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Gymnasium Veitshöchheim bescherte Flüchtlingsfamilien aus der GU - Die "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" wagte den Brückenschlag zu fremden Nachbarn

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

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Nach dem Motto „Menschen bewegen – Menschen verändern Menschen“ hatte der Arbeitskreis "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" des Gymnasiums Veitshöchheim Flüchtlings-Familien aus der in der ehemaligen Emery-Kaserne in Würzburgs Stadtteil Dürrbachau untergebrachten Gemeinschaftsunterkunft (GU) zu einer vorweihnachtlichen Feier in die stimmungsvoll dekorierte Schulaula eingeladen.

Diese Idee wurde während eines Seminars der Schülermitverwaltung (SMV) geboren. Die Arbeitskreismitglieder Angelica Coll, eine Gastschülerin aus Kolumbien und Schülersprecher Lukas Krenz hatten bereits zu Beginn des Schuljahres einen Aktionstag mitgestaltet, an dem das Gymnasium den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verliehen bekam. Im Vorfeld besichtigten sie dazu auch die GU und setzten sich mit Addis Mulugeta, dem Würzburger Friedenspreisträger 2011 ebenso in Verbindung wie mit dem Asylkreis der Katholischen Hochschulgemeinde. Sie konnten dabei erfahren, wie es ist, in einem fremden Land anzukommen und nicht willkommen zu sein.

Dies bewegte die Beiden so sehr, dass sie den Wunsch hatten, den Menschen der GU einen richtig adventlichen Nachmittag zu bereiten. Für dieses Vorhaben konnten sie dann die SMV-Sprecherinnen Sophie Becker und Tanja Henkel ebenso begeistern, wie die Arbeitskreis-Leiterin Jutta Merwald.

„Die Schüler waren derart Feuer und Flamme von ihrer Idee, dass ich sie natürlich nach Kräften unterstützte, zumal soziales Engagement nicht für jeden heute selbstverständlich ist,“ sagt Merwald voller Stolz auf die aktiven Jugendlichen.

Um vor den Heimbewohnern nicht mit leeren Händen da zu stehen, wurde jede Klasse aufgerufen, Geldspenden und Spielzeug zu sammeln. Fast 900 Euro kamen so zusammen. Sie wurden investiert in Streifenkarten, damit die GU-Bewohner, die mit 40 Euro Taschengeld im Monat auskommen müssen, mit ihren Kindern öfter mal in die Stadt fahren können.

AsylantenEinladung07Und so freuten sich am späten Mittwochnachmittag die Familien aus Afghanistan, Aserbeidschan, Persien, dem Iran und anderen Ländern über die Streifenkarten und die Kinder über das Spielzeug, das der Nikolaus alias Phililip Kollroß, Weihnachtsengel Klara Becker und die AK-Aktiven Angelica Coll, Lukas Krenz, Sophie Becker, Regina Semke, Marie Klein, Pauline Herbert, Dorothea Blatz, Michelle Skodowski, Jakob Uhle, Felix Seese und Marcel Heyden, verteilten. Die über 14-jährigen Jungen und Mädchen aus der GU erhielten von den Gymnasiasten Kinogutscheine, die sie gemeinsam einlösen wollen. So soll die interkulturelle Begegnung über diesen Nachmittag hinaus weitergetragen werden.

Eine solche Initiative war natürlich auf viele helfende Hände angewiesen. Das Oberpleichfelder Busunternehmen Klaus Öftering ermöglichte mit Fahrer Klaus Kuhn die Gratisfahrt der GU-Bewohner nach Veitshöchheim und zurück zur Gemeinschaftsunterkunft.

Und was wäre eine solche Weihnachtsfeier ohne Baum? Am Gymnasium Veitshöchheim hatte man zur Feier sogar zwei: Einer wurde von der Elternbeiratsmutter Helga Filbig samt Weihnachtsschmuck gestellt, der andere kam kostenlos von der Veitshöchheimer Gärtnerei Schmelzeisen.

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Das Buffet war den Gaben der gesamten Schulgemeinschaft zu verdanken.

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Eine tolle Sache, befand auch der stellvertretende Schulleiter Michael Schmitt, der die über 40 internationalen großen und kleinen Gäste zusammen mit den Schülern in verschiedenen Sprachen begrüßte. Und für Unterhaltung war ebenfalls gesorgt:

 

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Neben den Musikern und Lesescouts der Schule, die ihr Bestes gaben, durften die Kinder basteln und sich mit Jongleur Timo Wagenblast selbst im Jonglieren versuchen. Und so war die Stimmung unter den Gästen und ihren Gastgebern offen, entspannt und herzlich. Wann darf ich wiederkommen? fragte die kleine Sima beim Abschied und gewann damit die Herzen aller. An diesem Nachmittag, so war man sich einig, hat sich etwas bewegt und etwas verändert. Der Blick auf die Fremden ist ein anderer geworden, getreu dem Motto „Menschen bewegen … verändern Menschen“.

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