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Veitshöchheimer Arbeitskreis Inklusion traf sich am Europäischen Gleichstellungs-Protesttag zum Gedankenaustausch zur Barrierefreiheit des Jüdischen Kulturmuseums

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Ein Anliegen war dem AK Inklusion, wie man den Eingang ins Foyer des Seminargebäudes stufenlos schaffen kann.

Ein Anliegen war dem AK Inklusion, wie man den Eingang ins Foyer des Seminargebäudes stufenlos schaffen kann.

Das Jüdische Kulturmuseum Veitshöchheim, welches in der Gesamtanlage mit Synagogengebäude sowie Seminar- und Archivgebäude integriert ist, wurde 1994 eingeweiht. Seiher ist an der Gestaltung und Konzeption der Ausstellung praktisch nichts verändert worden. Die Einrichtung und Methodenvermittlung entsprechen nicht mehr dem Standard eines heutigen Museums. Es soll deshalb die Ausstellung umgestaltet und in ein neues Präsentationskonzept gebracht werden. Dazu hatte der Gemeinderat im Januar beschlossen, im Haushalt 2017 sowie in die Finanzplanung Mittel für eine Neukonzeption in Höhe von insgesamt 292.000 Euro und Fördermittel in Höhe von 210.000 Euro einzustellen.

Den „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai“ nahm nun Christina Feiler, die Leiterin des Arbeitskreises Inklusion und Behindertenreferentin des Gemeinderates zum Anlass, den AK Inklusion zu einem Gedankenaustausch mit der gemeindlichen Kulturreferentin Dr Martina Edelmann im jüdischen Kulturmuseum einzuladen, nicht um zu protestieren, sondern um konstruktive Mitarbeit anzubieten und um gemeinsam zu überlegen, wie man das Thema Barrierefreiheit in die neue Konzeptionierung des Museums einfließen lassen könnte.

Edelmann informierte dabei den AK zunächst über die Inhalte der Neukonzeption, die sie und Beate Weinhold M.A., die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Genisaprojekts bereits ausgearbeitet haben. Die Gestaltung werde nun ausgeschrieben. Dabei sicherte die Kulturreferentin zu, dass man auch die Barrierefreiheit im Blick habe.

Wie Edelmann sagte, habe sie aber schon selbst hierzu einige Ideen in die Überlegung zur Neukonzeptionierung eingebracht, andere kamen nun durch die Teilnehmer des AK Inklusion dazu.

Günther Thein wies besonders auf den 2013 herausgegebenen Leitfäden des Deutschen Museumsbundes „Das inklusive Museum“ hin, den Vertreter des Bundesverbandes Museumspädagogik, des Deutschen Museumsbundes, des Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit sowie der Museen und der Behindertenselbsthilfeorganisationen gemeinsam erarbeitet hatten.

Günther Thein wies besonders auf den 2013 herausgegebenen Leitfäden des Deutschen Museumsbundes „Das inklusive Museum“ hin, den Vertreter des Bundesverbandes Museumspädagogik, des Deutschen Museumsbundes, des Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit sowie der Museen und der Behindertenselbsthilfeorganisationen gemeinsam erarbeitet hatten.

Der Leitfaden unterstreiche, so Feiler, dass die Barrierefreiheit bei Museen heute allgemein ein wichtiges Thema sei.

Edelmann machte jedoch klar, dass Synagoge mit Vorsänger-Wohnung und Museumshaus von 1730 und baulich aus Gründen des Denkmalschutzes unveränderbar sind. Dies habe den Vorteil, dass sie authentisch seien, aber auch den Nachteil, dass sie nicht barrierefrei zugänglich gemacht werden können.

Vom AK wurde deshalb angeregt, nach Möglichkeiten zu suchen, Inhalte des Museums und der Synagoge vorne im Foyer sichtbar zu machen durch den Einsatz moderner elektronischer Medien. Denkbar wären Audioguides, Smartphone Apps, evtl. dafür auch Leihgeräte vor Ort die es z.B. auch bei einem jüdischen Friedhof in Kleinsteinach in den Hassbergen gibt.

Auch könnte ein barrierefreier Internetauftritt Inhalte für alle erreichbar machen. Das BFW für Blinde und Sehbehinderte vor Ort, so wurde argumentiert sei ein guter Partner, um hierfür und andere Themen beratend zur Seite zu stehen.

Verschiedene Textebenen für die Ausstellungsstücke mit wenig Information sollten in leichter Sprache auf der einen Ebene und mehr Information und Hintergründen auf einer anderen Ebene liefern. Zu leichter Sprache gebe es ein Büro der Lebenshilfe in Würzburg, das Texte dementsprechend umwandeln können.

Elisabeth Hippe regte als Sehbehinderte  eine bessere Ausleuchtung und die farbige Markierung von Stufen an.

Feilers Fazit: "Insgesamt war es ein guter Austausch."

Auch Martina Edelmann betonte, dass sie es sehr positiv findet, wenn sich Veitshöchheimer Bürger einbringen und bereit seien für das Museum mitzudenken.

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