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Feuerwehr "erntete" mit der Drehleiter "Weihnachts"-Misteln zugunsten ihres 150jährigen Jubiläumsfestes an Pfingsten 2015

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Mistelzweigaktion 00 Mistelzweigaktion 01  

Einen ungewöhnlichen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Veitshöchheim gab es heute morgen am Mainufer nördlich des Mainsteges.  Sieben Floriansjünger waren unter der Leitung des Ersten Kommandanten Robert Röhm mit der  Drehleiter und zwei Fahrzeugen zur Bolzplatzwiese ausgerückt, um die auf einer mächtigen Pappel  üppig wachsenden  Mistelbüsche abzusägen.

Dieses Schauspiel bot sich Passanten heuer schon einmal Ende Februar. Damals waren es aber der gemeindliche Gärtnervorarbeiter Sebastian Heller der mit drei Mitarbeitern Sicherungsmaßnahmen an einer in nächster Nähe stehenden 90 Jahre alten und 33 Meter hohen Hybrid-Pappel durchführte und aufgrund der permanenten Biegebelastung an die 100 Mistelgewächse wegschnitt oder absägte. 

Mistelzweigaktion 04 Mistelzweigaktion 04a 

Hatten jedoch damals noch zwei Gemeindegärtner alle Hände voll zu tun, die zu Boden gefallenen Gewächse zu häckseln, wurden dieses Mal die Misteln von den Feuerwehrleuten behutsam mit einem Seil aus luftiger Höhe nach unten befördert.


Verkaufsaktion zur Finanzierung der T-Shirts für das 150jährige Feuerwehr-Festjubiläum an Pfingsten 2015

Mistelzweigaktion 01a 

Es stand nämlich nicht die Gefahrenabwehr bei diesem Feuerwehreinsatz im Vordergrund, vielmehr war es ein Ernteeinsatz.

Die Feuerwehrkameraden wollen nämlich die immergrünen kugelförmigen Mistelbüsche von 60 bis 90 Zentimeter Durchmesser mit ihren breiten, lederartigen Blättern und perlenartigen weißen Beeren in den Adventswochen als Weihnachtsschmuck verkaufen.

Peter Schäfers Idee

Auf diese Idee hatte die Feuerwehrführung der Veitshöchheimer Peter Schäfer gebracht, als er auf seinen Spaziergängen am Mainufer entlang, nach dem Laubabfall, die wunderschönen Mistelbüsche an den Pappeln sah.

 

Helga Klinger hatte sich laut Kommandant sogleich bereit erklärt, die Misteln an allen Adventswochenenden günstig  in ihrer Gärtnerei in der Würzburger Straße anzubieten. Der Verkaufserlös gehe dann zu 100 Prozent an die Feuerwehr. Zusätzlich wollen die Feuerwehrler selbst auch welche am ersten Advent auf dem Weihnachtsmarkt feilhalten.

Der Feuerwehrverein hofft, mit dieser Aktion an die 200 T-Shirts finanzieren zu können, mit denen alle Helfer beim 150- jährigen  Festjubiläum vom 22. bis 25. Mai 2015 im großen Festzelt einheitlich ausgestattet werden sollen.

Falls noch was übrig bleibt, soll das Geld in die Jugendarbeit fließen.

 

Folgender Festablauf ist geplant:

  • Freitag, 22. Mai, Festauftakt mit Radio Gong DJ
  • Samstag, 23. Mai, Festbetrieb mit Aalbachtalexpress
  • Sonntag, 24. Mai,
    • 9.00 Uhr Gottesdienst  anschließend Frühschoppen mit dem Musikverein Veitshöchheim
    • ca.13.30 Uhr Festzug anschließend Festbetrieb mit den Retzstadter Musikanten
    • ab ca. 20.00 Uhr spielt die Gruppe The Jets
  • Montag, 25. Mai,
    • Frühschoppen mit der Gruppe The Rocks
    • Firmen- und Familientag, Kinderbetreuung mit Vorführungen, Ausstellung
    • ab 16.00 Uhr spielt die Gruppe Hit-Mix
    • eventuell Abschlussfeuerwerk um 22.00 Uhr

Die Mistel - Wachstum, Mythologie und Brauchtum

Mistelzweigaktion 01b

 

Die Beeren der Mistel  reifen nur im Dezember, gerade rechtzeitig für die Weihnachtsbräuche.

Wachstum

Die wilde Pflanze, von der es etwa 1400 Arten gibt, wächst meist hoch oben in den Wipfeln der Bäume. Wo man auch

leben mag - in Senegal oder Schweden, in Wales oder Japan -, überall hängen Misteln zwischen Himmel und Erde. Wenn die übrige Natur ihr Winterkleid angelegt oder sich zum Winterschlaf in die Erde verkrochen hat, sind sie eine wahre Augenweide.

Die Weiße Mistel wächst auf Laubbäumen wie Pappeln, Birken, Apfel- und Ahornbäumen. Verbreitet wird die Pflanze ausschließlich durch Vögel. Sie fressen die Beeren und wischen die am Schnabel hängengebliebenen Kerne an der Baumrinde ab oder scheiden sie unverdaut wieder aus. Im Frühjahr wachsen feine Wurzeln aus den Keimen, die sich zu einer klebrigen Haftscheibe verbreitern, aus der ein Fortsatz durch die Baumrinde bis ins Holz dringt. Nach und nach treibt die Pflanze Blätter und beginnt ein außergewöhnlich langes Leben. Sie bleibt von Insekten verschont, die Winde können ihr nichts anhaben, und sie ist sowohl gegen Winterfrost als auch gegen ausdörrende Hitze gefeit. In der Regel stirbt die Mistel erst, wenn der Wirtsbaum stirbt. So schätzten Förster das Alter einer Mistel, die auf einer Zeder wuchs, auf 400 Jahre.

Mythologie und Brauchtum

Volkstümliche Bezeichnungen der Mistel sind  Hexenbesen, Hexenkraut, Wintergrün oder Vogelkraut.

Über keine andere Pflanze gibt es eine so umfangreiche Literatur, eine so ausgedehnte Mythologie. Die Sagen um den Mistelzweig reichen weit zurück in ein Zeitalter lange vor Christi Geburt.

  • Sie wurde von den gallischen Priestern, den Druiden, als Heilmittel und zu kultischen Handlungen benutzt. Die Druiden kletterten in weißen Gewändern auf die Bäume und schnitten die Misteln mit goldenen Sicheln.
  • Die Mistel galt nicht nur als Wunderpflanze gegen Krankheiten, wie bei den alten Griechen, die sie als ein Mittel gegen Gift betrachteten. Sie wurde auch als Heiligtum verehrt, als Zeichen des immerwährenden Lebens.  
  • Die Germanen glaubten, dass die Götter die Mistelsamen in die Bäume streuten, sie also ein Geschenk des Himmels wären.
  • Männer und Frauen trugen im Altertum Armbänder, an denen aus Mistelholz geschnitzte Amulette klapperten, und über den Zimmertüren hingen Mistelzweige zum Schutz gegen Hexen und böse Geister. 
  • Als die Priester an Macht gewannen, wurde der Mistelzweig zum Symbol von Mut, Gesundheit, Fruchtbarkeit und Glück. Sie galt auch als ein Mittel gegen Epilepsie und Schwindelanfälle.
  •  Sebastian Kneipp pries ihre Wirkung gegen Fallsucht.
  • Selbst in der modernen Medizin konnte sich die Mistel behaupten. Blätter und Preßsaft der Pflanze enthalten einen Stoff, der den Blutdruck senkt.
  • Im Schweizer Kanton Aargau wurden die Misteln mit Pfeil und Bogen herunter geschossen. Wer sie mit der linken Hand auffing, besaß ein Allheilmittel gegen Kinderkrankheiten.
  • In Holstein galt die Mistel als Glücksbringer. Ein Mistelzweig am Jagdhut verhalf mit Sicherheit zu reicher Beute. Die Bauern schmückten jede Kuh, die als erste im neuen Jahr kalbte, mit Mistelzweigen, streuten die Beeren aufs Heu und mischten sie zur Saatzeit unter die Hirse und anderes Getreide.
  • Sehr beliebt ist die Mistel als Weihnachtsschmuck. Noch immer erfreut man sich an dem Wintergrün, das seit undenklichen Zeiten die Phantasie der Menschen in vielen Teilen der Welt beflügelt hat.

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