wie erfolgt die Registrierung

Für die Registrierung benötigt man nur eine kleine Blutprobe von etwa 10 Milliliter (wie die Blutentnahme beim Hausarzt). Daraus werden im Labor die Gewebemerkmale analysiert und an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm gemeldet. Dort stehen die Daten für alle Patienten weltweit zur Verfügung.

Für eine Registrierung sollte man zwischen 18 und 55 Jahre alt und gesund sein. Nicht registrieren lassen kann man sich bei bestimmten Vorerkrankungen wie beispielsweise HIV-Infektion, Gelbsucht, Herzinfarkt oder Tumorleiden.

Gewebemerkmale müssen übereinstimmen

Bei einem Pressegespräch im Rathaus verdeutlicht Professor Böck, dass viele Menschen mit Leukämie und ähnlichen Erkrankungen mit konventionellen Therapiemethoden nicht geheilt werden können. Für sie stelle die Stammzelltransplantation die einzige Chance auf Heilung dar.

Obwohl Ende Juni weltweit 18,17 Millionen Menschen in Stammzellspenderdateien registriert seien, finde sich für viele Patienten kein passender Spender. Das liege daran, dass die Gewebemerkmale zwischen Patient und Spender möglichst weitgehend übereinstimmen müssen.

Böck: „Wenn man jedoch weiß, dass es über 50 Millionen unterschiedliche Merkmalskombinationen gibt, ist leicht verständlich, warum die Suche nach einem passenden Stammzellspender häufig aussichtslos ist.“ Daher sei es wichtig, dass sich noch viel mehr Menschen registrieren lassen, damit auch die Patienten eine Chance erhalten, für die es bisher keinen passenden Spender gibt. Je mehr Menschen registriert seien, umso höher sei die Wahrscheinlichkeit, einen Spender mit einer passenden Merkmalskombination zu finden.

Netzwerk Hoffnung rettete in 18 Monaten 42 Leben

Deshalb hat auch das Universitätsklinikum Würzburg eine Stammzellspender-Datei mit dem Namen „NETZWERK HOFFNUNG“ ins Leben gerufen, in der inzwischen schon 21.210 zu 95 Prozent aus der Region Mainfranken kommende Bürger registriert sind.

Im Vorjahr seien zu dieser Datei aufgrund passend erscheinender Merkmalskombinationen 335 konkrete Anfragen gekommen. Nach sorgfältiger Überprüfung konnten schließlich in 26 Fällen eine Stammzellspende lebensrettend durchgeführt werden. Heuer seien bereits 16 Transplantationen erfolgt und vier derzeit am Laufen.

Bis auf eine Ausnahme sei dabei immer eine sogenannte periphere Blut-Stammzellsammlung angewandt worden. Hierbei erhalte der Spender eine hormonähnliche Substanz, welche die Stammzellen aus dem Knochenmark in die Blutbahn auswandern lässt. Von dort könnten sie dann mit einem speziellen Blutspendeverfahren (ohne Narkose und ohne stationären Aufenthalt) gewonnen werden

Nur einmal musste laut Böck durch eine konventionelle Knochenmarkentnahme dem Spender etwa 1,5 l Knochenmarkblut mit den darin enthaltenen Stammzellen aus dem Beckenkamm (nicht Rückenmark) entnommen werden. Weil hierfür eine Narkose und ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig seien, werde das nur noch selten gemacht.

Auf Spenden angewiesen

Auch wer sich selbst nicht als Spender registrieren lassen kann oder will, leistet mit einer Geldspende eine wertvolle Unterstützung für die betroffenen Patienten.

Denn für die Analyse der Gewebemerkmale fallen Laborkosten von rund 50 Euro pro Spender an, die weder von den Krankenkassen noch von einer öffentlichen Einrichtung bezahlt werden, sondern ausschließlich aus privaten Spenden finanziert werden müssen.

Umso mehr freuen sich der Professor und der Bürgermeister, dass anlässlich des Events „Veitshöchheim bewegt sich“, die Startgelder des Benefizlaufes und auch ein Teil der Bewirtungserlöse für diesen Zweck gespendet werden.

Für alle, die an diesem Tag nicht vor Ort spenden können, besteht auch die Möglichkeit, die Aktion durch eine Überweisung auf das Spendenkonto des Vereins „Hilfe für Anja e. V.“ bei der VR-Bank Würzburg, BLZ 790 900 00, KTO 26 35 380 zu unterstützen. Falls eine Spendenquittung gewünscht wird, muss die Anschrift in Feld "Verwendungszweck" angegeben werden.

 

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