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Veitshöchheimer Gemeinderat fasste Beschluss für die Planung der auf 13,7 Mio. Euro veranschlagten Generalsanierung der Eichendorffschule

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Veitshöchheimer Gemeinderat fasste Beschluss für die Planung der auf 13,7 Mio. Euro veranschlagten Generalsanierung der Eichendorffschule

In der Gemeinderatssitzung am 23. Mai 2017 fasste laut Protokollauszug im gemeindlichen Mitteilungsblatt vom 6.6.2017 das Gremium den Grundsatzbeschluss für die Planung der Generalsanierung der Eichendorffschule. Dafür sollen im Haushaltsplan 2018 entsprechende Mittel eingestellt und ein Finanzierungsplan erstellt werden.

Sobald ein Honorar für Planungsleistungen den in der Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VgV) festgelegten Schwellenwert in Höhe von 209.000 EUR netto überschreitet, muss zwingend ein Vergabeverfahren durchgeführt werden. Dazu beschloss der Gemeinderat weiter, ein Fachbüro zwischenzuschalten, welches das Vergabeverfahren der Planungsleistungen leitet bzw. die Gemeinde dabei intensiv berät. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, den Auftrag an ein Büro mit dem wirtschaftlichsten Angebot zu vergeben.

Innovativ und zukunftsweisend wurde bereits 2016  für 1,2 Mio. Euro die Fassade des  1969 errichteten zweiten Bauabschnitts der Eichendorffschule mit einer Nutzfläche von 1742 Quadratmeter energetisch saniert und mit einem neuartigen Dämm- und Lüftungskonzept versehen.  Durch die vorgesetzte, hinterlüftete Pfosten-Riegel Fassade mit Profilbauglas als Oberfläche und Brettschichtsperrholz als Dämmebene war die Verwendung einer im Unterhalt sehr teuren Lüftungsanlage nicht erforderlich.

Innovativ und zukunftsweisend wurde bereits 2016 für 1,2 Mio. Euro die Fassade des 1969 errichteten zweiten Bauabschnitts der Eichendorffschule mit einer Nutzfläche von 1742 Quadratmeter energetisch saniert und mit einem neuartigen Dämm- und Lüftungskonzept versehen. Durch die vorgesetzte, hinterlüftete Pfosten-Riegel Fassade mit Profilbauglas als Oberfläche und Brettschichtsperrholz als Dämmebene war die Verwendung einer im Unterhalt sehr teuren Lüftungsanlage nicht erforderlich.

Zurück geht diese vorgezogene Außensanierung des BA II auf Januar 2013, als  der Gemeinderat als Maßnahme des Energieleitplanes einstimmig grünes Licht für die auf 2,2 Millionen Euro veranschlagte Sanierung des im Jahr 1969 errichteten zweiten Bauabschnittes der Eichendorffschule inklusive der energetischen Optimierung der Heizzentrale des Schulzentrums erteilt hatte. Um an staatliche Fördergelder zu kommen, musste das Raumprogramm für die gesamte Schule überdacht und mit der Regierung von Unterfranken abgestimmt werden. Der nachschulische Bedarf an Plätzen bei der Schulkind-Betreuung war nämlich immer mehr angestiegen. Es wurde deshalb die energetische Sanierung der Fassade des BA II vorgezogen.

Wie aus der Jahreschronik 2016 der Gemeinde hervorgeht, soll nach einem mit der Schulleitung abgestimmten Grobkonzept die bisher sechs Klassenzimmer und drei Fachräume für Textil-/Werken, Physik und Englisch im zweiten Bauabschnitt künftig ausschließlich für den ständig wachsenden Bedarf der nachschulischen Betreuung genutzt werden. Derzeit wird vom Schul-Hort der AWO auch bereits das Erdgeschoss genutzt. Die wegfallenden Unterrichtsräume sollen in den anderen Bauabschnitten untergebracht werden.

Überprüft wurden daher vom Planungsbüro Keß und König im Auftrag des Gemeinderates im Rahmen einer Bestandsuntersuchung neben dem BA II (Baujahr 1969) auch die Bauabschnitte I (Baujahr 1965) III (Grundschule - Baujahr 1978) und BA IV (Baujahr 2004), gegliedert in die Teilbereiche Brandschutz,  Barrierefreiheit, Raumprogramm und Bauphysik. Als Ergebnis ist laut Abschlussbericht des Büros vom Juli 2016 nun eine nachhaltige und großumfängliche Sanierung in verschiedenen Bereichen notwendig.

Laut veröffentlichter Präsentationsfolie der Sitzung wurden für die Generalsanierung der Bauabschnitte I bis III 13,7 Mio. Euro veranschlagt, Planung und Ausführung über mehrere Jahre verteilt.
 

Die Geschichte der bisherigen vier Bauabschnitte der Eichendorffschule

BA I (1965)
BA I (1965)

BA I (1965)

Bereits Ende der fünfziger Jahre begann die Gemeinde Veitshöchheim mit der Gartensiedlung rasch zu wachsen. Das Schulhaus, die 1911 mit neun Klassenzimmern erbaute Vitusschule konnte zwölf Klassen nicht mehr fassen. Zwei Klassen wurden in das alte Rathaus ausgelagert. Ein neues Schulhaus wurde notwendig.

Sechs Klassenzimmer, drei Fachräume (Schulküche, Raum für Physik/Chemie, Werkraum), Sekretariat und Lehrerzimmer, Hausmeisterwohnung, Turnhalle und Lehrschwimmbecken umfasste der von Architekt Heid aus Fürth geplante Gebäudekomplex des 1. BA an der Günterslebener Straße, der nach den Weihnachtsferien am 8. Januar 1965 durch Klassen der Jahrgangsstufen eins bis vier, sieben und acht bezogen wurde. Es war der erste Bauabschnitt der Eichendorff-Volksschule, dem noch im Laufe der Jahrzehnte drei weitere folgen sollten.

BA II (1969) - Ansicht vor der 2016 erfolgten Sanierung der Außenfassade

BA II (1969) - Ansicht vor der 2016 erfolgten Sanierung der Außenfassade

Die Gemeinde Veitshöchheim wuchs weiter sehr rasch, vor allem die Gartensiedlung, und damit auch die Schülerzahl. Der Neubau war eigentlich schon beim Bezug zu klein. Der zweite Bauabschnitt musste geplant werden: 3 Klassenzimmer, Lehrerzimmer und Physikraum im Erdgeschoss, 4 Klassenzimmer im 1. Untergeschoss, 1 Handarbeitsraum und 1 großer Mehrzweckraum im 2. Untergeschoss. Der zweite Bauabschnitt wurde zu Beginn des Schuljahres 1969/70 bezugsfertig.

Und 1969 kam die Schulreform mit der Einführung der 9. Klasse. Außerdem sollten die Schüler der 7., 8. und 9. Klassen aus Thüngersheim, Güntersleben, Unterdürrbach und Oberdürrbach die nun gegründete Verbandsschule Veitshöchheim besuchen.

Die Schülerzahl der Verbandsschule (noch Grund- und Hauptschule wuchs Anfang der 70er Jahre auf über 900. Die Grundschule bezog den 1. Bauabschnitt, die Hauptschule den 2. Bauabschnitt, die Vitusschule war voll ausgelastet, eine 5. und eine 6. Klasse blieb in der Vitusschule, eine 6. Klasse wurde noch im alten Rathaus untergebracht. Also musste ein 3. Bauabschnitt geplant werden. Auch blieb die Entwicklung des Schulwesens nicht stehen und so kam 1973 die Trennung der bisherigen "Volksschule" in die neuen Grund- und Hauptschulen.

Dies bewirkte ein erneutes Umdenken und Umplanen der Raumkapazitäten und dank der neuen Gebietsreform wurden 1975 Ober- und Unterdürrbach wieder aus dem Schulverband der Hauptschule ausgegliedert.

BA III - Grundschule (1978)
BA III - Grundschule (1978)

BA III - Grundschule (1978)

1978 feierte man die Einweihung der neuen Grundschule als dritten Bauabschitt mit acht Klassenräumen,  Mehrzweck-, Werk- und  Musikraum, Schulleiter- und Lehrerzimmer und Aula. Die Hauptschule nutzt seitdem die Bauabschnitte eins und zwei. Die Vitusschule ist als Grundschule für den Altort einzügig weiter in Betrieb.

Mit dem Schuljahr 2000/01 wurde an der Mittelschule auch der M-Zweig eingeführt. So kann nicht nur der Qualifizierende Hauptschulabschluss erworben werden, sondern von Schülern des M-Zweiges auch die Mittlere Reife. Wegen dieser Möglichkeit besuchen nun auch Schüler aus Leinach, Margetshöchheim und Zell die Schule.

BA IV (Baujahr 2004)
BA IV (Baujahr 2004)

BA IV (Baujahr 2004)

Die weiterhin über die Jahre latent verbleibende Raumnot für die Hauptschule löste sich endlich auf, als im Februar 2004 ein 2,6 Millionen teurer Erweiterungsbau als vierter und bis dato letzter Bauabschnitt und die nicht geringen Umbauten im Bestand eingeweiht wurden. Der farblich gut gegliederte Erweiterungsbau wurde als BA IV nach den Plänen des Architekten Götz architektonisch gelungen zwischen Bauabschnitt I und Bauabschnitt II eingefügt.

Im Erweiterungsbau entstanden auf einer Nutzfläche von 1472 Quadratmeter hochmoderne Fachräume für Werken, Hauswirtschaft, Musik, Textilarbeiten und Zeichnen, zwei Klassenräume, Räume für eine Ganztagsbetreuung, Rektorat und Verwaltung, ein Förderraum und auch ein neues Lehrerzimmer.

Angeboten wurde im neuen Haus ab Dezember 2004 auch eine Ganztagsbetreuung. Es war damals ein glücklicher Umstand, dass das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ der Bundesregierung gerade in die Planungsphase fiel. So konnte die Gemeinde schnell reagieren und aus diesem Topf zu den auf die Ganztagsbetreuung entfallenden Kosten von rund 600.000 Euro die neunzigprozentige Förderung bekommen.

Mitte September 2010 wurde die Hauptschule im Schulverbund mit der Margetshöchheimer Hauptschule umfirmiert mit dem Gütesiegel „Mittelschule“.

Zurzeit besuchen 219 Schüler in zwölf Klassen die Verbands-Mittelschule Veitshöchheim (112 aus Veitshöchheim, 51 aus Güntersleben, 35 aus Thüngersheim und 21 Gastschüler).

Die gesamte Grundschule hat  derzeit 279 Schüler in zwölf Klassen (davon vier Klassen in der Vitusschule).

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