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300. Geburtstag Johann Michael Fischer am 23. September - Bedeutender Bildhauer stammt aus Veitshöchheim

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Taufmatrikel der Pfarrei St. Vitus in Veitshöchheim vom 23. September 1717 über die Geburt von J.M. Fischer - Foto Kurt Adelmann

Taufmatrikel der Pfarrei St. Vitus in Veitshöchheim vom 23. September 1717 über die Geburt von J.M. Fischer - Foto Kurt Adelmann

Ein aus Veitshöchheim stammender junger Mann stieg im Laufe des 18. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Bildhauer Bayerisch-Schwabens auf: Johann Michael Fischer, der laut Taufmatrikel der Pfarrei St. Vitus in Veitshöchheim am 23. September 1717 geboren wurde und hier bis 1744 wohnte. 

Dank seiner Tüchtigkeit und seines Könnens und der Gunst seiner Auftraggeber vom Benediktiner- und Jesuitenorden, stattete er eine große Anzahl von Kirchen im weiten Umkreis

Am Donnerstag 12. Oktober 2017, 19 Uhr würdigt die Gemeinde Veitshöchheim im Saal Minerva der Mainfrankensäle den großen Sohn des Ortes anlässlich seines 300.  Geburtstags.

Dazu konnte die Gemeinde den Kunsthistoriker Dr. Benno C. Gantner aus Starnberg zu einem Vortrag gewinnen,  der 2001 eine Monographie zu Werk und Schaffen Fischers verfasst hat und einer der besten Kenner von Fischers Arbeiten ist.

Gantner will in seinem Vortrag darstellen, wer dieser "Franke in Schwaben" war,  dessen Werke noch heute bewundert werden. Er geht dabei auf Herkunft und Prägung sowie das künstlerische Wirken Fischers ein und möchte so den Künstler auch in seinem Geburtsort besser bekannt machen. Der Eintritt ist frei.

 

Fischers Biographie

Das Taufbuch nennt als seine Eltern Johann Fischer und dessen Ehefrau Barbara. Taufpate war der ehrbare Mann Michael Gunckel, hiesiger Einwohner. Laut Taufmatrikel Veitshöchheim ist er 25jährig als Taufpate seines Neffen Johann Michael Pfeuffer vermerkt, der ebenfalls Bildhauer wurde und sich in Hopferstadt niederließ. Laut Sterberegister Veitshöchheim stirbt am 5. Dezember 1752 Fischers Mutter Maria Barbara im Alter von 66 Jahren und am 11. Juli 1753 sein Vater Johann Fischer im Alter von 62 Jahren.

Sein handwerkliches Rüstzeug erlernte Fischer in der Bildschnitzer-Werkstatt bei Johann Wolfgang Auvera in Würzburg.  Auf Wanderschaft kam er als Geselle in das Donaustädtchen Dillingen. Dort trat er als Geselle in die Bildhauerwerkstatt bei Stephan Luidls Witwe Anna Barbara Luidl in Dienst.

Entsprechend seiner sozialen Stellung war er nicht nur Bürger der Stadt, sondern auch Mitglied des Rates, wo er sich für Bereiche des öffentlichen Lebens in Dillingen engagierte. Auch wurde er Hauptmann der Bürgergarde.

Am 12. September 1746 heiratete er laut Pfarrmatrikel von St. Peter in Dillingen kirchlich Luidls Tochter Maria Theresia. Im Dillinger Ratsprotokoll ist vermerkt, dass die Witwe Luidl zuvor am 19. Juli 1746 ihr Anwesen ihrer Tochter übergibt, die am gleichen Tag standesamtlioch Johann Michael Fischer, ein Bildhauer aus "Veitshöchheim ausm Würzburgischen heiratet, der zwei Jahre bei ihr in Condition gestanden hat".  Sie erhielt 400 Gulden Heiratsgut, er brachte 200 Gulden Heiratsgut mit. Im Taufbuch der Pfarrei Dillingen sind 13 Taufen von Kindern Fischers eingetragen. Drei Söhne ergriffen den Beruf des Vaters und arbeiteten in der Werkstatt mit.

Der 27. März 1801 ist laut Sterberegister Dillingen der Todestag des 83 Jahre alt gewordenen Bildhauers. 1807 wird die Handwerksgerechtigkeit im Gewerbesteuerkataster der königlich Bayerischen Stadt Dillingen auf 100 Gulden geschätzt mit dem Vermerk "Liegt fast ganz darnieder".

Nach dem Tod seiner Frau Theresia Fischer am 28. April 1812 wird an der St. Wolfgangskapelle in Dillingen  ein Epittaph angebracht mit der Inschrift: "Herr Michael Fischer, bürgerlicher Bildhauer und Hauptmann der ehemaligen Bürgergarde, gest. 1801 den 27. März".

Am 7. Oktober 1812 steht in einer Verkaufsanzeige im Dillingischen Intelligenzblatt, dass die Erben der Witwe gedenken, derselben zurückgelassenes Haus (6 Zimmer, 3 Kammern, Keller, Stall für zwei Kühe, Holzremiße, geschlossenes Höfchen samt Gärtchen) freihändig zu versteigern. Offenbar wurde das Haus dann abgerissen, denn am 30. März 1814 steht in einer Bekanntmachung, dass der geräumige Platz, auf dem ehemals das Bildhauer Fischersche Haus stand, aus freier Hand zu verkaufen ist.

Heute ist nach dem Künstler in Dillingen eine Straße benannt.

Fischers Werke

Fischer hat als führenden Bildhauer der Region deutliche Spuren hinterlassen.

Die frühesten Arbeiten von ihn befinden sich in der ehemaligen Benediktinerabtei Mönchsdeggingen am Rande des Rieses.

Mit der bildhauerischen Ausgestaltung der Studienkirche Mariä Himmelfahrt in Dillingen (1760-1762), erreichte Johann Michal Fischer seinen künstlerischen Höhepunkt. Die Arbeiten umfassen den Hochaltar, die sechs Seitenaltäre und die Rokokokanzel.  Die prachtvolle Kanzel entstand um I 760, gekrönt von einem bewegten Verkündigungsengel, umgeben von Evangelistensymbolen, christlichen Tugenden und Hinweisen auf die Jesuitenmission. Sie ist ein rokokohaft spielerisches Werk mit streng symmetrischer Anordnung aller Figuren.
Mit der bildhauerischen Ausgestaltung der Studienkirche Mariä Himmelfahrt in Dillingen (1760-1762), erreichte Johann Michal Fischer seinen künstlerischen Höhepunkt. Die Arbeiten umfassen den Hochaltar, die sechs Seitenaltäre und die Rokokokanzel.  Die prachtvolle Kanzel entstand um I 760, gekrönt von einem bewegten Verkündigungsengel, umgeben von Evangelistensymbolen, christlichen Tugenden und Hinweisen auf die Jesuitenmission. Sie ist ein rokokohaft spielerisches Werk mit streng symmetrischer Anordnung aller Figuren.
Mit der bildhauerischen Ausgestaltung der Studienkirche Mariä Himmelfahrt in Dillingen (1760-1762), erreichte Johann Michal Fischer seinen künstlerischen Höhepunkt. Die Arbeiten umfassen den Hochaltar, die sechs Seitenaltäre und die Rokokokanzel.  Die prachtvolle Kanzel entstand um I 760, gekrönt von einem bewegten Verkündigungsengel, umgeben von Evangelistensymbolen, christlichen Tugenden und Hinweisen auf die Jesuitenmission. Sie ist ein rokokohaft spielerisches Werk mit streng symmetrischer Anordnung aller Figuren.

Mit der bildhauerischen Ausgestaltung der Studienkirche Mariä Himmelfahrt in Dillingen (1760-1762), erreichte Johann Michal Fischer seinen künstlerischen Höhepunkt. Die Arbeiten umfassen den Hochaltar, die sechs Seitenaltäre und die Rokokokanzel. Die prachtvolle Kanzel entstand um I 760, gekrönt von einem bewegten Verkündigungsengel, umgeben von Evangelistensymbolen, christlichen Tugenden und Hinweisen auf die Jesuitenmission. Sie ist ein rokokohaft spielerisches Werk mit streng symmetrischer Anordnung aller Figuren.

Zu den bekanntesten Werken Fischers zählt das Schnitzwerk am Hochaltar der Asamkirche in Ingolstadt (Kongregationskirche Maria de Victora), ein barockes Schatzkästchen. In den Hochaltar von 1759 fügen sich das Altarbild von 1675, der Stuckbaldachin von 1734, der Altaraufbau und die Patrone der vier Fakultäten (Cosmas für die Medizin, Thomas von Aquin für die Theologie, Ivo für die Jurisprudenz und die hl. Katharina von Alexandrien für die Philosophie) sowie die heiligste Dreifaltigkeit im Auszug - alles Schnitzwerk von Johann Michael Fischer aus Dillingen um 1763 - zur Einheit.

Zu den bekanntesten Werken Fischers zählt das Schnitzwerk am Hochaltar der Asamkirche in Ingolstadt (Kongregationskirche Maria de Victora), ein barockes Schatzkästchen. In den Hochaltar von 1759 fügen sich das Altarbild von 1675, der Stuckbaldachin von 1734, der Altaraufbau und die Patrone der vier Fakultäten (Cosmas für die Medizin, Thomas von Aquin für die Theologie, Ivo für die Jurisprudenz und die hl. Katharina von Alexandrien für die Philosophie) sowie die heiligste Dreifaltigkeit im Auszug - alles Schnitzwerk von Johann Michael Fischer aus Dillingen um 1763 - zur Einheit.

Der Bildhauer gestaltete auch einige Altarfiguren für den Mitte des 18. Jahrhunderts neu geschaffenen Hochaltar nebst Kanzel der Pfarrkirche St. Peter in Neuburg a.d. Donau nach dem Zeitgeschmack des Barock.

Der Bildhauer gestaltete auch einige Altarfiguren für den Mitte des 18. Jahrhunderts neu geschaffenen Hochaltar nebst Kanzel der Pfarrkirche St. Peter in Neuburg a.d. Donau nach dem Zeitgeschmack des Barock.

Die Stadt- und Kirchenverwaltung von Höchstadt an der Donau ließen an ihn mehrere Aufträge ergehen. In der Klosterkirche der ehemaligen Zisterzienserabtei Schöntal an der Jagst schuf Johann Michael Fischer 1773 den mächtigen, raumgreifenden Hochaltar.

Auch die vier Meter hohen Steinfiguren (St. Ulrich und St. Afra) an der Außenfassade der Klosterkirche in Neresheim sind sein Werk. In der Kirche von Bergen entstammen der Werkstatt des Dillinger Künstlers der imposante Choraltar, Bildhauerarbeiten an der Kanzel und an den beiden Seitenaltären.

Die größten Aufträge seines reichhaltigen und umfangreichen Lebenswerkes unter Mitarbeit seiner Söhne kamen von Ordensgemeinschaften: Benediktiner (Mönchsdeggingen, Neresheim und Oberelchingen), Jesuiten (Dillingen, Neuburg a.d. Donau, Bergen und lngolstadt), Zisterzienserinnen (Oberschönfeld bei Augsburg), Damenstift Edelstetten und Zisterzienser (Schöntal an der Jagst).

Fischers Schnitztechnik zählt zu den bedeutenden süddeutschen Bildhauern seiner Zeit. Sein bildhauerisches Wirken umfasst ein halbes Jahrhundert. Fischer war nicht nur ein talentierter Bildhauer, sondern auch ein perfekter Geschäftsmann. In vielen Aufträgen trat er als Generalunternehmer auf, der für gesamte Kirchenausstattungen verantwortlich war.

Julius Schöttl schreibt im Jahrbuch des Historischen Vereins in Dillingen von 1934/35: "Im nördlichen Bayerisch Schwaben wird Fischer einer der meistbeschäftigten Bildhauer in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gewesen sein. Die reiche Fülle seiner Arbeiten, die Länge seiner Schaffenskraft, die beachtenswerte Höhe seiner Schnitzkunst sichern ihm einen würdigen Platz in der Geschichte der Plastik Schwabens und stellen ihn an die Spitze der Dillinger Bildhauer von 1600-1800."

Text-Quellen:

    Kurt Adelmann, Wikipedia, Dillingen-Online, Bildband von Benno Gantner und Friedrich Kaeß

Fotos:

    - Asamkirche Ingolstadt: K.Weise - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46660078

    - St. Peter Neuburg: Andreas Praefcke - Eigenes Werk (own photograph), CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11148197

    - Studienkirche Dillingen: von Helmlechner - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31698163 + von  GFreihalter - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15785963

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