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Rückblick Veitshöchheimer Imkertag - Aktuelles aus dem Bienenvolk

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Wie lange gehen Bienen auf Sammelflug? Mit dem Einsatz von modernster Technik am Bienenvolk lässt sich diese Frage bald beantworten. Denn ausgestattet mit RFID-Chips wird das Flugverhalten der Pollensammler, ähnlich einer Black-Box, künftig elektronisch erfasst.

Wie lange gehen Bienen auf Sammelflug? Mit dem Einsatz von modernster Technik am Bienenvolk lässt sich diese Frage bald beantworten. Denn ausgestattet mit RFID-Chips wird das Flugverhalten der Pollensammler, ähnlich einer Black-Box, künftig elektronisch erfasst.

Am Sonntag, den 09.07.2017, summte und brummte es an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) besonders gewaltig. Denn im Rahmen des alljährlichen Imkertages öffnete das Fachzentrum Bienen seine Pforten und informierte in Kurzvorträgen über aktuelle Forschungsprojekte.

Rund 700 Berufs- und Hobbyimker waren der Einladung der LWG nach Veitshöchheim gefolgt. Imkern wird dabei mehr und mehr zum Trend. Im direkten Erfahrungsaustausch mit den Imkern vor Ort sowie den Experten des LWG-Fachzentrums informierten sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Bieneninteressierte über den Einstieg in die Imkerei.
 
Alte und neue Bedrohungen

Insbesondere die Beiträge zu den Gegenspielern der Honigbiene sorgten für eine voll besetzte Aula. Dr. Nicole Höcherl stellte das neue Frühwarnsystem zur Asiatischen Hornisse und dem Kleinen Beutenkäfer vor. Dadurch soll das Auftreten der neuen Schädlinge frühzeitig erkannt und entsprechende Bekämpfungsstrategien entwickelt werden. Auch die Varroamilbe hat die Bienenvölker noch fest in der Hand. In seinem Vortrag berichtete Dr. Stefan Berg, Leiter des Fachzentrums Bienen, über neue Behandlungsmittel.

Qualitätssicherung beim Bienenwachs
Im Imkereibetrieb des Fachzentrums stand die Verarbeitung von Bienenwachs im Mittelpunkt. So bilden die Bienenwaben die Lebensgrundlage in einem Bienenvolk: Ob Speicher für Honig und Blütenpollen oder für die Aufzucht der jungen Brut – die Waben sind der Marktplatz in einem Stock, auf dem das gesamte Leben des Volkes stattfindet. Die Sicherung der Wachsqualität nimmt daher für den Imker einen hohen Stellenwert ein. Johann Fischer, Fachberater für Schwaben, informierte über die Verfälschungen von Bienenwachs. Ferdinand Keidel demonstrierte zudem die Gewinnung von Wachs und die Herstellung eigener Mittelwände aus Bienenwachs.

Ob Speicher für Honig und Blütenpollen oder für die Aufzucht der jungen Brut: Die Waben sind der Marktplatz in einem Bienenstock. Im Imkereibetrieb der LWG gab es deshalb Tipps zur Verarbeitung von Bienenwachs direkt von den Profis.

Ob Speicher für Honig und Blütenpollen oder für die Aufzucht der jungen Brut: Die Waben sind der Marktplatz in einem Bienenstock. Im Imkereibetrieb der LWG gab es deshalb Tipps zur Verarbeitung von Bienenwachs direkt von den Profis.

Gedeckter Tisch auf Balkon & Terrasse

Die zahlreichen Aussteller auf dem Imkermarkt boten ein breites Angebot: vom Bienenkasten bis zur Bienenweide. Informationen und bunt blühende Umsetzungsbeispiele zur Bienenweide gab es auch bei den Führungen durch die LWG-Schaugärten, die von der Bayerischen Gartenakademie angeboten wurden. So gibt es viele Möglichkeiten, Bienen auch im eigenen Garten einen reichhaltigen Speisezettel zu bieten. Dr. Ingrid Illies stellte dafür zahlreiche Nektar- und Pollenspender für Beet und Balkon vor. Honig ist nicht gleich Honig: Die Vielfalt des bayerischen Honigs konnten die Besucher bei Frau Katrin Knoke vom Honiglabor des LWG-Fachzentrums Analytik entdecken.

 Mit bienenfreundlichen Pflanzen kann auch auf Balkon und Terrasse der Tisch für Biene & Co. reichhaltig gedeckt werden. So ist beispielsweise die weiß blühende Bidens (Zweizahn) nicht nur ein Augenschmaus für den Betrachter, sondern ein wahrer Festtagsschmaus in Sachen Pollen und Nektar.

Mit bienenfreundlichen Pflanzen kann auch auf Balkon und Terrasse der Tisch für Biene & Co. reichhaltig gedeckt werden. So ist beispielsweise die weiß blühende Bidens (Zweizahn) nicht nur ein Augenschmaus für den Betrachter, sondern ein wahrer Festtagsschmaus in Sachen Pollen und Nektar.

Wenn Bienen ins Schwärmen kommen Optisches Highlight bildeten die Demonstrationen zum Schwarmverhalten. Innerhalb weniger Minuten sammelten sich dabei die Tiere eines aufgehängten Kunstschwarmes um ihre Königin und formten eine eindrucksvolle Schwarmtraube. Die Bienenkönigin sonderte dafür ein Pheromon ab und legte damit eine duftende Wegbeschreibung für ihr Volk. Der Duftstoff konnte auch während der Vorführung von den interessierten Besuchern in der Luft um den Schwarm gerochen werden.  
 

 Der von Fachberater Erhardt Härtl ausgebrachte Kunstschwarm hat den Duft seiner Königin aufgenommen. Die von der Bienenkönigin abgesonderten Pheromone (Duftstoffe) dienten dem Volk als duftende Wegbeschreibung und waren auch für das Fachpublikum bei der Vorführung „riechbar“.

Der von Fachberater Erhardt Härtl ausgebrachte Kunstschwarm hat den Duft seiner Königin aufgenommen. Die von der Bienenkönigin abgesonderten Pheromone (Duftstoffe) dienten dem Volk als duftende Wegbeschreibung und waren auch für das Fachpublikum bei der Vorführung „riechbar“.

Black-Box für Bienen

Wissenschaft am Bienenvolk – unter diesem Motto erläuterten die Mitarbeiter des Fachzentrums Bienen moderne Methoden zur Erforschung der Bienenbiologie. Mit Hilfe von RFID-Chips (radio-frequency identification) können Bienen individuell markiert und am Stockeingang digital erfasst werden. So lässt sich bestimmen, wie oft und wie lange einzelne Bienen auf Sammelflug gehen. Dadurch soll erforscht werden wie sich Stresssituationen, wie beispielsweise der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Krankheiten, auf den Sammelflug auswirken und ob die Tiere überhaupt zum Volk zurückfinden.  
 
Einblicke in die Geschichte

Viele Besucher nutzten auch das Angebot, die historische Sammlung des Fachzentrums Bienen zu besuchen. Alte Bienenkästen, historische Gerätschaften zur Honiggewinnung sowie Präparate stellte Dr. Friedgard Schaper, ehemalige Leiterin des Fachzentrums, den interessierten Besuchern vor.

(Bilder: © Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim)
 

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