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„Die Dreigroschenoper“ von Bert Brecht - Zum 21. Mal Theater in der Landesanstalt Veitshöchheim - Premiere am 9.3.

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

TheaterLWG2013Probe.jpgDie diesjährige LWG-Theatergruppe

Zum 21. Mal betreten heuer  Studierende der der Staatlichen Fach- und Technikerschule die Bretter, die angeblich die Welt bedeuten. Wie in all den Jahren bisher orientiert sich Regisseur Günther Stadtmüller wieder am Beispiel großer Bühnen.

Tauchten bisher als Autoren so bekannte Namen auf wie Nestroy, Moliere, Dürrenmatt, Woody Allan, Gogol oder Kishon, um nur einige zu nennen, so verspricht auch die diesjährige Produktion der Theatergruppe der Landesanstalt großes Theater:

Auch in diesem Jahr hat sich der pensionierte Mittelschul-Lehrer nicht vor einer echten Herausforderung gescheut: Auf dem Programm steht mit der am 31. August 1928 im Berliner Theater am Schiffbauerdamm uraufgeführten Dreigroschenoper von Bertold Brecht eines der meist gespielten Stücke in der Theatergeschichte.

Jonathan Peachum betreibt einen äußerst florierenden Handel mit der Ausstattung von Bettlern. Das Geschäft mit den „Ärmsten der Armen“ läuft sehr gut. Doch dann erfährt er, daß seine Tochter Polly heimlich den Gangsterboss Mackie Messer geheiratet hat. Peachum tobt. Die einzige Lösung: Man muß Mackie an den Galgen bringen. Trotz Pollys Warnung verläßt der frischgebackene Ehemann die Stadt nicht, sondern besucht wieder einmal die Huren von Turnbridge. Eine von ihnen, Jenny, liefert ihn prompt ans Messer. Peachum mobilisiert die Bettlermassen, organisiert eine Demonstration des Elends und droht, den Krönungszug zu stören, falls der korrupte Polizeichef Tiger-Brown sich weigern sollte, Mackie Messer zu verhaften, der Peachums Kreise störte. Mackies Hinrichtung scheint unabwendbar, bis ein „reitender Bote“ der Königin erscheint und seine Freilassung sowie seine Erhebung in den Adelsstand verfügt.

Bertolt Brechts stellt die dunkle, kriminelle Seite der großstädtischen Welt dar. Auf der einen Seite erscheint der Bettlerkönig Peachum als Musterbeispiel des Geschäftemachers, für den Not und Armut nichts anderes sind als Mittel zum Zweck; auf der anderen Seite entpuppt sich der skrupellose Verbrecher Mackie Messer als Prototyp so genannter bürgerlicher Solidität. Trotz ihrer Ansiedlung im viktoranischen England kritisiert die "Dreigroschenoper" mit Satire und Spott die bürgerlich-kapitalistische Welt der Weimarer Republik.

Das Geschehen auf der Bühne soll die Zuschauer nicht in eine illusionäre Welt hineinziehen, sondern sie vielmehr zur kritischen Reflexion über die gesellschaftlichen Zustände anregen. Brecht kritisiert mit seiner Dreigroschenoper Bürgermoral und Kapitalismus und ist in vielen seiner Aussagen auch heute noch absolut am Puls der Zeit.

Die Musik Kurt Weills enthält Elemente des Jazz, der Unterhaltungsmusik sowie Kirchen- und Opernmelodien. Vor allem die eingestreuten Balladen wie das "Lied der Seeräuber-Jenny " oder die "Morität von Mecky Messer ", die den sofortigen Triumph des Stücks sicherstellten, gehören noch heute bekannten und sofort in der "Dreigroschenoper" assoziierten Melodien.

Brecht lässt am Anfang verkünden: Diese Oper sollte so billig sein, dass Bettler sie sich leisten könnten.

Die Theatergruppe geht noch einen Schritt weiter: Der Eintritt ist frei.

Premiere: Samstag, 09.03.2013, 20.00 Uhr, Aula der Schule, An der Steige 15. Veitshöchheim

Weitere Termine: So. 10.03. 17.00 Uhr, So. 17.03. 17.00 Uhr, Dienstag, 12.03., Samstag 16.03., Dienstag, 19.03. jeweils 20.00 Uhr

Platzreservierung: 9801-114 (werktags 8.00 Uhr - 16.00 Uhr) wird empfohlen.

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