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Veitshöchheimer Eigenheimer pflanzten am Jahresbaumweg eine Flatterulme, den Baum des Jahres 2019 - Gespendet von Helga Wahler für den Schülerjahrgang 1940

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Eine Flatterulme, den Baum des Jahres 2019, spendete dem Eigenheimerbund Helga Wahler für den Schülerjahrgang 1940 der Veitshöchheimer Volksschule. In der Hoffnung, dass der vom Bauhof der Gemeinde beschaffte Baum besonders gut anwächst, begoss die Jahrgangs-Sprecherin ihn mit Silvaner-Wein im Beisein zahlreicher Schulfreunde und der Vorstandschaft des Eigenheimerbundes mit dem 1. Vorsitzenden Oswald Bamberger (rechts) sowie dem Gemeindegärtner, der bei der Pflanzaktion half.

Wie Helga Wahler berichtet, besteht ein Stammtisch des Jahrgangs 1940 im Café Müller, zu dem im zweimonatlichen Rhythmus bis zu 15 der in Veitshöchheim und Würzburg lebenden ehemaligen Vitusschüler kommen. Von den ehemals 50 Schülern leben nach ihren Aufzeichnungen noch 18 Damen und 14 Herren, davon auch welche im Ausland, so Herr Schönbach (früher Landwirt in Gadheim, dessen Hof 1988 die Diözese zur Errichtung des Markushofes erwarb) in Kanada und Frau Huttner (Schwester von Fritz Huttner) in Norwegen.  1946 kurz nach dem Krieg eingeschult, besuchten alle eine Klasse, bis dann in der siebten und achten Klasse die 20 Mädchen und 30 Buben getrennt wurden. Im April nächsten Jahres ist es 70 Jahre her, dass der Jahrgang 1940 zur Erstkommunion ging. Helga Wahler hat vor, dann alle noch Lebenden zu einem Gottesdienst in die Vituskirche einladen. Keine Frage, dass dann 2020 die ehemaligen Vitusschüler ihren 80. Geburtstag gemeinsam feiern wollen.

Mit der alljährlichen Proklamation eines „Baumes des Jahres“ durch die Dr. Silvius Wodarz-Stiftung in Berlin soll entweder auf die Seltenheit einer Baumart, auf die Gefährdung durch neuartige Waldschäden oder Baumkrankheiten, auf die Bedeutung eines Baumes für die Menschen oder auf die Relevanz der Bäume für ein Ökosystem hingewiesen werden. Die Stieleiche war 1989 der erste so ausgezeichnete Baum, der aufgrund seiner Bedrohung durch neuartige Waldschäden ausgewählt wurde.

Mit der Flatterulme sind nun alle 31 gekürten Bäume auf dem 2008 von der Gemeinde  Veitshöchheim am nördlichen Rand der Gartensiedlung angelegten Jahresbaum-Weg vertreten und durch ein Täfelchen beschrieben.

Der Eigenheimerbund sieht es nach den Worten des 1. Vorsitzenden als seine Aufgabe an,  im Sinne der Nachhaltigkeit für die jährliche Ergänzung des Jahresbaumweges mit dem neu gekürten Baum und auch für den Ersatz eingegangener Bäume zu sorgen.

Der botanische Blick richtet sich 2019 auf die Flatterulme (Ulmus laevis). Wer ihre buschigen Blüten einmal im Wind hat tanzen sehen, weiß woher die Art ihren Namen hat. Zum nunmehr 31. Mal wurde am 9. November 2018 im Zoologischen Garten in Berlin mit der Flatterulme der neue Baum des Jahres 2019 in Anwesenheit der Schirmherrin Bundesministerin Julia Klöckner und Caroline Hensel, Deutsche Baumkönigin 2019  ausgerufen und gepflanzt. Auf der Vorschlagsliste des Kuratoriums Baum des Jahres (KBJ) standen außerdem die Kornelkirsche (Corgus mas) und die Douglas-Tanne (Pseudotsuga menziesii).

Nachdem 2018 die Ess-Kastanie ausgewählt wurde, fällt mit der Flatter-Ulme zum Baum des Jahres 2019 die Wahl auf einen Laubbaum, der insbesondere in der Nähe von Flussauen und feuchten Standorten auftritt, teilweise aber auch als Straßen- und Parkbaum.

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. ist Mitglied im KBJ und begrüßt die Entscheidung des Kuratoriums. „Durch die Wahl zum Baum des Jahres rückt die Flatter-Ulme nun endlich stärker in den Vordergrund. Von den drei in Mitteleuropa heimischen Ulmenarten ist sie nämlich am unbekanntesten. Sie wird häufig völlig zu Unrecht mit der Feld- und Bergulme in einen Topf geworfen, obwohl sich die drei morphologisch und ökologisch stark unterscheiden. Dabei ist die Flatter-Ulme weit weniger anspruchsvoll und leistet aufgrund ihrer Eigenschaften einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität“, so Markus Guhl, BdB-Hauptgeschäftsführer.

Die Flatter-Ulme, auch Flatter-Rüster genannt, ist ein sommergrüner, bis zu 35 m hoher Baum mit einer graubraunen, zunächst glatten und später längsrissigen Rinde. Ihre etwa 9 Zentimeter langen, eiförmigen Blätter haben einen asymmetrischen Blattgrund, sind doppelt gesägt und kurz gestielt. Die Flatter-Ulme gehört zu den Tiefwurzlern und bevorzugt sandige bis lehmige Böden sowie schwach saure bis alkalische Böden. Ihre Blüten sind grün-violett bis violett. Sie bilden rundlich geflügelte Nüsschen aus. Dank ihrer sehr hohen Überflutungstoleranz, die deutlich 100 Tage pro Jahr übersteigt, ist sie perfekt geeignet für Pflanzungen oder Verjüngungsmaßnahmen in Auwäldern, Bach- oder Flussauen. Sie kann ein Alter von bis zu 250 Jahren erreichen.

Info-Quelle über die Flatterulme: GaLaBau-Online-Portal

Neben dem Fächerbaum als Jahrtausendbaum sind auf dem Jahresbaumweg folgende Baumarten vertreten und mit einem Täfelchen gekennzeichnet und beschrieben:

  • 1989 Stiel-Eiche
  • 1990 Rotbuche
  • 1991 Sommer-Linde
  • 1992 Berg-Ulme
  • 1993 Speierling
  • 1994 Europäische Eibe
  • 1995 Spitzahorn
  • 1996 Hainbuche
  • 1997 Eberesche
  • 1998 Wild-Birne
  • 1999 Silber-Weide
  • 2000 Sand-Birke
  • 2001 Esche
  • 2002 Gemeiner Wacholder
  • 2003 Schwarz-Erle
  • 2004 Weiß-Tanne
  • 2005 Rosskastanie
  • 2006 Schwarzpappel
  • 2007 Wald-Kiefer
  • 2008 Echte Walnuss
  • 2009 Berg-Ahorn
  • 2010 Vogel-Kirsche
  • 2011 Elsbeere
  • 2012 Europäische Lärche
  • 2013 Holzapfel
  • 2014 Traubeneiche
  • 2015 Feld-Ahorn
  • 2016 Winterlinde
  • 2017 Fichte
  • 2018 Ess-Kastanie
  • 2019 Flatterulme

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