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Veitshöchheimer Floriansjünger feierten mit einem Ehrenabend ihr 145. Wiegenfest

Veröffentlicht am von veitshoechheim.over-blog.de

fwehrung145jahre1
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Die Herausstellung der herausragenden Leistungen und der immensen Bedeutung für das Gemeinwohl stand im Mittelpunkt des Ehrenabends der Freiwilligen Feuerwehr Veitshöchheim im Casino des BFW anlässlich ihres 145jährigen Bestehens.

Als Schirmherr und Dienstvorgesetzter der Wehr lobte Bürgermeister Rainer Kinzkofer in seiner Festrede die Aktiven seiner Wehr als ständig einsatzbereite Bürgerinitiative und herausragendes Beispiel für ausgeprägten Bürgersinn und gelebter Demokratie. In über 357 Einsätzen waren sie 2009 gut organisiert, fachkundig und zielgerichtet für das Gemeinwohl tätig.

Der sehr hohe zeitliche Aufwand übersteigt nach Kinzkofers Worten die Grenzen der Ehrenamtlichkeit. Ohne die hohe Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Feuerwehr wäre jedoch die Sicherheit der Bevölkerung nicht auf diesem Niveau möglich und auch nicht bezahlbar.

Seit der Gründung der Feuerwehr vor 145 Jahren habe sich nämlich der Aufgabenbereich der Wehren erheblich gewandelt. Neben dem reinen Löschen von Bränden leiste sie heute technische Hilfeleistung, vorbeugenden Brandschutz, Aufklärungsarbeit in Schulen und Kindergärten, Schadensbeseitigung bei Öl- und Chemieunfällen, Strahlenschutz, Tierrettung, Sicherheitswachen bei Veranstaltungen, Einbindung in das Rettungskonzept der Verkehrsadern Bundesstraße, Bahn und Main und Hochwasserschutz.

Für diese Vielfalt sei ein hochtechnisches Gerät notwendig, was wiederum eine intensive Aus- und Fortbildung, fachtechnisches Wissen, Schulungen und Leistungsprüfungen bedinge. Für den Gemeinderat war es laut Kinzkofer selbstverständlich, für die besten äußeren Voraussetzungen wie funktionelles Feuerwehrhaus, Fahrzeuge, Ausstattung und Ausrüstung zu sorgen.

Voller Stolz ist der Bürgermeister auch über das seit 2000 Jahren funktionierende Projekt „First Responder“, in das neben der Feuerwehr auch Bundeswehr, Wasserwacht und Rotes Kreuz eingebunden sind.

Diese Helfer vor Ort würden das therapiefreie Intervall zwischen dem Eintritt des medizinischen Notfalls und dem Einleiten wirksamer Hilfe verkürzen, was bei bedrohlich Erkrankten lebensrettend sein könne. Äußerst hilfreich sei hier, dass das Bundeswehr-Sanitätszentrum mit seinen Fachkräften vollständig den Tagesdienst an Wochentagen versieht.

Die Feuerwehr ist laut Kinzkofer auch durch ihre Solidarität und Einsatzfreude bei Prozessionen, Umzügen, Maibaumaufstellung, Volkstrauertag, Großveranstaltungen und eigenen Veranstaltungen wie Florianstag ein gewichtiger Faktor im Gesellschaftsleben des Ortes.

Kreisbrandrat Heinz Geißler stellte die hohe Einsatzbereitschaft und Bereitschaft, Freizeit für den Dienst am Nächsten zu opfern, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Dabei sei dieser Dienst keine kurzweilige Freizeitgestaltung, sondern hierbei eine permanente Gefahr gegeben. Vor allem bei Verkehrsunfällen müssten die Feuerwehrleute Erlebnisse verkraften, die weit unter die Haut gehen.

Durch die kontinuierliche Nachwuchsarbeit ist es dem Ortsoberhaupt um die Zukunft seiner Wehr nicht bange. Derzeit seien 30 Jugendliche mit Feuer und Flamme bei der Sache. Sie würden zu verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Freizeit, zu Leistungsbereitschaft, Gemeinsinn und Kameradschaft erzogen und auch für die spätere Lebensgestaltung wichtige Sekundärtugenden wie Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Teamgeist erlernen und praktizieren. Das obligatorische Geburtstagsgeschenk der Gemeinde über 725 Euro soll zweckgebunden für eine Jugendfreizeit verwendet werden.

Durch die sehr gute Jugendarbeit ist es auch Kreisbrandrat Heinz Geißler um die Zukunft der Feuerwehr Veitshöchheim als Garant für die Sicherheit im Ort nicht bange.

Dass dies nicht immer so war und die Feuerwehr nicht immer die hervorragende Rückendeckung durch die Gemeinde wie in den letzten Jahrzehnten hatte, ging aus dem Rückblick des ersten Kommandanten Robert Röhm hervor. So löste sich 1920 die Feuerwehr auf, nach dem der Gemeinderat es abgelehnt hatte, die Kosten für einen Hochwassereinsatz der Floriansjünger zu tragen. Ein Jahr lang wurden damals Feuerwehrleute von der Gemeinde zum Dienst verpflichtet. Eine neue Epoche begann für die Wehr 1995 mit der Übergabe des neuen, keine Wünsche offen lassenden Feuerwehrhauses. Im Jahr 2000 hatte der Gemeinderat auch den langgehegten Wunsch der nach einer Drehleiter erfüllt.

 

von Dieter Gürz

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