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Veitshöchheimer BFW ist nun Kompetenzzentrum für barrierefreie IT-Kommunikation

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Projektleiter Karsten Warnke (re.) und Petra Kowalewski (3.v.l.) vom Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V. (DVBS) händigen BFW-Geschäftsführer Christoph Wutz (2.v.r.) und seinen IT-Experten Monika Weigand und Ernst Heßdörfer (1. u.2. li.) sowie EDV-Trainer Peter Staubach (3.v.r.) die Anerkennungsurkunden als Kompetenzzentrum für barrierefreie IT-Kommunikation aus.

Projektleiter Karsten Warnke (re.) und Petra Kowalewski (3.v.l.) vom Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V. (DVBS) händigen BFW-Geschäftsführer Christoph Wutz (2.v.r.) und seinen IT-Experten Monika Weigand und Ernst Heßdörfer (1. u.2. li.) sowie EDV-Trainer Peter Staubach (3.v.r.) die Anerkennungsurkunden als Kompetenzzentrum für barrierefreie IT-Kommunikation aus.

Den weiten Weg aus Hamburg nach Veitshöchheim nahmen dieser Tage Karsten Warnke und Petra Kowalewski vom Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) auf sich, um quasi als vorweihnachtliche Bescherung in einer Feierstunde im Berufsförderungswerk Würzburg (BFW)  für Blinde und Sehbehinderte an Geschäftsführer Christoph Wutz und seinen verantwortlichen IT-Mitarbeitern die Anerkennungsurkunden zum Kompetenzzentrum für barrierefreie IT zu überreichen.

Geschäftsführer Wutz wies zu Beginn darauf hin, dass dem Recht der Menschen mit Behinderungen auf inklusive und zugängliche Arbeitsbedingungen als einem Menschenrecht gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention vom Dezember 2006 durch die Digitalisierung der Arbeit im zunehmendem Maße Unzugänglichkeiten von Intranet-Angeboten, Webanwendungen, elektronischen Dokumenten (PDF) und Anwendungssoftware entgegenstehen.

Um die inklusive Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsplatz durch eine barrierefrei gestaltete Informationstechnik zu fördern, habe deshalb der dvbs das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) unterstützte Projekt "BIT inklusiv - Barrierefreie IT für inklusives Arbeiten" ins Leben gerufen. Informationstechnik müsse bereits barrierefrei geplant und entwickelt werden, so lautet die Losung. Zentrale Aufgabe von "BIT inklusiv" sei daher die Einrichtung und Zertifizierung von Kompetenzzentren, die eine solche barrierefreie IT ermöglichen und weitertragen.

Wutz: "Wir, im BFW Würzburg gestalten  Barrierefreiheit schon immer aktiv." Die Auszeichnung als Kompetenzzentrum für barrierefreie IT stehe für das BFW, so Wutz, in direkter Linie mit der Lernplattform  BFWOnline. Dafür habe das BFW schon 2005 quasi als Pionier den Bayern online-Preis für eLearning erhalten.

Als weiteres Beispiel nannte der Geschäftsführer das  BFWmobile, das seit 2012 den BFW-Teilnehmern den beruflichen Nutzen mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets näherbringe.

Entwickelt worden sei auch eine eigene  BFW-App, die im Verbund mit der iBeacon-Technologie die Orientierung innerhalb von Gebäuden ermögliche, die die Trainer für Orientierung und Mobilität schon jetzt mit den Teilnehmern üben würden.

"Für uns gehört DAS ganz einfach dazu. Für die Kostenträger nicht unbedingt" betonte Wutz. Denn diese Angebote seien leider in den Leistungsverzeichnissen der Kostenträger bisher nicht vorgesehen.

Seine Einrichtung fühle sich der Vision "Unabhängigkeit schaffen - Unabhängigkeit erleben" verpflichtet. Das BFW habe deshalb seine langjährige Erfahrung in der Arbeit mit blinden und sehbehinderten Menschen genutzt und sich im Laufe des Jahres 2016 mit Unterstützung von BIT inklusiv als Kompetenzzentrum für barrierefreie IT zertifiziert.

Daran hätten nicht nur die TeleCoaches Monika Weigand und Ernst Heßdörfer teilgenommen, sondern nahezu alle seine Mitarbeiter sich in allen Belangen der Barrierefreiheit im IT-Bereich fit gemacht.

Weigand und Heßdörfer erläuterten, dass die Anforderungen der Zertifizierung sehr hoch gewesen seien. Über 70 Mitarbeiter des Bildungszentrums hätten ein Online-Seminar zu Fragen der  Barrierefreiheit absolviert. In regelmäßigen Workshops habe man die neuerworbenen Kenntnisse in der Breite an die Mitarbeiter aller Abteilungen weitergegeben.

Die beiden TeleCoaches selbst haben sich zu Experten im Bereich barrierefreie Dokumente und Anwendungen ausbilden lassen und die Prüfung zum offiziellen BITV-Tester abgelegt. Damit sei das BFW berechtigt, Webseiten nach der "Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung" zu testen und zu beurteilen. In eindrucksvollen Beispielen zeigten sie, welchen Mehrwert die barrierefreie Gestaltung von Dokumenten, Webseiten und Anwendungen für blinde und sehbehinderte Nutzer haben kann. 

Mit dem hinzugewonnenen Know-how ist das BFW Würzburg nun nach den Worten des Geschäftsführers gut aufgestellt, Unternehmen genauso wie dem Öffentlichen Dienst Beratungs- und Qualifizierungsangebote zu machen.

Durch passgenaue Beratungen, Schulungen und Dienstleistungen wollen die BFW-Experten auch in anderen Unternehmen und Einrichtungen mehr Barrierefreiheit an IT-Arbeitsplätzen gewährleisten, also im Sinne der UN-Behindertenkonvention die Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Handicap erleichtern.
 
Ansprechpartner: Ernst Heßdörfer und Monika Weigand: ernst.hessdoerfer@bfw-wuerzburg.de  monika.weigand@bfw-wuerzburg.de  
BFW Würzburg gGmbH- Kompetenzzentrum für barrierefreie IT Helen-Keller-Str. 5 -  Fon 0931 9001-850 - www.bfw-wuerzburg.de


 

 

 

BFW-Geschäftsführer Christoph Wutz und Diplom-Soziologe Karsten Warnke

BFW-Geschäftsführer Christoph Wutz und Diplom-Soziologe Karsten Warnke

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