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Feuerwehr erntete mit der Drehleiter Misteln zum Verkauf bei der Altortweihnacht

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Feuerwehr erntete  mit der Drehleiter Misteln zum Verkauf bei der Altortweihnacht
Feuerwehr erntete  mit der Drehleiter Misteln zum Verkauf bei der Altortweihnacht
Feuerwehr erntete  mit der Drehleiter Misteln zum Verkauf bei der Altortweihnacht
Feuerwehr erntete  mit der Drehleiter Misteln zum Verkauf bei der Altortweihnacht

Ein ungewöhnlicher Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Veitshöchheim war heute morgen in der Straße am Güßgraben in Höhe des Team Orange zu beobachten. Es stand nämlich nicht die Gefahrenabwehr bei im Vordergrund, vielmehr war es ein Ernteeinsatz.

Die Floriansjünger waren trotz des regnerischen Wetters mit der Drehleiter und zwei Fahrzeugen ausgerückt, um die auf einer mächtigen Pappel üppig wachsenden Mistelbüsche abzuschneiden.

Die abgeschnittenen Misteln wurden von den Feuerwehrleuten behutsam mit einem Seil aus luftiger Höhe nach unten befördert.

Feuerwehr erntete  mit der Drehleiter Misteln zum Verkauf bei der Altortweihnacht

Wie bereits in den beiden letzten Jahren wollen die Feuerwehrkameraden die immergrünen kugelförmigen Mistelbüsche von 60 bis 90 Zentimeter Durchmesser mit ihren breiten, lederartigen Blättern und perlenartigen weißen Beeren am 1. Adventswochenende bei einem Stand der Altortweihnacht als Weihnachtsschmuck verkaufen.

Auch Helga Klinger hat sich, so freut sich Kommandant Robert Röhm wieder bereit erklärt, die Misteln an allen Adventswochenenden in ihrer Gärtnerei in der Würzburger Straße anzubieten. Der Verkaufserlös gehe zu 100 Prozent an die Feuerwehr.

Der Feuerwehrverein will den aus dieser Aktion zur Beschaffung persönlicher Ausstattung für seine Aktiven und die Jugendfeuerwehr verwenden.

Die Beeren der Mistel reifen nur im Dezember, gerade rechtzeitig für die Weihnachtsbräuche.

Wachstum der Misteln

Die wilde Pflanze, von der es etwa 1400 Arten gibt, wächst meist hoch oben in den Wipfeln der Bäume. Wo man auch leben mag - in Senegal oder Schweden, in Wales oder Japan -, überall hängen Misteln zwischen Himmel und Erde. Wenn die übrige Natur ihr Winterkleid angelegt oder sich zum Winterschlaf in die Erde verkrochen hat, sind sie eine wahre Augenweide.

Die Weiße Mistel wächst auf Laubbäumen wie Pappeln, Birken, Apfel- und Ahornbäumen. Verbreitet wird die Pflanze ausschließlich durch Vögel. Sie fressen die Beeren und wischen die am Schnabel hängengebliebenen Kerne an der Baumrinde ab oder scheiden sie unverdaut wieder aus. Im Frühjahr wachsen feine Wurzeln aus den Keimen, die sich zu einer klebrigen Haftscheibe verbreitern, aus der ein Fortsatz durch die Baumrinde bis ins Holz dringt. Nach und nach treibt die Pflanze Blätter und beginnt ein außergewöhnlich langes Leben. Sie bleibt von Insekten verschont, die Winde können ihr nichts anhaben, und sie ist sowohl gegen Winterfrost als auch gegen ausdörrende Hitze gefeit. In der Regel stirbt die Mistel erst, wenn der Wirtsbaum stirbt. So schätzten Förster das Alter einer Mistel, die auf einer Zeder wuchs, auf 400 Jahre.

Mythologie und Brauchtum der Misteln

Volkstümliche Bezeichnungen der Mistel sind Hexenbesen, Hexenkraut, Wintergrün oder Vogelkraut.

Über keine andere Pflanze gibt es eine so umfangreiche Literatur, eine so ausgedehnte Mythologie. Die Sagen um den Mistelzweig reichen weit zurück in ein Zeitalter lange vor Christi Geburt.

  • Sie wurde von den gallischen Priestern, den Druiden, als Heilmittel und zu kultischen Handlungen benutzt. Die Druiden kletterten in weißen Gewändern auf die Bäume und schnitten die Misteln mit goldenen Sicheln.
  • Die Mistel galt nicht nur als Wunderpflanze gegen Krankheiten, wie bei den alten Griechen, die sie als ein Mittel gegen Gift betrachteten. Sie wurde auch als Heiligtum verehrt, als Zeichen des immerwährenden Lebens.
  • Die Germanen glaubten, dass die Götter die Mistelsamen in die Bäume streuten, sie also ein Geschenk des Himmels wären.
  • Männer und Frauen trugen im Altertum Armbänder, an denen aus Mistelholz geschnitzte Amulette klapperten, und über den Zimmertüren hingen Mistelzweige zum Schutz gegen Hexen und böse Geister.
  • Als die Priester an Macht gewannen, wurde der Mistelzweig zum Symbol von Mut, Gesundheit, Fruchtbarkeit und Glück. Sie galt auch als ein Mittel gegen Epilepsie und Schwindelanfälle.
  • Sebastian Kneipp pries ihre Wirkung gegen Fallsucht.
  • Selbst in der modernen Medizin konnte sich die Mistel behaupten. Blätter und Preßsaft der Pflanze enthalten einen Stoff, der den Blutdruck senkt.
  • Im Schweizer Kanton Aargau wurden die Misteln mit Pfeil und Bogen herunter geschossen. Wer sie mit der linken Hand auffing, besaß ein Allheilmittel gegen Kinderkrankheiten.
  • In Holstein galt die Mistel als Glücksbringer. Ein Mistelzweig am Jagdhut verhalf mit Sicherheit zu reicher Beute. Die Bauern schmückten jede Kuh, die als erste im neuen Jahr kalbte, mit Mistelzweigen, streuten die Beeren aufs Heu und mischten sie zur Saatzeit unter die Hirse und anderes Getreide.
  • Sehr beliebt ist die Mistel als Weihnachtsschmuck. Noch immer erfreut man sich an dem Wintergrün, das seit undenklichen Zeiten die Phantasie der Menschen in vielen Teilen der Welt beflügelt hat.

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