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Vortrag über englische Landschaftsparks in der LWG Veitshöchheim am 17. Januar

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Der Monopteros im Englischen Garten gilt heute als das Wahrzeichen des Münchener Parks. Im klassizistisch-griechischen Stil gebaut, ist der Rundtempel ein bedeutendes Symbol arkadischer Landschaftsideale. Foto: Andreas Schulte/ LWG.

Der Monopteros im Englischen Garten gilt heute als das Wahrzeichen des Münchener Parks. Im klassizistisch-griechischen Stil gebaut, ist der Rundtempel ein bedeutendes Symbol arkadischer Landschaftsideale. Foto: Andreas Schulte/ LWG.

Wie die Malerei einen neuen Gartenstil schuf

Am 17.01.2017 um 19 Uhr nimmt Landschaftsarchitekt Andreas Schulte die Zuhörer mit auf eine Reise in die arkadischen Landschaftsgärten Englands, die im 18. Jahrhundert als Impulsgeber zu einer grundlegenden Wendung in der Gartenkunst beigetragen haben. Der vierte Vortrag aus der Reihe „Geschichte der Gartenkunst“ findet in der Aula der der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) statt.

Schulte zeigt die verschiedenen Entwicklungsstadien des Landschaftsgartens, der im frühen 18. Jahrhundert in England seinen Anfang nahm und einige Jahre später die Gartenkunst Europas fast zwei Jahrhunderte dominieren sollte. Im neuen, wegweisenden Gartenstil, der im englischen Landschaftspark von Stowe früh vollendet wurde, spiegelt sich das Prinzip einer künstlerisch choreografierten naturhaften Landschaft wider, die durch unterschiedliche und abwechslungsreiche Eindrücke im Sinne eines „begehbaren Landschaftsgemäldes“ dem Auge des Betrachters Vergnügen bereiten sollte. 1768 wurde im Auftrag des Fürsten von Anhalt-Dessau der Park von Wörlitz in englischer Manier angelegt. Dieser war die erste Parkanlage des neuen Gartenstils auf deutschem Boden und wegweisend für die Verbreitung des englischen Landschaftsgartens auf dem Kontinent. Auch in der neuen Welt wurden zahlreiche Beispiele umgesetzt, am prominentesten ist der ab 1858 entstandene 350 ha große Central Park in New York.

 

Vortragsreihe „Geschichte der Gartenkunst“

Der Vortrag ist Teil einer Serie. An zehn Dienstag-Abenden bis Mai 2017 führen jeweils von 19 bis 21 Uhr in der Aula der LWG unterschiedliche Dozenten in die „Geschichte der Gartenkunst“ ein. Landschaftsarchitekt Andreas Schulte ist ebenfalls Referent der Vorträge am 31.01. und 14.02., ab dem 07.03. werden vier Gastreferenten die Vortragsreihe gestalten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; die Vorträge können auch einzeln besucht werden. Der Eintritt beträgt jeweils zwei Euro.

 

31.01.2017: Reformbewegung in der Gartenkunst um 1900

Jahrhundertwende – Sissinghurst, Parc Guell, Garten Liebermann

Ende des 19. und im frühen 20. Jahrhundert fanden parallel zu den großen gesellschaftlichen Veränderungen auch bedeutsame Reformbewegungen in der Park- und Gartengestaltung statt. Dazu gehören etwa die wunderschönen Arts-and-Crafts Gärten in England wie Sissinghurst oder Hestercombe, in denen die Staudenverwendung Ihren Anfang nahm, sowie auch einige herausragende Künstlergärten.

 

14.02.2017: Gartenkunst und Pflanzenverwendung der 50er Jahre bis heute

Nachkriegszeit- Aufbruch, Funktionalismus, Naturgartenbewegung

Die 50er Jahre waren Zeiten des Aufbruchs und der Neuausrichtung in Europa, auch in der Gartenkunst. Freie Formen und neue Materialien der 50er und 60er Jahre bezeugen eine ganz neue Stilrichtung. Schulte erläutert zudem den Funktionalismus in der Freiraumgestaltung sowie die Naturgartenbewegung als Gegenreaktion und endet mit außergewöhnlichen Beispielen zeitgenössischer Gärten und Parkanlagen.

 

07.03.2017: „Peter Joseph Lenné zu Ehren“

Die Parkanlagen des großen Gartenkünstlers zum 150. Todesjahr.

Dr. Roswitha Mattausch-Schirmbeck aus Bad Homburg gibt Einblicke in das Lebenswerk von Peter Joseph Lenné. Der aus dem Rheinland stammende Gartenkünstler wird 1816, gerade einmal 26 Jahre alt, an den preußischen Hof berufen und entwirft so bedeutende Anlagen wie den Park von Sanssouci, die Pfaueninsel in Potsdam und den Berliner Tiergarten. Lenné stirbt 1866 in Potsdam - hochangesehen als bedeutendster deutscher Landschaftsarchitekt des 19. Jahrhunderts.

 

21.03.2017: Heinrich Siesmayer, Gartenkünstler des 19. Jh. und der Frankfurter Palmengarten

Leben und Werke zum 200. Geburtstag Siesmayers.

Prof. Frank Blecken aus Weimar stellt die Lebensgeschichte von Heinrich Siesmayer, einem der bedeutendsten Gartenkünstler des Historismus dar. Siesmayer legte in der Region Rhein-Main zahlreiche Park- und Gartenanlagen an, unter anderem den bekannten Frankfurter Palmengarten, dessen interessante Geschichte, Entwicklung und Bedeutung als wiss. Pflanzenschaugarten beleuchtet wird.

 

04.04.2017: Gartendenkmalpflege in der Region -

Schlosspark Werneck & Schlosspark Schönborn in Wiesentheid

An Gärten und Parks geht die Zeit nicht spurlos vorüber. Manchmal werden sie im Laufe der Zeit gestalterisch verändert, vereinfacht oder pflegerisch vernachlässigt. Gartenkultur bedeutet auch, in historischen Anlagen Formen der Gartenkunst zu ergründen und ggf. mit gezielten Entwicklungs- und Pflegekonzepten wiederherzustellen. Das wird die Referentin Bärbel Faschingbauer aus Sulzfeld in einem Vortrag über die Schlossparks Werneck und Wiesentheid erläutern, die sie beide selbst gardendenkmalpflegerisch untersucht hat.

 

02.05.2017: Historische fernöstliche Gartenkunst

Die Gärten Chinas und Japans

Referent Joachim G. Raftopoulo entführt den Zuhörer am 02. Mai in die einzigartigen historischen Gärten Ostasiens. Mit welcher Symbolik die Chinesen und Japaner idealisierte Welten für Seelenfrieden und Meditation gestalteten, zeigt uns der Referent anhand zahlreicher Garten-Beispiele. Auch der japanische Garten in Würzburg wird an diesem Termin näher beleuchtet.

 

Gartenkunst-Exkursionen

Vier interessante Exkursionen zu ausgewählten Gärten in der näheren und weiteren Umgebung ergänzen die Vorträge im Frühling bzw. Frühsommer 2017:

 

  • Freitag, 28.04.2017, 14:00 - 16:30 Uhr, Reiseziel: Hofgarten der Residenz Würzburg
  • Samstag, 29.04.2017, 9:30 - 12:30 Uhr Reiseziele: Ringpark und japanischer Garten Würzburg
  • Samstag, 13.05.2017, 8:00 – 20:00 Uhr, Reiseziele: Kurpark Bad Nauheim, Palmengarten und Grüneburgpark in Frankfurt
  • Samstag, 03.06.2017, 8:00 – 20:00 Uhr, Reiseziele: Schlossparks Werneck und Eichenzell bei Fulda, Kurparks Bad Kissingen und Bad Brückenau

 

Anmeldungen zu den Exkursionen werden während der Vorträge am 07.03.2017 und am 21.03.2017 entgegen genommen. Die Teilnahmegebühr für die Halbtagesexkursionen in Würzburg beträgt jeweils € 10,--, für die beiden Tagesexkursionen inklusive Busfahrt am 13.05. und 03.06. jeweils € 30,--.

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