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Die Bundesverdienstkreuzträgerin und Veitshöchheimer Ortschronistin Vera Struchholz feiert am ersten Weihnachtsfeiertag ihren 95. Geburtstag

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

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Galant mit Handkuss, wie es sich für eine ehrwürdige Lady geziemt, begrüßt der Bürgermeister seine ehemalige Stellvertreterin

„Das Schreiben und das Lesen ist stets ihr Fach gewesen, ebenso auch das Klavierspiel“, so kann man das Lebenswerk der Veitshöchheimerin Vera Struchholz charakterisieren, die am ersten Weihnachtsfeiertag in geistiger Frische ihren 95. Geburtstag feiern kann. Das Lesen von Biografien ist nach wie vor ihre Lieblingsbeschäftigung, wenngleich das hohe Alter immer mehr seinen Tribut fordert und sie nicht mehr alleine außer Haus gehen kann. Gleichwohl wohnt sie noch immer mit ihren Lebensbegleitern Hund und Katze in ihrem Einfamilienhaus im Mühlgarten, umgeben von ihrem in der warmen Jahreszeit prachtvoll blühenden Rosengarten, gut betreut durch Familienangehörige und Bekannte.

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Gerne genießt die Jubilarin auch noch ein Gläschen Sekt oder ein Glas Wein. Die Kreidezeichnung über ihr zeigt die Jubilarin in den 30er Jahren und das Gemälde links vom Bürgermeister ihren Vater.

Die bereits vor über 55 Jahren zum zweiten Mal verwitwete Mutter von drei Söhnen trotzte vielen Verlockungen, blieb bodenständig und Veitshöchheim immer treu. Für ihren Heimatort hat sie enorm viel geleistet. Sie zählt durch ihre erfolgreiche schriftstellerische Tätigkeit als Ortschronistin und durch ihr beispielhaftes politisches, kulturelles und soziales Engagement ohne Zweifel zu den herausragenden Persönlichkeiten Veitshöchheims in der Nachkriegszeit.

Von 1972 bis 1990 gehörte sie dem Gemeinderat an. Zweimal erhielt sie 1978 und 1984 die höchste Stimmenzahl aller Kandidaten. In ihrer letzten Wahlperiode war sie jeweils drei Jahre dritte und zweite Bürgermeisterin. Weiter stand sie von 1972 bis 1984 dem VDK-Ortsverein vor, gehörte zwei Perioden dem Pfarrgemeinderat an. Sie leitete von 1975 bis 1979 den Verein zur Rettung der Martinskapelle, der ältesten Kapelle des Landkreises, für deren Renovierung sie alleine 34.000 Mark sammelte und komplett die gesamten Renovierungsarbeiten mit über 5000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden leitete. Sie war auch Initiatorin und langjähriges Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Sozialstation Sankt Stephanus. Ihr exzellentes geschichtliches Wissen über das Wachsen und Werden des weltberühmten Veitshöchheimer Rokokogartens brachte sie Tausenden von Besuchergruppen bei unzähligen Führungen über 20 Jahre hinweg bis 1991, die Ortsgeschichte auch in zahlreichen Diavorträgen näher. Aus ihrer Feder stammen die Ortschronik und die Bücher "Veitshöchheim um die Jahrhundertwende" und "Veitshöchheim von 1870 bis 1930“ oder der Liebhaberdruck über den Domherrn Reichard von der Khere.

Die langjährige Ortschronistin ist sehr glücklich, dass sie noch miterleben konnte, wie ihr vor 37 Jahren begonnenes Werk endlich eine Fortsetzung fand, in dem ihr Sohn Thomas in ihre heimatkundlichen Fußstapfen trat auf völlig ehrenamtlicher Basis und für die Gemeinde völlig kostenneutral eine neue Chronik als umfängliches Gesamtwerk auf 836 Seiten über Veitshöchheim erstellte und im Vorjahr herausgab.

Die 95-Jährige wurde mit zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen bedacht, so mit dem Bundesverdienstkreuz, der Medaille des bayerischen Kultusministeriums für besondere Verdienste um den Denkmalschutz, die Sankt-Bruno-Medaille der Diözese Würzburg, die kommunale Verdienstmedaille des Freistaates Bayern und die große Ehrennadel des VDK-Kreisverbandes Unterfranken.

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In alten Erinnerungen schwelgten Bürgermeister Rainer Kinzkofer und die Jubilarin Vera Struchholz. War sie es doch, die ihm 1986 als damalige zweite Bürgermeisterin als erste zum Wahlsieg gratuliert hatte und ihn in seinen ersten vier Amtsjahren vertrat. Aber auch für Pfarrer Robert Borawski war es höchst interessant, was die 95jährige aus ihrem bewegten Leben, wie ein Wasserfall redend, zu erzählen hatte. Stolz zeigte sie im Bild ein Foto, als sie noch in ihrem flotten Mercedes SL 280-Cabrio für Aufsehen im Dorf sorgte.

Demnächst kann man dies alles in ihrer Biografie „95 Jahre sind kein Pappenstiel“ nachlesen, die ihr Sohn in seinem Verlag als Buch-Neuerscheinung herausbringen will.

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