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Begreifen, fühlen, erleben - Veitshöchheimer Gymnasium hatte interaktive Wander-Ausstellung Landwirtschaft und Naturschutz des Landesbundes für Vogelschutz Bayern e.V. (LBV) eine Woche zu Gast

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

"Srü-srü-srü-srü-tjuuüf" singt der Ortolan, erfuhren die Sechstklässler des Gymnasiums Veitshöchheim an dieser Station der Ausstellung. Als Bodenbrüter ist der Singvogel zum Überleben auf extensiv genutzte Bereiche angewiesen, wo kleine, von Streuobstzeilen oder Hecken durchzogene Getreide-, Kartoffel- und Rübenäcker aneinandergrenzen. Seit Jahrzehnten sind die Ortolane auf dem Rückzug. Ihre Population ging in 20 Jahren bis 2009 um 80 Prozent zurück. Die letzten Vorkommen in ganz Süddeutschland gibt es nur noch in Mainfranken, wo zuletzt 200 singende Männchen angetroffen worden.  Im Rahmen des Artenschutzprogramms schaffen Landwirte und Naturschützer auf ausgewählten Parzellen  geeignete Brutflächen mit Deckung bietender Vegetation und damit ein ausreichendes Angebot an Insekten und Körnern als Nahrung sowie Obstbäume als Singwarte. An der Station konnten Vogelstimmen von Feldlerche, Grauammer, Ortolan und Rebhuhn angehört werden. Anhand eines Bedienelements wurde erläutert, wie ortolanfreundliche Bewirtschaftung aussieht und wie sich Getreidearten wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer unterscheiden. Hier konnten die Jugendlichen selber erproben, welche Schutzmaßnahme zum Erfolg führt.

"Srü-srü-srü-srü-tjuuüf" singt der Ortolan, erfuhren die Sechstklässler des Gymnasiums Veitshöchheim an dieser Station der Ausstellung. Als Bodenbrüter ist der Singvogel zum Überleben auf extensiv genutzte Bereiche angewiesen, wo kleine, von Streuobstzeilen oder Hecken durchzogene Getreide-, Kartoffel- und Rübenäcker aneinandergrenzen. Seit Jahrzehnten sind die Ortolane auf dem Rückzug. Ihre Population ging in 20 Jahren bis 2009 um 80 Prozent zurück. Die letzten Vorkommen in ganz Süddeutschland gibt es nur noch in Mainfranken, wo zuletzt 200 singende Männchen angetroffen worden. Im Rahmen des Artenschutzprogramms schaffen Landwirte und Naturschützer auf ausgewählten Parzellen geeignete Brutflächen mit Deckung bietender Vegetation und damit ein ausreichendes Angebot an Insekten und Körnern als Nahrung sowie Obstbäume als Singwarte. An der Station konnten Vogelstimmen von Feldlerche, Grauammer, Ortolan und Rebhuhn angehört werden. Anhand eines Bedienelements wurde erläutert, wie ortolanfreundliche Bewirtschaftung aussieht und wie sich Getreidearten wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer unterscheiden. Hier konnten die Jugendlichen selber erproben, welche Schutzmaßnahme zum Erfolg führt.

In unserer immer mehr technisierten und digitalisierten Welt wissen viele Kinder nicht, dass es Hamster auch auf Äckern gibt oder dass die Bienen aufgrund ihrer Leistung als Bestäuber das wichtigste Nutztier der Menschheit ist. Manche meinen sogar, dass auch Pferde Milch geben. Dies sind nur einige von vielen Erfahrungen, die Anne Katrin Baum, Biologielehrerin am Gymnasium Veitshöchheim machte und dies, obwohl die Schüler des Gymnasiums aus Landgemeinden kommen, die von der Feldflur umgeben sind.

Um Aufklärungsarbeit zu leisten, das Interesse der Schüler der Unter- und der Mittelstufe an agrischen Nutzpflanzen, der Notwendigkeit des Erhalts unserer heimischen Arten und der landwirtschaftlichen Abläufe und der Natur zu wecken, holte das Gymnasium Veitshöchheim als erste Schule im Landkreis acht Tage lang die spannende Wanderausstellung „Erfolgreich für Mensch und Natur – Landwirtschaft und Naturschutz in Mainfranken“ ins Haus..

Sie war Mitte Februar von Bayerns Landwirtschafts-Minister Helmut Brunner in der Regierung von Unterfranken eröffnet worden und war dort bis Ende Februar ausgestellt.  Entworfen hat sie der Landesbund für Vogelschutz in Bayern, dessen unterfränkische Geschäftsstelle in Veitshöchheim in der Mainlände ansässig ist.

Von dort war auch die Diplom-Biologin und Umweltbildungsreferentin Janina Kempf in die Schule gekommen, um die jeweils in vier Gruppen aufgeteilten Klassen der fünften bis achten Jahrgangsstufe durch die einzelnen interaktiven Stationen und Versuchsreihen der sehr anschaulichen Ausstellung anzuleiten. An den interaktiven Stationen konnte selbst erprobt, gehört und beobachtet werden.

So konnten, wie auf den nachfolgenden Fotos zu sehen, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 a, auf ihrer Rallye durch die einzelnen Stationen mit auszufüllenden Laufzetteln versehen, etwa selbst Schutzmaßnahmen für den Ortolan durchführen, den Unterschied zwischen verschiedenen Erd-Arten erfühlen oder erfahren, ob sie unterschiedliche Vögel wie Rebhuhn, Ortolan oder Feldlerche am Gesang erkennen.
 

Als Dreh- und Angelpunkt hebt die Ausstellung die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Naturschützern hervor. Auf mehreren Info-Displays werden so zunächst die Region Mainfranken, deren Standortbedingungen und das Ökosystem Acker vorgestellt.

Als Dreh- und Angelpunkt hebt die Ausstellung die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Naturschützern hervor. Auf mehreren Info-Displays werden so zunächst die Region Mainfranken, deren Standortbedingungen und das Ökosystem Acker vorgestellt.

Im Mittelalter entstanden in den Lößgebieten Mainfrankens die artenreichen, kleinteiligen Ackerlebensräume zum Nulltarif, bis sie mit der Industrialisierung sich veränderten durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel, neuer Landtechnik sowie Siedlungs- und Straßenbau mit Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. Die Ausstellung offenbart nun die Bedeutung der mainfränkischen Kulturlandschaft für die Landwirtschaft, aber auch für Tierwelt und Natur.

Festgestellt wird, dass gerade in Ackerbaugebieten zunehmend Lebensraumfunktionen und biologische Vielfalt verlorengehen, dem nur gemeinsam entgegengewirkt werden kann. Um Flora und Fauna zu stärken, hilft es, die Betriebsabläufe anzupassen oder Flächen anders zu bewirtschaften.

Vorgestellt werden die  Schutzprogramme für Wiesenweihe, Feldhamster und Ortolan, die sich nur in enger Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz zum Erhalt und die Förderung einer ackergebundenen Pflanzen- und Tierwelt realisieren lassen.

Im Zuge dieser Artenschutzprogramme erbringen Landwirte schon seit Jahren wertvolle Ökosystemleistungen. So werden von ihnen blühende Wiesen geschaffen, bleiben Streifen am Feldrand ungenutzt und erfolgt die Mahd nur einmal im Jahr, um Brutflächen und ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot zu schaffen.

Die Schüler lernten neben diesen drei Protagonisten aber auch einige weitere in unserer Agrarlandschaft heimische Tierarten kennen und interaktiv, was zu tun ist, um sie zu schützen.  Sie führten  Versuche durch, wie das Wasserhaltevermögen von Bodenarten, pflanzten verschiedene Getreidearten in Blumentöpfe.

Wichtigste Erkenntnis für die Schüler: "Der Erhalt der biologischen Vielfalt ("Biodiversität") unserer Heimat ist von elementarer Bedeutung für uns alle und für nachfolgende Generationen"

Im Mittelpunkt dieser Station stand die Wiesenweihe, eine der seltensten Vogelarten Europas. Sie war 1980 vom Aussterben bedroht und fühlt sich wohl auf den ausgedehnten Getreideanbauflächen Mainfrankens. Durch das Artenhilfsprogramm hat der Greifvogel, der auf Mäuse aus ist, heute mehr Brutplätze als noch vor 20 Jahren. Wenn die Jungvögel zur Ernte noch nicht flügge sind, sparen Landwirte im Rahmen des Artenschutzprogramms den Bereich um das Nest bei der Ernte aus.  Hier war denn auch von de Schülern gefragt, wo sich der Vogel einen ganz besonderen Ort zum Brüten aussucht (Getreidefeld, Haus oder Wasser?). Auf dem Video zeigte der Gaukler der Lüfte eindrucksvolle Balzflüge und die Futterübergabe zwischen einem Pärchen in der Luft. Zu erfahren war, dass ein Männchen, mit einem Sender ausgestattet, auf seiner Reise ins Winterquartier nach Afrika in nur 24 Stunden 1.200 Kilometer zurücklegt.

Im Mittelpunkt dieser Station stand die Wiesenweihe, eine der seltensten Vogelarten Europas. Sie war 1980 vom Aussterben bedroht und fühlt sich wohl auf den ausgedehnten Getreideanbauflächen Mainfrankens. Durch das Artenhilfsprogramm hat der Greifvogel, der auf Mäuse aus ist, heute mehr Brutplätze als noch vor 20 Jahren. Wenn die Jungvögel zur Ernte noch nicht flügge sind, sparen Landwirte im Rahmen des Artenschutzprogramms den Bereich um das Nest bei der Ernte aus. Hier war denn auch von de Schülern gefragt, wo sich der Vogel einen ganz besonderen Ort zum Brüten aussucht (Getreidefeld, Haus oder Wasser?). Auf dem Video zeigte der Gaukler der Lüfte eindrucksvolle Balzflüge und die Futterübergabe zwischen einem Pärchen in der Luft. Zu erfahren war, dass ein Männchen, mit einem Sender ausgestattet, auf seiner Reise ins Winterquartier nach Afrika in nur 24 Stunden 1.200 Kilometer zurücklegt.

In Station 3 drehte sich alles um den Feldhamster, der in den ausgedehnten Ackerlandschaften mit tiefgründigem und gut grabbaren Lößböden anzutreffen ist. Er heißt im Volksmund auch "Grimback", da er, wenn es für ihn auf der Flucht zu spät ist, sich auf die Hinterbeine stellt und unter lautem Knurren seine Backentaschen aufbläst. Vorgestellt wurde seine Lebensweise, Verbreitung, Populationsrückgang und Schutzmaßnahmen. Gefragt war auf dem Laufzettel u.a., zu welchen Zeiten er besonders aktiv ist (Sonnenschein, Nacht oder immer, wenn der Bauer da ist?).  Der Hamster zählt zu den stark gefährdeten Tieren.  Im Artenschutzprogramm wird deshalb mit Landwirten vereinbart, notwendig geeignete Feldfrüchte auf einem Streifen fünf bis zehn Meter nicht zu ernten (damit das Tier Vorräte für den Winter hamstern kann), erst ab Oktober zu mulchen (die Hamster halten von Oktober bis April Winterruhe), die  Bodenbearbeitung auf 25 Zentimeter zu begrenzen (Wohn- und Vorratskammern sind ab 50 Zentimeter Tiefe anzutreffen - leuchteten auf Knopfdruck auf), keine Rodentizide (chemische Spritzmittel) einzusetzen.

In Station 3 drehte sich alles um den Feldhamster, der in den ausgedehnten Ackerlandschaften mit tiefgründigem und gut grabbaren Lößböden anzutreffen ist. Er heißt im Volksmund auch "Grimback", da er, wenn es für ihn auf der Flucht zu spät ist, sich auf die Hinterbeine stellt und unter lautem Knurren seine Backentaschen aufbläst. Vorgestellt wurde seine Lebensweise, Verbreitung, Populationsrückgang und Schutzmaßnahmen. Gefragt war auf dem Laufzettel u.a., zu welchen Zeiten er besonders aktiv ist (Sonnenschein, Nacht oder immer, wenn der Bauer da ist?). Der Hamster zählt zu den stark gefährdeten Tieren. Im Artenschutzprogramm wird deshalb mit Landwirten vereinbart, notwendig geeignete Feldfrüchte auf einem Streifen fünf bis zehn Meter nicht zu ernten (damit das Tier Vorräte für den Winter hamstern kann), erst ab Oktober zu mulchen (die Hamster halten von Oktober bis April Winterruhe), die Bodenbearbeitung auf 25 Zentimeter zu begrenzen (Wohn- und Vorratskammern sind ab 50 Zentimeter Tiefe anzutreffen - leuchteten auf Knopfdruck auf), keine Rodentizide (chemische Spritzmittel) einzusetzen.

Neben den drei Arten der Stationen 1 - 3 gibt es noch viele weitere ackerbewohnende Tier, von der Biene bis zur Zwergmaus. Hier schaut sich gerade Noah die effektvolle Vorstellung dieser Arten und die Getreideernte per Video an. Es hilft dem Rebhuhn, wenn die Stoppel nach der Ernte etwas länger stehen bleiben

Neben den drei Arten der Stationen 1 - 3 gibt es noch viele weitere ackerbewohnende Tier, von der Biene bis zur Zwergmaus. Hier schaut sich gerade Noah die effektvolle Vorstellung dieser Arten und die Getreideernte per Video an. Es hilft dem Rebhuhn, wenn die Stoppel nach der Ernte etwas länger stehen bleiben

An dieser Station werden die vier häufige Anbaukulturen Mais, Gerste, Weizen, Zuckerrübe und deren Verwendung mit Bild und Beschreibung erklärt, drei Bodenarten können erfühlt werden.

An dieser Station werden die vier häufige Anbaukulturen Mais, Gerste, Weizen, Zuckerrübe und deren Verwendung mit Bild und Beschreibung erklärt, drei Bodenarten können erfühlt werden.

Experimentieren und einen Aufbaufilter zusammensetzen konnten die Schüler beim Versuch zum Wasserhaltevermögen verschiedener Bodenarten wie Sandböden und Lehmböden. Sie erfuhren warum Wasserspeicherung für Pflanzen wichtig ist und zuviel auch schädlich sein kann.
Experimentieren und einen Aufbaufilter zusammensetzen konnten die Schüler beim Versuch zum Wasserhaltevermögen verschiedener Bodenarten wie Sandböden und Lehmböden. Sie erfuhren warum Wasserspeicherung für Pflanzen wichtig ist und zuviel auch schädlich sein kann.

Experimentieren und einen Aufbaufilter zusammensetzen konnten die Schüler beim Versuch zum Wasserhaltevermögen verschiedener Bodenarten wie Sandböden und Lehmböden. Sie erfuhren warum Wasserspeicherung für Pflanzen wichtig ist und zuviel auch schädlich sein kann.

Schließlich gehörte auch ein Keimversuch zu den zu erfüllenden Aufgaben, in dem jede Gruppe verschiedene Getreidearten in Blumentöpfe pflanzte, um dann in der Langzeitbeobachtung unter Führung eines Pflanztagebuches im Klassenzimmer zu dokumentieren wie Raps, Mais, Hafer oder Roggen innerhalb von 15 Tagen wachsen.

Schließlich gehörte auch ein Keimversuch zu den zu erfüllenden Aufgaben, in dem jede Gruppe verschiedene Getreidearten in Blumentöpfe pflanzte, um dann in der Langzeitbeobachtung unter Führung eines Pflanztagebuches im Klassenzimmer zu dokumentieren wie Raps, Mais, Hafer oder Roggen innerhalb von 15 Tagen wachsen.

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