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Erlebnisbesuch des Veitshöchheimer Kindergartens Menschenskinder am Fachzentrum Bienen der LWG

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Safety First: Vor dem Gang zum Bienenvolk wurden die Kinder mit einem ImkerSchleier ausgestattet.

Safety First: Vor dem Gang zum Bienenvolk wurden die Kinder mit einem ImkerSchleier ausgestattet.

Kindergarten meets Bienenvolk - Wenn „Kindergartenhummeln“ auf Bienen treffen
 
Keinerlei Berührungsängste hatten die rund 20 Kindergartenkinder des Kindergartens „Menschenskinder“ aus Veitshöchheim bei ihrem Besuch des Fachzentrums Bienen an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Am letzten Dienstag gingen die Nachwuchsimker nicht nur auf Tuchfühlung mit Biene und Co., sondern legten beim Honigschleudern auch tatkräftig Hand an.
 
Nicht nur nah, sondern hautnah, kamen die Kindergartenzwerge aus Veitshöchheim den Bienen bei ihrem Besuch des Fachzentrums Bienen der LWG. Hildegard Zipper, Imkermeisterin und Mitarbeiterin des Fachzentrums, hatte sich für die Kindergartenzwerge etwas ganz Besonderes ausgedacht: So fand das Treffen zwischen den „Kindergartenhummeln“ und den Bienen nicht nur im Freien auf der grünen Wiese, sondern direkt am frei bauenden Bienenstock auf dem LWG-Campus statt.

Ein Bienenstock der besonderen Art: Am Campus der LWG in Veitshöchheim hängt (im Sommer) ein frei bauendes Bienenvolk.

Ein Bienenstock der besonderen Art: Am Campus der LWG in Veitshöchheim hängt (im Sommer) ein frei bauendes Bienenvolk.

Doch bevor es auf Bienen-Tuchfühlung ging, hieß es zunächst Imker-Hut mit Schleier überziehen und die Bienen erst einmal in der Theorie kennenlernen. Wie kommt der Honig ins Glas? Was ist der Unterschied zwischen Königin, Drohne und Arbeitsbiene? Und wie viele Bienen leben überhaupt in einem Bienenstock? In einer spielerischen Frage-Antwort-Runde erhielten die Kinder einen Einblick in das Bienenvolk und die Antworten auf ihre zahlreichen Nachfragen. Direkt im Anschluss konnten die Nachwuchsimker die Bienen schließlich hautnah erleben.

Blick in den Bienenstock: Imkermeisterin Hildegard Zipper zeigt den Kindern den Unterschied zwischen Drohnen und Arbeitsbienen

Blick in den Bienenstock: Imkermeisterin Hildegard Zipper zeigt den Kindern den Unterschied zwischen Drohnen und Arbeitsbienen

„Was macht ihr, wenn ihr jemanden besuchen wollt? Ihr klopft vorher an!“, stellt Hildegard Zipper zunächst klar. Bevor sie daher einen Wabenrahmen aus einem Holz-Bienenkasten nimmt, zündet sie sich ihre Imkerpfeife an. „Mit dem Rauch signalisieren wir den Bienen, dass der Imker nun da ist“, erläutert die Bienenexpertin.

Am entnommenen Wabenrahmen sehen die Kleinen, wie fleißig die Bienen schon waren – so besteht die Hälfte des Rahmens bereits aus mit Wachs verdeckelten, mit Honig gefüllten, Waben.


Und die Kindergartenkinder haben Glück: Eine der rund 100 auf dem Rahmen sitzenden und krabbelnden Bienen ist die Königin. „Die Königin erkennt man daran, dass sie länger ist als die Arbeiterinnen. Außerdem ist sie verantwortlich für das Fortbestehen des gesamten Bienenvolkes: Denn die Königin ist die einzige Biene, die auch Eier legt, aus denen auch Arbeiterinnen bzw. eine neue Königin schlüpfen kann – und zwar bis zu 2.000 Stück am Tag. Das ist so viel, wie die Königin wiegt“, erklärt Zipper den staunenden Kindern.

In der Imkerei konnten die kleinen Helfer schließlich selbst Hand anlegen. „Bevor es aber losgeht – alle Mädels und Jungs Hände waschen!“, fordert Bienenexpertin Zipper die schon vor Vorfreude strahlenden Kinder auf. Denn Honig ist ein Lebensmittel und beim Umgang damit ist Hygiene und Sauberkeit das A und O.

In der Imkerei konnten die kleinen Helfer schließlich selbst Hand anlegen. „Bevor es aber losgeht – alle Mädels und Jungs Hände waschen!“, fordert Bienenexpertin Zipper die schon vor Vorfreude strahlenden Kinder auf. Denn Honig ist ein Lebensmittel und beim Umgang damit ist Hygiene und Sauberkeit das A und O.

Bienen hautnah erleben: Besonderes Highlight war das Anfassen und auf der Hand krabbeln lassen von männlichen Drohnen.

Bienen hautnah erleben: Besonderes Highlight war das Anfassen und auf der Hand krabbeln lassen von männlichen Drohnen.

 „Keine Angst. Die Drohnen haben keinen Stachel und können deshalb nicht stechen“, so Hildegard Zipper. Trotzdem rät sie zur Vorsicht und ermahnt, dies nicht ohne Aufsicht nachzumachen.

„Tut ihr den Bienen nichts, dann machen die Bienen euch auch nichts“, so die Imkermeisterin. Fühlen sich die Tiere jedoch in die Enge getrieben oder liegt gar Spannung in der Luft, wie beispielsweise bei einem Gewitter, ist auch mit den Bienen nicht zu spaßen.

„Doch solltet ihr einmal gestochen werden, dann könnt ihr den Stachel ganz einfach mit dem Fingernagel abkratzen“, rät die Bienenexpertin den Kindern. Durch das schnelle Entfernen des Stachels wird nämlich verhindert, dass das komplette Gift aus der Blase am Stachelende in die Haut gepumpt wird.

„Im Gegensatz zur Wespe stirbt die Biene nach einem Stich“, erläutert Vanessa Maurer, Auszubildende zur Tierwirtin (Fachrichtung Imkerei). Am feststeckenden Stachel lässt sich daher leicht erkennen, ob man von einer Wespe oder einer Biene gestochen wurde.
 

Wie kommt der Honig ins Glas? Bevor der Honig geschleudert werden kann, muss zunächst die Wachsschicht auf den Waben entfernt werden.

Wie kommt der Honig ins Glas? Bevor der Honig geschleudert werden kann, muss zunächst die Wachsschicht auf den Waben entfernt werden.

Im ersten Schritt konnten die Imker in spe beim Entdeckeln der Waben helfen. „Nur wenn der Wabendeckel entfernt wird, fließt der Honig beim Schleudern auch aus der Wabe“, erklärt die Auszubildende.

Blick in eine Honigschleuder

Blick in eine Honigschleuder

Beim anschließenden Schleudern der Wabenrahmen in einer Handschleuder stellten die Kinder schließlich ihre Energie unter Beweis. So durfte jeder an der Kurbel Hand anlegen, sich austoben und den selbst geschleuderten Honig auch probieren.

 

Erst die Arbeit dann das Vergnügen: Nach dem Schleudern konnten die Kinder „ihren“ Honig selbst probieren.

Erst die Arbeit dann das Vergnügen: Nach dem Schleudern konnten die Kinder „ihren“ Honig selbst probieren.

„Ich habe mein erstes Volk bereits mit fünf Jahren von meinem Vater geschenkt bekommen, das war mein Taschengeld“, erinnert sich Hildegard Zipper. Vielleicht wurde daher beim Rundgang der Kindergartenkinder ein erstes Interesse geweckt und der Grundstein für einen Einstieg in die Imkerei gelegt. Denn Nachwuchs ist auch bei den Imkern immer herzlich willkommen.

Text und Fotos von der LWG

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