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Landrat machte sich ein Bild über die vom Landkreis finanzierte vertiefte Berufsorientierung an der Veitshöchheimer Mittelschule

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

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Über die äußerst erfolgreiche Arbeit der Diplom-Sozialpädagogin Theresia Öchsner an der Mittelschule Veitshöchheim als Übergangsmanagerin im bundesweit einzigartigen Modell der Vertieften Berufsorientierung (VBO) informierte sich dieser Tage Landrat Eberhard Nuß zusammen mit seinem Kreisrat und Bürgermeister Rainer Kinzkofer. Im Bild gibt sie gerade einer Schülerin Hilfestellung beim Verfassen einer Bewerbung.

Landrat Eberhard Nuß sieht sich am Beispiel der Mittelschule Veitshöchheim bestätigt, dass die vom Landkreis seit September 2012 getätigten Investitionen in die Förderung der Vertieften Berufsorientierung (VBO) nachhaltig und gewinnbringend für die Zukunft unserer Region sind und sich nicht zuletzt durch die hundertprozentigen "Vermittlungsquoten" für den Steuerzahler dauerhaft lohnen. Zusammen mit seinem Kreisrat und Bürgermeister Rainer Kinzkofer hatte er dieser Tag die dort seit 2007 als Übergangsmanagerin tätige Diplom-Sozialpädagogin Theresia Öchsner besucht.

Nach Ablauf der Pilotprojektphase mit Kofinanzierung der Maßnahme durch die Bundesagentur für Arbeit und das bayerische Kultusministerium war der Landkreis Würzburg in eine Vorreiterrolle geschlüpft. Der Kreisausschuss hatte nämlich in einer Sondersitzung Anfang August 2012 beschlossen, zunächst für das Schuljahr 2012/2013 die 250.000 Euro teure VBO an zehn Mittelschulen des Landkreises als freiwillige Leistung zu übernehmen.

Über die Förderung durch den Landkreis und den Wegfall der Befristung war denn auch beim Besuch des Landrats Theresia Öchsner hoch erfreut. Gleich wohl befindet sie sich, wie sie dem Landrat klagte, nach wie vor in einem prekären Arbeitsverhältnis bei der Handwerkskammer-Service GmbH, das seit 2007 immer von Mitte September bis Ende Juli auf das Schuljahr befristet wurde.

Bei der Verabschiedung des diesjährigen Haushalts durch den Kreistag im März dieses Jahres fiel zwar die zeitliche Befristung für die im Rahmen der Jugendhilfe finanzierten Kosten der zehn Übergangsmanager weg. Gleichwohl bekam Öchsner wieder nur einen Arbeitsvertrag ab Mitte September. Dies bedeutet, dass sie sich ab August 2013 erneut sechs Wochen arbeitslos melden muss und in dieser Zeit Arbeitslosengeld bezieht. Der Landrat war ebenso wie Bürgermeister Rainer Kinzkofer der Meinung, dass dies nicht zumutbar wäre. Er versprach der Sozialpädagogin, dass er sich bei allen Beteiligten für eine Lösung dieses Problems und dafür einsetze, dass die Tätigkeit der Übergangsmanager auch die ihr gebührende Wertschätzung erfahre. 


Erfolgreiche Bilanz von Theresia Öchsner

Die an der Veitshöchheimer Schule tätige Übergangsmanagerin stellt hier seit 2007 ihr vielseitiges, praxisnahes Knowhow und ihren großen Erfahrungsschatz als ehrenamtliche und berufliche Kraft in der Jugendarbeit zur Verfügung. Angestellt bei der Handwerkskammer-Service GmbH ist sie die einzig verbliebene Pionierin der VBO an den Mittelschulen im Landkreis. Sie kümmert sich mit dem Projekt „Kompetenz-Werkstatt“  ausschließlich um den Übergang von Schule in den Beruf und unterstützt alle Schüler für eine fundierte Berufswahl, vermittelt Praktikumsstellen und hilft  bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Nach den Worten von Schulleiter Otto Eisner haben sich in den letzten Jahren ihre Aktivitäten für seine Schüler wie intensives Bewerbungstraining, Praktikumsvermittlung, Girls und Boys Day, Technik-Rallye, Berufsinformationstage, Schülerfirma und der Einsatz von Ausbildern im Unterricht ausgezahlt.

Besonders die aufwändigen, von ihr betreuten Schulpraktika haben für den Schulleiter einen besonders hohen Stellenwert, bieten sie doch am „außerschulischen Lernort“ den Schülern Praxiserprobung und Steigerungsmöglichkeit.  Viele Schüler würden die Chance nutzen, sich als interessierte, anpackende, zukünftige Auszubildende zu zeigen und die Arbeitgeber könnten gleichzeitig Talente testen. Dies sei häufig auch die „Eintrittskarte“ für das Ausbildungsverhältnis. Zusätzlich werde der vor- und nachbereitende Schulunterricht stärker an den Anforderungen des Berufsalltags orientiert.

Vorrangig ist für die Sozialpädagogin, vor allem schwache, aber noch steigerungsfähige Jugendliche, die durch Umwege, Abbrüche und Sackgassen gefährdet sind, beruflich zu integrieren. Diese brauchen nach ihrer Erfahrung nachhaltige, begleitende und vor allem professionelle Unterstützung im langatmigen Prozess der Berufs(wahl)orientierung.

Unter der Devise "Fit für den Beruf"  kooperiert so die Übergangsmanagerin praxisnah mit Elternhaus, Schule, Förderverein, Gemeinde Veitshöchheim, Agentur für Arbeit, Berufsfachschulen, regionalen Betrieben und der Handwerkskammer-Service GmbH.


Umfrageergebnis unter den Schülern

Zum Schuljahresende hatte Theresia Öchsner die Schüler mehrerer Abgangsklassen um eine Rückmeldung zu den Angeboten der VBO gebeten. Beim Rücklauf, der zu 87  Prozent erfolgte, war nach ihren Feststellungen das Meinungsbild erstaunlich einhellig, wurde das Unterstützungsangebot der VBO als wertvoll eingestuft. 

Am markantesten war die Aussage, dass das Beratungs- und Begleitungsangebot den Schülern Mut machte, den langatmigen Berufs- und Ausbildungsplatzfindungs-Prozess durchzuhalten. Dem nachrangig waren für die Abgangsschüler,  neue Ideen in der Palette der eigenen individuellen beruflichen Einstiegsmöglichkeiten zu entdecken.

Die Schüler empfanden laut Öchnser den Kontakt zur VBO lohnenswert, die Kontaktaufnahmen und Verabredungen als unkompliziert. Sie hätten die Atmosphäre in der Kompetenz Werkstatt  als wertschätzend eingestuft und sich dort mit ihren unterschiedlichen Anliegen ernst genommen gefühlt.  

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