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Großzügige Anna Retzbach-Meth bleibt auch nach ihrem Tod alljährlich in ihrem Heimatort Veitshöchheim in Erinnerung

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Großzügige Anna Retzbach-Meth bleibt auch nach ihrem Tod alljährlich in ihrem Heimatort Veitshöchheim in Erinnerung

Einladung von älteren Mitbürgern jedes Jahr an ihrem Geburtstag

In den Genuss eines festlichen Mittagessens kamen heute ältere Veitshöchheimer im Restaurant "Sonnenschein" in der Mainlände. Sie waren sichtlich erstaunt, als ihnen die Einladung des katholischen Pfarrers Robert Borawski ins Haus flatterte. Wie dieser erläutert, komme sein Pfarramt St. Vitus einer Verfügung in einem Testament aus dem Jahr 1999 nach. In diesem hatte die zuletzt in München wohnhafte, jedoch am 8. Mai in Veitshöchheim geborene Anna Retzbach-Meth das Pfarramt gebeten, zu ihrem Geburtstag ältere Einwohner zum Festessen einzuladen. Ebenso erhalten nach ihrem Willen alle Kinder der drei katholischen Kindergärten im Ort abwechselnd ein Getränk und ein Gebäckstück.

Die Rechnung geht laut Pfarrer alljährlich an die Uni München, die das Erbvermögen verwaltet. Wer die großzügige Spenderin war, darüber konnte sowohl der Pfarrer als auch Bürgermeister Jürgen Götz im Sonnenschein keine Auskunft geben. Lediglich Hermine Filbig (auf dem Foto oben die 3. Dame von links), Jahrgang 1924, konnte sich erinnern, dass sie mit der Anna als Schulmädel gespielt habe, sie aber dann nach der Schulzeit aus den Augen verloren habe.

790.000 Euro-Spende ermöglichte Stiftung für Kinderklinik

Bei einer Recherche im Internet konnte jedoch ein Eintrag auf der Homepage der Bayerischen Franziskaner entdeckt werden, aus dem hervorgeht, dass Anna Retzbach-Meth bei ihrem Tod am 5.5.200 offenbar sehr vermögend war. Denn in ihrem Testament bedachte sie das "Projekt Omnibus" der Franziskaner mit einem Betrag von 790.000 Euro.

Die Spende der Ex-Veitshöchheimerin ermöglichte es, zur dauerhaften Sicherung des 1985 von P. Michael Först OFM gegründeten Projekts, eine Stiftung durch den Träger des Projekts, der Bayerischen Franziskanerprovinz, Körperschaft des öffentlichen Rechts, ins Leben zu rufen.

Wie auf deren Homepage zu lesen ist, stellt "Omnibus" Eltern, deren Kinder stationär oder ambulant in einer Münchner Klinik, insbesondere im Dr. von Hauner´schen Kinderspital, behandelt werden, kostenlos Wohn- und Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung. Die Begleitung durch haupt-und ehrenamtliche MitarbeiterInnen und die Begegnung mit betroffenen Angehörigen anderer Kinder würden den Raum schaffen, in dem der besonderen Not dieser Menschen Rechnung getragen wird.

Großzügige Anna Retzbach-Meth bleibt auch nach ihrem Tod alljährlich in ihrem Heimatort Veitshöchheim in Erinnerung

Das Katholische Pfarramt hat nun noch weiter nachgeforscht und dabei ermittelt: Gemäß Mitteilung des Standesamtes Veitshöchheim vom 11.09.73 wurde Frau Meth laut Vertrag vom 15.06.73 von den Eheleuten Otto und Anna Luise Retzbach an Kindesstatt angenommen. Zum damaligen Zeitpunkt wohnte sie schon in München. Wann sie Veitshöchheim verlassen hat, ist dem Matrikelbuch leider nicht zu entnehmen.

 

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