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Freisprechung Winzer und Weintechnologen an der LWG Veitshöchheim

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

 So sehen Sieger aus: Der TOP-Jahrgang 2017 der Ausbildungsrichtungen Winzer und Weintechnologen mit Martin Reinhard, Ausbildungsbeauftragter des Fränkischen Weinbauverbandes e. V. (links außen) sowie Frank Delißen, Leiter Staatliches Berufliches Schulzentrum KitzingenOchsenfurt, Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt und Dr. Hermann Kolesch, LWG-Präsident (rechts außen v.l.n.r).

So sehen Sieger aus: Der TOP-Jahrgang 2017 der Ausbildungsrichtungen Winzer und Weintechnologen mit Martin Reinhard, Ausbildungsbeauftragter des Fränkischen Weinbauverbandes e. V. (links außen) sowie Frank Delißen, Leiter Staatliches Berufliches Schulzentrum KitzingenOchsenfurt, Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt und Dr. Hermann Kolesch, LWG-Präsident (rechts außen v.l.n.r).

 Verstärkung für den Weinbau

 Was haben ein Mechatroniker, eine Vermessungstechnikerin und ein Speditionskaufmann gemeinsam? Ihre Liebe zum Wein! So kam rund die Hälfte des freigesprochenen Winzer- und Weintechnologen-Nachwuchses 2017 aus „Weinfranken“ erst auf Umwegen zu ihrem Traumberuf. Die strahlenden Gesichter bei der Zeugnisübergabe am Dienstag, den 25.07.2017, an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim waren deshalb nicht nur ein Zeichen der Freude über den erfolgreichen Abschluss. Vielmehr machte das Lächeln auf den Lippen der 21 Winzer/innen und drei Weintechnologen/innen deutlich, dass sie ihre künftige Leidenschaft gefunden haben. Erstmals wurde in diesem Jahr der Nachwuchs der beiden Ausbildungsberufe gemeinsam von den Pflichten der Berufsausbildung freigesprochen und verabschiedet.

 Gemeinsam für eine Sache

Nach der Ausbildung kommt die Prüfung, nach der Prüfung das Leben. „Dass Sie das theoretische und praktische Wissen beherrschen, haben Sie mit den bestandenen Prüfungen bewiesen“, so Georg Bätz, LWG-Abteilungsleiter Weinbau. Jetzt geht es vielmehr darum, das Wissen im Berufsalltag richtig einzusetzen. Michael Braun, LWG-Bildungsberater für den Ausbildungsberuf Winzer/in wünschte den Nachwuchsfachkräften dafür ein gutes Gelingen und ermutigte die Absolventen, sich auch von Rückschlägen nicht aufhalten zu lassen. Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt, machte in seine Rede deutlich, welch hohen Stellenwert der Weinbau genießt: „Der Wein gehört zur Region. Der Wein prägt die Region wie kein anderes Produkt und blickt auf eine lange Geschichte zurück“, so Deinhard. So trägt der Weinbaunachwuchs von heute dazu bei, dass die Tradition eine vielversprechende Zukunft hat.

 

 „Ich spreche Sie von den Aufgaben Ihrer Berufsausbildung frei und heiße Sie willkommen in den Reihen des Weinbaus“. Beim eigentlichen Höhepunkt des Abends wurden die Auszubildenden von Martin Reinhard, Ausbildungsbeauftragter des Fränkischen Weinbauverbandes e. V., nach einem Jahrhundert alten Brauch von den Ausbildungspflichten befreit und als Mitglieder des Berufsstandes willkommen geheißen. „Ab sofort werden auch Sie ein Teil der Weinbautradition und helfen mit, die Erfolgsgeschichte des Weinbaus weiter fortzuschreiben“, betonte Reinhard. So kommen die zahlreichen Auszeichnungen und Preise für den Frankenwein, auch auf internationaler Ebene, nicht von irgendwoher, sondern gedeihen auf dem fruchtbaren Boden einer erfolgreichen Ausbildung.

Geschichten, die nur das Leben schreibt

 Bei der Zeugnisübergabe entlockte Dr. Hermann Kolesch, Präsident der LWG, dem Weinbaunachwuchs seine ganz persönlichen Geschichten. „Erzählen Sie mal, wie haben Sie den Weg in den Weinberg gefunden?“, so die Frage des Präsidenten an jeden Kandidaten vor Übergabe der Zeugnisse und Urkunden. Neben der traditionellen Berufswahl aus der Winzerfamilie heraus gab es aber auch Geschichten, die aus einem Hollywood-Drehbuch hätten stammen können. Back to the Roots – Arbeiten in und mit der Natur – war dabei der Anlass eines studierten Mechatronikers, der bereits mehrere Jahre als Entwicklungsingenieur gearbeitet hat. Ein anderer Kandidat entdeckte indes über einen Schluck Wein auf einem fränkischen Weinfest seine Leidenschaft für die Weinerzeugung. Die Frage, wie denn das flüssige Gold in die Flasche kommt, lies ihn nicht mehr los.

 Fit for Future

Frank Delißen überbrachte die Glückwünsche des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Kitzingen-Ochsenfurt. „Mit Ihrer Ausbildung haben Sie sich in ganz besonderer Weise auf den Weinbau eingelassen und sind mit dem erfolgreichen Abschluss auch für die künftigen Herausforderungen bestens gerüstet“, so der Schulleiter. Doch dabei gilt: „Nach der Ausbildung ist vor der Weiterbildung, denn die Berufsausbildung ist bei Weitem nicht das Ende der beruflichen Fahnenstange.“ Durch die Weiterbildung zum Techniker und Meister oder einem anschließenden Hochschulstudium stehen den Winzern und Weintechnologen Tür und Tor für ihren beruflichen Werdegang offen.

 Über die Berufsausbildung Winzer

Die Ausbildung zum Winzer/in wird in drei Jahren durchlaufen und findet im Dualen System statt. So schließen sich an das schulische Berufsgrundschuljahr zwei praktische Jahre in den jeweiligen Ausbildungsbetrieben mit einem Berufsschultag pro Woche an. Neben der Wissensvermittlung in den Weinbaubetrieben bilden u. a. Traubenproduktion, Kellerwirtschaft, Weinsensorik, Betriebswirtschaft und Marketing die Schwerpunkte der schulischen Ausbildung.

Gehen ab sofort ihre eigenen Wege im Weinbau:

Winzer/innen: Philipp Aufderheide (Klingenberg), Bastian Baldauf (Ramsthal), Rafet Cam (Bergtheim), Daniel Eilers (Würzburg), Julian Gierer (Bürgstadt), Lukas Grün (Oberscheinfeld), Franz Grundler (Hösbach), Marcel Gümpelein (Willanzheim), Philipp Hofmann (Waldbüttelbrunn), Marco Kissner (Buchbrunn), Konstantin Kraus (Volkach), Jonathan Lenartz (Würzburg), Christina Lutz (Iphofen), Thomas Patek (Würzburg), Jona Pfannmüller (Alzenau), Jonas Sittauer (Leinach), Elmar Spall (Hohestadt), Anna Steinmann (Sommerhausen), Christin Wagner (Weikersheim), Marion Wunderlich (Tauberrettersheim) und Julian Ziegler (Kolitzheim).

Weintechnologen/innen: Johanna Gamm (Markt Einersheim), Florian Winkelhöfer (Würzburg) und Theo Wich (Markt Einersheim).

Die Prüfungsbesten (v.l.n.r.): Julian Gierer (Weingut Fürst, Bürgstadt), Christina Lutz (Weingut Zehntkeller, Iphofen), Thomas Patek (Weingut Horst Sauer, Escherndorf) und Weintechnologe Florian Winkelhöfer (Stiftung Juliusspital, Würzburg).

Die Prüfungsbesten (v.l.n.r.): Julian Gierer (Weingut Fürst, Bürgstadt), Christina Lutz (Weingut Zehntkeller, Iphofen), Thomas Patek (Weingut Horst Sauer, Escherndorf) und Weintechnologe Florian Winkelhöfer (Stiftung Juliusspital, Würzburg).

 (Bilder: © Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim)

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