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Hoher Besuch: Landtagspräsidentin Barbara Stamm plauderte am Gymnasium Veitshöchheim aus dem "Nähkästchen"

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

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Große Ehre für das Gymnasium Veitshöchheim: Am 2. Juli 2012 kam die „erste Frau“ im Freistaat zu Besuch. Die seit Jahrzehnten in der Sozialpolitik engagierte Politikerin unterstrich dabei mit ihrem Besuch ihr Credo, wonach die Bildungspolitik die Sozialpolitik des 21. Jahrhunderts sei. Am jüngsten Gymnasium innerhalb der Würzburger Bildungslandschaft kam sie in großer Runde aber vor allem auch mit den Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Jahrgangsstufe in Anwesenheit des Landtagsabgeordneten Manfred Ländner und zahlreicher Bürgermeister aus dem Umkreis ins Gespräch.

Carina Bayerlein und Lukas Helmuth befragten die langjährige Kommunal- und Landespolitikerin zum Thema „Frauen in der Politik“ zu ihren auch persönlichen Erlebnissen, Erfahrungen und politischen Ein- und Vorstellungen.

Es sei für sie als Mutter dreier Kinder ein langer und harter Weg gewesen, Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen, sagte Stamm. Sie bereue aber nichts und würde sich wieder für die Politik entscheiden, auch wenn man dabei schnell zum Eigentum der Erwartungen werde und kaum Zeit für das Private, zur Ruhe und zum Auftanken habe. Leider sei es aber auch heute noch immer so, dass Frauen im gebärfähigen Alter bei Einstellungen insgeheim benachteiligt würden. Männer würden nach wie vor in den höher bezahlten Berufen, Frauen dagegen in den schlechter bezahlten erzieherischen und pflegerischen Berufen dominieren. Gleichwohl würden aber viele Berufe, vor allem auch im Bereich der Medizin, immer weiblicher.

Stamm sprach sich dennoch  für eine Frauenquote in Führungspositionen sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft aus und dass bei gleicher Qualifikation Frauen bevorzugt eingestellt werden.

Vor allem auch in der Kommunalpolitik sollten sich mehr Frauen betätigen und sich einmischen, sagte Stamm weiter. Dazu müssten die Parteien auch einen Seiteneinstieg erleichtern.  Sie habe die Erfahrung gemacht, dass sich beide Geschlechter im Sinne der Gleichberechtigung hervorragend ergänzen, ihre unterschiedlichen Fähigkeiten einsetzen und partnerschaftlich zusammen arbeiten können.

Die CSU-Politikerin brach eine Lanze für das umstrittene Betreuungsgeld, erteilte aber dem Begriff "Herdprämie" eine Absage. Junge Eltern hätten die Wahlfreiheit, an Stelle des Besuchs einer Kinderkrippe ihr Kind ab dem zweiten Lebensjahr für ein Jahr auch einer Tagesmutter in der Nachbarschaft oder Großeltern anzuvertrauen und sollten dafür auch eine staatliche Unterstützung erhalten, zunächst monatlich 100 Euro.

Die Präsidentin begrüßte es sehr, dass so viele Väter die zweimonatige Elternzeit nutzen würden. Verantwortung für ein Kind zu übernehmen. Sie bewertete dies als eine für unsere Gesellschaft sehr wichtige Schlüsselqualifikation.

"Kein junger Mensch darf auf der Strecke bleiben" lautete eine andere Maxime der Politikerin. So müssten auch bei Sparzwängen Investitionen in die Bildung immer Priorität haben.  Der starke Beifall aus dem Plenum war Stamm bei diesen Aussagen gewiss. Am Ende der 75minütigen Diskussion beantwortete Stamm einzelne Schüler auch noch Fragen zu den Studiengebühren. Zur Frage, wie es weiter mit dem G8 gehen soll, sprang bei der Beantwortung ihr Landtagskollege Ländner in die Bresche.

Am Ende des Besuchs konnte sich die Hausherrin des Landtages bei einem Rundgang ein Bild vom Schulgebäude machen und dabei einen Einblick gewinnen in die vielen Projekte und Initiativen am Gymnasium Veitshöchheim.

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