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Veitshöchheimer Mittelschüler erlösten 735 Euro bei der Altortweihnacht für die Kinderstation des Peramiho-Hospitals in Tansania

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Den stolzen Betrag von 735 Euro übergab heute Klassensprecherin Marina Oppelt in einem Säckchen an  den Benediktiner-Pater Thomas Morus aus der Abtei Münsterschwarzach zur Weitergabe an seinen Bruder Dr. Ansgar Stüfe für die Kinderstation des Peramiho-Hospitals der Missionsbenediktiner in Tansania.

Den stolzen Betrag von 735 Euro übergab heute Klassensprecherin Marina Oppelt in einem Säckchen an den Benediktiner-Pater Thomas Morus aus der Abtei Münsterschwarzach zur Weitergabe an seinen Bruder Dr. Ansgar Stüfe für die Kinderstation des Peramiho-Hospitals der Missionsbenediktiner in Tansania.

Stand AltortweihnachtSehr lobenswert war am ersten Advents-Wochenende das Engagement der 35 Schüler der beiden achten Klassen der Veitshöchheimer Mittelschule. So verkauften in ihrer Hütte Jasmin und Aileen uneigennützig für einen gemeinnützigen Zweck Delikates aus der Schulküche im Fach Soziales wie Honig- und Lebkuchen, im Fach Technik selbst gebastelte Holzarbeiten wie Vogel-Häuschen, Kerzenständer, Schlüsselanhänger und Tannenbäume sowie im Fach Wirtschaft gebastelte Geschenkschachteln und Glückwunschkarten.
 

Verkauf LoseDie Schüler hatten außerdem eine Tombola organisiert. Auf diesem Foto sind Erika und Fabienne auf dem Markt unterwegs, um Lose an die Besucher zu bringen.

Die 35 Achtklässler waren im Schichtdienst zwei Tage auf der Altortweihnacht im Einsatz. Zuvor hatten sie von 40 Geschäftsleuten im Ort 700 Preise gehamstert, besonders lukrativ ein Cityroller von REWE und je ein Ball mit den Unterschriften der Spieler der Würzburger Kickers und der Rimparer Wölfe.

Jedes zweite Los gewannn. Bis auf zehn brachten die Achtklässler auf der Altortweihnacht am ersten Adventswochenende alle Lose a 50 Cent an den Mann, ebenso weitgehend auch das Gebäck und die selbst hergestellten Bastelsachen.

Abtei PeramihoWie der Münsterschwarzacher Pater Thomas Morus den gespannt seinen Worten lauschenden Achtklässlern bei der Spendenübergabe erzählte, war er selbst 14 Jahre lang in der 1898 von Pater Cassian Spiß aus dem Orden der Missionsbenediktiner von St. Ottilen gegründeten Abtei Peramiho in Tansania tätig.

Der Orden des hl. Benedikt († 547 in Monte Cassino) besteht aus 21 Kongregationen, die sich in Formen der Spiritualität und in ihren Tätigkeitsbereichen unterscheiden. Die Abtei Münsterschwarzach gehört zur „Benediktinerkongregation von St. Ottilien“, die 1884 mit dem Hauptziel der Mission gegründet wurde.

In der Abtei Peramiho unterhalten derzeit 60 Mitbrüder eine Pfarrei mit zwölf Außenstationen und 30.000 Katholiken, eine Handwerksschule für verschiedene Ausbildungen im Handwerk wie Mechaniker, Elektriker, Schneider, Schreiner, Installateur, Drucker und Computer und ein Krankenhaus mit über 300 Betten und zwei Lepra-Siedlungen. Zur Abtei gehören weiter eine Druckerei, ein Verlag für religiöse Bücher, Periodika und Kalender, ein Bildungs- und Tagungshaus, eine Farm mit 500 Rindern, 180 Schweinen und einer großen Landwirtschaft sowie 20 andere Betriebe wie Goldschmiede, Getreidemühle, Bauhof, Schreinerei, Autogarage usw. Insgesamt haben dort etwa 600 Menschen eine feste Arbeitsstelle.

Seit August 2006 ist Pater Anastasius Reiser aus der Abtei Münsterschwarzach der vierte  Abt in Peramiho.

Dr. Bruder Ansgar StüfeDie Spende der Schüler soll zweckgebunden der Kinderstation des Peramiho Hospitals zugutekommen.

Wie Pater Morus sagte, werde sich sein Mitbruder Ansgar (im Bild) unheimlich über die Spende freuen. Der monatliche Durchschnittsverdienst liege nämlich nur bei 50 Euro. Deshalb könne er mit den 735 Euro sehr viel anfangen. Ein großes Problem seien in der Regenzeit die durch Moskitos übertragene Malaria. Er selber habe sieben Malaria-Erkrankungen durchgemacht, was kein Zuckerschlucken gewesen sei. Die erkrankten Kinder seien mit ihren Müttern häufig bis zu 200 Kilometern zu Fuß durch den Busch unterwegs, bis sie ins Hospital gelangen. Viele würden unterwegs sterben, wenn sie sich zu spät auf den Weg gemacht hatten. Das Hospital gehe deshalb in die Dörfer, um die Menschen aufzuklären. Vor allem bei der Behandlung von kleinen Kindern müssten die Mütter mit auf die Station. Die Spende der Schüler trage zur Finanzierung solcher Aufenthalte bei.

Weiter sind neben der Malaria Verletzungen der Knochen in den Ländern Afrikas ein zunehmendes Problem. Schlechte Arbeitsbedingungen, Mangelernährung und die wachsende Motorisierung verursachen zunehmend Knochenbrüche. Im Krankenhaus Peramiho werden mehr als 2.000 Patienten im Jahr deswegen behandelt. Es ist eines der wenigen Krankenhäuser in Tansania, das komplizierte Brüche operieren kann. Nur so kann verhindert werden, dass junge Menschen eine dauerhafte Behinderung erleiden. Die Kosten für die Operation können die meisten Patienten allerdings nicht tragen, obwohl eine Behandlung nur 40 Euro im Schnitt kostet.

Nach den Worten des Paters  gehört Tansania nämlich zu den zehn ärmsten Ländern der Erde. 80 Prozent der Bevölkerung arbeite in der Landwirtschaft und die Hälfte der  Bevölkerung sei unter 17 Jahre alt. Das bringe große Herausforderungen für das Land im medizinischen und Bildungsbereich mit sich.  Zwar würden alle Kinder die Primarschule besuchen. Sie hätten dann ein unheimlich starkes Interesse, anschließend auf eine Sekundarschule zu gehen. Allerdings könnten sie das nur, wenn die Eltern das Schulgeld dafür aufbringen können. So mancher Landwirt würde dafür seine Kühe verkaufen, damit eines seiner Kinder diese Chance ergreifen kann. Nach der Schulzeit hätten junge Menschen generell wenige Chancen, auf dem Lande Arbeit zu finden. Viele Menschen würden dann in die Städte abwandern.

Als Quelle für den Bericht wurden neben den Erzählungen des Paters auch die Homepages der Abteien Münsterschwarzach und Peramiho herangezogen.

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