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Pflanzenrausch in der Veitshöchheimer Anstalt - Salatpflanzen in Tetrapack-Gefäßen

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

01-Urban-Gardening-Inka-Betten-Alfons-Weiglein-Roland-Alber.jpg"Urban Gardening -  Meine Welt ist pflanzbar" setzte Inka Betten an ihrem Stand am Eingang zum Trainingsgewächshaus bei der unter dem Motto "Element Grün - Pflanzenrausch in der Anstalt" stehenden Frühlingsausstellung der Studierenden der Fach- und Technikerschule für Agrarwirtschaft in der LWG Veitshöchheim um.  Beeindruckt  über Bettens moderne Gestaltungsidee zeigten sich wie Tausende von Besuchern der dreitägigen Ausstellung im Bild auch LWG-Präsident Professor Dr. Sebastian Peisl (2.v.r.),  Bayerns Gärtnereiverbandspräsident Roland Albert (3.v.l.) und  Fachschulbeirat Alfons Weiglein (li.). Sie sahen, wie Müllrecycling für die Produktion von Obst und Gemüse auch im tristen Grau einer Stadt sinnvoll eingesetzt werden kann. So dienten Inka Betten Milch-Tetrapack-Tüten oder Autoreifen als Pflanzschalen oder Kaffeedosen als Lampenschirme.

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Die vorgenannten  VIPs hatten zuvor nach den durch das Anstalts-Blechbläser-Quartett umrahmten Eröffnungsreden zusammen mit Veitshöchheims zweitem Bürgermeister Oswald Bamberger und Studierendensprecher Christian Post die Ausstellung sowohl im Erdgeschoss des Schulgebäudes als auch erstmals im neuen lichtdurchfluteten Trainingsgewächshaus durch das Zerschneiden eines Band symbolisch frei gegeben.

Die seit 2005  traditionelle Frühjahrsausstellung der Veitshöchheimer Fach- und Technikerschule für Weinbau und Gartenbau, die letztes Jahr über 4000 Besucher anzog,  ist Teil des Unterrichtes für die angehenden Führungskräfte des Gartenbaus.

Die Gartenbauklasse G 2 mit ihren 15 Ständen wie auch die mit einem eigenen Stand beteiligte Landschaftsbau-Klasse L 2  zeigten mit einer Fülle unterschiedlichster Möglichkeiten, egal ob für Haus- oder Schrebergarten, Balkon, Terrasse oder Zimmer, dass Pflanzen zu allen Menschen und Stilrichtungen passen und Grün als sogenanntes  fünftes Element sehr lebenswichtig ist.

Doch ohne Fleiß kein Preis. Die Studierenden mussten alles für ihre Ausstellung selbst organisieren und beschaffen. Tonnenweise schleppten und verbauten sie in den beiden Wochen vor der Ausstellung auf einer Fläche von 344 Quadratmeter 2708 Jung- und 55 Baumpflanzen, 27 Kubikmeter Substrat, Rindenmulch und Kies, 177 laufende Meter Bretter, Pflastersteine für 56 Quadratmeter, Töpfe, Vlies, Folien und sonstige Deko-Materialien. Sie bauten im Wert von laut Pressesprecher Thomas Werner geschätzt 200.000 Euro mediterrane Terrassen, Obstgärten, Hochbeete, Teiche und vieles mehr.   Sie akquirierten Sponsoren wie Gärtnereien, Fachfirmen oder  den Verband Ehemaliger Veitshöchheimer, erarbeiteten sich eine Marketingstrategie und vieles mehr. Voller Lob über das tolle Engagement aller seiner 170 Studierenden, die zum großen Erfolg der Ausstellung beitrugen, äußerte sich denn auch LWG-Präsident Professor Dr. Sebastian Peisl bei der Eröffnung.

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Gärtnereiverbands-Vorsitzender Roland Albert brachte es auf den Punkt, als er sagte, dass von Jahr zu Jahr die Studierenden von den Erfahrungen ihrer  Vorgänger lernen würden  und alles noch perfekter gestalten.

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Wie Pressesprecher Thomas Werner sagte, wollen die angehenden Führungskräfte des Gartenbaus mit ihrer Ausstellung  den Besuchern auch verdeutlichen,  dass der Gärtner im 21. Jahrhundert ein moderner, vielseitiger, kreativer und anspruchsvoller Beruf ist und die Branche mehr zu bieten hat, als nur Gießkannen, Strohhüte und Spaten. Neben der Bewahrung der Traditionen, habe das Moderne Einzug gehalten. Gerade heute sei es in der Hektik des Alltags wichtig, einen Ort zum Zurückziehen, zum Erholen zu haben.


15 Thomas Werner Gartentraum auf kleinstem Raum

An vielen Ständen konnte man sehen, wie man selbst auf dem kleinsten Raum  seine Kreativität ausleben, sein eigenes kleines Reich erschaffen kann, quasi seinen eigenen Pflanzenrausch, so wie der Pressesprecher aus Röthenbach a.d. Pegnitz  im Bild als Inspiration einen "Gartentraum" auf einer Terrasse realisierte.

07 Christian Fromkorth Wasserfall

Dass bewegtes Wasser im Garten ein Anziehungspunkt ist und alle Sinne berührt, demonstrierten eindrucksvoll Christian Fromkorth aus Aschaffenburg und Andreas Oehlandt an ihren Ständen, der eine rustikal mit einem Wasserfall aus Geoform-Natursteinimitaten der Firma C. Huhn in Walmerod-Schlüchtern

06 Andreas Oehlandt Element Wasser

der andere mit seiner Ruhe-Oase in moderner Form mit einer klar strukturierten Terassen-Anlage mit Wasser als Gestaltungsmittel sowohl in der Ebene als auch als fallend.

04 Vorgartenparadies Sebastian Soyer

Vorgärten kann man statt zum Abstellen von Mülltonnen oder Fahrzeugen auch als Garten-Paradies direkt vor der Haustür gestalten. Diese Idee setzte Sebastian Soyer aus Murnau mit Pflanzbeeten, Solitärpflanzen und einer Sitzecke um.

02 Manuela Dreyer Natur Heimat schaffen

"Mit der Natur Heimat schaffen" gelang Manuela Dreyer aus Murnau mit außergewöhnlichen und originellen Deko- und Möbelstücke in ihrer Gartenecke. Wohlfühlatmosphäre vermittelt so beispielsweise die von ihr selbst gezimmerte, recht einfach gestaltete Tischgarnitur aus Birkenholz.

03 Elmar Traut Natur pur Kraeuterschnecke

"Natur pur - ein Garten zum Genießen" im wahrsten Sinne des Wortes schuf Elmar Traut aus Leutkirch im Allgäu, in dessen Mittelpunkt Kräuter in der Schnecke aus Natursteinen und  weitere Düfte aus den Gemüsebeeten stehen.

05 Johannes Carl Mediterran

Gleich gegenüber trat dieser Riech-Effekt verstärkt am Stand von Johannes Carl aus Marktheidenfeld auf. Er zeigte mit Pflanzen wie Lavendel, Rosmarin, Zitrus, Palmen und Oliven sowie warmen Terrakotta-Gefäßen  Alternativen auf, ein wenig Süden und mediterranes Flair in den Hausgarten oder auf die Terrasse zu bringen.

08 Wald Bernd Klein

Beim achten und letzten Stand im Ausbildungsgewächshaus wollte Bernd Klein aus Burgbernheim nicht nur die Ruhe, Erholung, Frieden und Besinnung in Erinnerung rufen, die der Wald als Ankerpunkt in unserer hektischen Zeit bieten kann. Gleichzeitig verstand er seine Darstellung auch als Appell, die Ausbeutung und den Raubbau hauptsächlich auch in unseren alten Buchenwäldern zu stoppen.

09 Martin Panzergram Tor zur Hoelle

"Tor zur Hölle" taufte Martin Panzergran aus München seinen Stand am Verbindungsweg vom Gewächshaus zum Schulgebäude, wo er dem Besucher neue Anreize zum Thema Grabgestaltung mit auf den Heimweg gab.

10 Burkhard Sebold Sukkulenten 1 10 Burkhard Sebold Sukkulenten 2

Kleine Nischen nutzten Studierende eindrucksvoll im Schulgebäude, so wie auf den beiden Fotos Burkhard Sebold aus Zellingen. Er zeigte, wie man mit "Sukkulenten" aus Mexiko eine Wohnlandschaft im Freien voller Charme gestalten kann.

 

11 Sina Werner CostaRica 1 Bananenstauden 11 Sina Werner CostaRica 2 Fuehlkaesten 11 Sina Werner CostaRica 3 NaturKaffee
Kaffee-, Ananas- und Bananenplantagen riechen, den Regenwald bestaunen und herausfinden, wie die Südfrüchte Mango, Avocado, Papaya, Sternfrucht und Ananas sich anfühlen, ließ Sina Werner aus Münnerstadt die Besucher.  Die angehende Technikerin lernte während eines zweimonatigen Praktikums den Gartenbau in Costa Rica, nach ihren Worten im glücklichsten Land der Welt, kennen und lieben und gab nun sehr anschaulich ihre Eindrücke und Erfahrungen wieder. 

12 Christian Post Fit ohne Pharma ApfelHausgarten

Christian Post servierte mit seinen für den Kleingarten oder auch den Balkon geeigneten Säulenäpfel-Stämmchen die Hausapotheke im Garten. Er setzte damit das Thema "pharmazeutische Nutzbarkeit von Baumschul-Gehölzen wie Gingko, Holunder, Wein oder Apfel" seiner Meisterarbeit in der Praxis fort.  Er ist der Überzeugung, dass viele teure Mittel der Pharma-Industrie entbehrlich sind. Heimisches Obst trage aufgrund der Vielzahl seiner Inhaltsstoffe nach der Devise "Ein Apfel am Tag erspart den Weg zum Arzt" viel effizienter zur  Vitalität des Menschen bei als chemische Nahrungsergänzungsmittel.

13 Alfons Britzl Nachhaltigkeit regionales Gemuese

Alfons Britzl aus Passau hielt gleichzeitig mit seiner Hochbeet-Offerte  für saisonales und regionales Gemüse ein Plädoyer an die Verbraucher, selbst wieder dieses im eigenen Garten zu pflanzen und auf einen Import aus fernen Ländern zu verzichten.

14 Vanessa Gabel Zimmerpflanzen der 70er 1   14-Vanessa-Gabel-Zimmerpflanzen-der-70er-2-Kopie-1.jpg

Vanessa Gabel aus Schweinfurt präsentierte typische Zimmerpflanzen der 70iger Jahre des vorigen Jahrhunderts wie Grünlilie, Osterkaktus, Hibiskus, Yucca-Palme und Efeu, die nun in den Wohnzimmern mit Vorliebe durch Pflanzen mit mehr Blütenreichtum wie Orchideen abgelöst wurden.

16 Gartenbau L 2 Klasse Feuer Wasser Erde Luft 1   16 Gartenbau L 2 Klasse Erde

Bei der Ausstellung unterstützend dabei waren heuer erstmals Studierende der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. Die Techniker-Klasse L2 realisierte, in vier Gruppen aufgeteilt, als Highlight im Foyer des Schulungsgebäudes an einem einzigen 15 Meter langen Stand die Themen Feuer, Wasser, Erde und Luft.

16 Gartenbau L 2 Klasse Luft 2 16 Gartenbau L 2 Klasse Luft 3

Beim Thema Luft beeindruckte besonders durch Verwendung eines Gerüstes die vertikale Begrünung, bei der Pflanzen in die Lüfte wachsen und die Höhen des Gartens erobern,  auf dem Foto rechts sogar obenauf mit einem begrünten Dach.

 

      


Am Ausstellungswochenende bieten die Studierenden zusätzlich in der Aula der Schule auch zahlreich Vorträge an so auch  zum Thema  „Kleine Gärten - groß Gestalten“.

Unter dem Motto "Tanzrausch in der Anstalt"  veranstalten die Studierenden am Samstagabend als neuer Teil der Ausstellung einen Ball für Jedermann. Rund 200 Gäste tanzen hier nicht nur zu den Klängen der Live-Band „Andorras“. Sie erleben auch eine Vorführung von Profitänzern der Tanzschule „Step-and Standard“ sowie eine außergewöhnliche Lichtinszenierung.  Die Idee dazu kam den jungen Leuten beim Tanzkurs, an dem sie mit viel Freude während ihres Studiums teilnahmen.

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