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Gemeinderat beschließt die 1. Änderung des Bebauungsplanes für die 260 Wohneinheiten des Baugebietes Sandäcker - Erschließung schreitet zügig voran

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

In der Gemeinderatssitzung am Dienstag überzeugte Bürgermeister Jürgen Götz den Gemeinderat davon, dass der seit März 2018 rechtsverbindliche Bebauungsplan für das 14 Hektar große Baugebiet Sandäcker im Interesse der Bauherrn geändert werden muss. Wie seinem Vortrag zu entnehmen war, gingen das Büro Rößner & Waldmann als Wettbewerbsgewinner und das Büro Holl als Ersteller des Bebauungsplanes bei der Erstellung des Bebauungsplanes davon aus, dass die Gemeinde Veitshöchheim entsprechend den Aussagen in der Machbarkeitsstufe im Besitz aller Grundstücke im Baugebiet sein wird und die Bebauung insbesondere der Reihenhäuser und Geschoßwohnungsbauten an geeignete Bauträger übertragen wird.

Damit wäre sichergestellt gewesen, dass beispielsweise eine Reihenhaus-Anlage im Gesamten erstellt und das vorgesehene Planungskonzept umgesetzt wird. Da sich nun jedoch 60 Prozent der Bauflächen im Privatbesitz befinden, zeichne sich ab, so Götz, dass für viele Einzelfälle Befreiungen wie beispielsweise von den Höhen-Festsetzungen aufgrund der Anpassungspflicht unumgänglich seien. Dies hätte zur Folge, dass ein Großteil der Bauherren ihre Planungen nicht im Rahmen des Genehmigungsfreistellungsverfahrens einreichen könnten. Eine Änderung des Bebauungsplanes sei deshalb zur Beseitigung unklarer Festsetzungen aus Sicht der Verwaltung unumgänglich.

Unter Beibehaltung der städtebaulichen Grundordnung des rechtsverbindlichen Bebauungsplanes betrifft die vom Gemeinderat einstimmig beschlossene 1. Änderung des Bebauungsplanes die Festsetzung der Anzahl der Vollgeschosse in Verbindung mit den Höhenfestsetzungen, Baulinien, Nebenanlagen, die festgesetzten Tiefgaragen und deren Einfahrten und die Zufahrten zu den Garagen und Stellplätzen auf den Grundstücken. Die  Änderung soll im Interesse der Häuslebauer möglichst zeitnah erfolgen. Nachdem nun entsprechend dem Erschließungstand die Straßenoberkante eindeutig zugeordnet werden kann, soll im Rahmen der Änderung diese anstelle der bisher geltenden natürlichen Geländeoberfläche die Bezugsgröße für die Höheneinstellung der Gebäude maßgebend sein.

Stand der Erschließung

Im Juni 2018 war der Spatenstich für die 8,85 Mio. Euro teure Erschließung für 41 freistehende Einfamilienhäuser, 44 Doppelhäuser, 73 Reihenhäuser und 102 Geschosswohnungen, also insgesamt 260 Wohneinheiten erfolgt. Diese führt die Firma KFB Baumanagement GmbH in Reuth durch Vertrag mit der Gemeinde im eigenen Namen und auf eigene Rechnung durch. Die KFB beauftragte dazu das Ingenieurbüro Stubenrauch in Königsberg mit der Tiefbauplanung und die Tiefbaufirma Konrad in Lauda mit den Erschließungsarbeiten. Da die Refinanzierung durch private Kostenerstattungs-Verträge erfolgt, muss die Gemeinde keine Erschließungsbeiträge per Bescheid  erheben.

Wie diese Fotos zeigen, geht die Erschließung zügig voran. So ist die parallel zur Günterslebener Straße verlaufende Schafhofstraße bereits weitgehend geteert und werden im Bild unten gerade die Stellplätze für den rechts der Straße vorgesehenen Geschosswohnungsbau gepflastert.

Nach den technischen Daten des Ingenieurbüros Stubenrauch werden im Baugebiet  so 27.000 Kubikmeter Erde bewegt, 7.700 Quadratmeter Straßen und 3.300 Quadratmeter Radwege asphaltiert, fast 12.000 Quadratmeter gepflastert und auf einer Länge von 8.350 Meter Granit-Bord- und -Leistensteine eingefasst.  Zur Straßenentwässerung werden 725 Meter Rohrleitungen und 116 Straßenabläufe installiert.

Immer mehr Konturen an nimmt derzeit auch die in das Baugebiet von der Günterslebener Straße aus führende Haupterschließungsachse, die Straße "An den Fichtenäckern", die das Gebiet nach Süden quert und in einem Wendeplatz vor der Kreisstraße endet (Bild unten).

Bestandteil der Erschließung ist zur Kreisstraße WÜ 3 hin auf einer Länge von 800 Meter eine 2,40 bis 4,60 Meter hohe Lärmschutzanlage, die allein über eine Million Euro Kosten verursacht. Es ist dies ein Wall, kombiniert mit einer Wand mit senkrechter Holzverkleidung in Lärche mit einer Fläche von 2.050 Quadratmeter, durch Stein-Gabionen mit einer Fläche von 655 Quadratmeter gegliedert. Hier wurden bereits die Fundemante für die Befestigungsstützen gegossen.

Vermarktung der gemeindlichen Baugrundstücke

Die Gemeinde konnte im Vorfeld 30.323 Quadratmeter Bauflächen erwerben, das sind 40 Prozent der Baugrundstücke im Baugebiet. Zugeteilt wurden so der Gemeinde 18 Doppelhaushälften, elf Einzelhäuser, 45 Reihenhäuser und zwei Geschoßwohnungsbau-Grundstücke für ca. 44 Wohneinheiten. Den Kaufpreis pro Quadratmeter hat der Gemeinderat auf 350 Euro zuzüglich 115 Euro Erschließungskosten festgesetzt. 

Für die Vermarktung der gemeindlichen Grundstücke beschloss der Gemeinderat im April 2018 Vergaberichtlinien nach einem Punktesystem. Bauwillige konnten sich in einer ersten Bewerbungsrunde bis 21. September 2018  bewerben.  Der Gemeinderat vergab dann im Dezember 2018 Grundstücke für zehn Einzelhäuser, acht Doppelhaushälften und 13 Reihenhäuser.

Ab Januar 2019 sollte eine zweite Bewerbungsrunde für den Verkauf von einem Einzelhaus, zehn Doppelhaushälften und 32 Reihenhäusern sowie zwei Geschoßwohnungsbau-Grundstücken für ca. 44 Wohneinheiten mit Grundstücks-Größen von 2.200 m² und 770 m² gestartet werden. Wie Bürgermeister Jürgen Götz erklärte, wurde jedoch zwischenzeitlich die  zweite Bewerbungsrunde auf Grund der sich abzeichnenden Änderung zurückgestellt. Sie werde jetzt in den nächsten Wochen fortgesetzt, wenn klar sei, welche Änderungen im Detail zu veranlassen sind.

Erst nach Eingang und Auswertung der Bewerbungen könne der der GR, vermutlich nach der Sommerpause, die Grundstücke vergeben.

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Dieter 05/17/2019 14:49

Ich kapiere diese Planung noch immer nicht. Vielleicht mag es mir einer erklären. Die Günterslebener Straße und die Wü3 auf Höhe Maincenter/Sonnenstraße zu verbinden wäre viel Sinnvoller gewesen. Das hätte andere Straßen entlastet und viele Wege verkürzt. Traurig.