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Forschungsprojekt AKTILA-BS sucht blinde und sehbehinderte Teilnehmer, die zurück in den Job wollen

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Freuen sich auf ein intensives Projekt. Der Projektbeirat von ATILA-BS nach seiner konstituierenden Sitzung. Von links: Dirk Zschoch, Professor Dr. Roland Stein, Arsen Abajyan, MdB Bernd Rützel, Heike Kraus, Christoph Wutz, Robert Freumuth, Monika Weigand, Dr. Maren Bredehorst, Dr. Birgit Drolshagen, Karsten, Dr. Heinz-Willi Bach, Simone Schodorf.  Foto: BFW Würzburg, Girschner

Freuen sich auf ein intensives Projekt. Der Projektbeirat von ATILA-BS nach seiner konstituierenden Sitzung. Von links: Dirk Zschoch, Professor Dr. Roland Stein, Arsen Abajyan, MdB Bernd Rützel, Heike Kraus, Christoph Wutz, Robert Freumuth, Monika Weigand, Dr. Maren Bredehorst, Dr. Birgit Drolshagen, Karsten, Dr. Heinz-Willi Bach, Simone Schodorf. Foto: BFW Würzburg, Girschner

Konstituierende Beiratssitzung im BFW Würzburg

"Sperren sich Arbeitgeber gegen die Einstellung schwerbehinderter Arbeitsloser? Sind die Förder- und Integrationsangebote nicht behinderungsspezifisch genug?"

Mit Fragen wie diesen aus dem Forschungsprojekt AKTILA-BS (Aktivierung und Integration langzeitarbeitsloser blinder und sehbehinderter Menschen) führte Monika Weigand, AKTILA-Projektleiterin und Mitarbeiterin im Bereich Forschung und Entwicklung im BFW Würzburg, die Mitglieder des neuen Projektbeirates in das Themenfeld ein.

Ziel von AKTILA-BS, einem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit ca. 3 Mill. Euro geförderten Projekt sei es, zum einen herauszufinden, welche Hemmnisse blinden und sehbehinderten Menschen trotz hoher Qualifizierung den Übergang in die Beschäftigung erschweren. Zum anderen gehe es darum, die passenden Integrationsstrategien zu entwickeln und den Leistungsträgern einen Werkzeugkasten an die Hand zu geben, mit dessen Hilfe zielgerichtete und fachgerechte Beratung und Integration in den Arbeitsmarkt gelinge.

Am Ende des Projektes stünden 40 blinde oder sehbehinderte Menschen, die erfolgreich und dauerhaft in den Arbeitsmarkt integriert werden. Bis dahin sei es aber noch ein langer Weg. Um dies zu erreichen stünden aktuell ca. 250 Interviews mit betroffenen arbeitslosen blinden und sehbehinderten Menschen auf dem Fahrplan. Erste Gespräche werden bereits geführt. Für den erfolgreichen Abschluss der Ist-Analyse werden noch weitere Teilnehmer gebraucht, die bereit sind, in einem ca. einstündigen Telefon-Interview über ihre Erfahrungen zu berichten, so Monika Weigand. Interessenten können sich jederzeit bei ihr unter monika.weigand@bfw-wuerzburg.de melden.

Zuvor hatte Christoph Wutz, Geschäftsführer des überregionalen Bildungszentrums für blinde und sehbehinderte Menschen, die Gäste, die aus den verschiedensten Regionen Deutschland am Dienstag, 23.05., nach Würzburg gekommen waren, zur konstituierenden Sitzung des Projetkbeirates begrüßt.

Er zeigte sich beeindruckt von der Fülle an Kompetenzen, die sich in diesem Gremium zusammengefunden hatten und freue sich auf die konstruktiv kritische Begleitung des Projektes. Sichergestellt werde diese u. a. durch die Teilnahme von Frau Dr. Drolshagen von der Technischen Universität Dortmund und Professor Dr. Roland Stein von der Universität Würzburg sowie von Frau Dr. Maren Bredehorst, von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) aus Frankfurt.

Die Betroffenenperspektive vertreten u. a. der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) mit Herrn Dr. Heinz-Willi Bach und das SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte in Chemnitz mit Geschäftsführer Karsten Hohler. Auf der quasi „anderen“ Seite, nämlich der der Arbeitgeber, freue man sich über die Beteiligung so namhafter Firmen wie der Siemens AG in Nürnberg, vertreten durch Dirk Zschoch, und dem Call Center Verband Deutschland mit Heike Kraus sowie Robert Freumuth von diwa Personalservice aus München. Mit MdB Bernd Rützel sei es gelungen, auch einen Vertreter der Politik ins Boot zu holen und selbst das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) belege mit dem Engagement von Amtsrat Arsen Abajyan die Bedeutung dieses Projektes.

Der Vorstellung des Projektablaufes durch Monika Weigand folgte eine intensive Diskussion der Beiräte, die sich sehr positiv zum Forschungssetting äußerten. Die gegenwärtige Vermittlungspraxis wurde sehr kritisch hinterfragt. Vermittlung von schwer- und schwerstbehinderten Menschen sei immer eine individuelle Vermittlung, die andere Organisationsformen erfordere. Welche dies sein könnten, hierzu werde AKTILA-BS Antworten liefern.

Zum Projekt:

Das Projekt AKTILA-BS (Aktivierung und Integration langzeitarbeitsloser blinder und sehbehinderter Menschen) hat es sich zur Aufgabe gemacht, zunächst in einer Ist-Analyse die wesentlichen Vermittlungshemmnisse zu identifizieren, die dazu führen, dass Menschen mit Seheinschränkungen trotz oft überdurchschnittlicher Qualifikation besonders häufig und lange arbeitslos sind. Im Anschluss sollen wirksame Strategien und Instrumente zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt entwickelt und erprobt werden. Am Ende des auf drei Jahre angelegten Projektes sollen nicht nur Antworten gefunden werden, sondern eine Art „Werkzeugkasten“ zur Verfügung stehen, anhand dessen konkrete fallbezogene Integrationsbemühungen und Verfahren im Sinne eines Case-Managements entwickelt werden. Das Projekt verhilft damit Menschen, die wegen gesundheitlicher Einschränkungen besondere Förderung benötigen, zur aktiven Teilhabe am Erwerbsleben und letztendlich auch zu sozialer Teilhabe.

Weitere Einzelheiten zum Projekt:

www.bfw-wuerzburg.de/modeler.php?contenttitle=Projekt%20AKTILA-BS

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